Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Ängst einer Mutter

Frage: Ängst einer Mutter

Mitglied inaktiv

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Hallo, ist es normal, Angst zu haben, man könnte so krank sein, daß das Kind ohne ihn aufwachsen muß? Da im entfernteren Bekanntenkreis Leute an Krebs erkrankt und eine junge Mutter daran gestorben ist, habe ich momentan ständig Panik, daß es auch mir passieren kann. Jedes Kopfziehen oder so wird ängstlich gespürt. Es geht übrigens nicht um die Angst um mich sondern nur um die Überlegung, daß meine Süße dann ohne mich groß werden müßte. Psychiater oder Intuition zum Arzt zu gehen? Manchmal bin ich echt am Zweifeln... Sind solche Gedanken normal, wenn man Verantwortung für ein Kind hat? Sorry, hat ja eigentlich nichts mit kindlicher Entwicklung zu tun, aber welches Forum scheint sonst geeignet? Danke fürs Lesen Kleinkind-Mama


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, was Ihnen die anderen Mütter geschrieben haben, dürfte Sie schon etwas beruhigen. Was Ihnen innerlich Druck macht und "Kopfschmerzen bereitet", ist das Verantwortungsgefühl. Und in der Tat besitzen wir alle als Eltern eine große Verantwortung für das gesunde und weitestgehend unbeeinträchtigte Großwerden unserer Kinder. Die Fragen, die in diesem Zusammenhang auftreten, sind berechtigt und auch wichtig zu lösen. Z.B. sollte man sich überlegen, wem man im Falle des "Totalausfalls" der eigenen Person, sein Kind am liebsten anvertraut. Gut hat es da jeder, der einen liebevollen Ehepartner hat. Und damit wäre bei aller Dramatik, das eigene Kind auch soweit erst einmal abgesichert. Auch an die Wohnverhältnisse in einem solchen Fall und ans Geld sollte man immer wieder mal kurz denken. Schließlich muß auch überlegt werden, was im Fall des Ausfalls beider Eltern geschähe. Da sollte man sich in der Familie oder bei sehr guten Freunden absichern, soweit das möglich ist. Also man muß ganz real und nüchtern so etwas betrachten und abwägen, und dann vergeht auch die eigene Angst. Ein Arzt oder ein Psychiater wird Ihnen da wenig helfen können, denn Ihre Sorge ist ja nichts Krankhaftes, sondern nur eine Unsicherheit. Viele Grüße und bleiben Sie optimistisch


Mitglied inaktiv

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Hallo, oft haben solche Ängste eine tiefere Bedeutung. Diese Bedeutung zu erkennen, ist manchmal ohne professionelle Hilfe nicht möglich. Allerdings kommt auf deinen Leidensdruck an. Beeeinträchtigen dich diese Ängste über einen längeren Zeitraum sehr, nehmen sie großen Einfluss auf deinen Alltag und dein Wohlbefinden, dann würde ich über eine entsprechende Konsultation nachdenken. Manchmal ist es einfach nur eine Phase im Leben, die vorübergeht, weil man im Grunde weiß, dass wir immer mit einem Restrisiko leben und dass man nichts dagegen tun kann. Wir können nur den Moment genießen und uns freuen, dass es uns und unseren Lieben gut geht. Und wir können die hoffnungsvolle Zuversicht in uns tragen, dass dieser Zustand noch lange, lange anhält. Gelingt dir eine solche Einstellung nicht und werden die Ängste quälend und damit der Lebensalltag grau, würde ich mit einem Arzt oder besser noch mit einem Psychotherapeuten darüber sprechen. Zu deiner letzten Frage: Ja, ich finde solche Gedanken normal. Allerdings nur, wenn sie vorübergehend (z. B. wegen eines konkreten Anlasses) auftreten und recht bald wieder von einer Portion Zuversicht und Gelassenheit abgelöst werden. Alles Gute! Kerstin


