Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Schlechtes Spermiogramm

Frage: Schlechtes Spermiogramm

Juliaa97

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Hallo Herr Dr. Gagsteiger,  gestern hat mein Mann ein Spermiogramm machen lassen. Dieses fiel leider gar nicht gut aus. Der Uruloge war zudem sehr kurz angebunden, ist auf seine Fragen nicht eingegangen. Er meinte, er sei eingeschränkt fruchtbar, wir sollten aber einfach weiter probieren. Wirklich Hoffnungen auf mögliche Verbesserungen hat er ihm nicht gemacht, er gab keine Empfehlungen, keine Diagnose. Wir wissen nun nicht wirklich weiter. Könnten Sie uns die Ergebnisse einmal einordnen?    Volumen: 4,5 ml / Farbe: opal / Konsistenz: zähschleimig / Verflüssigungszeit: 7 min  Konzentration: 10,63 mio/ml PR: 4 % NP: 36 % Lebende Spermien: 40% Normale Spermien: 15%  Wie sollten wir nun weitermachen? Haben wir überhaupt Chancen, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen?    Im Vorgespräch beim Urulogen wurde mein Mann vor zwei Wochen auch per Ultraschall untersucht. Dort war alles super. Er raucht nicht, trinkt gar keinen Alkohol, wir ernähren uns ausgewogen und gesund. Auch von Erkrankungen im Kindesalter weiß er nichts. Mein Mann ist 30, ich 26.    Mein Mann sagte aber auch, dass er bei Probenabgabe (auf dem Praxis-WC) sehr aufgeregt und gestresst war und ihm die Probe nicht so vorkam wie sonst. Kann so etwas auch das Ergebnis beeinflussen?    Vielen Dank schon mal für Ihre Einschätzung.   


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Guten Abend, das Spermiogramm ist tatsächlich nicht gut. In ca. 4 Wochen sollten Sie es noch einmal kontrollieren lassen. Wir müssen sicher sein, dass es nicht nur zufällig schlecht ausgefallen ist. Volumen, Farbe, Konsistenz, Verflüssigungszeit: Diese Werte scheinen innerhalb normaler Grenzen zu liegen. Ein Volumen von 4,5 ml liegt im normalen Bereich (normal > 1,5 ml), ebenso die Konsistenz und die Verflüssigungszeit. Konzentration: Mit 10,63 Mio./ml liegt die Konzentration deutlich unter dem Referenzwert der WHO von > 15 Mio./ml. Motilität (Beweglichkeit) - PR (progressive Motilität) und NP (nicht progressive Motilität): Ein PR-Wert von 4 % ist deutlich niedriger als der WHO-Referenzwert von > 32 %. Ein höherer Wert nicht progressiv motiler Spermien kann darauf hindeuten, dass die Spermien zwar beweglich sind, aber nicht in einer geradlinigen oder effektiven Weise. Lebende Spermien: 40% ist unterhalb des WHO-Referenzwerts von > 58%. Normale Spermien (Morphologie): 15% normale Spermien liegen zwar im Bereich des WHO-Referenzwerts von ≥ 4%, aber hier kommt es deutlich auf die Schulung des Untersuchers an. Die WHO fordert sehr strikte Kriterien und sehr gute Mikroskope. Der Wert von 15 % dürfte nur geschätzt sein. Es scheint, dass vor allem die Konzentration und die progressive Motilität weit unter den Referenzwerten liegen, was die Befruchtungsfähigkeit deutlich negativ beeinflussen kann. Einige Überlegungen: Stress bei der Probenentnahme: Es ist möglich, dass Stress bei der Abgabe der Probe das Ergebnis beeinflusst hat. Es wäre vielleicht sinnvoll, ein weiteres Spermiogramm unter entspannteren Bedingungen durchzuführen. Lifestyle: Obwohl Sie erwähnt haben, dass Ihr Mann gesund lebt, gibt es immer Raum für Verbesserungen in Bezug auf Ernährung, körperliche Aktivität und den Vermeidung von schädlichen Umweltfaktoren. Weitere Untersuchungen: Da der Ultraschall unauffällig war, könnten weitere Untersuchungen, wie hormonelle Tests, hilfreich sein, um mögliche Ursachen zu identifizieren. Es gibt Paare, die trotz suboptimaler Spermiogramm-Ergebnisse auf natürlichem Wege schwanger werden. Allerdings können diese Werte die Wahrscheinlichkeit verringern. Es wäre ratsam, einen weiteren Urologen oder Andrologen aufzusuchen, um die Ergebnisse detailliert zu besprechen und gegebenenfalls weitere Tests oder Therapien zu empfehlen. Es gibt auch spezialisierte Kinderwunschkliniken, die Ihnen hierbei helfen können.


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