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Wie sind eigentlich in China die aktuellen Zahlen

Wie sind eigentlich in China die aktuellen Zahlen

lisa182

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fragte ich mich gerade und googelte danach. Wer weiß es? Wir in Österreich sind diese Woche täglich vierstellig unterwegs bei ca. 8 Mio. Einwohnern... Sie liegen im Oktober in GANZ China täglich im ein- zweistelligen Bereich. Kann das stimmen, ich finde das unglaublich...? Lg Lisi


Korya

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Antwort auf Beitrag von lisa182

Insgesamt hat diese Ecke Asiens - China, Hongkong, Japan, Südkorea - die Pandemie mit Abstand besser im Griff als der Rest der Welt. Ich halte für Mainland China einstellige Zahlen auch nicht für glaubhaft, aber dass sie extrem niedrig sind: ja, das schon. Allerdings feiern sie gerade eine sehr lange "Golden Woche", da steigen die Zahlen in einem Monat eventuell nochmal ein wenig an. Aber Ausmaße wie in Europa oder Amerika wird es sicher nicht annehmen. In Japan herrscht größte Sorge, wenn die Zahlen in Tokyo mal die 200-Marke pro Tag übersteigen, bei 25 Millionen Einwohnern - was selten genug vorkommt. Bei vierstelligen Zahlen würde gar keiner mehr das Haus verlassen, glaub ich. Bei uns im Büro sind auf einer Etage von 50 Mitarbeitern derzeit 5 oder 6 im Haus, der Rest arbeitet von zuhause. In Südkorea, mit sicherlich verlässlicher Berichterstattung, dümpeln die Zahlen um die 50 Neuinfektionen pro Tag, also auch hier sehr niedrig. Sie haben gerade Chuseokferien, das ist so ein bisschen wie Weihnachten bei uns, also Familienfeier. Aber die allermeisten unserer Freunde und Bekannten dort bleiben dieses Jahr zuhause und feiern alleine, und in der koreanischen Tagesschau sehen die Straßen sehr leer aus. LG


Korya

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Noch ein Nachtrag zu China, weil es hier Schlagzeile in sämtlichen Tageszeitungen war und in Deutschland nicht mal als Randnotiz auftaucht: China hat beschlossen, dem Covax-Programm der WHO beizutreten, dass sich die gerechte Verteilung des Impfstoffes auf die Fahnen schreibt. Daumen hoch!!! Es fuchst mich nämlich gewaltig, dass unsere Regierung in Japan dagegen eher der Trump'schen "ich zuerst" Devise folgt und auf dem Weltmarkt alle anderen zur Seite drängelt, um sich selbst genug Chargen zu sichern. Nun ja, so haben wir wohl ab Januar kostenlosen Impfstoffe für alle unsere Bürger - aber wären die in Indien, Indonesien oder Malaysien zur Zeit nicht besser aufgehoben???


Korya

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* das sich *


lisa182

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Danke für diese interessanten Informationen! Ja, Korya, da bin ich ganz bei dir, dass Fairness wichtig wäre. Man hört bei uns gar nichts mehr von China, ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, es wird nur davon berichtet, wo es schlechter läuft, als bei uns. Anstatt zu schauen, was man lernen kann von anderen. Meine Einschätzung ist, dass es hier in Österreich keine große Anzahl von Menschen gibt, die sich impfen lassen werden. Davon nehme ich mich gar nicht aus, zumindest bei den Kindern, die ja wenig gefährdet sind. Ich bin gespannt. Lg


Lauch1

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Na das schau ich mir an, dass da kein Bedarf an einer zugelassenen Impfung da wäre.


lisa182

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Ich meinte nicht kein Bedarf, sondern womöglich zu wenig. Hoffentlich ist sie sicher und hoffentlich hast du Recht. Ich hoffe ja vor allem, dass Behandlung und Reha immer besser werden. Lg


Lauch1

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Schau dir einmal den heurigen Bedarf an Grippe Impfungen an, ich weiß nicht in welchem Bundesland du lebst, hier in der Steiermark ist quasi alles verimpft und das Anfang Oktober.


