Mutter trägt Mädchen auf dem Rücken

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Babys Entwicklung
im 2. Lebensjahr
mit 13 bis 24 Monaten


So bleibe ich gesund - 20. Monat

Und ab damit in den Mund...

Die Babyzeit scheint jetzt schon sooo lange her zu sein. Schließlich ist das kleine Energiebündel, das da durch Ihre Wohnung tollt bereits erstaunlich groß und selbstständig. Manchmal vielleicht ein wenig zu selbstständig: Mit dem Gespür für Gefahren hapert es noch gewaltig, aber vor lauter Neugier und Tatendrang können die Kleinen nichts links liegen lassen. Alles muss untersucht und wenn möglich regelrecht vereinnahmt werden. Und das heißt leider auch in diesem Alter sehr häufig noch: Was interessant aussieht und klein genug ist, kommt schleunigst in den Mund.

  • Klein genug ist in der Regel alles, was nicht mindestens 3,5 cm Durchmesser hat. Also Perlen, Haselnüsse, Miniaturbälle, Geldstücke, Knöpfe und, und, und. Aber auch kleine Plastikfigürchen, Luftballons, Sicherheitsnadeln oder lose Spielzeugteile können verschluckt werden. Meistens kommen kleinere Sachen zwar von selbst mit dem Stuhlgang wieder raus. Falls Ihr Kind aber etwas Spitzes/Scharfkantiges verschluckt hat oder Beschwerden auftreten, sollten Sie sich zur Sicherheit immer gleich an einen Arzt wenden.
  • Vor allem bei runden Gegenständen besteht das große Risiko, dass sie in die Luftröhre rutschen oder im Mund stecken bleiben und so die Atmung behindern. Schlimmstenfalls besteht Erstickungsgefahr. Eingeatmete Fremdkörper, die nicht wieder ausgehustet werden, können außerdem zu Entzündungen der Lunge führen.

    Lassen Sie also nichts herumstehen, was Ihrem Kind gefährlich werden könnte. Dazu zählen übrigens auch Dekoperlen oder -früchte an Ziergestecken, kugel- oder linsenförmige Süßigkeiten und Erdnüsse: Durch ihre länglich-glatte Form rutschen die kleinen Nüsse besonders leicht in die Luftröhre. Ihr Kind sollte Sie vorerst noch nicht zu essen bekommen.

  • Besonders interessant ist alles, was appetitlich, essbar oder schön bunt aussieht. Giftige Pflanzen oder Beeren sind dabei nicht einmal die Hauptgefahr. Die lauert vor allem im Haushalt: Leider erwischen Kinder immer wieder Dinge wie Lampen- und Aromaöl, Parfüm, Tabletten, Likörpralinen, Schaumbäder, Spülmaschinentabs oder andere Reinigungsmittel. Vieles davon kann lebensgefährlich sein und zu Verletzungen führen, die - wie eine verätzte Speiseröhre - Ihr Kleines ein Leben lang behindern. Checken Sie daher immer wieder, ob gefährliche Sachen gut weggesperrt oder hochgestellt sind und lassen Sie nichts herumstehen, was Ihr Kleines nicht haben darf.

    Tipp: Erinnern Sie auch die Großeltern oder andere Menschen, bei denen Ihr Kleines gelegentlich mal ohne Sie Zeit verbringt daran, dass nichts Gefährliches herumstehen darf. Wer nicht mit einem Kind zusammenlebt, denkt natürlicherweise nicht daran, etwa Tabletten hoch zu räumen.

  • Und was, wenn Ihr Kind doch mal etwas erwischt? Bleiben Sie auf alle Fälle ruhig und rufen Sie gleich beim nächsten Giftnotrufzentum an. Dort kann man Ihnen sagen, was Sie am besten tun. Hier finden Sie auch wichtige Tipps zum richtigen Verhalten und zur ersten Hilfe. Die Nummer der nächsten Giftnotrufzentrale sollte wie die Ihrer Kinderärztin/Ihres Kinderarztes und der zuständigen Rettungsleitstelle neben dem Telefon hängen/liegen.

Eine Erbse in der Nase...

Kleine Kinder erkunden allerdings nicht nur alle möglichen Dinge, sondern auch ihren eignen Körper. Und sie denken sich gar nichts dabei, mal eine Erbse, Perle, Nudel oder ein Stückchen Wachsmalkreide in die Nase oder ins Ohr zu stecken. Nach dem Motto: "Mal sehen, ob das geht". Wie die Erfahrung zeigt, geht das nur zu oft ganz prima. Was dann?

  • Lassen Sie Ihr Kind heftig den Kopf schütteln. Manchmal hilft das, den Fremdkörper zu lösen. Kommt er nicht von selbst heraus, versuchen Sie nicht, ihn zu greifen. Meist rutscht er dadurch nur noch tiefer in die Nase oder den Gehörgang. Leider bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Kinderärztin/den Kinderarzt um Hilfe zu bitten.
  • Manchmal bekommen Eltern gar nicht mit, dass irgendwo etwas fest steckt. In solchen Fällen fällt Ihnen vielleicht auf, dass Ihr Kind verstärkt durch den Mund atmet oder unangenehm riechendes Sekret aus seiner Nase läuft. Sitzt ein Fremdkörper im Ohr, hört Ihr Kind möglicherweise plötzlich schlechter. Bei all diesen Anzeichen sollten Sie sicherheitshalber mit Ihrem Kleinen zur Ärztin/zum Arzt.


Bei allgemeinen Fragen zur Gesundheit Ihres Kindes können Sie sich an das Forum von Kinderarzt Dr. Busse wenden.

Zuletzt überarbeitet: Februar 2017

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