Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, meine Tochter ist drei Jahre alt und so weit man das überhaupt sagen kann «normal». Sie bastelt und malt auch sehr gerne, ebenfalls altersgerecht. Nun hat sie von ihren Großeltern ein Heft zum Ausmalen geschenkt bekommen. Auf der einen Seite ist das Bild bereits farbig, auf der anderen sind nur die Konturen, die Kinder sollen nun die Farben zuordnen und das Bild entsprechend ausmalen. Ich halte davon ja überhaupt nichts, finde das völlig unkreativ. Zumal das Kind nicht mal selbst entscheiden kann, welche Farben es wählen soll. Aber gibt es, objektiv gesehen, irgendeinen «Nutzen»? Lernen Kinder etwas beim Ausmalen? Gibt es Unterschiede zwischen dem Ausmalen von Figuren und «Mustern» (z.B. Mandalas). Damit könnte ich ja leben, da Kinder dabei ein Gefühl für Strukturen, Muster entwickeln. Hilft das Ausmalen von Figuren, diese schneller selbst zu skizzieren (zu erkennen, dass es eben auch einen Bauch gibt und nicht nur Kopf und Füße)? Vielen Dank für Ihre Antwort. LG Janine
Liebe Janine, ein bißchen was lernen die Kinder beim Ausmalen schon. Z.B. die Stifthaltung und Linienführung, das Einhalten von optischen Grenzen, Geduld und Ausdauer, die Wirkung der Farben, usw. Die eigene Kreativität bleibt etwas auf der Strecke, da haben Sie Recht. Aber Ausmalen macht auch vielen Kindern Spaß und das allein genügt. Der Erfolg ist einigermaßen sicher und das Ergebnis sieht nach etwas aus. Das erfüllt die Kinder mit Stolz. Die Übertragung von Formen in der Vorstellung auf das Papier wird damit aber nicht nennenswert gefordert. Viele Grüße
Mitglied inaktiv
Hallo Janine, in einem Buch habe ich mal gelesen, dass Malbücher eigentlich überflüssig sind, weil sie die Kreativität der Kinder einschränken. Die Kinder werden spätestens dann innerhalb der (eigenenen) gemalten Linien bleiben, wenn sie diese als wichtig empfinden. Viele Grüße Angela