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Lieber Dr. Posth, meine Tochter ist 3. Ein fröhliches, aber sensibles Kind, ein bisschen schüchtern, mitfühlend, verständnisvoll, teilt gerne u. freiwillig, streitet nie mit anderen Kindern, ist sich der Gefühle anderer sehr bewusst, ist auch nachdenklich u. hinterfragt sehr viel, mehr als für ihr Alter typisch wäre. Wenn ihr ein Kind grundlos etwas tut, reagiert sie mit Rückzug u. Traurigkeit u. versteht nicht, warum dies geschah. Sie wehrt sich dann nicht und verteidigt auch nicht ihre Rechte, möchte dies auch gar nicht, es ist ihr einfach wesensfremd. Dementsprechend kann ihr auch jedes Kind Spielzeug wegnehmen, sie hat Verständnis u. freut sich sogar, wenn sich das andere Kind freut. Ich muss dazu sagen, dass sie sehr behütet u. glücklich ist. "Bösartigkeit" kennt sie gar nicht, sie geht davon aus, dass jedes Kind "lieb" ist. Wie kann ich sie stärken, damit sie nicht zum "Opfer" wird, ohne ihr großes Vertrauen in die Welt u. ihre Gutmütigkeit zu zerstören?
Stichwort: defensives und offensives Verhalten Hallo, jedes Kind kommt auch mit bestimmten Charakteranlagen auf die Welt, die man als Eltern nicht unbedingt völlig verändern sollte. Eigentlich soll die Erziehung dazu dienen, diese Charateranlagen oder Wesenszüge zu erhalten und sogar noch zu verstärken, denn genau das führt zu Identität. Und Identität ist ein ebenso wichtiges Ziel von Erziehung und Umgang miteinander wie Zufriedenheit und Glück. Ist das eigene Kind offensichtlich eher defensiv eingestellt, so wie vermutlich Ihre Tochter, dann sollten Sie das begrüßen, was Sie ja auch tun. Allerdings müssen Sie dann in Kauf nehmen, daß sie eben so zurückhaltend auf Angriffe anderer Kinder reagiert, wie Sie es schildern und sich nicht wünschen, Sie würde jetzt offensiv dagegen einschreiten. Zwar erscheint ein solches Kind zunächst leicht wie ein Opfer, wenn es aber genügend Selbstbewußtsein entwickelt und intelligent genug ist, dann wird es mit der Zeit andere Strategien entwickeln, die es nicht immer im Nachteil erscheinen lassen. Was häufig gefprdert wird, ein solches Kind gezielt herauszufordern und an die schlechte Welt von früh an zu gewöhnen, ist sehr vordergründig und kaum von Erfolg gekrönt. Viele Grüße
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