Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, Unser Sohn (ger. 3 J) entw. sich lt Entw.-Bericht des Kindergarten gut. Nun ist der Erz aufgefallen, dass er immer allein spielt und höchstens Kontakt zu älteren Kindern sucht (selten). Er wäre aber zufrieden und nicht unglücklich mit seinem Alleinsein. Erz. meint, das gemeinsame Spiel kommt vielleicht noch. Kann "Einzelgängertum" auch erblich veranlagt sein? Zu Hause hingegen kann er keine Minute allein spielen, braucht Unterhaltung und es muss mindestens jemand mit in seinem Zimmer sein. Wir denken, er hat sich daran gewöhnt und könnte eigentlich auch mal ein paar Minuten allein spielen (geht im Kiga ja auch). Erklärungen fruchten derzeit nicht. Ist es von einem Dreijährigen zuviel verlangt, ihn zu bitten, die Eltern über Mittag 20-30 Minuten ruhen zu lassen (nicht schlafen, sondern in Ruhe lesen, Kind dürfte dabei sein, allerdings ohne "Bespaßung"). Das geht derzeit überhaupt nicht. Er akzeptiert dies nicht. Danke für Ihre Antwort! Viele Grüße, Sandra
Liebe Sandra, das Lebenalter von 3 Jahren ist für das aktive und erfolgreiche Sozialverhalten der Kinder die Grenze. Darauf nimmt die "moderne" Pädagogik derzeit wenig Rücksicht. Vielmehr steht im Vordergrund, die Kinder früh in Gruppen zusammenzuführen, um die Eltern zu entlasten. Es werden immer wieder Kinder dabei sein, die den damit verbundenen Anforderungen an das Sozialverhalten (noch) nicht gewachsen sind. Ihr Sohn könnte so einer sein. Zu Hause ist es dann natürlich wie ausgewechselt und sucht ständig den Kontakt zu seinen Bezugspersonen. Er holt dabei alles nach, was ihm im Ki-ga misslingt. Daher hat es auch wenig Zweck, ihn an Ruhezeiten für die Eltern über Mittag zu gemahnen. Da braucht er Sie vermutlich gerade ganz besonders. Wenn Sie ihn in der Zeit aber nicht bespaßen wollen, dann ist das Ihr gutes Recht und Sie schlagen ihm etwas vor, womit er sich auch alleine beschäftigen kann. Viele Grüße
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