Schaschi
Liebes Team, Meine Tochter, 6 Jahre hat eine durch Bluttest nachgewiesene Hausstaubmilben-Allergie. Seit 3 Wochen gehen wir den Weg der Hyposensibilisierung mit dem Medikament Acarizax. Tag 1 bis 5 liefen ganz gut, leichtes kribbeln im Mund. Tag 5 bis 12 kamen lippenschwellung der oberlippe hinzu, die auch relativ lang anhielt, mehrere Stunden. Mittlerweile ist die Lippenschwellung der Oberlippe weiterhin da, verschwindet aber nach ca. 1,5 Stunden. Trotzdem-von einer deutlichen Besseubg der Nebnewirkungen nach wenigen Tagen kann man nicht sprechen. Kinderärztin sagt: Schwellung gehören zum normalen Spektrum der Nebenwirkungen. Was meinen Sie? Das Medikament ist zudem ja erst seit einem Jahr für unter 12 Jährige zugelassen... Danke und viele Grüße!
Die erwähnte Hausstaubmilben-Tablette zur sublingualen Hyposensibilisierung hat in großen klinischen Studien bei Erwachsenen und Kindern gegenüber Placebo eine statistisch signifikante Überlegenheit im Sinne einer längerfristigen Toleranzentwicklung gegenüber dem Allergen gezeigt. Die Wirkung tritt nach einigen Monaten ein und verstärkt sich innerhalb von 1 bis 3 Jahren. Sie scheint in etwa im Bereich der Wirkung einer klassischen subkutanen Immuntherapie zu liegen. Probleme sind allerdings, dass die eintretende Wirkung für Patienten meist nicht sehr stark ist, dass dazu auch zu erwartende lokale Nebenwirkungen, wie von Ihnen beschrieben, auftreten. Schließlich geben Sie kein antiallergisches Medikament, sondern genau das, was Ihre Tochter nicht verträgt. In aller Regel lassen die Nebenwirkungen nach den ersten Behandlungswochen nach und verschwinden meist völlig. Der große Vorteil einer Immuntherapie ist, dass langfristig wirklich eine deutliche Krankheits-Verlaufsmodifikation zu erwarten ist, dazu eine echte Verminderung allergischer Komplikatuionen wie eine Asthma-Entwicklung. Ich empfehle daher, wenigstens 1-2 Jahre durchzuhalten. Gruß, Ulrich Wahn