Daffy

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> China hat beschlossen, dem Covax-Programm der WHO beizutreten, dass sich die gerechte Verteilung des Impfstoffes auf die Fahnen schreibt. Daumen hoch!!! Es fuchst mich nämlich gewaltig, dass unsere Regierung in Japan dagegen eher der Trump'schen "ich zuerst" Devise folgt Eins schließt anscheinend das andere nicht aus (Covax unterstützen, aber Priorität hat die Impfung der eigenen Bevölkerung). Das sind unterschiedliche Programme: "Zum 18.09. sind 64 Industrie- und Schwellenländer, darunter auch Deutschland, COVAX beigetreten, weitere 38 sollen in den nächsten Tagen folgen." aber: "Deutschland will keinen Impstoff von WHO-Allianz Covax beziehen... Als Grund dafür, dass man keinen Impfstoff über die WHO-Initiative einkaufen wolle, werden parallele Bemühungen über die EU-Kommission genannt. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte darauf verwiesen, dass sich Deutschland schon darüber weit mehr Impfdosen sichern werde als das Land Einwohner habe.... “Ich gebe nachher gerne anderen Ländern auf der Welt etwas von den mit uns vertraglich geklärten Impfstoffen ab, wenn sich heraus stellt, dass wir mehr haben als wir brauchen”, sagte Spahn." https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/themen/gesundheit/covax/2395748 https://de.reuters.com/article/virus-who-deutschland-idDEKBN2692AQ


Korya

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Mmh, was dann wohl die Beweggründe für den parallelen Erwerb sind? Traut man dem COAVX-Programm nicht zu, rechtzeitig eine hinreichende Menge zu erwerben, um auch nur die eigene Bevölkerung zu versorgen? Denn nur Geld allein hilft den ärmeren Ländern auch nicht, wenn die Chargen der ersten 12 Monate bereits unter US, EU, UK, Australien und Japan aufgeteilt worden sind?


Daffy

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Antwort auf Beitrag von Korya

> was dann wohl die Beweggründe für den parallelen Erwerb sind? Heuchelei? Kaum jemand traut sich, zu sagen, dass zunächst die eigene Bevölkerung versorgt wird (wäre ja trumpesk) - dabei sind es die Steuern dieser Bevölkerung, die für Entwicklung und Produktion des Impfstoffs sorgen. Also unterschreibt man was von 'fairer globaler Verteilung', schiebt ein paar hundert Millionen hinterher und nimmt parallel mit den verbliebenen Ressourcen hoffentlich seine Verpflichtungen als Volksverteter (der einen entsprechenden Eid geleistet hat) wahr. Meinst Du das ernst mit der vorrangigen Versorgung Indiens oder Malaysias? Warum bei Covid aufhören - gehört da nicht die gesamte medizinische Versorgung globalisiert, mit entsprechenden Einschnitten für die Bevölkerung reicher Länder? Ebenso wie soziale Absicherung oder Bildung, ist ja auch wichtig in Hinblick auf Migrationsbewegungen - 8 Schuljahre für alle, Hochschulzugang nur noch für die besten 5%? Es gibt sicher etliche, die dafür sind (in der Überzeugung, dass 'eigentlich' genug vorhanden ist und in Verbindung mit Enteignung der 'Reichen', nicht etwa Einschränkungen für sich oder die eigenen Kinder).


Korya

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Fair hieße für mich: Priorisierung. Diejenigen, die es am nötigsten brauchen, z.B. Risikogruppen, sollten auch als erste rankommen. Unabhängig vom Kontostand.


Daffy

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Antwort auf Beitrag von Korya

Du kannst - meines Erachtens - nicht mit allen Menschen auf der weiten Welt gleichermaßen solidarisch sein. Im Zweifel brechen bei dem Versuch (sofern er ernsthaft betrieben wird) vorhandene komplexe Systeme wie Nationalstaaten wegen Überforderung und zunehmender Bedeutungslosigkeit ein, und wir werden auf archaische Strukturen wie Clans zurückgeworfen.


12Mami

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Antwort auf Beitrag von lisa182

Ich denke für so eine Masse von Menschen ist es tatsächlich ein bisschen wenig aber nicht desto trotz denke ich aber auch, dass es definitiv nicht die Ausmaß hat wie hier bzw. auch nicht mehr diese annehmen wird. Die Menschen dort gehen ganz anders mit dieser Krise um. Für die ist es gang und gebe Masken (richtig) in der Öffentlichkeit zu tragen. Maßnahmen greifen eher und werden auch vorbildlicher umgesetzt. Was man ja leider teilweise hier von den Menschen nicht behaupten kann


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von lisa182

soweit man liest, haben sie dort doch schon Mitte September (oder früher "vor einigen Wochen" ...) mit dem Impfen im großen Stil angefangen. Wenn China 1 Mio zugibt, aber Bankangestellte und einfache Torwächter auch schon geimpft wurden, ist die tatsächliche Zahl sicher eine deutlich höhere. https://www.google.com/amp/s/m.faz.net/aktuell/wirtschaft/in-china-sind-schon-eine-million-menschen-gegen-corona-geimpft-16991045.amp.html https://www.google.com/amp/s/www.spiegel.de/politik/ausland/china-stille-impfkampagne-im-kampf-gegen-covid-19-a-1cfc20c1-919e-4eb3-93bb-d63023681742-amp


lisa182

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Das wusste ich nicht - danke!


