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Schulöffnungen und Inzidenzzahlen

Schulöffnungen und Inzidenzzahlen

Marianna81

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Ich greife mal die Frage von cube auf: warum jetzt plötzlich werden Schulöffnungen an den I Zahl gekoppelt? Vor den Weihnachtsferien las man auch hier öfter, dass selbst an den Orten, wo die Zahlen konstant sehr hoch waren die Schulen ganz normal gearbeitet haben. Warum jetzt orientiert man sich an den I Wert?


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Das wäre wahrscheinlich schon früher sinnvoll gewesen. Man wollte halt nicht wahrhaben, dass Schulen Übertragungsorte sind und hat sich die Fakten schöngeredet. Jetzt gibt es immer mehr Belege, dass Schulen eine nennenswerte Ansteckungsquelle sind, so dass das Schönreden immer weniger funktioniert. Hier: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/948617/s0998-tfc-update-to-4-november-2020-paper-on-children-schools-transmission.pdf gibt es z.B. recht umfangreiche Zahlen aus UK zu Kindern, Schulen und Ansteckungen. Ein Befund ist, dass Kinder von 2-17 Jahren 7x häufiger der Indexfall in der Familie sind (also das Virus in die Familie eintragen) als die Haushaltsmitglieder 17+ Insofern: Besser späte Einsicht als keine Einsicht.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

ich hab schon aufgegeben irgendetwas nachvollziehen zu können in der chronik des letzten jahres. es wird s angeordnet , also ist es so ...fertig. ob ich mich da nun aufrege oder nicht , die summe am ende bleibt wie sie ist


Marianna81

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sondern um den Versuch es irgendwie nachvollziehen zu können.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

es geht mir auch darum ....der versuch allein macht aber schon wahnsinnig


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Orientiert man sich an den Inzidenzzahlen? Wenn man sich wirklich daran orientieren würde, würde man den Stufenplan für Schulen des RKI einführen. Ich denke, das was du meinst, hängt damit zusammen, dass das Ziel des „Lockdowns“ ist, mindestens eine Inzidenz von < 50 zu erreichen. Und es lässt sich inzwischen nicht mehr leugnen, dass die Schulen ein entscheidender Faktor dafür sind, ob wir dieses Ziel erreichen können oder nicht. Außerdem droht die Ausbreitung der neuen Variante B117 mit schwerwiegenden Folgen


SybilleN

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Ob das wirklich so kommt, werden wir sehen. Wenn man wirklich bis zu einem Wert von 50 alle Schulen / Kitas geschlossen halten will, gute Nacht!. Sinn macht das aus meiner Sicht nur sehr begrenzt. Im Frühjahr sank in Deutschland die Fallzahl mit den Schulschließungen und bei hohen Werten in der Bevölkerung hat man zwangsläufig auch mehr Fälle an Schulen/Bildungseinrichtungen. Daher versucht man es jetzt nochmal. Man kann auch mal nach Frankreich schauen: Strenger Lockdown im November, Schulen und Kitas blieben offen. Zahlen sanken trotzdem sehr deutlich.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von SybilleN

Die Kitas sind hier offen. Aber die Gruppen sind nicht voll. Viele haben wohl noch Urlaub und schicken ihre Kinder nicht. Mal schauen, wie es nächste Woche wird. Schule? Niedersachsen hat das Szenario B angemeldet. Also Wechselunterricht bei den ab 5. Klasse. Mal schauen, ob es so bleibt. Sehen wir morgen. Kann dann wohl wieder Termine absagen


kuestenkind68

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Antwort auf Beitrag von SybilleN

ich glaube nach wie vor nicht dass die Schulen da jetzt die Treiber der Infektionen sind. Klar, es treten natürlich auch in Schulen Infektionen auf, aber in den meisten Fällen sind und bleiben das Einzelfälle. Wo infizieren sich die Leute? Bei den privaten Zusammenkünften, wo man auf Maske und Abstand verzichtet, weil man sich ja kennt... Ich wette, dass die Zahlen jetzt wieder hochschnellen nach all den Weihnachts- und Silvesterfeiern und Reisen. Ich hoffe, dass an Grenzen und Flughäfen wirklich getestet wird und dass sich die Leute auch an die Quarantäne halten. Aber mir fehlt da der Glaube. Es hat sich leider zu oft gezeigt, dass Eigenverantwortung und Mitdenken eben nicht bei jedem Bürger vorhanden sind...


Petra28

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Die Empfehlung, die Schulschließungen an die Inzidenz zu koppeln, gibt es ja schon lange - dem ist man aber nicht gefolgt, weil man die Schulen so lang wie möglich offen lassen wollte - aus hier breit diskutierten Gründen. Jetzt sind die Intensivstationen am Limit und es gibt eine neue Virus-Variante, also kommt man beim Abwägen der Optionen auf ein anderes Ergebnis.


ImvPP

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Ich nehme an, weil inzwischen klarer ist, dass Kinder es stärker weiterverbreiten als ursprünglich angenommen und weil die neue Variante aus dem UK wohl auch gefährlicher für Kinder ist.


Johanna3

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Antwort auf Beitrag von ImvPP

Denke ich auch. Zumal sich ja herausgestellt hat, dass Erzieher mit am häufigsten von Corona betroffen sind. Da wird es schwerer, Kindern generell eine Immunität nachzusagen.


Streifenhörnchen

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Antwort auf Beitrag von Johanna3

Wo hast du das denn her? Ich rate dir wirklich: suche dir einen anderen Job. Nach Corona kommt MERS, dann was anderes. Du wirst in deinem Job nicht mehr glücklich und dich macht die Angst sonst nur noch kaputter.


dann

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Antwort auf Beitrag von Johanna3

Hast du dazu eine Quelle? Ich kenne nur eine nicht repräsentative Untersuchung dazu.


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Antwort auf Beitrag von Streifenhörnchen

Ich denke, dass Johanna sich auf die Studie der AOK beruft: https://www.rnd.de/wirtschaft/corona-studie-der-aok-erzieher-und-betreuer-am-haufigsten-an-covid-19-erkrankt-4VWAN6I5JFBUZK7L3IL7ALV5WI.html


Johanna3

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Antwort auf Beitrag von Streifenhörnchen

Ich bin in meinem Job bereits glücklich. Und Angst davor, dass ich mich anstecken könnte, habe ich nicht. Da ich nicht kaputt bin, fürchte ich auch nicht "kaputter" zu werden. Aber danke, für deinen sicher freundlich gemeinten Rat!


Johanna3

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Antwort auf Beitrag von dann

Und du meinst an dieser Studie ist mangels Repräsentation nichts dran? Ich glaube nicht an den Riesenzufall, dass nur AOK - versicherte ErzieherInnen besonders häufig an Corona erkranken.


dann

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Antwort auf Beitrag von Johanna3

Das habe ich nicht geschrieben, aber wenn man eine nicht repräsentative Auswertung als Tatsache angibt, ist das schon schwierig. Ich glaube aber man müsste da zumindest differenzierter drangehen. Wo erfolgte die Ansteckung? Ist man vielleicht, da ja kein Homeoffice sonst auch mehr unterwegs, also zum Beispiel die Person des Haushalts die auch Einkaufen geht und so weiter... Ich wollte einfach wissen, ob du da noch eine andere wissenschaftliche Studie kennst, da mich das mit vielen Erzieherinnen (und Lehrern) in der Familie durchaus interessiert.


Johanna3

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Antwort auf Beitrag von dann

Das dürfte schwierig sein - da die Mehrheit der Fälle ja generell nicht mehr nachvollzogen kann. Aber andere Berufsgruppen, die keine Home-Office machen konnten, waren zum größten Teil weniger stark betroffen.


estelle03

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Antwort auf Beitrag von dann

Die Berufsgruppe Erzieher waren am häufigsten aufgrund Covid19 krankgeschrieben. Es ist nun mal erwiesen, das braucht man nicht schon wieder runterdiskutieren.


Shanalou

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Gute Frage! Ich finde das nicht sehr zielführend. Sonst kann man die nächsten 3 Monate den Laden dicht machen und einfach alle das Schuljahr wiederholen lassen. Wär auch ne Variante. Schulen müssen separat betrachtet werden. Man hätte in den weiterführenden Schulen schon längst die Klassen teilen müssen, eigentlich seit Schuljahresbeginn. Bei den Grundschulen finde ich die Situation besser, da Wohnort näher und zumindest das Transportproblem nicht so stark ins Gewicht fällt. Letztendlich müssen die Zahlen nur soweit unten gehalten werden, dass es zu keiner Überlastung des Gesundheitswesens kommt. Die neue Virusvariante sehe ich nicht unbedingt als ein Problem. Mir sind da noch zu wenige ernst zunehmende Infos vorhanden.


Streifenhörnchen

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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Und ich ergänze als erste, wichtigste Handlung: Keine Präsenzpflicht! Wer möchte soll sein Kind offiziell zuhause lassen dürfen!


dann

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Antwort auf Beitrag von Streifenhörnchen

In BW gibt es das. Nutzen tut das in unseren Schulen kaum jemand.


Streifenhörnchen

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Antwort auf Beitrag von dann

Aber man könnte, wenn man sein Kind nicht in die PandemieTreiber Situation geben möchte. Find ich super. Aber warum nutzen das so wenige? Ja, dann müssen sie halt dazu gezwungen werden zuhause zu bleiben...


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Antwort auf Beitrag von Shanalou

Alle wiederholen, eigentlich neckisch, wenn es nicht ein Platzproblem und einen Lehrermangel geben würde...


