Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Ticstörung

Frage: Ticstörung

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Hallo, guten Tag, mein kleiner Sohn, 4 Jahre alt, entwickelte nun schon zum zweiten mal nach einer schweren Infektion( Grippe) eine Ticstörung ( zwinkern, Kopf verdrehen, Bauch anspannen), wurde vom KA als Tics diagnostiziert. Er wirkt in dieser Zeit allgemein sehr nervös und macht die Tics immer in bestimmten Situationen, z.b. Kopfdrehen beim Fernsehen, Bauch anspannen beim Essen. Nach ca. 4 Wochen ist der Spuk dann wieder vorbei. Kennen Sie da einen Zusammenhang mit den Infektionen und Tics? Was mir noch auffällt ist, dass er in dieser Zeit immer einen riesen Entwicklungsprung gemacht hat. Kann das irgendwie zusammenhängen oder ist das Zufall. Meine KA meint, die Tics nicht beachten, es gibt keine andere Behandlung. Danke für Ihre Meinung. LG Messa


Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Messa, es gibt wahrsacheinlich solche Zusammenhänge zwischen Infekterkrankungen und vorübergehenden Tics. Im Rahmen von Infektionen benutzt der Körper zur Aktivierung seiner Abwehr sog. Zytokine. Das sind Substanzen, welche das Heer der Abwehrzellen organisieren und zum Entzündungsherd leiten. Da diese Zytokine aber im Blut mitschwimmen und die Blut-Hirn-Schranke überwinden können, erreichen sie auch die Hirnzellen und können dort unter bestimmten Voraussetzungen Störungen hervorrufen. Solche Voraussetzungen sind aber Anlagefaktoren. Meistens kommt so etwas also in der Familie gehäuft vor. Man sollte tatsächlich diese Tics möglichst ignorieren, damit sie sich nicht tief ins Bewußtsein des Kindes hinein"fressen" und durch intensive Erinnerung eine "Wunde" hinterlassen. Tic-auslösende Handlungen oder Sitaution sind natürlich nach Möglichkeit zu meiden. Fernsehen ist sicher ein großer Tic-geber. Aufs Essen läßt sich allerdings nicht verzichten. Viele Grüße


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