Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Nahrungsverweigerung in der Kinderkrippe

Frage: Nahrungsverweigerung in der Kinderkrippe

Mitglied inaktiv

Beitrag melden

Sehr geehrter Herr Dr. Posth, ich hatte diese Frage schon einmal gepostet, da sie aber nun nicht mehr auffindbar ist, stelle ich sie noch einmal. Mein Sohn (9 Monate) geht seit 2 Wochen in die Kinderkrippe. Er scheint sich dort sehr wohl zu fühlen und die Eingewöhnungsphase klappt wirklich gut. Es gibt nur ein Problem: er verweigert es, von der Erzieherin seinen Brei oder die Wasserflasche anzunehmen. Nun ist er zwar immer nur 2 Stunden in der Krippe, wir wollen diese Zeit aber steigern. Die Erzieherin hat allerdings Bedenken, weil sie nicht mehr als 2 Stunden auf ihn aufpassen möchte, wenn er jegliche Nahrung bzw. Getränke verweigert. Wie gehen wir das am besten an? Soll ich hart bleiben und ihm morgens nichts zu essen geben, sodass er in der Krippe Hunger bekommt? Wir haben das einen Tag lang probiert mit dem Ergebnis, dass er 5 Stunden weder gegessen noch getrunken hat. Ich bin unschlüssig, ob wir das weiterhin probieren sollen oder es bessere Optionen gibt. Herzlichen Dank


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

Beitrag melden

Hallo, Sie begehen eine großen Fehler, wenn Sie meinen, die Nahrungsverweigerung Ihres Sohnes hätte mit der Eingewöhnungsphase in die frühe Fremdbetreuung nichts zu tun (und sei nur Sturheit oder so etwas). Er fühlt sich ganz offensichtlich nicht! wohl und hat seine Erzieherin oder Tagesmutter nicht als Ersatzbezugsperson anerkannt. So tut er das intuitiv, was für seinen Entwicklungsstand richtig ist. Er nimmt nichts von einer fremden Person an, schon gar keine Nahrung. Das spürt offensichtlich auch die Erzieherin, und Sie ist immerhin so vernünftig, von einer Ausdehnung der Fremdbetreuung abzuraten. Wenn Sie nun gegen das intuitiv richtige! Verhalten Ihres Sohnes mit Zwang vorgehen und ihn mit vorherigem Nahrungsentzug gefügig machen wollen, dann setzt er seine Widerstandskraft dagegen und verweigert sich konsequent, zur Not stundenlang und schadet sich damit -was er nicht weiß- selbst. Das dürfen Sie auf keinen Fall tun, denn damit gefährden Sie das Kindeswohl! Sie können die Eingewöhnung nur mit sanfter Ablösung fortfahren. Das heißt, Sie selbst oder eine von Ihrem Sohn akzeptierte Ersatzbezugsperson bleibt solange mit bei der Erzieherin, bis Ihr Sohn eine Beziehung zu dieser aufgenommen hat. Erst dann wird er sich auch von ihr füttern lassen. Verweigert er das aber auch dann noch, müssen Sie den Versuch erst einmal abbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt mit sanfter Ablösung neu anfangen. Viele Grüße


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.

Ähnliche Fragen

Hallo Herr Dr. Posth, mein Kleiner (27Monate) geht seit September ca. 2-3/Woche in die Kikrippe für 4-6 h. Eingewöhung hat gut funktioniert, er isst dort viel mehr als zu Hause und auch das Schlafen (wenn es mal vorkommt) funktioniert ohne Probleme. Ich habe schon das Gefühl, dass er gerne dort ist. Nun mache ich mir aber Gedanken über die Regelmäß ...

Hallo Dr. Posth. ich bin gerade dabei mit meinen Vorgesetzten auszumachen, wann und wieviele Stunden ich in naher Zukunft meiner Firma wieder zur Verfügung stehen werde. Meine Tochter ist jetzt 11 Monate, ich hätte die Möglichkeit sie mit 1,5 Jahren in eine Kinderkrippe zu geben. Das wäre im Oktober. Ab Jänner 2012 würde ich dann wieder gerne hal ...

