Mitglied inaktiv
Mein Sohn (27 Monate) hat Angst, sich gegen meinen Willen zu stellen. Z.B.: Wir gehen in den Wald und mein Sohn quengelt kurz nach dem losgehen: "Ich will nach Hause." Ich sage: "Na gut, dann gehen wir nach Hause, aber die Mama will eigentlich zu den Bäumen da." Dann will er hochgenommen werden, wird weinerlich und sagt: "Ich will da hin" und zeigt auf die Bäume. Oder: Ich will ihm die Zähne putzen und versuche 10 Minuten lang, ihn dazu zu überreden. Dann sage ich genervt: "Na gut, dann putze ich Dir die Zähne nicht." Auf einmal macht er den Mund auf und gibt mir zu verstehen, dass ich sie ihm putzen soll. Ist es normal, dass ein Kind Angst kriegt, wenn es sich gegen meinen Willen stellt? Ich will ja, dass er auch selbstständig wird und seinen eigenen Willen kennenlernt. Wir haben eine sehr enge Beziehung, er wird noch gestillt und nicht fremdbetreut.
Hallo, das Antwort auf Ihre Frage befindet sich in Ihrem letzten Satz. Ich will Ihnen das erklären. Ihr Sohn müßte eigentlich längst mitten in der Loslösungsphase stecken und durch Widerstand und Trotz sein Selbst mächtig behaupten wollen. Er liegt aber fest an Ihrem Zügel und kann sich innerlich nicht frei bewegen. Die enge Beziehung ist zwar für ihn eine sichere Basis, verliert aber durch die nicht einsetzende Loslösung den nötigen Gegenpart zur Selbstentfaltung. Das Langzeitstillen erzeugt ein Permanentband, welches die Loslösung erst gar nicht in Gang kommen läßt und die fehlende Fremdbetreuung könnte es vereiteln, daß ein Loslösungvorbild in sein Leben tritt (s. mein Langtext, Teil 3, link oben links und mein Buch). Allerdings geht es nicht wirklich um die Fremdbetreuung, die könnte warten. Normalerweise sollte der Vater oder ein anderes Familienmitglied das Loslösungsvorbild sein. Sie sehen also, da gibt es noch einiges zu tun, und ich kann Ihnen nur anraten, jetzt tatsächlich aktiv zu werden. Das Selbstbewußtsein Ihres Sohnes wird sonst u.U. auf der Strecke bleiben. Viele Grüße
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