IngeA

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bei 1,3 Milliarden Einwohnern sind ein paar Millionen Impfungen doch auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.


Mitglied inaktiv

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Ja, sicher. Wobei ich weder die Infektionszahlen noch die Todesfälle glaube. Wer weiss das schon. Wenn sie wirklich im Juli angefangen haben, zu impfen und jetzt von Okt - Dez. 600 Mio Impfungen versprechen... Dann könnten das rechnerisch schon deutlich mehr gewesen sein, auch wenn sie vielleicht wirklich erst nach und nach die Impfungen frei gegeben haben. Ich schätze aber, dass wir eben generell nur den Teil zu lesen bekommen, den China gern verbreitet haben möchte. https://www.google.com/amp/s/medicalxpress.com/news/2020-09-china-million-covid-vaccine-doses.amp


Mitglied inaktiv

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Die Chinesen sind doch in vielem einfach schneller und effizienter. Meine Kollegin aus Shanghai wunderte sich über eine Baustelle bei uns, die nach 2 Wochen noch stand und da nie viele Bauarbeiter seien. Als wir erzählten, dass dieser Abschnitt mindestens 3 Monate gesperrt sei, war sie fassungslos. Wichtige Strassenabschnitte werden in Shanghai wohl über Nacht bzw maximal an einem Wochenende umgebaut. Mit 100 Mal mehr Personal, maximal effizient. Ähnlich stelle ich mir das auch bei den Impfungen vor.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von lisa182

Ich denke in China wird nicht lange herumgefahrener und das Virus einfach ausgehungert. In einem demokratischen Rechtsstaat geht das aber nicht. In Madrid z Bsp ist eine Verschärfung der Maßnahmen gerade wieder gekippt worden.


Korya

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

Japan und Südkorea sind demokratische Rechtsstaaten, deshalb hatte ich die ja mit dazu genommen. Es liegt also nicht an der Regierungsform, sondern eher an der Haltung der Bevölkerung. In Deutschland glauben einfach zu viele, es besser zu wissen als Regierung und Wissenschaft, und die Sorge um andere steht nicht so im Vordergrund wie das eigene Wohl.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Korya

Japan und Südkorea glaube ich ja gerne, da kann man sich einiges an Verhaltensweisen als Vorbild nehmen. China glaube ich kein Wort, diese Naivität der WHO China betreffend hat uns alle ins Unglück gestützt.


Korya

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Naja, ich war Anfang Februar noch in Deutschland und war entsetzt über die Naivität der Europäer. Alles wurde durch gewunken, am Flughafen war völlig egal woher wer anreiste, es gab keine Anlaufstellen, falls man sich nicht fühlte, niemand trug Mundschutz, es war als sei man auf dem Planeten der Seligkeit gelandet, während in Asien flächendeckend alle Vorsichtsmaßnahmen ausgerollt waren, noch BEVOR der erste Fall außerhalb Chinas nach gewiesen wurde. Und dabei hatte zu dem Zeitpunkt Webasto sogar schon den ersten Fall im eigenen Haus - aber Deutschland hatte keinerlei Konsequenzen draus gezogen, im Gegenteil - alles zog jauchzend in den Skiurlaub. Jetzt der WHO allein den schwarzen Peter zu zu weisen, ist da etwas billig.


