Sylvia Ubbens

große Probleme beim Einschlafen und Ausschlafen

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Hallo Frau Ubbens,

ich muss mich nochmal an sie wenden, weil ich mir nicht zu helfen weiß.

Mein Sohn ist gerade 3 geworden. Er ist ein aufgewecktes, liebes Kind, geht gerne in die Kita, ist viel draußen - so weit so gut.

Aber abends kriege ich regelmäßig die Krise. Wir essen ca. 18:15 Uhr Abendbrot, dann darf er ggf. noch Sandmann gucken (ansonsten guckt er kein TV, interessiert ihn auch nicht). Dann heißt es, wir gehen ins Kinderzimmer, uns umziehen. Da fängt er schon an zu trödeln, legt sich beim Ausziehen immer wieder hin, kaspert rum, macht es auch nicht selber (obwohl er es kann). Dann ins Bad, Zähne putzen und ins Bett.
Im Moment will er fast immer in unser Bett, sonst gibt es Geheule. Dann guckt er noch eine Geschichte mit dem Papa an, bekommt Gute-Nacht-Kussi von uns und wir gehen raus. Die Tür muss aufbleiben, sonst weint er. Dann will er meistens noch etwas trinken (wenn schon etwas am Bett steht, will er einen andersfarbigen Becher), nochmal aufs Klo (auch wenn er vorher gerade war), noch ein anderes Buch etc. Er nimmt sich auch manchmal Autos mit ins Bett und spielt. Dann ruft er, ich soll noch eine Geschichte mit ihm ansehen. Wenn ich mich darauf einlasse, heißt es 100 Mal "nur noch eine Seite". Also gehe ich wieder und er brüllt. Dann ruft er, dass ich mich dazu lege. Nach 5 Minuten kuscheln, wenn ich wieder gehen will, heult er wieder.
Ich erkläre ihm, dass ich noch aufräumen muss, unter die Dusche, Schnitten machen usw, aber es hilft nichts.
Irgendwann hab ich dann keine Nerven mehr und lege mich dazu, dann schläft er.

Die letzten Tage war es so, dass insgesamt locker 2 Stunden drauf gegangen sind, bis endlich Ruhe war. Sprich, er hat teilweise erst halb 10 geschlafen und frühs ist er trotzdem zwischen 5 und halb 7 spätestens wach.

Er macht in der Kita Mittagsschlaf, den braucht er aber auch, sonst ist er spätestens 17 Uhr mies drauf.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun kann, damit er 1. in seinem Bett schläft und 2. eher einschläft. Denn müde ist er eigentlich. Ich habe auch schon versucht ihn zu locken, "große Jungs schlafen im eigenen Bett" usw. ohne Erfolg. Auch beim alleine Ausziehen klappt das nicht, obwohl er es in der Kita anstandslos selber macht.

Hinzu kommt, dass er seinen Papa teilweise extrem ablehnt, aber nur abends. Er schreit ihn dann an, er solle weg gehen und das Zimmer verlassen, er darf ihn nicht umziehen usw. Tagsüber spielen und abends eine Geschichte zusammen lesen, das klappt aber. Auch früh für die Kita anziehen funktioniert (da bin ich aber schon auf Arbeit).

Ich hoffe, sie haben ein paar Tipps für mich. Vielen Dank!

von Pinki84 am 11.06.2015, 13:11 Uhr

 

Antwort auf:

große Probleme beim Einschlafen und Ausschlafen

Liebe Pinki84,

Ihr Sohn hat kein festes Bettritual. Einmal wird eine Geschichte gelesen und wenn er lang genug ruft oder weint, werden mehrere Geschichten gelesen. Er darf im Bett mit Autos spielen (wie soll man da schlafen?), er ruft nach einem anderen Becher, der wird ihm gebracht usw. usw. Auch wenn´s für ein paar Abende Gebrüll gibt, legen Sie die Regeln fest und diese gelten jeden Abend. Ihr Sohn braucht eine festgelegte Struktur, damit er weiß, woran er sich halten kann und worum zu brüllen sich nicht lohnt.

Überlegen Sie sich, was "erlaubt" ist und was Sie nicht möchten. Sprechen Sie in Ruhe mit Ihrem Sohn darüber. Malen Sie es ihm evtl. auf und verdeutlichen es mit einem grünen Kreis um das Erlaubte und einen roten Kreis um die Dinge, die Sie nicht möchten.

Bzgl. des Schlafortes sollten Sie erst den Schlafort wechseln und dann die neuen Regeln einführen oder erst die neuen Regeln einführen und wenn diese gut eingehalten werden, den Schlafort wechseln, damit es für Ihren Sohn nicht zuviele Änderungen auf einmal sind.

Legen Sie Ihren Sohn vorübergehend abends eine halbe Stunde später schlafen. Vielleicht kann er dann auch schneller zur Ruhe finden. Beim Ausziehen dürfen Sie Ihrem Sohn am Abend gerne noch behilflich sein. Tagsüber darf er dann zeigen, wie gut er es schon alleine kann.

Die meisten Kinder haben eine Phase, in der sie einen Elternteil beim Abendritual ablehnen. Lassen Sie sich nicht auf das Hin und Her Ihres Sohnes ein. Übernehmen Sie in den nächsten Wochen das Zubettbringen wie selbstverständlich. Haben die Änderungen gut funktioniert, dann darf auch der Papa am Abend wieder aktiv werden. "Üben" Sie am besten, wenn die Mama mal nicht greifbar, sprich zu Hause ist. I.d.R. machen die Kinder dann gar kein "Theater".

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 12.06.2015

Antwort auf:

große Probleme beim Einschlafen und Ausschlafen

Hey Pinkie,
oh was für ein Rum-Ge-Eier! Das kenn ich ich gut!
Führt ein FESTES Ritual einund zwar in seinem Bett! (Abendessen, Umziehen (evtl. vor dem Essen), Zähne, Pipi, ein Lied, EINE Geschichte, Beten, Küsschen, Tschüß.) zB
Danach Geschrei und Gebrüll ignorieren, das gibt sich mit der Zeit. Einfach nicht mehr mitmachen, wenn er fordert. Ruhig zurück ins Bett bringen.
Es ist Schlafenszeit, keine Diskussion.

Bei uns hat es in der Übergangsphase geholfen, dass ich mich mit meinem Buch (Ich bin NICHT ansprechbar) mit ins Zimmer gesetzt habe. (Präsens aber keine Kommunikation)


Ihr macht viel zu viel "Affentanz" mit! (-:
Grüße!

von hopsefrosch am 12.06.2015

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