Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Bindungsverwirrung?

Frage: Bindungsverwirrung?

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Hallo Dr. Posth, meine Tochter, 8 Monate, wird überwiegend von mir betreut. Mein Mann übernimmt meist das morgendliche Anziehen und spielt abends ca 1 std. mit ihr bevor sie (meist von mir) ins Bett gebracht wird. Einen vormittag pro Woche wird sie von der Oma betreut. Da die Oma im Haus wohnt sieht meine Tochter sie auch sonst häufig. Die Oma passt auch mal auf wenn ich einen Termin habe, etc. und meine Tochter freut sich jedesmal sehr wenn sie die Oma sieht. Umgekehrt freut sie sich auch wenn sie mich wieder sieht wenn sie z.B. den vormittag bei der Oma war. Denken Sie dass unter diesen Umständen die Gefahr einer Bindungsverwirrung besteht? Ich befürchte dass mein Partner bei der Loslösung evtl. den Kürzeren zieht. Wie ließe sich so etwas vermeiden? Ich bedanke mich im voraus. Viele Grüße Jasmin


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Stichwort: Bindungsverwirrung Liebe Jasmin, glücklichweise entgehen die Säuglinge und Kleinkinder zumeist der Bindungsverwirrung durch Rangeinteilung ihrer Bezugspersonen. D.h. die Mutter (fast immer) ist die Hauptbezugsperson. Der Vater wird (so wäre es am besten) die 1. Ersatzbezugsperson. Großmutter, Tante oder auch ältere Geschwister ordnen sich nach. Das alles "regelt" der Säugling automatisch für sich. Insofern kann nichts passieren. Ob bei der Loslösung der Vater oder vielleicht die Oma als Loslösungsvorbild dominiert, hängt natürlich von dem Einsatz und der Bereitschaft des Vaters ab. Dem Säugling ist der Vater natürlich am liebsten, schon allein deshalb, weil er anderen Geschlechts ist als die Mutter und weil er die Mutter-Vater-Kind-Einheit, die Triade abrundet. Neuerdings wird diskutiert, ob auch gleichgeschlechtliche Paare ein gleichwertiges Angebot machen können. Wahrscheinlich geht das, denn der Mensch ist sehr anpassungsfähig, aber Beobachtungen dazu gibt es noch viel zu wenige. Viele Grüße


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