Daffy

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Immer noch?! China ist schuld, die WHO... - wo doch in Italien und Österreich monatelang niemand etwas wissen WOLLTE. Die Chinesen haben schneller und umfassender informiert als die Länder mit freier Presse. Italien nutzt die mitverschuldete Katastrophe (man braucht keine WHO für Einreisebeschränkungen oder Tests), um eine jahrzehntealte politische Agenda (Vergemeinschaftung der Schulden) durchzupressen - das schafft Vertrauen


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Korya

Es ist aber nun einmal Aufgabe der WHO vor solchen Situationen zu warnen und diverse Aussagen von China sind nun einmal völlig falsch Z Bsp der Zeitpunkt des ersten Auftretens der Erkrankung. Es geht mir auch nicht nur um die Situation im Winter/Frühling sondern auch um das Boykottieren der Entwicklung von Medikamenten und Impfungen. Das Penninger Medikament wäre schon längst einsatzfähig, wenn China nicht plötzlich die Zusammenarbeit verweigert hätte um der eigenen Forschung einen Vorteil zu verschaffen.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Wenn du Fakten unterdrückst, hast du natürlich einen Vorteil anderen Wissenschaftlern gegenüber. Die Erkrankung ist wesentlich früher als behauptet aufgetreten (Abwasser Messungen in der Lombardei, eingefrorene Proben in Frankreich), natürlich wusste China Ende Jänner, dass die Krankheit ansteckend war. Und natürlich hätte die Welt bei Bekanntwerden anders reagiert. Ist das für dich irrelevant?


Daffy

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

> diverse Aussagen von China sind nun einmal völlig falsch Z Bsp der Zeitpunkt des ersten Auftretens der Erkrankung. Mag sein, die Aussage trifft aber genauso auf andere Länder zu. Die Frage ist, ob das schuldhaft war (wie schnell haben denn andere reagiert? Ohne, wie China, mit einem unbekannten Erreger konfrontiert gewesen zu sein) > Das Penninger Medikament wäre schon längst einsatzfähig, wenn China nicht plötzlich die Zusammenarbeit verweigert hätte Das ist ein merkwürdiger Vorwurf - es gibt/gab unterschiedliche Ansätze und jeder darf/muss selber entscheiden, wohin Ressourcen gehen.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Das Epizentrum war aber neu einmal Wuhan, also ist die Erkrankung dort aufgefallen und die Erkenntnis darüber wurde nicht weiter gegeben. Und die Vorwürfe von Penninger sind keineswegs merkwürdig, weil er vor Ort, also in Wuhan an Patienten forschte und die Zusammenarbeit von Seiten Chinas aufgekündigt wurde. Deshalb die zeitliche Verzögerung bis zur Zulassung (oder die Ablehnung, wenigstens wüsste man es dann).


Daffy

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

> natürlich wusste China Ende Jänner, dass die Krankheit ansteckend war. China und der Rest der Welt. Wenn alles so einfach war, warum gibt es aus Europa Proben, die Monate älter sind als die erste Diagnose?


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Wieso sollte es der Rest der Welt wissen, wenn die WHO noch Ende Jänner eine Mensch zu Mensch Ansteckung bestritten hatte. Das konnte nur China wissen. Wie soll denn in der Lombardei ein neuartiges Virus im Winter auffallen?


IngeA

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Dass es diese Erkrankung in China gibt, war doch im Dezember sogar schon in den europäischen Medien. Und trotzdem war Europa nicht vorbereitet. Das kann man kaum China anlasten und auch nicht der WHO LG Inge


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von IngeA

Die WHO hat Warnungen von Taiwan ignoriert und sich von China beschwichtigen lassen. Natürlich kann man ihr das vorwerfen.


Daffy

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

> Wie soll denn in der Lombardei ein neuartiges Virus im Winter auffallen? Und in China muss das sofort auffallen?


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Daffy

Ja muss es und ist es auch: Taiwan hat die WHO im Dezember gewarnt, dass sie Nachrichten über eine SARS-ähnliche Erkrankung in Wuhan abgefangen haben und dass es eine enormen Steigerung von atypischen Pneumonien in Wuhan gibt. Diese Warnung wurde wochenlang ignoriert und nicht weitergegeben.


Korya

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

Am 27. Dezember ging die erste interne Meldung von einem Doktor an die chinesischen Autoritäten, dass ein Fall einer Lungenentzündung mit unbekanntem Auslöser gefunden worden war. Diese Fälle müssen in China seit SARS gemeldet werden. Die Meldung löste eine Analyse des Falles aus. Am 30.12. wurde bestätigt, dass es sich um eine neue Art Lungenentzündung handelte, eine Warnung ging an alle medizinischen Institute Chinas. Einen Tag drauf, am 31.12., berichteten mehreren chinesische Nachrichten darüber, die deutsche Welle griff die Meldung auf. Taiwan hat also die Tagesschau gesehen, keine "geheimen Nachrichten" abgefangen, und schickte im Anschluss an die Tagesschau am 31.12. einen Zweizeiler an die WHO, in dem sie um mehr Info baten. Keine Warnung an die Welt. Die folgenden Wochen, so schlecht kann doch deine Erinnerung nicht sein, ging es täglich durch die Presse und wurde hoch und runter gekaut. Die WHO war unter anderem deshalb so zögerlich, weil sie beim letzten Mal, als sie vorschnell eine Pandemie ausgerufen hatten, von allen an die Wand gestellt wurden. Sie wollten sich kein zweites Mal die Finger verbrennen, und waren sehr bemüht, sich allein auf nachprüfbare Fakten zu berufen. Europa hat's einfach verpennt, China war für die meisten doch weit weg.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Korya

