Frage im Expertenforum Frühgeburt an Prof. Dr. med. Gerhard Jorch:

Wachstumshormontherapie

Frage: Wachstumshormontherapie

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Sehr geehrter Prof. Jorch, meine Tochter kam vor 4 Jahren in der 36 SSW mit 1230g und 38cm zur Welt. Sie wiegt heute ca. 9500g bei ca. 89cm. Bisher konnte bei ihr kein Stoffwechsel- oder genetischer Defekt nachgewiesen werden. Sie zählt halt zu den wenigen Mangelgeborenen, die es nicht schaffen, an Gewicht und Größe aufzuholen. Deshalb wird uns jetzt eine Wachstumshormontherapie empfohlen. Welche Erfahrungen haben Sie mit Wachstumshormonbehandlungen bei ehemalig hypotrophen Frühgeborenen gemacht? Eine Untersuchung, ob ein Wachstumshormonmangel vorliegt, wurde noch nicht durchgeführt. Da ihre Wachstumsgeschwindigkeit aber o.k. ist, glaube ich nicht, dass sie sowas hat. Vielen Dank


Prof. Dr. med. Gerhard Jorch

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Es ist richtig, dass in Fällen erheblicher vorgeburtlicher Wachstumsretardierung ohne Aufholwachstum auch ohne Vorliegen eines klassischen Wachstumshormonmangels z.B. von der europäische Zulassungsbehörde (EMEA) aufgrund von Studien der letzten 10-15 Jahre eine Therapie mit Wachstumshormon für berechtigt angesehen wird. Es bestehen realistische Chancen, die Endgröße um einige cm zu vergrößern. Die Therapie ist zwar langwierig, wird aber anscheinend gut vertragen. Bzgl. Therapiebeginn, Therapiedauer, Dosierung und Spektrum der Voruntersuchungen bestehen unterschiedliche Vorgehensweise in den verschiedenen Behandlungszentren. Da die Therapie bis vor kurzem in Rahmen von Studien erfolgte, bestehen außerhalb dieser Studien, d.h. in der medizinischen Routine noch keine umfangreichen Erfahrungen (auch bei uns nicht). Sie sollten sich auf jeden Fall als Bais für Ihre Entscheidung die Endgrößenprognose berechnen lassen. Letztlich wird man Ihnen dann die Entscheidung nicht abnehmen können. Sie müssen den Vorteil einer wahrscheinlich zu erreichenden größeren Endgröße abwägen gegen den Therapieaufwand und die Restunsicherheit hinsichtlich bisher nicht erkannter Nebenwirkungen, die bei jeder neuen Therapie gegeben ist.


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Hallo, ich lese gerade deinen beitrag- er könnte von mir sein ! unser sohn ( 38+0 1980gr. 43 cm) ist (nächste woche) auch 4 jahre er wiegt ca.(mit klamotten)10kg und ist ca.91 cm wir haben schon so ziemlich alles untersuchen lassen . unter anderem auch untersuchungen von einem Endokrenologen ( "wachstumshormonspezie")er stellte fest- das seine vorraussichtliche größe ca. 1,65 bis 1,68 sein wird (wir sind auch keine riesen) deshalb erübrigte sich für uns die diskusion über wachst.-horm. sie sollen zwar mitlerweile nicht mehr so risikoreich sein (unser nachbar kind bekommt welche) aber langzeitstudien gibt es noch nicht. deswegen haben wir nach der größen aussage des Endokrenologens nicht mehr drüber gesprochen ob oder ob nicht... aber das muß jeder für sich entscheiden die entscheidung nimmt einem leider keiner ab. ich sage immer unser sohn wird in jedem fall mit uns motzen entweder weil er so "klein " ist und keine hormone bekommen hat nach dem motto hättet ihr mal lieber... oder weil er vielleicht dank der hormone 5cm größer ist aber "vielleicht" krebs hat - hättet ihr mich besser nur 1,65 werden lassen und gesund ... du wirst immer für und gegen argumente finden deswegen meine ich sollte man die entscheidung von eltern respektieren und nicht sagen aber es wäre doch besser wenn ...- diese menschen gibt es vielleicht nicht mehr wenn es später fragen deines kindes gibt wieso weshalb warum.. das mit der hypotonie hat er eigentlich bis jetzt ganz gut aufgeholt,aber mit seinen alters genoßen wird er kräfte mäßig nie konkurieren auf grund seiner größe und gewichts.. das macht er aber wieder wett mit seinem hellen kopf da steckt er sie in die tasche das macht ihm manchmal richtig spaß ich denke jeder mensch hat seine stärken euer schatz wird sie auch haben deswegen macht euch nicht verrückt es ist nicht schön ewig von allen auf seine größe oder gewicht reduziert zu werden wenn ihr alles abgeklährt habt und es ist organisch alles in ordnung dann macht euch ein schönes leben sorry etwas lang LG melanie


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Hallo Melanie, ich würde gern mit Dir in e-Mail-Kontakt treten. VG Rita (Rita.Oertel@t-online.de)


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Betreff: Wachstumshormontherapie Sehr geehrte Frau Oertel, vielen Dank für Ihre Anfrage zur evtl. Behandlung Ihrer Tochter. Prof. Jorch gab mir Ihre Anfrage weiter. Nach den Angaben zu Geburt und bisheriger Entwicklung (36 SSW mit 1230g und 38cm, mit 4 Jahren ca. 9500g und ca. 89cm), liegt sie deutlich unter der Normgröße (95 cm am 4.Geburtstag), so dass unbehandelt eine verminderte Erwachsenengröße zu erwarten ist. Dies ist auch unabhängig von evtl. Stoffwechsel- oder genetischen Defekten. Eine Wachstumshormontherapie wird seit Ende der 80er Jahre im Rahmen von Studien in Belgien und den Niederlanden untersucht. Die Europäische Zulassungsbehörde für Medikamente (EMEA) hat auf Basis des sehr guten Erfolges hinsichtlich der Wachstumsbeeinflussung eine Behandlung empfohlen. Bei der Therapieentscheidung wird auch die Elterngröße (bei sehr kleinen Eltern wurde eine Behandlung noch nicht empfohlen, d.h. eine Kostenübernahme ist nicht zu erwarten) berücksichtigt. Aus meiner Erfahrung ist eine Behandlung möglichst im Vorschulalter zu beginnen, die Beschleunigung der Wachstumsrate ist meist schon in den ersten Behandlungsmonaten zu erkennen. Das individuelle Ansprechen ist aber sehr unterschiedlich, bei einzelnen Kindern ist die Behandlung nicht wirksam. Eine Untersuchung, ob ein Wachstumshormonmangel vorliegt, gehört bei uns zu den Voruntersuchungen, da danach die Wachstumshormondosis festgelegt wird. Wir kontrollieren auch den Zuckerstoffwechsel, um eine bei ehemals untergewichtigen NG häufigere Störung auszuschliessen. Vielleicht ist für Ihre Entscheidung auch ein Kontakt mit der Selbsthilfegruppe www.bkmf.de nützlich. MIt freundlichem Gruß Dr. K. Mohnike


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