perlach
Sehr geehrter Dr. Grewe, Sie haben mir mit Ihren Antworten schon oft sehr geholfen. Vielen Dank dafür! Diesmal eine heikle Frage, die mich umtreibt. Kurz zu unserer Situation: noch keine Kinder, unerfüllter Kinderwunsch seit 2013, in dieser Zeit drei Fehlgeburten, unzählige IUIs, ICSIs und Kryotransfere (insgesamt 18 ICSIs und Kryotransfere), mehrere Fehldiagnosen bei Ursache für FG und Einnistungsversagen. Meine Frage in Kurzform: - Wie hoch ist generell das Risiko im Alter von 46 Jahren eine Schwangerschaft (nach Eizellspende) mit solchen Komplikationen zu haben, dass darauf hin weitere Schwangerschaften ausgeschlossen sind? Zur (ausführlichen) Erklärung: Mittlerweile müssen wir, wenn wir uns nicht mit der Kinderlosigkeit abfinden wollen/können, leider eine Alternativbehandlung im Ausland in Erwägung ziehen. Die käme für mich nur in Finnland in Frage. Aber dort ist die Altersgrenze 47, d.h. in meinem Fall, dass ich vor Mitte Januar 2022 den ersten Transfer gemacht haben muss. Da ich in meinem Beruf nicht einfach Urlaub nehmen kann, sondern an die Ferien gebunden sind, muss der Transfer in Finnland im August stattfinden. Es ist so, dass wir noch eigene befruchtete Eizellen für 3 Kryotransfere haben. Da wegen neuer diagnostischer Befunde weitere Behandlungen nötig waren, konnte ich diese letzten Kryotransfere noch nicht wie geplant durchführen. Jetzt stehe ich vor folgendem Dilemma: - Wenn ich die eigenen Embryos nicht vor Finnland einsetze, ich dank Finnland schwanger werde, dann aber in der Schwangerschaft oder bei der Geburt dann Komplikationen entstehen (immerhin bin ich dann schon 47), die mir eine weitere Schwangerschaft unmöglich machen, dann sitze ich mit den eigenen eingefrorenen Embryos da und darf sie nicht mehr einsetzen lassen. - Vor Finnland im August, könnte ich eventuell im Vorzyklus noch einen Kryotransfer machen (mit eigenen EZ). Wenn ich dann aber schwanger werde und dann wieder - wie zuvor in ca. SSW 10 - eine Fehlgeburt habe und dann noch warten muss, bis wieder ein Transfer möglich ist, dann bin ich wahrscheinlich für die Behandlung in Finnland zu alt. Wenn dann die anderen Kryotransfere auch nicht klappen (schließlich war da noch kein einziger erfolgreich), dann war's das mit dem Kinderwunsch. Die ganze Fragestellung ist jetzt so akut geworden, weil ich (zum Glück) nun ein Impfangebot für Biontech bekommen habe, der zweite Impftermin aber genau in die Woche, in der der Kryotransfer (hier in Deutschland) stattfinden würde, fallen würde. Beides gleichzeitig geht nicht. Die Corona-Impfung mehrere Wochen nach hinten schieben traue ich mich auch wegen meiner beruflichen Situation mit vielen Kontakten nicht. Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort
Hallo, das Risiko für Komplikationen ergibt sich nicht alleine aus der Methode, mit der die SS entsteht. Es ist bekannt, dass mit Bluthochdruck einhergehende Erkrankungen (Gestose/Präeklampsie) bei Eizellspenden vermehrt auftreten. Diese kommen aber mit höherem Alter auch so schon deutlich häufiger vor. Ich kann Ihnen hierzu keine absoluten Zahlen nennen, aber das Risiko eines Verlustes der Gebärmutter würde ich nicht als deutlich erhöht ansehen im Vergleich zu einer normal entstandenen SS. Viele Grüße Christoph Grewe
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