Mitglied inaktiv

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Hallo, was Du über Deine Gefühle schreibst, erinnert mich recht gut an das, was ich in den letzten Monaten erlebe. Mir geht es ähnlich wie Dir. Der Aufhänger aber war bei mir, dass ich wegen eines "banalen" Magen-Darm-Infektes solche Schwäche hatte und so elend war - ich hatte große Kreislaufprobleme, wahrscheinlich wegen eines sehr niedrigen Blutdrucks - dass ich für eine Nacht ins Krankenhaus mußte - und das habe ich zweimal hintereinander in kurzem Abstand erlebt. Ich dachte dort, ich müßte verrückt werden, weil ich das Gefühl, mich nicht mehr um den Kleinen kümmern zu können, kaum ausgehalten habe. Diese Ängste kommen in mir seither immer wieder hoch, bei einfachen Kopfschmerzen, die mich zwingen, mal eine Stunde hinzulegen. Wenn Du Lust hast, dann tauschen wir uns noch ein bißchen über die e-Mail-Adressen darüber aus. Fände ich auch interessant. Liebe Grüße Caraly


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Hallo, ich denke solche Gedanken macht sich jede Mutter mal. Solange sie nicht längerfristig Deinen Alltag und Dein Denken bestimmen, ist es vermutlich normal. Wenn Du aber wirklich jedes Kopfziehen gleich mit Angst belegst und das weiterhin so bleibt, dann würde ich doch evtl. mal den Arzt darauf ansprechen. Als mein Kind wenige Monate alt war, war diese Angst für mit real. Mit einer Embolie hätte ich leicht mein Leben verlieren können. Das hat mich psychisch schwer mitgenommen, vor allem diese Zeit im Krankenhaus, in der ich nicht beim Kind sein konnte. Das war furchtbar, wirklich grauenhaft. Es hat mich auch veranlaßt, mit meinem Mann zu klären was wäre wenn... Also wie würde es für die Kleine weitergehen usw. Ich muß aber sagen, dass ich nach dem ersten Schock dann recht schnell wieder nach vorne geblickt habe. Ich sage mir ich bleibe gesund für mein Kind. Meiner Meinung nach kann eine solche Einstellung auch mithelfen, wirklich gesund zu bleiben. Eine Garantie haben wir nie, aber deshalb dürfen wir uns nicht verrückt machen. Alles Gute.


Mitglied inaktiv

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Hallo, der Gedanke mir könnte etwas passieren und mein Sohn 11Monatemüsste ohne mich aufwachsen macht mich in manchen Momenten die (täglich vokommen) auch ganz verrückt. Ich denke das ist normal. Mein Sohn lässt sich nur von mir trösten, nur von mir ins Bett bingen u.s.w. da müssen einem ja solche Gedanken kommen. Trotzdem bin ich mir bewusst wie gut es uns geht und kann den Tag auch genießen.Wenn das schlecht Gefühl dominiert denke ich solltes Du tatsächlich profesionelle Hilfe in anspruch nehmen. Ich drück Dir die Daumen und wünsche Dir alles Gute Petra


Mitglied inaktiv

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Hallo, zu den Ängsten ist schon alles gesagt worden, denke ich - die sind (in gewissem Umfang) normal und werden wohl von allen Eltern erlebt. Was mir sehr geholfen hat, ist ein Gedankenspiel: was passiert, wenn mein Mann und ich heute verunglücken würden? Wer kümmert sich um unsere Tochter? Ich habe dies mit meinen Eltern besprochen, die sofort erklärten, ihre Enkelin dann bei sich aufzunehmen. Mag man für übertrieben halten, aber ich denke, man sollte sich, wenn möglich, seinen Ängsten stellen und sie auch anderen gegenüber äussern. Ich weiss nicht, ob das eine Hilfe war, aber ich habe seitdem keine nennenswerten Ängste mehr, weil ich weiss, dass sie versorgt sein wird von Menschen, die sie lieben. Nicht dass ich vorhabe, in nächster Zeit das zeitliche zu segnen, aber man weiss ja nie.... Viele Grüsse die Mama vom Wutzwerg


Mitglied inaktiv

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Hallo, ich kenne diese Ängste aber auch. Ich habe mich insgesamt sehr verändert von meiner Denkweise seitdem mein kleiner Sohn da ist. Er ist gestern 1 Jahr alt geworden und ich sagte zu ihm, daß wir die 1.Hürde geschafft haben im Leben. Ich hatte vor kurzem eine Nasen-Op und fiehl eine Woche aus. Er hatte mich nicht mehr angesehen. Nur noch Papa. Das tat weh. Wenn mir etwas passieren soll wäre es unerträglich, aber es stimmt, es ist der Lauf der Dinge und der Tod gehört mit dazu. In dieser Gesellschaft wird er leider nur verdrängt und verschwiegen und nicht wie in anderen Kulturen celebriert. Und dort hat man nicht so viel angst vor dem Tod. Liebe Grüße Ivonne


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