Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Nächtliche Ängste

Frage: Nächtliche Ängste

Mitglied inaktiv

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Sehr geehrter Herr Dr. Posth, ich habe hier im Forum viel über Ihre Antworten zum Thema "Trennungsangst" gelesen, komme aber jetzt irgendwie nicht weiter... Meine Tochter (13 M.) lässt sich am Tag zu ihrem Schläfchen problemlos hinlegen und schläft ruhig. Abends jedoch benötige ich seit einigen Monaten bis zu 1 h, wobei ich am Bett sitzen bleibe und sie nötigenfalls im Arm halte .... Jetzt habe ich wieder gehört, dass Kinder es lernen müssen, es "allein zu schaffen" - ohne Hilfe. Also bin ich aus dem Zimmer, aber sobald ich nur aufgestanden bin, fing sie sehr an zu weinen.... Also hab ich mich wieder zu ihr gesetzt .... Neuerdings wacht sie auch mehrmals nachts auf und braucht meine Zuwendung... Hat ihr Verhalten vielleicht etwas mit der Dunkelheit zu tun, oder spüren Kinder nachts Ängste besonders intensiv? Ist es aus Ihrer Sicht richtig, bei dem Kind zu bleiben, auch wenn man allmählich das Gefühl hat, dass es dadurch "verzogen" werden könnte???? Ich hatte bislang eigentlich immer ein gutes Gefühl für mich, wenn ich bei ihr am Bett geblieben bzw. immer gleich zu ihr gegangen bin, wenn sie plötzlich wach wurde ..... Vielen Dank. Andrea


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Andrea, Ihre Tochter befindet sich mit ihren 13 Monaten nun in der Loslösungsphase. Das wird den Kleinkindern immer mehr bewußt, daß sie ein von der Mutter vollkommen getrenntes Wesen sind, das zu sich selbst finden muß. Demzufolge steigen jetzt auch die ersten Verlustängste auf, und die sind besonders nachts sehr lebhaft. Aber auch die Einschlafsituation am Abend ist oft sehr schwierig. Man sollte daher zunächst immer ein Licht im Flur anlassen und die Tür anlehnen, damit das Kind hören kann, was man gerade tut. Ein liebevolles Einschlafritual ist ebenso wichtig wie Schlafbegleiter, z. B. Stofftiere. Mit all diesen Dingen kann man sein Kind nicht verziehen oder verwöhnen. Allerdings wird es noch ein lange Zeit dauern, bis das Kind dann von allein einschläft. Am besten ist es, man hat den Sgl. und das kleine Kleinkind bei sich mit im Schlafzimmer und kann jeder Zeit "einspringen". Es muß nicht unbedingt das Familienbett sein, es darf es aber. Damit ein Kleinkind allein einschlafen kann, wenn es nicht sofort von selbst einschläft, muß es Regulationsmacht über seine Gefühle entwickelt haben. Das geht aber erst mit 3-4 Jahren. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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Hallo, Du machst das prima so, mach es ruhig weiter. Du wirst Deine Tochter nicht "verziehen", Du wirst ihr das geben, was sie braucht. Sie wird dadurch Vertrauen in Dich und ins Leben aufbauen und ihr ganzes Leben lang davon profititeren. Laß Dich nicht verunsichern von Menschen die meinen, Kinder müßten so funktionieren, wie sie es sich vorstellen. Du machst das Richtige! Ganz lieben Gruß von einer ähnlich gestrickten Mama. ;-)


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