Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, vielen Dank für Ihre Antwort von letzter Woche. Ich werde mir also ab u zu einen freien Abend gönnen und Papa und Tochter allein lassen. Auch für mich war Ihr Buch Urlaubslektüre, komme allerdings "dank" meiner Tochter nur sehr langsam voran. Mir ist viel über mich selbst klar geworden, zB führe ich nun meine vorhandenen starken Verlustängste auf die in der DDR übliche frühe Fremdbetreuung und das Schreienlassen, wenn "nichts" ist, zurück. Wunderbar, durch Sie nun eine Hilfe an der Hand zu haben, wie diese Ängste vermieden werden können. Unsere Tochter (13 Mon) ist extrem ausgeglichen, lebhaft, neugierig, fröhlich, aufgeschlossen anderen Menschen gegenüber (Sie lacht zB alle Menschen im Bus an) In diesem Zusammenhang habe ich eine allgemeine Frage: Gibt es eigentlich Untersuchungen, was das Ausräumen von Fächern, Regalen, Schränken etc. für die Entwicklung bedeutet? Unsere Tochter betreibt das mit einer Akribie, Ausdauer und Geduld, die ich bewundernswert finde.
Hallo, ja, es gibt durchaus Erklärungen für dieses für kleine Kleinkinder typische Verhalten. Vor jeder Konstruktivität steht die Destruktivität. D.h. das Ding, das einmal errichtet werden soll, muß erst auf seine Bestandteile hin untersucht sein, damit der Konstrukteur es überhaupt errichten kann. Das Kind, der Konstrukteur, findet alle Dinge fertig montiert vor, alles besteht in einer Ordnung und fügt sich irgendwie sinnvoll zusammen. Diesen Sinn kann das Kind aber nicht erkennen. So muß es erst einmal destruktiv tätig werden, um hinterher konstruktiv sein zu können. In der Destruktion kann das Kind erste Zeichen einer Sinnhaftigkeit erkennen, und es besteht dann in der nächsten Phase darauf, die zerpflückten Gegenstände wieder zusammenzusetzen. Das Türmchen wird umgeworfen, um dann wieder aufgebaut zu werden. Die Kiste ausgeleert, um gleich wieder eingräumt zu werden. Eine kurze Phase wird das Kind in seiner Entwicklung zum Ordnungsfanatiker. die Schuhe müssen genau nebeneinander stehen, das Brot bis zu Rand mit Butter bedeckt sein und das Hemd muß faltenfrei in der Hose stecken. Später kapituliert nahezu jedes Kind vor den vielen Ordnungsprinzipien und wird wieder zum kleinen "Chaoten". Viele Grüße
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