Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Ingrid Henkes:

Herausforderndes Verhalten

Frage: Herausforderndes Verhalten

Silversteinfan

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Sehr geehrte Frau Henkes, mein Sohn (13 Monate) zeigt seit kurzem zwei Verhaltensweisen, die mich vor Herausforderungen stellen.  1) Er haut seinen Kopf absichtlich gehen Wände/Schränke oder haut sich selbst mit Gehenständen wie z.B. Bauklötzen auf den Kopf. Ich versuche dieses Verhalten zu unterbinden, da ich mir Sorgen um seine Gesundheit mache aber es gelingt mir nicht immer. 2) Mein Sohn beißt mich öfter. Er ist in diesen Situationen nicht aufgebraucht oder wütend. Es passiert eher wenn ich ihn auf dem Arm trage, wir kuscheln oder spielen. Deshalb denke ich, es ist eher ein Explorationsverhalten oder eine Art Kontaktaufnahme. Weh tut es dennoch ziemlich. Ich versuche ihn dann von mir weg zu halten und mit ernstem Ton "Stopp" oder "Nein" "das tut mir weh" zu sagen. Meistens lacht er dann allerdings. Mir ist klar, dass er das nicht böse meint aber ich weiß leider nicht, wie ich ihm diese Grenze anders aufzeigen kann. Sind diese Verhaltensweisen entwicklungstypisch oder eher besorgniserregend und ich sollte es abklären lassen? Wie kann ich in diesen Situationen anders handeln, um sowohl ihn als auch mich zu schützen? vielen Dank und freundliche Grüße! 


Ingrid Henkes

Ingrid Henkes

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Guten Tag, das Verhalten Ihres Sohnes ist recht typisch für dieses Alter. Einjährige stellen bewusster fest, dass sie etwas bewirken können. Dann merken sie auch, dass dies Reaktionen in ihrer Umgebung auslöst. Beides ist für die Entwicklung wichtig. Allerdings benötigen Kleinkinder auch die Hilfe der Eltern, um diese neuen Errungenschaften sozial verträglich einzusetzen. Wenn Ihr Sohn mit dem Kopf schlägt, können Sie ihm ruhig erklären, dass er das lieber lassen soll. Da könne er sich wehtun. In der Regel bereitet das Kopfschlagen Kindern allerdings wenig Schmerzen. Widmen Sie diesem Schlagen nicht zuviel Aufmerksamkeit, dann kann Ihr Sohn das am ehesten aufgeben. Wenn Ihr Sohn Sie beißt, ist er vermutlich begeistert über die Reaktion, die er bei Ihnen auslöst. Das macht er nicht, um Sie zu ärgern oder anzugreifen. Er freut sich vielmehr über das, was er schon "kann". Hier benötigt er aber eine deutliche Grenze, die Sie ihm setzen. Sie haben eine gute Möglichkeit gefunden, wie Sie mit ihm umgehen. Ein deutliches "Beiß mich nicht" und eine kurze Distanzierung sind sehr hilfreich, Ihrem Sohn zu zeigen, dass Sie dieses Verhalten nicht wollen. Bleiben Sie beständig aber ruhig dabei. Dann wird Ihr Sohn das Beißen bald aufgeben können. In seinem Alter tun sich zudem täglich neue Möglichkeiten auf, in denen er auf positive Weise zeigen kann, was er schon alles bewirken kann. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes


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