Suse06

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Antwort auf Beitrag von Streifenhörnchen

Das Problem bei einer Aufhebung der Präsenzpflicht ist meiner Meinung nach, dass die Verantwortung dann komplett bei den Eltern liegt. Die Arbeitgeber argumentieren dann- vor Weihnachten gab es solche Fälle - dass die Kinder ja in Schule und Hort betreut werden können. Das funktioniert also nur, wenn die Arbeitgeber mitziehen und HomeOffice ermöglichen oder auch flexible Arbeitszeiten. Überall wird das noch möglich sein. Und wenn von 25 Kindern 5 nicht kommen, sehe ich durchaus eine Benachteiligung. Außerdem ist es für die Lehrkräfte eine Mehrbelastung, normal zu unterrichten und ein paar Schüler zu Hause zu versorgen.


cube

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Tja, weil auch der Lockdown nicht so richtig greift, bleibt ja nicht mehr viel zu schließen, um Kontakte noch weiter einzuschränken. Egal, ob Schulen Pandemietreiber sind oder nicht, Kinder die Infektion doch in höherem Maße weiter geben als gedacht oder nicht - das, was man bis jetzt gemacht hat, reicht nicht. Aber außer Ausgangsperre bleibt doch nichts mehr zum schließen. Das man evt. einen deutlich größerem Erfolg hätte haben können, wenn man keine Lockerungen an Weihnachten und Silvester versprochen hätte - Schwamm drüber. Dass man evt. auch einfach verbieten sollte, die Skigebiete für Tagesausflügler zu öffnen - auch egal. Aber letztendlich glaube ich nach wie vor, dass man sich plötzlich am I-Wert aufhängt liegt schlicht und ergreifend daran, dass nach wie vor keinen Pläne erarbeitet hat, wie Schule unter Pandemiezeiten funktionieren könnte bzw. nicht bereits ist, einfach mal in die Puschen zu kommen. Da kann man doch prima den I-Wert plötzlich als super wichtig auch für die Schulen betrachten, die Hütte dicht lassen und hat sich des Problem der Nicht-Erarbeitung von Konzepten mal wieder entledigt. Und kann gleichzeitig auch noch sagen, dass die Gesundheit der Kinder einfach nicht auf´s Spiel gesetzt werden kann.


cube

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Antwort auf Beitrag von cube

ist di andere super tolle Möglichkeit - selbstverständlich soll niemand sein Kind schicken müssen und damit einem Risiko aussetzen (welches es nur in hohem Maße gibt, weil keine Konzepte entwickelt wurden). Wow - danke! Ironie off. Das man damit die komplette Verantwortung den Eltern zuschiebt und sich selbst reinwaschen kann von allem, fällt schon nicht auf. Denn wenn man schicken muss wegen Arbeit oder der Bildung wegen, ist das ja die eigene Entscheidung. Keiner hat dich gezwungen, arbeiten zu gehen oder dein Kind lieber von Lehrern beschulen zu lassen. Wenn man nicht schickt und Kind hinterher zu große Lücken hat, bist du aber auch selber schuld - wir haben ja extra die Schulen auf gelassen, damit man sein Kind schicken kann. Jep - ich glaube, genau darauf wird es hinaus laufen: Präsenzpflicht aussetzen und alles den Eltern überlassen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von cube

Da gebe ich dir recht, das kommt sicher noch hinzu. Scheinbar gibt es zum Beispiel nach 10 Monaten (!) Vorbereitungszeit immer noch Probleme mit überlasteten Lernplattformen, so dass diese nur eingeschränkt genutzt werden können


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von cube

Das passt doch super zum Bildungsbürgertum, wo Mama nicht arbeiten muss(!!!) Aufkommende Konkurrenz von den "Asozialen" wird so im Keim erstickt, was interessiert mich schon Chantal und Mesut? Oder deren Mutter, die arbeiten muss (!!!)


cube

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Na, irgendwer muss doch später bei Julian-Sören und Anna-Helene putzen. Und ich bitte dich - was soll das überhaupt heißen - Benachteiligung? Wer wirklich will, der schafft das auch trotz aller Hindernisse.


As

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Ich sehe es wie fritzi. Man wollte es halt so lange wie möglich versuchen und dann ist einem die Sache um die Ohren geflogen. Mit welcher Begründung sollte man jetzt die Schulen schnell wieder öffnen?


cube

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Antwort auf Beitrag von As

Weil wir arbeiten gehen müssen zB? Wegen der Bildung, die zu Hause oft nicht in dem Maße geleistet werden kann wie in der Schule. Wer das kann, dessen Kind ist fein raus. Wer es nicht kann (egal, aus welchem Grund) - tja, da hat das Kind halt Pech gehabt? Die Kinder sind diejenigen, die eine absolut desaströse, 10-monatige Arbeitsverweigerung der Bildungsministerien ausbaden müssen. Dafür sage ich bestimmt nicht "Danke" und freue mich, wenn die Schulen geschlossen bleiben.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von cube

Originäre Aufgabe der Schulen ist nicht die Betreuung. „Bildung“ kann nachgeholt werden, verlorene Gesundheit oder ein verlorenes Menschenleben jedoch nicht. Außerdem ist „Bildung“ meiner Meinung nach nicht gleichzusetzen mit Präsenzunterricht.


cube

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Ja, das kann man bei Bedarf schön rauskramen. Und lässt dabei unter den Tisch fallen, dass das aktuelle System der Doppelberufstätigkeit auch von der Politik gewollt und gefördert wurde - durch zB den Ausbau von Ganztagsbetreuung. Sich jetzt dann hinter "Schule ist nicht für die Betreuung zuständig" zu verschanzen ist frech und ein Schlag in´s Gesicht für die Familien, die ohne Doppeleinkommen die horrenden Mieten gar nicht zahlen könnten. Oder für die Frauen, die auch gerne noch ein bisschen Karriere machen wollten und nun aber wieder an´s Haus gebunden werden. Denn es werden nicht überwiegend die Männer sein, die ihrem Chef sagen, dass sie leider nicht arbeiten können, weil sie die Schratzen bespaßen müssen.


As

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Antwort auf Beitrag von cube

Du musst dich nicht bedanken, weil dir damit auch niemand eine besondere Freude machen möchte. Es ist aber keine überzeugende Begründung, die Inzidenzzahlen zu ignorieren, weil die Betreuung der Kinder sichergestellt werden muss. Das scheint aktuell nachrangig zu sein. Vorrang hat hier die Gesundheitspolitik. Mit steigenden Inzidenzzahlen ist irgendwann Gesundheit und infolgedessen Bildung und dann auch das Arbeiten gehen müssen hinfällig. Das will auch keiner riskieren.


As

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Naja, gerade die Doppelberufstätigkeit ist doch was , für das man sich in aller Regel aus freien Stücke entscheidet...weil man sich emanzipieren möchte und einen angemessenen Lebensstandard für sich beansprucht. Wir haben doch all die Jahre die Ganztagsbetreuung gefordert, bejubelt und ausgenutzt. Die einzigen, die das von vornherein abgelehnt haben, sind die ( Erz) konservativen, muss man der Ehrlichkeit halber zugeben. Die hab ich zum Beispiel nicht gewählt, weil mein Lebensentwurf mich nicht hinter dem Herd sieht. Mal ganz davon abgesehen, dass das schicke Eigenheim mit einem Einkommen kaum finanzierbar ist, aber schon irgendwie sein muss. In der gegenwärtigen Situation geht es vermutlich denen besser, die Kinderbetreuung schon immer selbst übernommen haben. Der Verzicht aufs Doppeleinkommen ist aber auch ein recht hoher Preis dafür. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich arbeiten gehe, weil es vom Staat als erstrebenswert gefördert wird. Ich wollte es und muss jetzt mit den Nachteilen klarkommen. Die halten sich bei mir in Grenzen, muss ich zugeben, weil meine Kinder schon groß sind. Es macht halt für mich keinen Sinn, ständig jemandem den schwarzen Peter zuzuschieben. Es ist wie' s ist. Deine Unzufriedenheit zermürbt dich. " Schratzen bespaßen müssen" klingt jedenfalls nicht, als könnte dich die Anwesenheit deiner Kinder glücklich machen. Lies mal was über positives Denken und Psychohygiene.


cube

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Antwort auf Beitrag von As

Wie gut, dass du entscheidest oder weißt, ob mich etwas zermürbt :-) Unzufrieden bin ich mit der Schulpolitik. Zermürben tut es mich nicht. "Schratzen" ist hier übrigens auch nicht als negativer Begriff gemeint. Aber ist doch super, wenn dir das alles nichts ausmacht oder du es einfach hinnimmst und dir jedes Ärgern verbietest. Das fände ich übrigens zermürbend.


Marianna81

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Wer zahlt dann die Miete etc? Bedingungsloses Grundeinkommen gibt es hier zu Lande noch nicht.


Suse06

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Ich sehe ja angesichts der aktuellen Zahlen auch Sinn darin, Kinder zu Hause zu betreuen. Aber ich finde, wenn lediglich die Präsenzpflicht aufgehoben wird, werden die Eltern mit Kindern im Kita- und Grundschulalter weitgehend allein gelassen. Hier macht es sich die Politik m.E. leicht, und deshalb halte ich die Aufhebung der Präsenzpflicht nicht für den Königsweg, wie es oben geschrieben wurde. Mit wäre eine klare Regelung, bei der die Politik (ich weiß, das ist sehr allgemein) auch die Verantwortung übernimmt, lieber.


kevome*

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Für ich wäre die Begründung, dass man im Alltagsleben der restlichen Bevölkerung bei weitem noch nicht alles ausgereizt hat. Und da sehe ich die absolute Ungerechtigkeit. Die Schüler leiden massiv aber Berufstätige sitzen weiterhin zu mehreren im Büro, treffen sich in der Kaffeeküche und gehen auf Dienstreisen oder gemeinsam in der Kantine essen. Wenn ich dann die Zahlen lese, dass im November im Lockdown light - trotz aller Apelle der Politik - deutlich weniger Menschen im Homeoffice arbeiteten als im Juni bzw. ungefähr die Hälfte derjenigen, die im April zu Hause waren, dann wäre da ein Ansatz. (https://twitter.com/boeckler_de/status/1344271968019902469) Die Ignoranz vieler Arbeitnehmer, die es doch soviel netter finden im Büro zu tratschen und statt selbst zu kochen in der Kantine essen zu können bzw. auch das archaische Führungsverhalten vieler Arbeitgeber, wird auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Ist ja auch einfacher die Schulen zu schließen.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von As

Danke für die Ausführungen zur Doppelberufstätigkeit. Ich sehe das sehr ähnlich. Ein gewisser Teil derer, die sich jetzt laut beklagen, muss sich wahrscheinlich tatsächlich eingestehen, dass das Lebensmodell mit Doppelverdiener-Eltern selbstgewählt ist. Natürlich hat niemand mit so einer Problematik wie jetzt gerechnet, aber es gab schon immer Eventualitäten, die den Doppelverdiener-Entwurf zum Kippen bringen konnten, z.B. ein langwierigeres gesundheitliches Problem bei einem Kind. Insofern war das Modell immer mit einem gewissen Risiko behaftet, dass etwas daherkommen könnte, das eine Modell-Änderung nötig macht. Dieses Risiko hat man aber wohl mehrheitlich als so gering erachtet, dass man es beiseiteschieben konnte. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es wohl einen kleinen Teil von Geringverdiener-Eltern gibt, die wirklich beide arbeiten müssen, um ein sparsames Leben ohne große Wohnung oder Eigenheim zu finanzieren, und die das Pech haben, nicht systemrelevant zu sein, so dass - auch mit kleinen Kindern - kein Anspruch auf Notbetreuung besteht. Für diese Gruppe sollte es m.E. irgendeine Lösung geben, falls die Schulen zu bleiben.