Danke, genau so ist mir das auch in Erinnerung. Und im März gab es noch Bundesligaspiele und Großdemonstrationen (Madrid) und was weiß ich noch alles. Als wir Ende Februar Skifahren waren, saß uns das Thema schon im Nacken und Südtirol wurde Risikogebiet. Ansonsten lief alles wie immer.


Möhrchen

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Als meine Tochter, die Ende März aus Australien zurückkam und in Frankfurt gelandet ist, würde nur geprüft, ob sie den richtigen Pass hatte...bei der Passkontrolle standen alle Ankommenden wie immer dicht gedrängt an....das hat mich etwas geschockt.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Korya

Und es geht hier um die Glaubwürdigkeit von chinesischen Meldungen und Daten und nicht um europäische Versäumnisse. Die gab es natürlich auch, vor allem aber weil man sich zunächst von der WHO beruhigen ließ. „Taiwan hat sich seit 17 Jahren auf Corona vorbereitet. Die Inselnation wollte vermeiden, dass es je wieder zur Katastrophe kommt wie 2003, als das Schwere Akute Atemwegsyndrom (Sars) aus Südchina das Land unvorbereitet getroffen hatte. Damals infizierten sich weltweit über 8000 Personen in 25 Ländern, 774 starben – und Taiwan verzeichnete die dritthöchste Opferzahl. Die Skepsis gegenüber China liess die Taiwaner früh hellhörig werden, als Ende Dezember in einem Online-Forum Warnungen aus Wuhan vor einer neuen Lungenkrankheit auftauchten – gepostet von dem später an Covid-19 verstorbenen Arzt und Whistleblower Li Wenliang. Keine 24 Stunden später warteten Medizinerteams in Schutzkleidung an Taiwans Flughäfen auf Reisende aus der Provinz Hubei zum Fiebermessen. Bald folgten Einreiseverbote. Mitte Januar – Wochen, bevor die WHO die Ansteckung von Mensch zu Mensch bestätigte – hatte Taiwan Ärzte nach Wuhan geschickt, einen Krisenstab eingerichtet und den Export von Masken verboten. Die heimische Produktion wurde von zwei Millionen auf zwanzig Millionen pro Tag hochgefahren.„ https://nzzas.nzz.ch/international/taiwan-hat-das-coronavirus-gehackt-ld.1577513 „Bereits am 31. Dezember, als chinesische Stellen noch abwiegelten, schrieb Taiwan an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und sprach die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch an. Die E-Mail wurde nie beantwortet.„ Bereits am 31. Dezember, als chinesische Stellen noch abwiegelten, schrieb Taiwan an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und sprach die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch an. Die E-Mail wurde nie beantwortet.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

Es war aber wohl nur Taiwan, das früh reagierte. Und das liegt wohl an der insgesamt angespannten Situation zwischen den beiden Ländern (großes Mißtrauen). Es waren ja auch andere Länder von SARS betroffen, z.B. Kanada. Aber SARS war eben auch nicht SARS-Covid-19! Ich würde sagen, das Ganze wurde einfach unterschätzt, auch von den Chinesen und natürlich von der WHO. Es gab natürlich immer wieder diese Warnungen, aber diese Dimension, die wir jetzt haben, hat sich doch wirklich niemand vorstellen können. Diese Schuldzuweisungen führen doch zu nichts. Oder glaubst du ernsthaft, dass es deutlich besser gelaufen wäre, wenn die ersten Fälle in Deutschland oder Österreich oder gar in den USA aufgetreten wären? Nie im Leben!


