Mitglied inaktiv
Ich hatte schonmal eine Frage zum Thema primäre Bindung gestellt (am 28.9.), Sie hatten damals geschrieben, daß unser Sohn bei der Loslösung Probleme bekommen könnte, wenn er jetzt eine primäre Bindung zu seinem Vater aufgebaut hätte. Was könnten wir dagegen tun? Er ist jetzt fast 5 Monate alt. Im Moment bin ich im Erziehungsurlaub, wäre es besser, wenn sein Vater Erziehungsurlaub nehmen würde und ich wieder arbeiten ginge im ersten Jahr(wäre im Prinzip möglich). Oder schadet es dem Kleinen, wenn ich, die Mutter ihn jetzt vorangig betreut obwohl er die engere, vertrauensvollere Beziehung zu seinem Vater hat? Vielen Dank!!
Hallo, das ist eine kniffelige Frage, denn über die primäre Bindung bei einem Rollentausch der Eltern weiß man in der Kinderpsychologie noch nichts oder nicht viel. Hierzu gibt es allenfalss Einzelbeobachtungen, denn so etwas kommt in unserer Gesellschaft eher selten vor. Theoretisch ist das durchaus möglich, das "alles" genau umgekehrt ist, also der Vater die prim. Bezugsperson und die Mutter das Loslösungsvorbild. Das müßte dann auch von den Eltern so eingehalten werden. In Wirklichkeit aber entstehen wahrscheinlich gemischte Beziehungsmuster, wobei der Säugling eine Bindungshierarchie festgelegt, um einer Bindungsverwirrung zu entgehen. Die Hierarchie stellt man als Eltern daran fest, zum wem von beiden der Säugling die größte Anhänglichkeit entwickelt. D.h. auch, wer ihn am besten ins Bett bringen kann oder am sichersten trösten. Vielleicht ist es auch eine Frage der Lust der beiden Eltern, welche Rolle sie lieber und damit auch besser spielen würden. Vielleicht darf ich Ihnen diese Erklärungen als Anregung zum Überlegen geben. Eine eindeutige Empfehlung kann ich von hier aus schlecht geben und wage es auch nicht. Viele Grüße
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