ImvPP

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Antwort auf Beitrag von kevome*

Das seh ich auch so. Die Kinder sassen den ganzen Herbst mit Maske und bei Durchzug in der Schule. Jetzt zu Hause. Und in manchen Büros gibt es nette Plauschs bei Kaffee & Kuchen. In der SBahn wird man angeschrien (von Menschen ohne Maske, na klar) wenn man Fenster nicht schliesst .... Aber mit den Kindern kann mans ja machen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von kevome*

Guck, bei uns ist es anders herum. Ich bin wie alle Kollegen seit März im HO. Zwischen April und November durften wir zwei Tage pro Woche ins Büro. Allein im Büro. Keine Besprechungen, keine Besuche, Dienstreisen. Kaum ein Tratsch in der Kaffeeküche, max. 1 Person erlaubt... usw. Bei meinem Mann ähnlich. Also teilen wir uns seit bald einem Jahr unser Keller-Büro . Abgeschirmt. Auch Privatkontakte reduziert bzw immer im Hinblick auf Ansteckungsvermeidung. Und unsere drei Kinder schicken wir mit dem vollgestopften Bus quer durch unterschiefliche Gemeinden/Städte in drei vollgestopfte Klassen ohne Mindestabstand, in der GS noch dazu ohne Maske, in den Fortführenden zusammen mit 2000 Kindern und noch ein paar hundert Lehrern an den Schulkomplex. Da fühlt man sich schon veräppelt!


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

da fehlen einem die Worte....


fritzi3

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Bei uns ähnlich: Den vollen Bus kann man noch durch das Fahrrad ersetzen. Aber sowohl in der Grundschule, als auch im Gymnasium hier sitzen die Kinder zwar mit Maske im Unterricht. Die Brotzeit-/Essenspause findet aber in beiden Fällen drinnen statt, sprich: 25 bzw. 30 Kinder essen gleichzeitig in einem Raum ohne Maske und ohne Abstand zum Sitznachbarn ihre Brotzeit. Auf diese Masse an ungesicherten und erzwungenen Kontakten kommen nicht viele Arbeitnehmer. In die Kaffeeküche muss man ja nicht gehen ....


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ja gut, hier auch Fahrrad oder Privattaxi seit Inzidenz über 100 und vor allem viele Fälle in Schulen, deren Schüler mit demselben Bus fahren. Eben, im Büro kenne ich meine 5-10 Kollegen und kann bzw könnte einem bekennenden Coronaleugner aus dem Weg gehn, der auf Demos und Partys umeinanderhüpft. Das können meine Kinder nicht und sitzen dann auch ohne Maske neben Kindern bekennender Q-Anon-Anhänger ("Mama, du weisst aber schon, dass Masken uns töten und unser Gehirn keinen Sauerstoff mehr bekommt!!!") Und auch bei den Großen mit Maskenpflicht... wer regelmäßig mit dem Auto in der Nähe des Schulareals vorbei fährt kurz nach Schulschluss kann nur noch Lachen oder Weinen... Hunderte Kinder in Gruppen ziehen maskenlos durch die Straßen ...


cube

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ach so: wenn Mama gerne nicht nur zu Hause sein möchte um Mann und Kind zu betüddeln und das Heim in Ordnung zu halten, ist sie jetzt halt selbst schuld, wenn sie wegen Schulschließungen ein Problem bekommt? Wenn Frau also tatsächlich selber eigenes Geld verdienen möchte, dann doch bitten nur ein Taschengeld, auf das man im Notfall auch verzichten könnte? Denn natürlich bleibt Frau zu Hause, wenn Pandemie oder sonst was ist - bloß nicht schauen, ob der Mann auch reduzieren könnte. Was macht Frau denn dann, wenn die Beziehung nicht hält, sie aber Jahre nicht gearbeitet hat und eigentlich voll auf den Mann angewiesen ist? Oder gibt es das in deiner Welt gar nicht? Meine Güte - was für eine Klatsche du hier verteilst für alle Frauen, die nicht nur Heimchen am Herd sein wollen. Die sind also alle selber schuld, wenn sie jetzt ein Betreuungsproblem haben.


cube

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Antwort auf Beitrag von Suse06

Sehe ich ja auch so: Prösenzpflicht aussetzen heißt nichts anderes, als das die Politik ihre Verantwortung den Eltern aufbürdet und man sich von allem, was dann nicht klappt, frei sprechen kann.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Was daran sollte denn nicht mein Ernst sein? Fast immer hat man mehrere Möglichkeiten. Es kann doch keiner behaupten, er würde nur deshalb so viel arbeiten, weil das von der Politik erwünscht sei. Jeder wägt doch Aspekte seiner Lebenssituation ab und trifft dann eine Entscheidung, die bestimmte Aspekte (z.B. Lebensstandard, Sicherheitsaspekte, ...) mehr berücksichtigt, andere weniger. Ich kenne mehrere Paare, bei denen beide Eltern Vollzeit arbeiten, weil vor allem irgendwann einmal die Entscheidung stand, dass man - auch hier im teuren München - eine eigene Wohnung kaufen möchte. Jetzt mit den teuren Kreditraten (mit dem Zins von vor 5-10 Jahren) hat man kaum eine Chance, Arbeitsstunden zu reduzieren, ohne in Zahlungsverzug zu kommen. Aber: Es wäre, ohne am Hungertuch zu nagen, auch möglich gewesen, als Paar zusammen nur 150% zu arbeiten und weiter zur Miete zu wohnen. Dann hätte der Verdienst aber halt für die schicke Wohnung (oder die erwünschten Urlaube oder das Auto oder was anderes) nicht gereicht. Ich kenne aber auch zwei Familien, die jeweils ein Kind mit Behinderung haben. In beiden Fällen haben die Eltern (auch aufgrund der zeitintensiven Therapien) die Entscheidung getroffen, nicht beide Vollzeit zu arbeiten, sondern mehr Zeit mit dem Kind zu verbringen, aber auch um einen gewissen Puffer für Notfälle (wie längere Krankenhausaufenthalte) zu haben. Dadurch hat sich der Lebensstandard signifikant verschlechtert (keine großartigen Urlaube mehr, Möbel nur noch gebraucht kaufen etc. ...). Das würden viele nicht wollen, aber es geht irgendwie und beide Familien sind zufrieden mit ihrer Entscheidung.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von cube

Es geht doch nicht darum, dass nur der Mann arbeiten soll, aber es müssen ja nicht beide zusammen 200% arbeiten. Warum sollten nicht beide 70 oder 75% arbeiten?


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von cube

Warum kann Mama in der aktuellen Situation dann nicht ein Teil ihres Geldes für die Betreuung ihres Kindes verwenden (sofern die anders nicht organisiert werden kann)?


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von cube

Ich sehe jetzt, dass mein Text missverständlich ist. Es hätte "Vollzeit-Doppelverdiener" heißen müssen. Trotz allem finde ich es aber bezeichnend, dass man anscheinend immer noch selbstverständlich annimmt, wenn ein Elternteil ganz zu Hause bleibt, das müsste die Frau sein.


As

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Antwort auf Beitrag von cube

Fritzi verteilt keine Klatsche, sondern hinterfragt ein Lebensmodell, das sie vermutlich selbst lebt. Ich übrigens auch. Das ist gerade in einer Situation wie dieser legitim. Bei allem Verständnis für Maßnahmenkritik meine ich, für die Pandemie an sich und die daraus folgenden Probleme für unser modernes Lebensmodell kann man nicht die Regierung verantwortlich machen.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Ich arbeite seit mehreren Jahren selbständig (als Wissenschaftlerin) von zu Hause aus - coronabedingt im Moment recht wenig. Im Frühjahr musste ich das beste Projektangebot seit langem absagen, weil ich beide Kinder hier im Homeschooling hatte und deshalb nicht wusste, ob die Termin-Deadline zu halten ist. Im Moment liegt ein anderes Projekt auf Eis, weil für den nächsten Schritt notwendige Unterlagen zwecks geschlossener Archive im Moment nicht zugänglich sind.


Maca

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Alter Falter, interessante Ansicht aus der Wohlstandsfilterblase: “Fairerweise muss man aber auch sagen, dass es wohl einen kleinen Teil von Geringverdiener-Eltern gibt, die wirklich beide arbeiten müssen, um ein sparsames Leben ohne große Wohnung oder Eigenheim zu finanzieren“ Du bist wahrlich sehr priveligiert, wenn du von vielen Lebenswirklichkeiten so gar keine Ahnung hast und all die Erzieher, Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Kassierer, Angestellte im Einzehandel......... werden dir bestimmt beipflichten, dass sie als “kleiner ( und vermutlich unwesentlicher) Teil“ und einafch zu doof waren, einen Job zu erwerben, bei dem nur einer arbeiten müsste.


dann

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Es ist aber auch bei nicht 200% nicht unbedingt möglich, dass dann Betreuungszeiten alle abgedeckt sind. Ich kann zum Beispiel nicht ausschließlich die Schichtpausen meines Mannes nutzen die jedes Mal anders sind.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Maca

Die von dir aufgezählten Berufe sind zwar Geringverdiener, sind aber auch systemrelevant. Ich schrieb von "Geringverdiener-Eltern, die das Pech haben, nicht systemrelevant zu sein und deshalb keinen Anspruch auf Notbetreuung zu haben". Diejenigen (über ganz Deutschland verteilt), die sowohl Geringverdiener, als auch NICHT systemrelevant sind, dürfte nicht so allzu groß sein. Und zu den Verdienstmäßig Privilegierten gehöre ich in meiner Sparte als Wissenschaftlerin garantiert nicht. Selbst als durchschnittliche Putzfrau verdient man pro real geleisteter Stunde mehr als man z.B. über einen Lehrauftrag verdient. Auch eine halbe Wissenschaftlerstelle (zu E13), bei der trotz halber Bezahlung volle Arbeitsleistung erwartet wird, ist jetzt verdienstmäßig garantiert nicht der Hit.


