Frage im Expertenforum Hebamme an Evi Bodman:

Stillen während Schwangerschaft

Frage: Stillen während Schwangerschaft

Murtel

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Hallo, ich bin noch ganz frisch schwanger, merke aber, dass die Milch schon weniger geworden ist. Meine kleine Tochter muss nachts häufiger weinen, weil nichts oder nicht genug kommt. Entsprechend wacht sie auch noch häufiger auf, weil sie Hunger hat. Am liebsten würde ich das zum Anlass nehmen abzustillen. Aber sie will die Flasche nicht. Gestern habe ich es gerade so geschafft, dass sie über den tag verteilt 40ml pre aus ihrem trinkbecher getrunken hat. Haben Sie Tipps für uns? Eigentlich wäre es mir auch egal noch paar mal weiter zu stillen. Nur nachts sind es alle 1,5 stunden, tagsüber so 3x und nachts ist dann einfach alle. Ich vermute ein komplettes abstillen wäre für sie leichter zu verstehen als mal gibt es brust und mal nicht?


Evi Bodman

Evi Bodman

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Hallo liebe Murtel, erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft 💛 Und ja, das, was du beschreibst, kommt tatsächlich recht häufig vor. Durch die hormonellen Veränderungen in der Frühschwangerschaft verändert sich bei vielen Frauen die Milchmenge und auch der Geschmack der Muttermilch. Manche Kinder stillen sich dadurch sogar von selbst ab, andere möchten weiterhin sehr häufig an die Brust, obwohl weniger Milch fließt. Ich kann gut verstehen, dass die Nächte mit einem Aufwachen alle 1,5 Stunden unglaublich kräftezehrend sind. Wie alt ist deine Tochter denn? Das wäre für die Einschätzung noch interessant. Grundsätzlich muss es aber nicht "ganz oder gar nicht" sein. Viele Kinder können durchaus verstehen, dass bestimmte Stillmahlzeiten bleiben und andere wegfallen. Gerade tagsüber gelingt das oft erstaunlich gut. Nachts ist es meist etwas schwieriger, weil Stillen dort nicht nur Nahrung, sondern auch Nähe, Sicherheit, Beruhigung und Einschlafhilfe ist. Wenn du abstillen möchtest ist es natürlich essentiell, dass dein Kind auf andere Weise die Kalorien und Flüssigkeit aus der Nacht über den Tag verteilt oder auf eine andere aRt und Weise bekommt. Und das funktioniert tatsächlich von Kind zu Kind ganz unterschiedlich gut oder schlecht. Hier ist oft Kreativität der Eltern gefragt. Anderen Becher, Trinklernbecher, Strohhalmflasche oder andere einfach eine andere Flasche ausprobieren, ist immer super. Und ob abstillen von jetzt auf Sofort und das dann ein paar Nächte durchziehen oder ab man es schrittweise macht - da kann ich dir von außen leider keine direkte Empfehlung geben. Denn beides funktioniert aber nur du kannst wissen, welcher Weg für dich/ euch der richtige ist.  In jedem Fall würde ich dir zum abstillen immer empfehlen, dir etwas Zeit zu nehmen. Triff die Entscheidung nicht nachts inmitten von Müdigkeit und Überforderung, sondern nimm dir tagsüber etwas Zeit für dich und spür mal bewusst rein. Wo bist du? Wo ist dein Kind? Was braucht ihr beide im Moment? Und was ist für jetzt ein guter Kompromiss oder eine tragfähige Lösung.  Und noch etwas Wichtiges: Wenn deine Tochter bisher hauptsächlich gestillt wurde, können 40 ml Pre aus dem Becher erstmal wenig wirken. Für den Anfang finde ich das aber gar nicht schlecht. Viele Kinder brauchen etwas Zeit, um sich an einen neuen Trinkweg zu gewöhnen. Du musst dich übrigens auch nicht schlecht fühlen, wenn du das nächtliche Stillen reduzieren oder ganz beenden möchtest. Eine Schwangerschaft, ein Kleinkind und Schlafmangel gleichzeitig sind eine große Herausforderung. Mein Eindruck ist, dass ihr gerade in einer Übergangsphase seid. Mit etwas Geduld findet ihr bestimmt einen Weg, der für euch beide gut funktioniert. Meld dich gerne, wenn du noch Fragen hast. Lieben Gruß, Hebamme Evi Bodman


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