Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Motorische Entwicklung

Frage: Motorische Entwicklung

Mitglied inaktiv

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Mein Sohn David ist nun 13 Monate alt und will nicht frei sitzen und nicht krabbeln. Er bewegt sich durch kullern fort und kommt so schnell überall hin. Er ist ein großes Kind (80 cm /10,5 kg) und hat einen großen Kopf (48 cm). Wir haben nun bereits 20 Stunden Bobath absolviert, ohne sichtbaren Erfolg. David wollte bis zu seinem 5 Monat nicht auf dem Bauch liegen, da er seinen Kopf nicht halten konnte. Seine Kinderärztin sagte immer das es ein sehr Bequemer sei und das er in der motorischen Entwicklung immer ein paar Monate hintendran sei. Er will einfach nicht! Wenn ich ihn hinsetze bleibt er kurze sitzen und lässt sich dann absichtlich zur Seite oder nach hinten fallen. Im Kinderwagen möchte er nicht liegen und zieht sich zum sitzen dann hoch und auch das sitzen in seinem Hochstuhl ist kein Problem, da er dort gestützt wirt. Seit zwei Wochen geht er nun auf die Knie und drückt seine Arme ganz durch. Diese Stellung hält er kurz und dann rutschen die Beine wie bei einem Frosch zur Seite oder die Arme sacken ein. Es für ihn sichtlich schwer, da die Spannung im Körper fehlt. Doch er versucht es immer wieder. Er robbt dann auch über den Boden, was er vorher nicht getan hat oder rutscht rückwärts. Die Krankengymnastin sagt, dass er sehr ausgeprägte Arm- und Beinmuskulatut hat, aber die Rumpfmuskulatur nicht sehr stark sei. Ihm würde zudem eine bestimmte Verknüpfung im Kopf fehlen, die diese bestimmten Bewegungen anspricht und wir müssten nun David zu diesen Bewegungen zwingen. David ist ansonsten ein sehr aufgewecktes, neugieriges und liebes Kind und spricht auch schon erste Worte wie Mama, Papa oder Buch. Ich als Mutter von David, bin auch erst mit 14 Monaten gekrabbelt und mit 20 Monaten gelaufen. Ich war ein sogenannter Po-Rutscher. Müssen wir uns um die Entwicklung von David Sorgen machen? Die Krankengymnastin drängt uns zu weiteren 10 Stunden Bobath, obwohl ich dabei keine Erfolge sehe. Kann dahinter eine andere Erkrankung stecken und sollten wir David doch von einem Spezialisten untersuchen lassen? Kommt es öfters vor, das Kinder einfach nicht sitzen wollen? Vielleicht können Sie mir auch kurz erklären was es mit dieser sogennanten fehlenden Verknüpfung im Kopf auf sich hat. Für Ihre Hilfe bis ich Ihnen sehr dankbar.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Sonja, man müßte diesen Verlauf als eine leichte statomotorische Entwicklungsverzögerung einstufen. Die kann verschiedene Ursachen haben. U.a. wäre auch einmal zu prüfen, ob die Muskulatur völlig in Ordnung ist. Dies wegen Ihrer Angabe, daß er die 4füßlerposition nicht halten kann und in die Grätsche rutscht, oder weil er noch zur Seite umkippt, wenn er einen Moment sitzt. Aber es könnte sich ebensogut um eine Koordinationsstörung in seinem Köpfchen handeln. D.h. bestimmte Bahnen von Nervenzellgruppe zu Nervenzellgruppe werden nicht miteinander synaptisch verschaltet. Das aber würde Bobath-Gymnastik fördern. Besser ist es, Sie bleiben einstweilen bei der Therapieform. Vieleicht ist es aber auch ein genetisches Problem, da Sie ja selbst auch nicht gekrabbelt sind. Aber auch dabei würde die KG helfen können. Viele Grüße


Mitglied inaktiv

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Hallo (ich heiße auch Sonja!!!), es tut gut, zu lesen, dass auch andere Kinder etwas später dran sind. Mein Sohn ist im Dezember ein Jahr alt geworden und er entwickelt sich auch sehr langsam. Sitzen kann er seit dem 11. Lebensmonat, aber auch nur durch "üben". Das sollte man zwar nicht unbedingt, aber unser KA befürwortete es. Mein Sohn kann noch nicht krabbeln, dafür robbt und rollt er aber und sehr schnell. Wir hatten bis jetzt 4 Mal KG nach Bobath gemacht und ich sehe schon Fortschritte. Seit 1 Woche streckt er die Arme durch, das hat er vorher nicht getan. Ich möchte Dir nur sagen, mach weiter mit der KG, auch wenn Du (noch) keinen Erfolg siehst. Wer weiss, wie Dein Sohn sich ohne KG entwickelt hätte? Ich war auch sehr skeptisch am Anfang, aber ich denke, gerade bei Kindern zahlt sich das Durchhaltevermögen aus. Manche Kinder brauchen halt etwas mehr Zeit und Geduld... Liebe Grüße Sonja


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