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Antwort auf Beitrag von fritzi3

50 % von E13 ist nicht der Hit? What? Du verdienst bei 50 % auf E13 mehr, als sehr viele Leute Vollzeit. Das sind selbst in der Stufe 1 1385 € (siehe Gehaltsrechner Öffentlicher Dienst) netto!


cube

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Antwort auf Beitrag von As

Nein, sie hinterfragt für meinen Geschmack nicht, sondern wirft Doppel-Berufstätigen vor, einen Lebensstil zu führen, der eigene Interessen über die der Kinder stellt. Und das ist nicht fair. Es gibt ganz sicher Eltern, wo beide übermäßig viel arbeiten um sich Luxus leisten zu können, obwohl sie auch mit weniger Arbeit/Geld sehr gut leben würden. Ich wage aber mal zu behaupten, die meisten Paare arbeiten beide, weil es zum Teil gar nicht anders geht und zum Teil einfach so ist, dass Frau sich nicht mehr vom Verdienst des Mannes abhängig machen will. Und Männer auch nicht wirklich umgekehrt vom Verdienst der Frau abhängig sein wollen.Sollte eine Beziehung nicht halten, ist es nach heutiger Gesetzeslage bzgl. Scheidung/Trennung auch gar nicht angesagt, sich nicht selbst voll versorgen zu können. Da interessiert keinen, ob du doch mit deinem Partner mal so schön geplant hattest, dass du eigentlich gar nichts verdienen musst und deswegen seit x Jahren nicht gearbeitet hast. Die Kritik am Lebensmodell "Kind und Arbeit" stellt sehr wohl in Frage, ob man für Kinder seine eigenen Wünsche oder Bedürfnisse wirklich so komplett zurück stellen muss und sich in Abhängigkeiten begibt, die einem imTrennungsfall das leben sehr schwer machen können. Fritzi erwartet für aber für mein Verständnis, dass man sein Leben so einrichten sollte mit Kindern, dass man jederzeit halt auch mal x Wochen/Monate zu Hause bleiben kann und damit bitte auch voll zufrieden ist. Zumindest klingt es für mich so.


fritzi3

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In der Entgeltstufe I ergeben 50% E13 2.028 € monatlich brutto. Das sind bei Steuerklasse IV netto 1.403 €. Es dürfte wenige im öffentlichen Dienst beschäftigte geben, die da mit Vollzeit drunter fallen. Eine Erzieherin z.B. erhält bei S-8a, ebenfalls in Stufe I, 2.829 € brutto.


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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Eine Erzieherin z.B. erhält bei S-8a, ebenfalls in Stufe I, 2.829 € brutto. --> ja, wenn sie Vollzeit arbeitet, Du sprichst aber von Teilzeit und da wäre es bei 50 % 1400 € brutto und knapp 1000 € netto. Merkste was? Du vergleichst Dich gerade als Halbtagskraft mit einer Vollzeiterzieherin. Passt nicht, oder? *kopfschüttel*


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

wieviel bekommst du denn pro Stunde? weniger, als 11-12€?


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von cube

Ich werfe niemand etwas vor (schon gar nicht, eigene Interessen über die der Kinder zu stellen). Ich wehre mich aber gegen die Vorstellung, bei (fast) allen wäre da kein Entscheidungsspielraum für oder gegen 200%-Arbeit bei beiden Elternteilen vorhanden gewesen. Ich glaube nämlich nicht, dass die meisten Vollzeit-Doppelverdiener dieses Modell nur aus finanzieller Notwendigkeit heraus gewählt haben und es gar nicht anders gegangen wäre. Die meisten dürften dieses Modell nach einer Abwägung gewählt haben, die verschiedene Aspekte mit einschloss. Dazu gehört z.B., dass man einen gewissen Lebensstandard möchte, dass die Frau nicht finanziell vom Mann abhängig sein möchte (oder umgekehrt), dass man nach der Kinderphase nicht aus dem Beruf draußen sein will, dass beiden ihr Beruf Spaß macht/sie sich damit identifizieren und manche Berufe nun mal kaum in Teilzeit machbar sind ..... In vielen Fällen ist es eben nicht der einzige Faktor, dass es nun finanziell wirklich gar nicht anders geht, als wenn beide Vollzeit arbeiten (Dass es diese Fälle auch gibt, bestreite ich nicht, aber es ist meiner Einschätzung nach nicht die Mehrheit). In dem Vollzeit-Doppel-Verdienermodell sind aber bestimmte Risiken nicht mitberücksichtigt, nicht nur ein Virus, das da daherkommt, sondern z.B. auch das, was ich oben ansprach: dass es sein könnte, dass mit mit einem Kind aufgrund von Krankheit ein halbes Jahr z.B. mehr oder weniger im Krankenhaus oder auf Reha verbringt. Dann kann es sein, dass man z.B. die Kreditraten nicht mehr bedienen kann, wenn man eng kalkuliert hat. Diese Risiken nehmen all die, die sich ohne absolute Notwenigkeit für das Modell entscheiden, in Kauf. Andere haben - aus welchen Gründen auch immer (und das können durchaus auch egoistische sein) - eine Abwägung mit einem anderen Ergebnis getroffen, und dann vielleicht in der jetzigen Situation sozusagen "Glück gehabt". Dafür erwischt es vielleicht einen der beiden Elternteile oder beide in der Rente mit Altersarmut und sie hadern mit ihrer Entscheidung gegen Vollarbeitszeit dann doch. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. Aber man kann nicht die Vorteile der einen Variante wählen und dann, wenn einer der Nachteile daherkommt, so tun, als ob man zu diesem Modell gezwungen wurde. Das stimmt vielleicht bei manchen, bei den meisten aber wohl nicht.


fritzi3

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Ich habe noch von keiner Erzieherin gehört, die 50% bezahlt wird, aber 40 Stunden pro Woche leistet. An der Uni ist das aber an manchen (nicht an allen) Instituten gang und gäbe, dass die Assistenten eine halbe Stelle haben, und dafür Vollzeit leisten sollen. Da die Mittelbau-Lebenszeitstellen massiv zusammengestrichen wurden und in manchen Bereichen eigentlich gar nicht mehr existieren, bleibt einem nicht viel anderes übrig, als zu buckeln, von einer befristeten Stelle auf die andere zu hoffen, um vielleicht doch dann irgendwann mal eine Professur zu kriegen - wenn denn die Familie dann so mobil ist, dass sie einfach umziehen kann. In meinem Bekanntenkreis habe ich mehrere schlecht bezahlte Akademiker, die froh wären über ein Erzieherinnengehalt. Eine hat jetzt auf Erzieherin umgeschult, um ein sicheres, halbwegs angemessenes Einkommen zu haben. Insofern kannst du mir glauben, dass ich die Welt nicht aus der Sicht einer Besser-Verdiener-Familie mit nur Besserverdienern im Umfeld sehe.


Felica

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Da unterschreibe ich mal. Die wo beide arbeiten müssen, sollten wo Unterstützung bekommen. Dort wo es frei gewählt wurde, ohne Plan B, die sollten halt mehr in die Pflicht genommen werden. Dann muss man eben schauen ob man selbst andere Lösungen finden kann. Wie war das noch mal mit AuPairs und Nannys?


Felica

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Antwort auf Beitrag von cube

Warum muss in deinem Weltbild eigentlich immer nur die Frau zurück stecken? Warum nie der Mann? Warum geht es nicht das beide Arbeitszeiten kürzen?


Felica

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Antwort auf Beitrag von kevome*

Ergänze Arbeitnehmer mit Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Den auch viele AG wollen kein HO.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Wir vergleichen gerade Gehälter. Und diese dann mit der jeweiligen Wochenstundenzahl. So mal etwas strukturierter. Aber wenn wir es mal anders vergleichen wollen: Erzieherinnen machen eine schulische Ausbildung, teilweise noch div. Praktikas, auch unbezahlt, haben in seltenen Fällen eine Vollzeitstelle. Dein "Akademiker werden so schlecht bezahlt und ich bin so eine arme Wurst" kommt da wirklich unpassend. Besonders wenn wir dann so richtig fies in Richtung Mindestlohn gehen mit all den Tricks der AG, um da so viel wie möglich aus menschen heraus zu quetschen.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Im Moment ist mein Stundenlohn unterschiedlich. Je nachdem, wie reizvoll ein Projekt ist, gehe ich aber auch durchaus in Bereiche unter 11-12€ Verdienst pro Stunde. Am geringsten war der Verdienst durch den Lehrauftrag. Vor 15-20 Jahren hat man für jede real geleistete Stunde Vorlesung oder Seminar 20€ erhalten. Da man dafür aber eine Menge Vor- und Nachbereitungszeit hat, sinkt der Stundenlohn so meist real auf unter 5 Euro. Aber auch das ist letztlich selbstgewählt. Man entscheidet ja selbst, ob man die Spielchen an der Uni mit Hochdienen und Arbeiten um der Ehre willen bzw. für den Lebenslauf mitspielt.


fritzi3

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Ich habe die Gehälter eingebracht, um mich gegen den Vorwurf zu wehren, ich würde die Welt aus der Blase der Besserverdienenden sehen. In dieser Blase lebe ich nämlich einfach nicht. In meinem Fachgebiet sind Akademiker recht schlecht bezahlt, weil es in dem Bereich recht schwer ist, Drittmittel einzuwerben und auch kaum Stellen außerhalb der Uni gibt. Und wie gesagt, ich kenne mehrere Akademiker, die - in der Hoffnung darauf, irgendwann eine Lebenszeitstelle zu kriegen - jahrelang 50% bezahlt gekriegt haben und dafür 150% geleistet haben. Alle bis auf zwei hatten letztlich das Nachsehen und arbeiten jetzt, um in vertretbarem zeitlichen Rahmen zur Familienernährung etwas beitragen zu können, in ganz anderen Berufen - viele eher schlecht bezahlt. Eine, wie oben geschrieben, als Erzieherin. Da verdient sie pro real geleisteter Stunde (und um die geht es ja letztlich) um einiges mehr als an der Uni. Warum sollte man einen Unterschied in der Einschätzung machen zwischen dem Fliesenleger, dem der AG mit Tricks noch was vom Mindestlohn abzieht und dem Professor, der 2 halbe Assistentenstellen vergibt, aber durch Ausnutzung seiner Machtposition die Assistenten mehr- oder weniger zu jeweils 60- oder 70-Stunden-Wochen zwingt? In beiden Fällen sind die Arbeitnehmer arme Schweine, die ausgenutzt werden, weil sie anscheinend für sich im Moment keine andere Möglichkeit sehen, Arbeit zu finden.


Möhrchen

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Das hängt stark vom Bereich ab. Ich betreue Drittmittel-Projekte an einer Uni (eher im technischen Bereich). Da werden sehr viele Drittmittel eingeworben und es haben nicht wenige wiss. MA Verträge mit insgesamt 75 oder auch 100% Umfang in den Projekten. Dauerstellen ergattern die wenigsten - dann ist nach Max. 12 Jahren Schluss. Vermutlich leisten viele mehr, aber die meisten wollen promovieren und verdienen dann oft in der Wirtschaft ihr Geld.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Möhrchen

Das ist der Unterschied zu meinem Fachgebiet: Da gibt es wenig Drittmittelprojekte, da im Moment zu unspektakulär und auch kaum Stellen in der "Wirtschaft", wo man dann nach den 12 Jahren als Promovierter gut Geld verdienen könnte.


Möhrchen

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Eben...die Projekte im Geisteswissenschaftlichen Bereich sind rar und Dauerstellen noch rarer gesät. In diesem Bereich habe ich auch schon einige nach den 12 Jahren mit Promotion gesehen, die sich nur mäßig über Wasser halten können...da ist der Dr. auch egal. In den anderen Bereichen ist das anders.


