Frage im Expertenforum Ernährung in der Schwangerschaft an Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa:

Keimbelastungstest

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Frage: Keimbelastungstest

saja79

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Hallo Herr Dr. Costa, wahrscheinlich bin ich bei Ihnen nicht ganz richtig, aber ich werde Ihnen dennoch einfach mal meine Frage stellen, vielleicht können Sie mir ja helfen. Bei mir besteht eine leichte Paradontose mit einer Taschentiefe von 3mm. Es wurde vom Zahnarzt ein Keimbelastungstest durchgeführt welcher eine erhöhte Keimbelastung folgender Keime ergab: Aggregatibacter actinomycetemcomitans (Aa-Komplex) und Prevotella intermedia (Oranger Komplex) Das Labor empfahl nun eine Antibiotika Behandlung, mein Zahnarzt meinte jedoch, er wolle den Test aufgrund der vorliegenden Schwangerschaft in vier Wochen erst noch einmal wiederholen. Meine Frage ist nun, wie schädlich diese Keime/Bakterien für die Entwicklung des Kindes und den Schwangerschaftsverlauf sind? Kann es dadurch zu Fehl-,Mißbildungen, Früh- oder Fehlgeburten kommen???? Ich bin jetzt Ende der 14 SSW Was würden Sie raten? Ferner wollte ich Sie noch Fragen, wie schädlich dass sich gehäufter emotionaler Stress in der Frühschwangerschaft auf das Ungeborene auswirken kann. Ich habe mir sehr viel Streß gemacht durch große Ängste, Schilddrüsenwerte, Schmierblutungen, Streitereien in der Familie und jetzt das mit der Keimbelastung. Ich habe sehr viel geweint und jetzt Angst, dass ich durch den Streß und die dadurch entstandenen negativen Hormonausschüttungen bereits Entwicklungsschäden an dem kleinen Krümel verursacht habe, die sich nicht mehr beheben lassen. Folgenden Artikel habe ich entdeckt, der mich sehr beunruhigt hat: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-86505890.html Wie ist Ihre Meinung? Vielen Dank und entschuldigen Sie, dass mein Text so lang geworden ist, aber Sie schreiben immer so nett, da dachte ich, ich frage Sie einfach mal.


Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa

Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa

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Die erste Frage kann ich als Frauenarzt nur so beantworten, dass Sie sich hier auf den Zahnarzt verlassen müssen. Eine komplette Sterilisierung des Mundes bringt meines Wissens nichts, weil Sie mit jeder Mahlzeit Nahrung zu sich nehmen, die nicht steril (keimfrei) ist, Essensreste in den Zahnfleischtaschen verfangen und dort zu kleinen Infektionen führen können. Nach heutiger Erkenntnis, schädigen die genannten Keime die Frucht nicht direkt. Über die Notwendigkeit einer Zahnfleisch-Behandlung müssen Sie mit Ihrem Zahnarzt reden. Sowohl solche Behandlungen als auch Antibiotika-Gaben sind in der Schwangerschaft möglich. Man muss nur darauf achten, z.B. solche Antibiotika zu verabreichen, die in der Schwangerschaft erlaubt sind. Zum Thema "Prägung" oder genauer gesagt "Prägungsforschung" kann ich Ihnen nur sagen, dass es sich um ein sehr wichtiges und interessantes Forschungsfeld handelt. Nicht mehr und nicht weniger. Vieles deutet darauf hin, dass Ängste und psychischer Stress, aber auch Lebensgewohnheiten (z.B. Ernährung in der Schwangerschaft) das Leben des Kindes bereits im Mutterleib beeinflussen. Genauer ist es, diesen Vorgang "Prägung" oder "fetale Programmierung" zu nennen. Denn schließlich spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Gene und vor allem das Leben nach der Geburt. Wenn jemand alles darauf zurückführen will, was während der 9 Monate im Mutterleib passiert, sieht dieser Mensch die Welt zu einfach. Auch wenn es sich um bekannte Forscher handelt. Die entscheidende Frage in Ihrem Falle ist, ob Sie die Überforderung, unter der Sie zur Zeit leiden, vermeiden können. Es sind viele Dinge, die auf Sie zukommen bzw. zukamen. Ich meine, dass man diese Frage nicht als Arzt beantworten muss, weil das keine Erkrankung im engeren Sinne ist. Mein persönlicher Vorschlag wäre, dass Sie die Dinge, die auf Sie einstürzen nacheinander angehen. Also gemäß dem System "eins nach dem anderen". Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie nach jedem gelösten Problem eine Erleichterung verspüren werden.


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