Zuckerschnecke
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wahn, meine Tochter (*10/2025) hat eine Milcheiweißallergie. Die typischen Symptome (Hautprobleme, Blut im Stuhl, 10-15 x tgl. Stuhlgang) begannen einige Tage nachdem wir das Krankenhaus verlassen durften. Festgestellt wurde die Allegie leider erst Ende November. Seitdem ernähre ich mich (bis auf wenige Ausnahmen als Test) milchfrei. Das fällt mir sehr schwer und meine Stimmung ist dementsprechend wirklich mies. Die Kleine ist damit aber symptomfrei. Das im Dezember getestete Spezialpulver (welches das genau war, weiß ich nicht mehr, wir haben den Rest entsorgt) trinkt sie nicht. Ich habe meinen Mann gezwungen :-) es zu probieren. Es schmeckt wohl furchtbar. Bei bärengroßem Hunger hat sie sich 1 x dazu überreden lassen stolze 60ml davon zu trinken. Sie hat davon leider starke Blähungen und Bauchkrämpfe bekommen. Nun meine Fragen: Schmecken andere Spezialpulver weniger furchtbar? Ist es möglich, dass sie andere Spezialpulver besser verträgt? Sie reagiert auf Sahne zum Beispiel stärker als auf Butter. Ich gehe davon aus, dass es an der Gesamteiweißmenge liegt, da Butter ja davon weniger beinhaltet als Sahne und die Gesamtverzehrmenge auch geringer ist (Beispiel dünn bestrichenes Butterbrot vs. Sahnesauce). An andere Lebensmittel habe ich mich aus dem Grund auch nicht ran getraut, weil alles andere ja noch mehr Eiweiß enthält. Wäre es möglich, dass sie entgegen dieser Theorie auf andere Milchprodukte nicht reagiert oder ist das eine utopische Wunschvorstellung? Ist damit zu rechnen, dass sich die Allergie schrittweise und langsam irgendwann ausschleicht oder wird sich das Problem eher eines Tages von heute auf morgen erledigt haben? In einigen Wochen wird der Abendbrei ein Thema. Mit was substituiere ich denn die Vollmilch? Herzlichen Dank für Ihre Antwort! Freundliche Grüße Lisa H.
Offensichtlich wurde eine Kuhmilchallergie diagnostiziert. Es wäre wichtig und für die Beurteilung und die Prognose relevant, wenn Sie die allergologischen Befunde (IgE Antikörper gegen Kuhmilcheiweiß, auch andere Allergene wie Ei, Weizen, Erdnüsse, Baumnüsse etc.) nennen könnten, damit ich für Ihre Tochter zu einer Bewertung und zu Diätempfehlungen etwas sagen kann. Das "Spezialpulver" haben Sie nicht verraten, man gibt an Stelle von Kuhmilch meist ein Aminosäurepräparat (z.B. Alfamino oder ähnliches), mitunter auch ein stark hypoallergen gemachtes Hydrolysat aus Molke oder Casein. Manche schmecken tatsächlich gar nicht gut. Bitte nennen Sie den Präparatenamen. Ich werde mich dann gern ein wenig präziser äußern. In jedem Fall ist es sinnvoll, einen erfahrenen Kinder-Allergologen an Ihrer Seite zu haben. Wir wissen, dass viele Säuglicnge nach Monaten oder wenigen Jahren aus der Allergie herauswachsen und dann auch Kuhmilchprodukte vertragen können. Allerdings können andere Allergien folgen. Ich bin sicher, man kann Ihrer Tochter helfen, die diagnostischen Schularbeiten sind aber zu machen. Gruß, Ulrich Wahn
Zuckerschnecke
Ich habe nachgeforscht. Der Name des Präparates lautet Neocate Syneo. Der Kinderarzt stellte die Diagnose ohne Bluttest. Er meinte, diese Tests seien genauso oft falsch positiv wie falsch negativ und deswegen seiner Ansicht nach nicht sinnvoll. Die Diagnose stützte er auf die auftretenden Symptome bzw. deren Wegfall nach dem Meiden von Milchprodukten und deren Wiederkehren nach dem erneuten Verzehr.
Neocate ist eines der besten Produkte bei aktueller Kuhmilchallergie, schmeckt allerdings nicht unbedingt sehr gut. Eine sehr ähnliche Alternative wäre Alfamino. Leider kann ich der Einschätzung des Kollegen überhaupt nicht zustimmen. Für die Beantwortung Ihrer Fragen ist ein Allergietest wirklich sehr wichtig. Kinderallergologen in Ihrer Region können da vielleicht helfen. Vorerst scheint mir die Diät richtig und wichtig. Gern können wir, wenn Testergebnisse vorliegen, nochmals miteinander Kontakt aufnehmen. Gruß, Ulrich Wahn
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