As

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

So hatte ich es verstanden und stimme immer noch zu.


Atombiene

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Antwort auf Beitrag von As

Nun ja, doch. Das kann man. Dazu muss man sich nur die jetzigen Zahlen und Prognosen zur Altersarmut und Rentenentwicklung ansehen. Also ja, de facto ist man als Normalverdiener - ob systemrelevant oder nicht - dazu gezwungen, arbeiten zu gehen. Und das am besten in Vollzeit. Außer man hat das Privileg, verbeamtet zu sein. Es ist eben oftmals gerade nicht möglich, sich in einer Partnerschaft gegenseitig angemessen für das Alter abzusichern. Das Rentenniveau sinkt kontinuierlich. Bis zum Jahr 2030 wird ein Rentenniveau von lediglich 43% prognostiziert. Das ist erschreckend. Eine private Zusatzversicherung zur gesetzlichen Rente muss man sich erstmal leisten können. Vor allem dann, wenn der Partner komplett daheim bleibt oder nur einen geringen Zusatzverdienst aufweist. Es ist zynisch zu behaupten, das habe man sich doch selber ausgesucht, denn zum jetzigen Zeitpunkt ist es grob fahrlässig, wenn man nicht angemessen für sein Alter vorsorgt. Dazu müssen jedoch die allermeisten Angestellten und Arbeiter in Vollzeit oder nahezu in. Vollzeit arbeiten gehen. Wir sprechen hier von dem Großteil der Bevölkerung. Ja, eine Welt in der beide Partner nur 75% arbeiten müssen und trotzdem ausreichend vorsorgen können wäre wünschenswert. Aber die Realität sieht nunmal anders aus.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Ja, an meinen Lebensstandard im Alter darf ich jetzt auch nicht zu ausführlich denken. Andere würden wahrscheinlich sagen, dass es in unserem Fall nötig wäre, dass wir beide zu 100% arbeiten, weil wir so eben nicht ausreichend vorsorgen für ein gutes Leben im Alter. Wenn mein Mann deutlich vor mir versterben sollte, schaue ich ziemlich alt aus. Aber das jetzt ein Risiko, das ich bewusst eingegangen bin, weil ich andere Negativpunkte der 200%-Arbeitsvariante nicht haben wollte. Es ist einfach sehr unterschiedlich, was die verschiedenen Menschen für sich im Alter als noch ausreichend definieren. In beiden Entscheidungsvarianten hat man Unsicherheiten und muss man einige Kröten schlucken.


As

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

OK, auch dir stimme ich ein gutes Stück weit zu. Es ist also ein Fehler im System. Schon ohne Pandemie. Das kann man so sehen. Da hilft aber das beste die Mängel kurzfristig kaschierende Konzept für Präsenzunterricht in der Schule auch nicht. Dann müssten wir generell unser Wirtschaftssystem, die 1,5-Kind-Familie, das fehlende Einwanderungsgesetz, die soziale Marktwirtschaft, unseren Lebensstandard und -Anspruch, das Rentensystem... eigentlich die Grundfesten unserer Gesellschaft infrage stellen. Da bin ich persönlich raus, denn mir geht es dafür einfach zu gut.


Atombiene

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ich würde sagen ausreichend ist das, was uns in Würde altern lässt. Und bereits heute wird der Menschenwürde vieler Rentner nicht genüge getan. Oder warum spricht man überhaupt über sowas wie Mindestrente, Altersarmut (von der im Übrigen überwiegend Frauen betroffen sind). Ich wage mich mal aus dem Fenster und behaupte, du könntest mit deinem Abschluß in der freien Wirtschaft signifikant mehr verdienen. Jemand mit einem niedrigeren Abschluss jedoch nicht. Ein Maurer, Fließenleger oder gar der einfache Sachbearbeiter im Betrieb jedoch nicht.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

So einfach ist das auch für Akademiker nicht, eine fachfremde Stelle in erreichbarer Nähe zu kriegen. Wenn man sich als Promovierte(r) (ohne neue Zusatzausbildung) auf Stellen bewirbt, die nur eine mittlere Qualifikation erfordern, kriegt man meist Absagen mit der Begründung man sei "überqualifiziert". Das habe ich selbst x-mal im Bekanntenkreis erlebt. Am ehesten wird man noch mit schlecht bezahlten Werkverträgen hingehalten, aus denen man jederzeit wieder rausfliegen kann. Dagegen können sich die Erzieherinnen sowohl den gewünschten Stundenumfang, als auch den 2 km-Umkreis in der Großstadt aussuchen, in dem sie arbeiten wollen.


Momvon3

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Also abgesehen davon, dass Mama den normalen Kindergarten ja auch schon bezahlt würde mich mal interessieren, wie das gemeint ist. Unabhängig von der Bezahlung, wer soll denn die Betreuung ad hoc übernehmen?


Atombiene

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Da wären wir allerdings wieder bei der eigenen Entscheidungsfreiheit. Du hättest auch eine andere Wahl treffen können, intellektuell wärst du dazu in der Lage gewesen und deine Akademiker-Freunde ebenfalls. Einem Großteil der Bevölkerung ist diese Freiheit nicht vergönnt. Im Übrigen verstehe ich nicht, welchen Vorteil du durch deine Teilzeittätigkeit hast, wenn du faktisch doch 100 oder sogar 120% arbeitest. Es ist jedenfalls vermessen zu behaupten, Doppel-Vollzeitverdiener würden so viel arbeiten, um sich ihren gehobenen Lebensstandard oder gar ein Eigenheim leisten zu können. Die bundesweiten Zahlen zu Gehältern und deren Verteilung sprechen eine andere Sprache. Und die Bereitschaft der Arbeitgeber zu Teilzeitbeschäftigung möchte ich hier gar nicht erst anfangen zu reden. Das wäre ja der nächste Punkt.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Aber, selbst wenn ich eine zeitlang meine Stunden reduzieren wollen würde, könnte ich dies nicht. Vielleicht ist das als selbständige oder in anderen berufen einfacher. Aber ich müsste einen Job, den ich gerne mache nach 20 Jahren aufgeben und wüsste, dass ich ihn ziemlich sicher dort nie wieder bekommen würde. Würde ich definitiv nicht machen, nein. Trotz Kindern habe ich nämlich auch immer noch ein Leben.


Momvon3

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Du fährst deine Kinder doch seit Monaten, das hast du immer wieder geschrieben. Die Daten zum homeoffice hatte ich auch gelesen. Es sind weitaus weniger im homeoffive als im Frühjahr.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Wir haben als Familie natürlich auch mehrere Varianten durchgespielt. Und für mich gibt es bei der Arbeitsteilungs- und Berufskonzeption in unserer Familie schon auch ein weinendes Auge: Als Selbständige kann ich zwar in einem Randgebiet meiner Fachrichtung tätig werden, aber das ist nicht besonders gut bezahlt, und vor allem ist die Arbeit bei weitem nicht so vielfältig und interessant, wie es die weitere Tätigkeit als als Wissenschaftlerin an der Uni gewesen wäre. Die Entscheidung hatte aber andererseits auch wieder so viele Vorteile für die Familie (u.a. weil man sein eigener Herr ist, und auch mal "nein" sagen kann, wenn ein Auftrag gerade so gar nicht passt), dass sie in der Gesamtsicht sinnvoll ist und ich sie nicht bereue. Und zu dem Stunden-Reduzieren: Grundsätzlich kann ich mir nur sehr wenige Stellen vorstellen, wo man nicht nach 2 Jahren reduzierter Stundenzahl wieder einsteigen könnte, wenn auch vielleicht mit etwas geringerem Gehalt oder bei einem anderen Arbeitgeber. Solche Rückschritte und Umorientierungen können aber aus ganz anderen Gründen ja auch notwendig werden, auch wenn sie sich keiner wünscht. Und die Sicherheit, dass ich in dem Bereich die nächsten Jahre in dem gewohnten oder gewünschten Umfang weiterarbeiten kann, habe ich auch als Selbstständige nicht. Es gibt Phasen, da kommt lange kein Projekt rein und dann drei, die ich gar nicht gleichzeitig bewältigen kann. Ob der Auftraggeber, dem ich im März absagte, wieder mal anfragt, weiß ich auch nicht ...


Atombiene

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Äh moment, wir müssen Kontakte reduzieren, nicht neue verursachen. Wenn sich jetzt alle Eltern mit Betreuungsproblem jemanden ins Haus holen, dann ist das kontraproduktiv. Mal abgesehen davon, dass das bei Klein- oder Kleinstkindern nicht funktioniert. Bei Grundschülern würde es womöglich machbar sein, aber da wäre ja das Problem mit den Kontakten wieder. Bei Kindern bis zu einem gewissen Alter spielt eben die Betreuungsproblematik eine wesentliche Rolle. Ältere Kinder könnte man dagegen ohne Weiteres in den Wechselunterricht schicken. Zumindest wenn die technische Umsetzung und Versorgung mit Equipment gesichert ist.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Und du hältst es tatsächlich nicht für Irrsinn wegen einem noch ein paar Monate andauerndem betreuungsproblem, das meiner Meinung nach nicht einmal sein müsste, einen sicheren, gut bezahlten Job aufzugeben. Nach 20 Jahren? In der Firma, in der man sein möchte, mit guten Sozialleistungen, netten Kollegen, einem guten Betriebsklima? Es ist immer das eine aus eigenem antrieb zu wechseln, welche Gründe auch immer dahinter stecken, oder fremdgesteuert etwas aufzugeben.ich glaube nicht, dass man da nicht sein Leben lang hadern würde. Und Geld ist da noch nicht einmal der Grund.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von As

Ich möchte aber auch mal sehen, wie die Firmen, Behörden, kkh... reagieren würden, wenn plötzlich alle mit Kindern (zumindest ein elternteil) daheim bleiben. Würde bestimmt alles laufen wie bisher, die doppelverdiener braucht ja keiner. Das ist wohl auch ein wenig zu kurz gedacht.