Lieber Herr Dr. Posth, ich bin gerade dabei meine Tochter 14 monate in eine nette Kinderkrippe einzugewöhnen. Es geschieht einigermaßen sanft aber nicht so wie Sie beschreiben. Sie spielt und geht mit der Erzieherin alleine Händewaschen wenn ich mich jedoch Verabschiede und den Raum verlasse weint sie, lässt sich beruhigen, spielt dann oder ist au ...

Ben (13 Monate – anfangs Schreikind & Schlafprobleme)geht seit 3 Wochen in die KiKri. Ablösung war nach 1,5 Wochen,da er nie weint wenn ich gehe/er gleich zur Bezugserzieherin auf den Arm geht,meist direkt winkt. Leider ist er nun merklich aggressiv geworden(zufällig Phase?) hat ein Kind in der Krippe gebissen,haut auch vermehrt(mich & Kinder). Kin ...

Sehr geehrter Herr Dr. Posth, wir überlegen, ob unsere Tochter im Sept. mit 23 Monaten besser in der Kinderkrippe (4-5 Std./Tag, 30 Kinder, offenes Konzept) oder in einer Spielgruppe (pro Woche 2 Tage a 3 Std., 6 Kinder, 1 feste Bezugsperson, aber nicht in den Schulferien) aufgehoben ist. Unsere Tochter ist ein sehr glückliches Einzelkind, das bis ...

Hallo Hr. Dr. Posth, Sohn (gerade 3) besucht seit Jan eine Kinderkrippe. Eingewöhnung verlief sanft, er wollte schnell allein bleiben. Nach Krankheit wollte er nicht mehr alleine in den Gruppenraum, ich setzte mich dazu u. ging wenn er angekommen war. Verabschiedung wollte er nicht immer, manchmal ging ich wenn er im Spiel war. Nach letzten F ...

Werter Herr Dr.Posth, meine Tochter (2J5MO) wird seit 3.Lebensmonat fremdbetreut (max.17h/Woche,selbst.ZA),Kinderfrau,bei uns zu Hause .Immer beduerfnissorierntiere Erz.,Familienbett etc.Sehr stark gefremdelt,sehr anhaenglich,Losloesung spaet,seit 1 Monat Tochter wie ausgewechselt-sehr offen,spricht mit jeden,bleibt bei Bekannten fuer 1-2h (vorher ...

Werter Herr Dr. Posth, Ich schrieb Ihnen vor 2 Wochen aus Spanien. Tochter (2J6MO) wird von Kinderfrau betreut (17h). In der Tat befürchte ich, dass sie zu isoliert aufwächst. Kindertreffen sind max.1x/Woche organisierbar,teils weniger.Ich stimme Ihnen zu,dass die span.Einrichtungen (auch meist der fam.Umgang) wenig kindgerecht sind.Viele Kinder ha ...

Hallo, Frage zu Kinderkrippe.Tochter soll mit 2J in die Krippe.sehr liebes Kind,glücklich.Krippe wegen Arbeit. derzeit hauptsächlich von mir betreut,Ersatzperson Papa und Oma. Einschlafstillen,kein Schnulli etc Fragen: 1.Krippe hat 3 Erzieherinnen auf 12 Kinder.eingewöhnung soll ca3Wochen dauern.1.Tag ist Mama komplett dabei.2.Tag sollen 5 min ...

Hallo, meine Tochter (20 Monate alt) besucht seit sie 1 Jahr alt war, die Kinderkrippe. Wir haben gute 2 Monate Eingewöhnung gehabt und bis jetzt hat super funktioniert. Leider seit ca 1 Monat weint sie extrem sobald ich sie dorthin bringe, die Betreuerinnen sagen dass sie sehr fremdelt, sie möchte immer neben eine von denen sein,sobald wer von Fr ...