AmTe0505
Liebe Frau Dr Dotzauer Vielen Dank für Ihren hilfreichen Input hier und bei Instagram! Bei uns ist folgendes Thema: unser 7,5 Monate alter Sohn tut sich mit dem Einschlafen im Bettchen Mittag/v.a abends sehr schwer. Das Prinzip des Runterkuschelns klappt irgendwie nicht so recht obwohl wir seit ca 2/2,5 Monaten dran arbeiten und es nie unter 30-40min zum Einschlafen klappt. Es ist frustrierend dass sich unser Üben (haben auch mal mit dem 1.Tagesschlaf geübt) nicht so recht abends auszuzahlen scheint und es weiterhin so lange und mit Hin&her klappt. Probiert haben wir ob es mit altersgemäßer Wachzeit wie aktuell 3h vor dem Schlafen gehen oder auch länger jeweils besser geht - leider beides mit gleichem Ergebnis wie oben. Zum einen ist es so dass wir das Gefühl haben dass er nach kurzer Zeit im Schlafzimmer jegliche Tragepositionen (aufrecht/liegend,…)/„Kuschelei auf Arm/Schoss“ ablehnt und ab einem bestimmten Punkt sich nur noch wegbiegen will/meckert sodass ich ihn dann im Bett in Seitenlage ablege: dann geht das Geturne los im Kinderbett oder Familienbett. Dann nehme ich ihn wieder hoch auf den Arm um das Bett nicht mit Aktivität sondern mit Ruhe zu assoziieren. Es geht mehrmals hin und her bis er irgendwann vor Erschöpfung im Bett einschläft. Zum anderen ist es so dass wenn es mal seltenerweise geklappt hat dass er auf dem Arm/rumtragend ruhig und schlaff wurde und die Augen zu/halbzu waren, er wieder völlig wach und unruhig ist wenn man ihn ablegt (Beine werden dann hochgeworfen, wälzen, auf Bauchlage drehen, Augen wieder weit auf, Robben in Richtung der Eltern). Auch hier nehmen wir ihn wieder hoch - legen ihn wieder ab & das bis zu 5,6x. Das Sortierkörbchen habe ich auch ein paarmal getestet aber hier wird dann nur wie wild mit den Gegenständen rumgewedelt und gemeckert wenn man es steuern will, bzw. Nach kurzer Zeit wird auch hier Weggebogen und grundsätzlich gemosert und Abneigung gegen das Erkunden der Gegenstände auf dem Schoß gezeigt. Haben Sie Tipps wie man das Ganze besser/schneller und mit weniger Gemecker handhaben kann? Machen wir etwas falsch? Sollen wir ihn einfach im Bettchen „Austurnen“ lassen und daneben liegen wenn er schon nicht gekuschelt/auf dem Arm gehalten werden mag? Danke schonmal für ihren Input! Beste Grüße Amelie
Liebe Amelie, Das größte Problem, das ihr habt, ist die Tatsache, dass ihr nicht verbunden sein als 1 Team. Ihr seid 2 Teams 1. Team "Verweigerung" und 2. Das Team "Maximale Mühe". Das Prinzip des "Runterkuschelns=schlafbereit werden" funktioniert aber nur als 1 Team. Ansonsten heißt eure Interaktion "Machtkampf". 1. Ich empfehle euch nicht nur mal ("haben auch mal mit dem 1.Tagesschlaf geübt") sondern jeden Tag am ersten Tagschlaf zu üben. Es ist viel einfacher zu dieser Tageszeit. 2. In diesem Alter könnt er auch schon schrittweise Umstellen auf 2 Tagschläfchen. Das bedeutret dass ihr mehr Wachstunden braucht und er in dem gleichen Maße auch müder ist. Das klappt in der Umstellung nicht immer aber immer öfter. Wachstunden: 2,5-3 dann 3-3,5 dann 3,5bis 4 Std. Und natürlich gelingt es auch nur, wenn ein Schläfchen länger ausfällt. Aber auf Dauer reguliert es sich ein 3. Das dann deutlich müdere Kind, das schon viel Übung hat durch das Üben am ersten Tagschlaf, ist dann anders drauf als du ih jetzt beschreibst. 