Atombiene

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Mir fällt langsam echt nichts mehr ein. Außer, dass du ziemlich lebensfremd bist und von der freien Wirtschaft keine Ahnung zu haben scheinst. Ja, theoretisch hat jeder Arbeitnehmer, dessen Betrieb gewisse Voraussetzungen erfüllt, einen Anspruch auf Teilzeit. Nur lässt sich dieser in der Praxis nicht immer durchsetzen und ist oft mit erheblichen Einbußen bis hin zu einer Kündigung verbunden. Es gibt einen guten Grund, warum dieses Thema Juristen gutes Geld einbringt. Sicher, du kannst dein Recht durchboxen. Nur für viele bedeutet das eben erhebliche Nachteile, sei es auf die berufliche Laufbahn oder den Tätigkeitsbereich bezogen und das größte Problem ist vor allem, dass es gerade kein Recht zur Rückkehr auf Vollzeit gibt. Teilzeit ist leider immer noch wenig verbreitet und bedeutet, insbesondere für Frauen, das berufliche Abstellgleis. Das muss man halt in Kauf nehmen wollen. Und da wären wir wieder bei der Altersarmut.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Ich sprach nicht von meiner jetzigen Teilzeitarbeit. Ich arbeite im Moment selbstständig und entscheide mich selber, ob ich ein Projekt zu einem gegebenen Verdienst annehme oder nicht. Ab und zu verkalkuliert man sich und arbeitet dann zu einem schlechten Stundenlohn, aber das gehört dazu. Ich wollte mich hier auch nicht über die schlechte Bezahlung der Akademiker ausjammern. Es kam aber der Vorwurf - wohl weil ich schrieb, dass ich als Wissenschaftlerin arbeite -, dass ich wohl in einer Blase der Höhergestellten lebe, die sich als Großverdiener gar nicht vorstellen können, mit wie wenig Geld das gemeine Volk auskommen muss. Und das stimmt einfach nicht. Gerade an der Uni gibt es in meinem Fachgebiet Leute (auch Familienväter und -mütter), die sehr viel für wenig Geld arbeiten, einfach weil so so sehr auf eine Karriere in ihrem Fachbereich hoffen oder so für ihre Sache brennen. Natürlich ist das alles selbstgewählt und kein Grund zum Jammern. Aber genauso wenig haben dann eigentlich auch all die Grund zu jammern, die sich - ohne finanzielle Not (z.B. weil jeder seinen Beruf so liebt) für ein Modell mit zwei Vollverdienern, entschieden haben und jetzt angesichts einer Jahrhundertkrise vor einem Betreuungsproblem stehen, weil man neben dem Homeoffice nicht noch stundenlang die Kinder bespaßen und beschulen kann. Da es sich nicht um Jahre des Homeschoolings handeln dürfte, muss man - wenn man in seinem Job die Stunden tatsächlich gar nicht reduzieren kann - vielleicht in den sauren Apfel beißen und jemand engagieren, der sich um die Kinder kümmert. Immer natürlich unter dem Vorbehalt, dass es Lösungen für die Gruppe von Doppel-Geringverdienern ohne Notbetreuungsanspruch geben muss.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

In meinem Umfeld haben einige Berufe, in denen sie nicht so ohne weiteres Stunden reduzieren konnten. Weil sie aber als systemrelevant eingestuft waren, hatten die Kinder Anspruch auf Notbetreuung. Es gab also kein Problem. Viele andere haben im Frühjahr wegen Betreuungsproblemen ihre Stunden reduziert. Bisher alle ohne Kündigung oder berufliche Rückstufung. Den Arbeitgebern ist ja auch klar, dass das nicht aus bösem Willen geschieht, sondern weil es in der Ausnahmesituation nicht anders ging. Dass es nicht unbedingt Pluspunkte für die Karriereleiter gibt, ist klar. Aber man muss diesen Aspekt auch nicht überdramatisieren. gegenüber einer kinderlosen Kollegin, die spontan nach New York fliegen kann, nie einen Kindkranktag nehmen muss etc. kann man als Mutter auch ohne Corona-Lockdown karrieremäßig Minuspunkte sammeln.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Doch, das wäre unsinnig. Wenn der Job aber gut bezahlt ist, könnte man ja im Fall der Fälle jemand dafür bezahlen, dass er das Homeschooling und die Betreuung übernimmt.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ich bin schon verwundert. Ich habe einen systemrelevanten Job und *trommelwirbel* blöderweise homeoffice. Allerdings nicht wegen corona, sondern schon davor, 2 Tage die Woche. Der Hauptgrund war.mein langer Fahrweg. Nun ist aber, zumindest in bw, bei homeoffice keine notbetreuung gegeben. So, und jetzt? Stunden reduzieren geht halt mit projektleitung auch schlecht so spontan.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Das war hier in BY im Frühjahr meines Wissens anders. Ja, dann bleibt wohl im Fall der Fälle nur die Möglichkeit, zuerst das Kind mit Lernstoff zu versorgen und die liegengebliebene Arbeit nach Feierabend nachzuholen, oder wenn das nicht geht oder man nicht will, jemand für die Kinderbetreuung einzustellen. Im Moment gibt es ja viele Studenten, die händeringend einen Job suchen.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Es ist aber ein großer Unterschied zwischen einer (!) immer gleichbleibenden Kontaktperson oder mindestens 30 verschiedenen Haushalten in der Schule, bzw. sogar deutlich mehr in der weiterführenden Schule aufgrund von Durchmischung der Klassen in verschiedenen Fächern plus unterschiedlichen Fachlehrern


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ja, Studenten gibt es ja gerade so viele, die auch noch Kinder betreuen wollen.also ich kenne 0.


Atombiene

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Na aber an weiterführenden Schulen würde doch Wechselunterricht funktionieren. Das ist doch nicht das Kernproblem, sondern Kinder im Alter, in denen erstens Betreuung notwendig ist und zweitens Homeschooling noch nicht eigenständig zu bewerkstelligen ist. Da müsste man halt differenzierter vorgehen und nicht für alle das gleiche Konzept umstülpen. Und zum Thema Kontakte: Wenn ich eine GS-Klasse mit 25 Schülern habe plus Lehrern, dann sind die Kontakte gut überschaubar. Müssen sich nun 10 von 25 Familien eine zusätzliche Betreuung suchen, dann würde sich die Gesamtzahl der Kontakte im Ergebnis erhöhen. Abgesehen davon, dass man Krippen oder Kiga-Kinder nicht einfach von fremden Personen betreuen lassen kann oder auch will.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Nein, das ist ein Denkfehler. Die Gesamtzahl der Kontakte würde sich eben keineswegs erhöhen sondern drastisch reduzieren. Das ist ja Sinn der Maßnahme. In der Klasse hat das Kind in dem von dir geschilderten Fall Kontakt zu 25 Mitschülern plus angenommen 3 Lehrern = 28 Kontakte, zuhause hat das Kind Kontakt zu einer Betreuungsperson = 1 Kontakt.


Atombiene

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Quatsch, erstens geht deine Annahme davon aus, dass die Kinder sich komplett isolieren, was nicht der Fall sein wird, denn dann werden die Kontakte auf außerhalb der Schule verlagert. Und zweitens werden die Familien im wahrscheinlichsten Fall auf verschiedene alternative Betreuer ausweichen müssen, die von dir genannten Studenten werden ggf. mehrere Kinder betreuen. Und ich wiederhole mich gerne: die wenigsten Eltern werden ihre Kleinst- und Kleinkinder von einer unbekannten Person betreuen lassen. Das Konzept funktioniert einfach nicht bei betreuungsbedürftigen Kindern. Deswegen eben differenzierte Betrachtung.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Ich gehe schon davon aus, dass sich alle an die Regeln halten. Sonst bringt es nichts. Das ist richtig.


Ludwiga

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Mit dem Arbeitgeber sprechen. Ist deine Position relevant, sollte es ihm wert sein auch als familienfreundlich ausgezeichnet zu werden. In unserem Konsortium werden insbesondere Wissenschaftlerinnen bei Bedarf unterstützt. So haben wir z.B. einen Vertrag mit einer Agentur für Kinderbetreuung abgeschlossen. Je nach Situation steht z.B. eine Kinderbetreuung zur Randzeitabdeckung zur Verfügung. Wir haben tatsächlich viele Studenten, die bisschen Geld verdienen möchten und gezielt Kinderbetreuung anbieten. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man nur intern auf die Anzeigen zurückgreifen kann. Du könntest dich auch an eine Agentur für Kinderbetreuung privat wenden.


Mitglied inaktiv

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Wachsen die auf Bäumen oder ist das wieder nur etwas für das gutbetuchte Bildungsbürgertum? Oder sollen die schlechter gestellten Mütter auf die Kinder der besser gestellten Familien aufpassen, dafür ihre eigene "Brut" im Schlamm spielen lassen? Natürlich für Mindestlohn aber ohne Urlaub? Wir können uns natürlich auch ein paar polnische "Au-Pairs" einfliegen lassen. Flüchtlinge fallen mir noch ein...


fritzi3

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Natürlich ist das keine Situation, die sich irgendjemand gewünscht hat. Aber viele derjenigen, die eine so wichtige Stellung haben, dass sie nicht mal für zwei/drei Schul-Lockdown-Verlängerung Wochen die Stunden reduzieren können, können sich tatsächlich relativ problemlos eine Nanny leisten. Im Moment gibt es viele arbeitssuchende Studenten, Künstler, Musiklehrer, Musiker .... Viele andere, die nicht so gut verdienen, aber trotzdem nicht so einfach mal Stunden reduzieren oder Homeoffice machen können (Busfahrer(innen), Krankenpfleger(innen), Verkäufer(innen), ....) sind sowieso systemrelevant und haben damit Anspruch auf Notbetreuung. Damit will ich nicht sagen, dass es keine Fälle gibt, wo es trotzdem hakt. Aber für die Mehrheit dürfte es - mit Abstrichen an der eigenen Idealvorstellung - funktionieren.


Mitglied inaktiv

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Es ging um die Frage, ob es Aufgabe der Schule ist, Betreuung zu gewährleisten. Und nein, das ist es im ursprünglichen Sinne nicht. Also müssen Eltern sich in dieser Ausnahmesituation selbst um ihre Kinder kümmern. Wenn sie das nicht können, müssen sie die Betreuung wohl über ihren Verwandten-, Bekannten- und Freundeskreis organisieren und sicherstellen. Ist dies ebenfalls nicht möglich, können sie auch Angebote in Anspruch nehmen, die bezahlt werden müssen. Welche andere Wahl gibt es?