IngeA

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Ich auch. Und wir sind an unserer Rettungswache schon mit FFP-Masken gefahren, bevor wir den ersten offiziellen Fall in Deutschland hatten. LG Inge


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Es geht doch darum, ob die chinesischen Angaben vertrauenswürdig sind und das sind sie eben nicht. Es wurde nicht kommuniziert, dass die Erkrankung schon seit Dezember in Europa angekommen ist, dass sie vor allem Alte trifft. Glaubst du nicht die erste Welle wäre in Italien anders ausgegangen, wenn all dies bekannt gewesen wäre. Taiwan ist im Übrigen kein Mitglied der WHO, auf Betreiben Chinas.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

Blöde Frage, aber woher hätte China wissen sollen, dass das Virus schon im Dezember in Europa war?? Und woher hätten sie nach dieser kurzen Zeit, das mit den Älteren wissen sollen? Unterm Strich ist es eh egal. Aber China mit einem gesunden Misstrauen zu begegnen ist grundsätzlich sicher nicht verkehrt. Die jetzigen Zahlen glaub ich auch nicht.


Korya

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Antwort auf Beitrag von Lauch1

Ich finde es zu verallgemeinernd, wenn du immer nur wiederholst, dass man keiner chinesischen Angabe trauen kann. Ich bin kein Freund Chinas, aber ich finde nach wie vor, dass sie zu Beginn zügig und mit den zu Verfügung stehenden Mitteln ausreichend informiert haben. Ich sagte ja schon ganz oben, den niedrigen Zahlen glaube ich nicht. Ich glaube aber durchaus, dass - China aus SARS gelernt und zügig die Weltöffentlichkeit mit Informationen (und dem Virus-DNA) versorgt hat - dass das medizinische Personal sofort aufkommende Bedenken an die richtigen Stellen weiter gegeben hat, und dass die Behörden diese auch ernst genommen haben - das die Reaktion auf die Information sehr unterschiedlich erfolgte: am schnellsten reagierten die Länder, in denen vorher schon SARS gewütet hatte (Taiwan, Hongkong etc). Europa hat Anfang Januar dieselben Informationen wie Taiwan gehabt, warum ist da keiner gesprungen??? Hongkong hat noch am 31.12., also am selben Tag, in dem es in den Nachrichten (auch den italienischen, auch den deutschen) kam, die Maßnahmen wie Temperaturmessungen verschärft. Fiebernde an der Grenze wurden umgehend in Quarantäne geschickt. Alle begannen Masken zu tragen. Anfang Janaur gab es wegen Hamsterkäufen keine Masken mehr in Hongkong. In der zweiten Januarwoche wurden sie bei uns in Japan knapp. Ab der 3. Januarwoche gab es bei uns gar keine Masken mehr, ich habe auf meiner Reise nach Deutschland Anfang Februar dort überall Maskenvorräte aufgekauft und wurde von der Apothekerin ausgelacht, die mir erzählte, "das ist doch ein chinesisches Virus, zu uns kommt das nicht". Am 2.1. wurden die USA formal informiert und gewarnt, ebenso wie der Rest der Welt. China verschickte noch kurz nach Silvester das aus Genproben gewonnene DNA an alle Institute der Welt, damit parallel an der Erforschung gearbeitet werden konnte. Da die ersten Fälle aber zum großen Teil mit dem Lebendtiermarkt in Wuhan in Verbindung gebracht wurde, und Fälle isoliert auftraten (der Papa, der auf dem Markt einkaufte, erkrankte, der Rest der Familie nicht), war eine Weile nicht nach gewiesen, sondern nur vermutet, dass ein Überspringen möglich sei. Den ersten Fall eines infizierten Ehepaares gab es Mitte Januar - inklusive einer Stellungnahme der WHO, die sagt, dass eine Mensch-zu-Mensch Übertragung in Ausnahmefällen möglich, aber nicht die Regel ist - da zuviele eng mit infizierten in Kontakt stehenden eben NICHT erkrankten. Jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben.


IngeA

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Antwort auf Beitrag von Möhrchen

Aber die Information war doch da, schon Wochen vorher. Da könnte man sich eher fragen warum unsere Virologen/ Epidemiologen/ Politiker gepennt haben! LG Inge


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Also ganz ehrlich, eine kommunistische Diktatur, die ihre Bewohner rund um die Uhr überwacht, weiß das alles nicht? Glaubst du das echt? Italien hat es nach kurzer Zeit gewusst. Leider nachdem man Kranke in Altenheime ausgelagert hat. Da war es dann zu spät.


Lauch1

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Antwort auf Beitrag von Korya

Es geht mir auch um die Chinesische Regierung, nicht um die Bevölkerung. Die ist ja selbst verraten und verkauft worden.