4. Das Sortierkörbchen: das Heranführen an die SChlafbereitschaft und 1 Team werden muss allerdings gelingen. Wenn mehrer Gegenstände eher aufregen, dann nimm nur einen (zB die Salatschleuder) im Übrigen abgedunkelt mit Leselicht im Schlafzimmer. Wenn es über Objekte nicht geht, dann versuche Fingerspiele (guter Tipp!), Schoßreiterspielchen mit singen und nicht zu wild, Schattenspielchen (klappt eher nicht) Wenn das alles nicht geht dann versuche es auf dem und nur visuell ZB die Pflanze im Zimmer, gemeinsam anschauen, die Vase, ein Mobile... irgendwas woran er interesse hat. das musst du letztlich an seiner Reaktion/Interesse abstimmen. Grundsätzlich ist das alles ein einziges Absutimmungsthema. Aber wenn ihr gegeneinander kämpft wirds nichts. An der Stelle noch einmal mein geduldiger Hinweis, dass es am ersten Tagschlaf viel einfacher ist und ihr dabei möglicherweise euch besser verbinden könnt. 5. Dann das endgültige "Runterkuscheln" das kann ja auch unterschiedlich ausschauen. Manche tragen, manche sitzen, manche liegen, fest steht dass man sein Kind nicht in die Entspannung zwingen, sondern nur mit viel Wohlgefühl in die Entspannung locken kann. 6. und wenn es nicht positiv klappt, dann ist es eh egal was ihr macht,den er lernt eh wenig bzgl. Routiner und Abfolge. Also könnt ihr ihn auch abends nochmal mit ins Wohnzimmer nehmen, warten spielen Zeit vergehen lassen evt. noch mal stillen... und dann nochmal probleiren. Ich wünsche euch viel Geduld bei den mühsamen Abstimmungsprozessen herzliche Grüße Daniela Dotzauer
AmTe0505
Vielen lieben Dank für Ihre Antwort! Zum Verständnis die Rückfrage: beim Abstimmen in der Einschlafbegleitung ist Blickkontakt gewollt oder? Weil häufig lese ich davon dass man Augenkontakt vermeiden sollte weil das Baby dadurch zur Aktivierung/Interaktion aufgefordert wird und vom Schlafen abgelenkt wird. ähnlich die Frage zum Fingerspiel/Sortierkörbchen: Meine Sorge ist dass das Baby dadurch wieder voll aufdreht/aktiviert wird durch die neue Anregung die sich ja nicht vom Spielen tagsüber unterscheidet. Oder habe ich etwas falsch verstanden? Beste Grüße amelie
Liebe Amelie, Alles zu seiner Zeit! Zur Verbindung und zum miteinander "eingrooven" gerne Blickkontakt und gemeinsames ruhiges Miteinander ( egal wie das aussieht wichtig aber verbunden!) Nicht jeder macht sein Ding... sondern miteinander kommen wir in die Entspannung. Wenn dann das Kind entspannt ist und das noch optimaler Weise signalisiert..(irgendwann) dann abdunkeln und natürlich nicht mehr anschauen, denn dann gehts ums Wohlfühlen und Abschalten uns Loslassen=sich dem Schlaf überlassen= Einschlafen. (Singen und Wiegen oder anderweitig Wohlgefühl über dem Kind ausschütten) Sie können auch nicht einschlafen wenn sie mit Blickkontakt fixiert werden. Dann halt der Bluckkontakt die Augen offen und die offenen Augen halten das Großhirn wach und das Einschlafen wird erschwert. Alles Liebe und schöne Ostern Daniela Dotzauer
AmTe0505
Toll Danke!! auch Ihnen frohe Ostern und eine entspannte Zeit 🙌🏽