Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist 12 Monate und ich gehe nun wieder 3x die Woche vormittags arbeiten. Im ersten Jahr haben wir den KOntakt zur Oma gestärkt da ich wusste dass ich bald wieder arbeiten muss Er ist während dieser Zeit bei ihr und fühlt sich sehr wohl. Er weint nicht wenn ich morgens gehe. Und die Freude wenn er mich mittags wieder sieht hält sich ziemlich in Grenzen. Er weint eher wenn die Oma geht. Abends wenn der Papa kommt freut er sich riesig und will nicht mehr von ihm weg. Wenn ich mit meinem Sohn schmusen oder ihn auch mal küssen will wehrt er mich ab. Ist das normal in diesem Alter oder hat er sich jetzt schon von mir soweit entfernt? Muss ich mir Sorgen um die Beziehung zu meinem Kind machen? Wie kann ich die Bindung wieder stärken? Ich würde ihm gerne viel mehr Liebe geben. Danke für Ihre Antwort
Stichwort: Fremdbetreuung Hallo, es ist nun einmal Fakt, daß die Bindungsstrukturen darunter leiden, wenn die primäre Bezugsperson, in der Regel die Mutter und damit jetzt Sie, am Ende der Bindungsphase ohne schon eingeleitete Loslösung, sich dem Kind entzieht. Richtig ist es, die Großmutter frühzeitig als Ersatzbezugsperson in die Beziehung einzubringen. Allerdings zahlt die Mutter dafür den Preis, in der Bindungshierarchie u.U. herabgestuft zu werden und hinter die Großmutter zurückzutreten. Das muß die Mutter dann offen gesagt ertragen. Die Loslösung kommt trotzdem in Gang, wenn der Vater sich dafür bereit hält, wie das bei Ihnen der Fall zu sein scheint. Es gibt meines Wissens bisher keine fundierten Studien darüber, ob sich dieses Vorgehen auf Dauer ohne nachhaltige Probleme auf die Kinder auswirkt oder nicht. Das liegt daran, daß die Bindungstheorie ein neues Denken in der Entwicklungspsychologie ist und noch nicht Gegenstand weiterer Auswertung. Das scheint aber niemanden in der Gesellschaftspolitik daran zu hindern, munter in diese hochsensiblen Strukturen immer weiter hineinzubrechen mit den unausgesprochenene Worten "Mag kommen, was kommen wolle", die Hauptsache die gesellschaftpolitische Absicht wird umgesetzt. Lesen Sie dazu auch das vorige Posting, das sich mit genau derselben Problematik befasst. Ich will aber noch einmal klarstellen, daß ich kein Feind von Fremdbetreuung bin; ich will nur erreichen, daß dieser Eingriff in die Beziehungsstrukturen der Familien von einem fundierten, entwicklungspsychologischen Programm begleitet sein muss und die Regeln anerkennen muss, die die Natur für das gesunde psychische Aufwachsen des Menschen vorgesehen hat. Dazu muss man dieses Programm allerdings erst einmal entschlüsseln und verstehen. Und man muss es ernst nehmen und als Maxime einrichten. Viele Grüße
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