Atombiene

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Mir ging es nicht um zwei, drei Wochen LD-Überbrückung, sondern um die generelle Frage, welche Aufgaben übernehmen Schule und Kindergarten in der heutigen Gesellschaft. Diese haben sich nunmal sehr gewandelt in den letzten zwanzig Jahren, die Betreuung von jüngeren Kindern ist ein wesentlicher Aspekt davon. Natürlich kann man sich freiwillig dazu entscheiden, in sehr bescheidenen Verhältnissen zu leben und im Alter am Hungertuch zu nagen. Klar, steht jedem frei. Nur faktisch gesehen ist die Bevölkerung auf mehrere Gehälter angewiesen. Das zeigen doch auch ganz eindeutig die Gehalts-Statistiken. Vielfalch reicht nicht mal mehr EIN Vollzeitjob aus, um sich über Wasser zu halten. Ist das ein gesellschaftliches Problem? Ja. Auf jeden Fall. Nur ist es anmaßend zu behaupten, ein Großteil der Bevölkerung hätte sich das ausgesucht. Ich selber arbeite in Teilzeit und verdiene sehr gut, Vollzeit lohnt sich für mich derzeit nicht und mir ist die Zeit mit meiner Familie wichtiger. Einbußen bei der Rente werde ich deswegen keine haben bzw. nur unwesentlich. Nur ist mir sehr bewusst, dass ich in dieser Hinsicht äußerst privilegiert bin. Im Leben nicht würde mir einfallen zu behaupten, die anderen, denen es dahingehend schlechter geht, hätten sich für das Modell des Todrackerns selber entschieden. Den LD für zwei, drei Wochen verlängern würde zwar viele vor erhebliche Probleme stellen, aber irgendwie wäre es schon machbar. Ich schätze ohnehin, dass es wieder Notbetreuung unabhängig von Systemrelevanz geben wird. Nur LD bis zum April/Mai ist einfach keine Option. Da sollte man doch lieber gleich die älteren Schüler in Wechsel--und/oder Distanzunterricht schicken. Würde vieles entzerren.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von Ludwiga

Nette Ideen, solange aber Kitas geschlossen werden müssen, dürfen nur den Richtlinien entsprechend die zur notbetreuung zugelassenen Kinder betreut werden. In privaten Einrichtungen über die Firma (haben wir sogar jedoch alle Plätze belegt) wie auch bei tagesmütter. Klar, Studenten als babysitter würde gehen. Hier bei uns in bw sind wir allerdings anders als bspw im Osten was kindertereuung in jeglicher Form angeht sehr hinterwäldlerisch.


Momvon3

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Und woher kommen die ganzen betreuungswilligen Personen nun? Hier findet man noch nicht mal stundenweise jemand. Theorie schön und gut.


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von fritzi3

Ich würde meinen dreijährigen ganz sicher nicht mit dem flötenlehrer allein lassen. Studenten studieren übrigens bei uns auch derzeit. Nur halt daheim. In bw hat man auch bei 3 Kindern und systemrelevanz keinen Anspruch auf notbetreuung bei homeoffice. Wie ich schon schrieb ist kurz mal Stunden reduzieren völlig utopisch. In welcher Branche das funktionieren soll, ist mir ein Rätsel.


Ludwiga

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Das finde ich allerdings auch, dass die Betreuung noch sehr ausbaufähig ist. Ich weiß nicht, in welcher Branche du arbeitest. Wir können beispielsweise jetzt die Arbeitszeiten von 6:00 - 22:00 Uhr, Mo - So ausweiten (Wegen der Ausgangssperre haben wir immer die Mitarbeiterkarten dabei) Besprechungen etc. finden natürlich nicht (unbedingt) um 21:00 Uhr statt. Ich habe Vorlesungen etc auch mittags. Meine Kinder, wir als Familie haben aber schon vor Corona lernen müssen, sehr flexibel zu reagieren. Unsere Kinder sind jetzt allerdings 8 und 11 Jahre. Es läuft nicht perfekt aber es ist irgendwie machbar. Wir müssen nach vorne schauen. Diese Flexibilität wäre auch auf der Arbeitgeberseite wünschenswert, gerade in Positionen, in denen Mann/Frau doch in der Lage ist, die Arbeit selbstständig einzuteilen und zu managen. Es gibt also noch viele Baustellen, auch nach Corona.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Man kann sich halt nicht immer nur auf den Staat verlassen, sondern muss auch selber kreativ, flexibel und lösungsorientiert sein. Meine Meinung. Für unsere Familie habe ich eine gute Lösung gefunden, andere müssen dies dann angepasst für ihre Familiensituation ebenso tun. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Atombiene

Im Normalbetrieb übernehmen Schule, Hort und Kita ja die Funktion, die Kinder so lange zu unterrichten bzw. zu betreuen, wie die Eltern arbeiten müssen oder wollen. In der jetzigen Situation ist es aber ja zwingend erforderlich, die Kontakte zu reduzieren und nicht - bloß weil es keine elegante Lösung für das Betreuungsproblem gibt - doch wieder in in der 1. bis zur 6. Klassenstufe 25 oder 30 Schüler für Stunden in ein Zimmer zu setzen. Und weil wir nun mal in diesem Dilemma stecken, fände ich es schon angebracht, dass all diejenigen, die es sich entweder leisten können, vorübergehend Stunden zu reduzieren oder eine Nanny anzustellen oder die es - unkomfortabel - schaffen können, ihr 4.-Klass-Kind doch irgendwie neben dem Homeoffice zu betreuen, dies auch tun. Für all diejenigen, für die es aus finanziellen oder anderen Gründen gar nicht anders geht, sollte es andere Lösungen geben. Aber wenn jeder sofort schreit, dass dies und jenes doch ungerecht ist, wenn es für die eigene Person ein bisschen unkomfortabel wird oder man plötzlich auch Kompromisse machen muss, weil die Lage es halt erfordert, kommen wir nicht weiter.


fritzi3

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Wenn man im Homeoffice arbeitet, müsste man die Kinder ja auch gar nicht mit dem Flötenlehrer allein daheim lassen. Und: Studenten studieren zwar im Moment, ein nicht kleiner Teil kann sich aber das Studium nur mit Nebenjobs finanzieren. Und von den üblichen Nebenjobs gibt es während des Lockdowns nicht ganz so viele .... Unsere Nachbarn (auch 3 Kinder, beide Eltern Vollzeit arbeitend) haben ihre Arbeitszeiten etwas gestaffelt und darüber hinaus jetzt über betreut.de jemand gesucht und gefunden, der lange in der Jugendarbeit tätig war und jetzt die Kinderbetreuung übernimmt. Und zum Stundenreduzieren: Ich kenne einige, die in Branchen beschäftigt sind, in denen sie gebeten wurden, Stunden zu reduzieren, weil im Moment coronabedingt weniger Arbeit da ist: beschäftigte beim Zahnarzt, Gastronomie, Reisebüro, Autozulieferer, Kreativbranche, Instrumentallehrer, .... Das trifft sicher nicht auf alle zu. Z.B. Steuerbüros dürften im Moment mehr Arbeit haben als sonst, aber sind doch auch nicht so wenige.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

habs ja oben nochmal geschrieben, dass wir fahren. Kann nur nicht jeder leisten. In unseren Unternehmen ist die HO-Zahl nochmal deutlich niedriger als im Frühjahr. Technisch wurde nochmal aufgerüstet, jetzt geht noch mehr.


like1101

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

und was ist eigentl. mit den Berufsschulen ? Wieso dürfen die offen bleiben ? Was ist denn da anders als z.B. einer fortführenden Schule, wie Gymnasium ? Ich versteh vieles nicht mehr ...


emilie.d.

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Das sieht man jetzt immer deutlicher an Daten aus Großbritannien. Deshalb schwenkt die Politik um. Man häte spätestens kn Oktober die Klassen halbieren müssen.


Sabri

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Hallo zusammen, erst einmal vorweg: mich treffen die Schulschließungen privat nicht hart, mein eines Kind hat 2020 Abitur gemacht, mein anderes Kind ist 14 und in Klasse 9. Ich könnte, wenn ich mehr zu Hause wäre, das 14- jährige Kind beschulen, mein großes Kind könnte dies auch. Es ist auch gar nicht so nötig, da das Kind schon 14 ist und es größtenteils selber kann. Aber wenn ich die Uhr oder den Kalender mal 10 Jahre zurückdrehe, dann hätte ich rotiert. Da hatte ich ein Grundschulkind und ein Kindergartenkind. Das Grundschulkind wäre noch das kleinere Problem gewesen (sie hätte sich mit etwas Unterstützung am Abend oder Wochenende gut alleine beschulen können, war gut in der Schule und ehrgeizig, konnte auch schon lange alleine zu Hause bleiben, aber natürlich nicht 8 bis 9 Stunden jeden Tag). Das Kindergartenkind hätte ich wahrscheinlich monatelang bei meinen Eltern parken müssen, mehrere hunderte Kilometer entfernt. Ich hätte meinen Sohn wenig gesehen, weil ich meine Eltern nicht ständig hätte besuchen können, wegen der Ansteckungsgefahr und wegen der Entfernung. Ich hätte zwar Anspruch auf Notbetreuung gehabt, aber das nützt bei Quarantäne auch nichts. Meinen systemrelevanten Beruf kann ich natürlich nur auf Eis legen bei eigener Krankheit oder eigener Quarantäne. Die Frage der Berufstätigkeit stellt sich bei mir gar nicht, denn das Berufstätig-Sein ist absolut notwendig, da ich alleinerziehend und alleinverdienend bin. Vor daher, alle, die sich jetzt über die Schul- und Kitaschließungen ärgern oder darüber in Panik ausbrechen, haben mein Verständnis. Aber worüber ich den Kopf schüttle ist, warum es zwei Elternteile nicht hinbekommen im Homeoffice ihre Kinder zu betreuen. Das muss doch bei ein oder zwei Schulkindern möglich sein. Gut, Babys und Kleinkinder oder nicht gesunde oder sehr viele Kinder mal ausgenommen, aber wenn man zu zweit ist und sich abwechseln kann, müsste das doch gehen - ist jetzt keine schöne Situation, man ist nur noch mit arbeiten, Kind betreuen und schlafen beschäftigt, aber das machen alleinerziehende Vollzeit-Berufstätige auch ohne Corona doch ständig. Ich konnte und habe neben meinen Babys und Kleinkindern immer noch täglich einige Stunden zu Hause am Schreibtisch gearbeitet, auch am Wochenende, da meine Kinder zunächst nur vier Stunden pro Tag betreut waren. Das müsste doch zu zweit auch gut gehen. Gut, ich habe auch schon jahrelang keine Zeit mehr zum Fernsehen gucken, aber das kann man wenn man will in einigen Jahren nachholen. Und was ich auch nicht verstehe ist, wie man die Verantwortung für die Erziehung und Bildung seiner Kinder so weitgehend an die Kita und an die Schule abtreten kann. Das ist und war für mich immer in erster Linie meine Aufgabe. Gerade in der Grundschulzeit haben meine Kinder das meiste doch zu Hause gelernt, aber nicht aus Büchern und nicht durch Ausfüllen von Arbeitsblättern, sondern durch Fußmärsche durch den Wald oder durch die Stadt, durchs Lesen und Reden/Erzählen. Ich habe eine fleißige, wissbegierige, gut organisierte Tochter und einen weniger fleißigen, aber intelligenten und in bestimmten Bereichen sehr interessierten Sohn und das ist nur zu einem geringen Teil Verdienst der Schule. Irgendwie glaube ich, dass manche Eltern auch aus Bequemlichkeit ihre eigenen Möglichkeiten unterschätzen und die Möglichkeiten und Chancen in Kita und Schule überschätzen. Vielleicht sind wir alle auch viel zu verwöhnt und kaum noch in der Lage, uns auf eine unkomfortable Situation einzustellen. Ich bin auf alle Fälle dafür, dass alle, die das eigentlich können, so langsam mal aufhören sollten zu jammern und die Verantwortung für IHRE Kinder annehmen und übernehmen und sei es auch nur, um dem eigenen Kind ein Vorbild zu sein, damit es lernt, wie man mit schwierigen Situationen umgeht.


