Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Birgit Müller:

Antwort zu "wieder erfolglose ICSI"

Frage: Antwort zu "wieder erfolglose ICSI"

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Hallo Frau Dr. Müller, ganz herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort auf unsere "tausend" Fragen vom 21.10.! Sie haben uns damit sehr geholfen. Mittlerweile habe ich das negative Ergebnis auch ein wenig verdaut. 1.Mit der Frage, die ich wohl etwas unglücklich formuliert habe, meinte ich: Bis zu welchem Zyklustag muß ich spätestens in meiner KIWU-Praxis vorstellig werden, um die hormonelle Stimulation zu beginnen (habe ja PCO)? Ich hoffe micht jetzt besser ausgedrückt zu haben. 2.Sie empfahlen außer der HLA-Typisierung noch zwei weitere Untersuchungen (mit solch "schrecklichen" Namen). Könnten Sie kurz erklären was das ist und wie man es therapieren könnte (ist sicher schwierig, weiß ich wohl). 3.Ich habe aus meiner Praxis heute erfahren, daß nun die Durchführung einer HLA-Typisierungs (wie ja auch bereits durch Sie empfohlen) durchgeführt werden könnte. Ebenso eine Gebärmutterspiegelung, obwohl lt. US kein Anhalt für Unregelmäßigkeiten besteht. Wie stehen Sie hierzu? 4.Desweiteren ruft eine evtl. Immunisierung in unseren Köpfen Unmengen an Fragen auf, die ich mich fast gar nicht traue Ihnen zu stellen. Das Lesen in der Suchmaschine hier wirft wiederum immer neue Fragen auf. Uns ist natürlich bekannt, daß unsere Praxis hierfür zuständig ist. Trotzdem hoffen wir, daß ein paar Antworten von Ihnen vorab etwas Ordnung in unser momentanes Chaos bringen können... z. B.Wie stehen Sie zu einer Immunisierung (scheint sehr umstritten zu sein)? Ich habe auch sehr viel über Nebenwirkungen u. Infektionsrisiken gelesen. Welche? Unterschied aktive/passive Immunisierung? Wirkung hält scheinbar nicht lange an? Auch soll die Verwendung des Medikaments Leukonorm mögl. sein, vergleichbar mit Immu? Wo wird eine Immu durchgeführt? Ambulant? Stationär? Eine od. mehrere Sitzungen? Dies ist nur ein Teil der aufkommenden (aber halt wichtigsten) Fragen. Wir möchten Ihre Zeit wirklich nicht überbeanspruchen, da uns bekannt ist, daß Sie die Beantwortung in Ihrer Freizeit durchführen. Trotzdem würden wir uns sehr über Ihre Einschätzung freuen (hat auch keine Eile). Herzlichen Dank! Biggi und Sven


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Hallo Biggi, zu1) Meistens beginnt man am 3. ZT mit einer Hormonbehandlung bei PCO. Am besten, Sie klären dies mit Ihrem KiWu-Zentrum. zu2) MTHFR-Polymorphismus ist (einfach formuliert) eine genetische Störung im Folsäurestoffwechsel. Diese Störung kann zu einer Erhöhung des Homocysteins führen, welches wiederum Thrombosen begünstigt, also eine Blutgerinnungsstörung im weitesten Sinne. Behandeln kann man es mit hochdosiert Folsäure und Vit. B6 oder B12. Antiphospholipidsyndrom ist (ebenfalls einfach formuliert) eine Blutgerinnungsstörung, die man mit Heparin behandelt. In beiden Fällen kann sich die Chance auf eine SS bzw. Geburt bei entsprechender Behandlung deutlich verbessern. zu3) Die HLA-Typisierung wird üblicherweise erst nach den Untersuchungen von Frage 2 gemacht, da sehr teuer und aufwendig und letztendlich oft eine "Ausschlußdiagnose". Auch die Gebärmutterspiegelung würde ich "hinten anstellen", wenn kein Anhalt für Auffälligkeiten besteht. zu4) antworte ich aus Zeitgründen später. Liebe Grüße Dr. B. Müller


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So, nun habe ich Zeit für Frage 4: Wenn die HLA-Typisierung eine zu starke Übereinstimmung der Immunsysteme beider Partner ergibt und folglich eine Partnerimmunisierung empfohlen wird, halte ich diese für sinnvoll, und zwar die aktive Immunisierung mit Partnerlymphozyten. Zum Ausschluß von Infektionskrankheiten werden beide Partner vorher auf HIV und Hepatitis getestet, so daß ich das Risiko für überschaubar halte. Wir arbeiten mit einem Immunologischen Institut zusammen, das die aktive Immunisierung durchführt; zur passiven Immunisierung kann ich in diesem Zusammenhang nichts sagen. Da aber die aktive Immunisierung, wie gesagt, mit Blutzellen des Partners durchgeführt wird, halte ich sie für effektiver als "gepooltes" Serum mehrerer Spender, was wohl einer passiven Immunisierung entsprechen würde. Die Wirkung der aktiven Immunisierung hält durchschnittlich 6-12 Monate an (man kann den Wirkungsgrad später überprüfen lassen und ggf. nachimpfen). Leokonorm kann auch funktionieren, ist aber sehr teuer und entspricht einer passiven Immunisierung. Ich denke, daß die Immunisierung an jedem Immunologischen Institut durchgeführt werden kann. Definitiv weiß ich es von den Unikliniken in Kiel und Göttingen. Die Behandlung erfolgt ambulant, es können mehrere Sitzungen erforderlich sein. Liebe Grüße Dr. B. Müller


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Liebe Frau Dr. Müller! Tausend Dank für Ihre Antwort!!! Sie haben uns wirklich sehr geholfen. Jetzt stehen wir dem ganzen nicht mehr ganz so ängstlich gegenüber, sollte es denn dann in Frage kommen. Die Patienten in Ihrer Praxis können sich wirklich glücklich schätzen. Kompliment! Wie gesagt, nur eine Unsicherheit beschäftigt uns noch bzgl. der Nebenwirkungen: Hier im Internet haben wir gelesen, daß falls "Frau" später einmal eine Transplantation benötigen sollte, dies aufgrund einer durchgeführten Immunisierung nicht mehr möglich ist. Stimmt das? Nochmals herzlichen Dank und liebe Grüße! Biggi uns Sven


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Hallo Biggi und Sven, vielen Dank für das Kompliment. Leider kann ich Ihnen diese letzte Frage nicht beantworten; am besten, Sie fragen in einem der von mir genannten Immunologischen Institute nach. Liebe Grüße Dr. B. Müller


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