Felica

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Antwort auf Beitrag von Sabri

Dafür mag ich dich gerade umarmen. Das ist nämlich das was ich mich auch Immer frage.


cube

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Antwort auf Beitrag von Sabri

Jawoll - all die Eltern, die ihren Chefs nicht einfach mal den Marsch blasen, dass der ihnen gefälligst neue Arbeitszeiten zuteilt oder ansonsten kündigen? oder was?, sind halt einfach nur zu bequem. Und die Eltern, deren Kinder(er) einfach deutlich besser und motivierter in der Schule lernen - da machen die Eltern wohl auch etwas falsch schätze ich?


Sabri

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Hallo zusammen, erst einmal vorweg: mich treffen die Schulschließungen privat nicht hart, mein eines Kind hat 2020 Abitur gemacht, mein anderes Kind ist 14 und in Klasse 9. Ich könnte, wenn ich mehr zu Hause wäre, das 14- jährige Kind beschulen, mein großes Kind könnte dies auch. Es ist auch gar nicht so nötig, da das Kind schon 14 ist und es größtenteils selber kann. Aber wenn ich die Uhr oder den Kalender mal 10 Jahre zurückdrehe, dann hätte ich rotiert. Da hatte ich ein Grundschulkind und ein Kindergartenkind. Das Grundschulkind wäre noch das kleinere Problem gewesen (sie hätte sich mit etwas Unterstützung am Abend oder Wochenende gut alleine beschulen können, war gut in der Schule und ehrgeizig, konnte auch schon lange alleine zu Hause bleiben, aber natürlich nicht 8 bis 9 Stunden jeden Tag). Das Kindergartenkind hätte ich wahrscheinlich monatelang bei meinen Eltern parken müssen, mehrere hunderte Kilometer entfernt. Ich hätte meinen Sohn wenig gesehen, weil ich meine Eltern nicht ständig hätte besuchen können, wegen der Ansteckungsgefahr und wegen der Entfernung. Ich hätte zwar Anspruch auf Notbetreuung gehabt, aber das nützt bei Quarantäne auch nichts. Meinen systemrelevanten Beruf kann ich natürlich nur auf Eis legen bei eigener Krankheit oder eigener Quarantäne. Die Frage der Berufstätigkeit stellt sich bei mir gar nicht, denn das Berufstätig-Sein ist absolut notwendig, da ich alleinerziehend und alleinverdienend bin. Vor daher, alle, die sich jetzt über die Schul- und Kitaschließungen ärgern oder darüber in Panik ausbrechen, haben mein Verständnis. Aber worüber ich den Kopf schüttle ist, warum es zwei Elternteile nicht hinbekommen im Homeoffice ihre Kinder zu betreuen. Das muss doch bei ein oder zwei Schulkindern möglich sein. Gut, Babys und Kleinkinder oder nicht gesunde oder sehr viele Kinder mal ausgenommen, aber wenn man zu zweit ist und sich abwechseln kann, müsste das doch gehen - ist jetzt keine schöne Situation, man ist nur noch mit arbeiten, Kind betreuen und schlafen beschäftigt, aber das machen alleinerziehende Vollzeit-Berufstätige auch ohne Corona doch ständig. Ich konnte und habe neben meinen Babys und Kleinkindern immer noch täglich einige Stunden zu Hause am Schreibtisch gearbeitet, auch am Wochenende, da meine Kinder zunächst nur vier Stunden pro Tag betreut waren. Das müsste doch zu zweit auch gut gehen. Gut, ich habe auch schon jahrelang keine Zeit mehr zum Fernsehen gucken, aber das kann man wenn man will in einigen Jahren nachholen. Und was ich auch nicht verstehe ist, wie man die Verantwortung für die Erziehung und Bildung seiner Kinder so weitgehend an die Kita und an die Schule abtreten kann. Das ist und war für mich immer in erster Linie meine Aufgabe. Gerade in der Grundschulzeit haben meine Kinder das meiste doch zu Hause gelernt, aber nicht aus Büchern und nicht durch Ausfüllen von Arbeitsblättern, sondern durch Fußmärsche durch den Wald oder durch die Stadt, durchs Lesen und Reden/Erzählen. Ich habe eine fleißige, wissbegierige, gut organisierte Tochter und einen weniger fleißigen, aber intelligenten und in bestimmten Bereichen sehr interessierten Sohn und das ist nur zu einem geringen Teil Verdienst der Schule. Irgendwie glaube ich, dass manche Eltern auch aus Bequemlichkeit ihre eigenen Möglichkeiten unterschätzen und die Möglichkeiten und Chancen in Kita und Schule überschätzen. Vielleicht sind wir alle auch viel zu verwöhnt und kaum noch in der Lage, uns auf eine unkomfortable Situation einzustellen. Ich bin auf alle Fälle dafür, dass alle, die das eigentlich können, so langsam mal aufhören sollten zu jammern und die Verantwortung für IHRE Kinder annehmen und übernehmen und sei es auch nur, um dem eigenen Kind ein Vorbild zu sein, damit es lernt, wie man mit schwierigen Situationen umgeht.


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von Sabri

das machen würden, wofür die bezahlt werden: für die Übermittlung des Schulstoffes. Die Phase im ersten LD hat aber gezeigt, dass sich da viele für nichts verantwortlich fühlen. Das es sich jetzt ändern wird, wage ich zu bezweifeln.


M.

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Es ist ja wirklich gruselig, was ihr für Lehrer habt!? Ich kenne keinen, der nicht seiner Verpflichtung, so gut es eben geht und auf allen möglichen Wegen, die Schüler zu unterrichten (möglichst nach Stundentafel), darüber hinaus menschlichen Kontakt zu Schülern und Eltern zu haben und zu halten, nachkommt... Vor den Weihnachtsferien mit vollem Stundendeputat in der Schule plus Homeschooling für quarantänisierte Kinder, Überstünden für Vertretung, Notbetreuung etc.. Entweder sind meine und die mir bekannten Schulen und Lehrkräfte alles totale Ausnahmen oder es wird und kann vielleicht auch nicht alles gesehen werden (Fehler im System), was von Seiten der Schule und der Lehrer gearbeitet wird. Sicherlich, Ausnahmen bestätigen bestimmt wie immer die Regel. Sollten jedoch die Lehrer Eurer Kinder tatsächlich alles so "faule Socken" sein, dann tut mir das echt leid und wäre sehr erschreckend...!


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von M.

Ausnahme. In den Nebenfächern geben sich die meisten Mühe, da wäre es mir aber auch egal. Wenn aber der Mathe-oder Deutschlehrer ohne Grund für 2-3 Wochen abtauchen.....Der Schulleiter geht bald in die Rente, ihm ist das, glaube ich, auch egal.Was soll’s....Msn weiß, was man bekommt.


Sabri

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Antwort auf Beitrag von M.

Hallo zusammen, ich lese hier ja nicht alles, deshalb kann ich manchmal nur vermuten. Ich vermute, dass es einen kleinen Prozentsatz von Eltern gibt und dass Marianna möglicherweise dazugehört, bei denen das Kind schulisch auch vor Corona schon in den Brunnen gefallen war sei es durch falsche Schulwahl, übermäßige Fehlstunden oder was auch immer (und ja, es gibt auch schlechte Lehrer, schlechten Unterricht und schlechte Schulleitung) und da ist es eben einfach, nun die ganze Corona-Schul-Situation verantwortlich zu machen. Was man hier schreibt ist die eine Sache, wichtig ist, dass man ehrlich zu sich und seinem Kind bleibt. Nicht immer passen Erwartungen und Realität zusammen.


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von Sabri

Im1-2 Bereich, nur in Mathe liegt er im 3er Bereich.Wie enttäuschend für dich!


cube

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Antwort auf Beitrag von Sabri

Wenn man also mit dem "Konzept" der Schulen zur Beschulung während einer Pandemie nicht zufrieden ist, liegt das daran, dass das eigen Kind wohl eh vorher schon nicht gut genug war oder man halt die falsche Schulform gewählt hat? Naja...


Marianna81

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Antwort auf Beitrag von cube

Es sind immer diese dummen Kinder und diese blöden Eltern Schuld.


As

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Antwort auf Beitrag von Marianna81

Aber Marianne, wenn das so ist, wo liegt denn dann dein Problem? Mit dieser guten Ausgangslage wird dein Kind auch unter Coronabedingungen nicht zu den Verlierern abrutschen. Du hast ein intelligentes Kind. Du scheinst das Arbeitsverhalten des Kindes auch zu Hause gut im Griff zu haben. Sooo schlecht können die Lehrer dann evt. auch nicht sein. Mit Einsen, Zweien und einer Mathe-3 kann man doch gut leben?


Momvon3

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Antwort auf Beitrag von Sabri

Schon recht unverschämt, wenn Eltern Probleme haben homeoffice, online Unterricht, stupide exceltabellen (übrigens nur in Mathe und Deutsch grundschule) und ein kitakind gleichzeitig zu händeln. Klar, die beiden akademikereltern sind bestimmt zu blöd den Stoff beizubringen, wollen die Kinder nur abschieben oder die Kinder sind schlicht zu blöd. Besprechungen der Eltern können doch beliebig in die Abend- oder Nachtstunden verschoben werden, die Kollegen haben da ja bestimmt auch Zeit. Ein dreijähriger hört geduldig zu, wenn Mathe erklärt wird, denn das wird den Eltern als Aufgabe übergeben und die 11jährige soll sich nicht so anstellen, wenn der PC einfach nicht so funktioniert wie von Mama erklärt ( und sie nicht aus ihrem Meeting kannn). Und warum sind Lehrer in der Grundschule eigentlich 2-3 Wochen nicht erreichbar?


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Momvon3

Wenn zwei Akademikereltern mit hohen Stundensätzen arbeiten, müsste es doch finanziell möglich sein, einen Babysitter zumindest stundenweise zu organisieren, ggf auch eine nette Studentin, die rund um ihre Pflichtkurse mit digitaler Anwesenheit noch Zeit hat, Euch zu entlasten. In den Häusern rings um uns herum sitzen gerade viele Studenten, die zwar schon auch lernen müssen, klar, aber doch sichet froh wären um einen kleinen Nebenverdienst als Betreeuer der Nachbarsfamilie. Aber ich mach mir keine Illusion, mein Vorschlag ist eh blöd weil...