mutti6
Gleich vorweg, ich bin weder Corona-Leugner noch Querdenker und habe jeden Tag mit Corona zu tun und weiß auch um die Überlastung der Krankenhäuser. Dennoch treibt die Corona-Angst viele Menschen dazu, aus Angst davor, keine ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Heute habe ich mitbekommen, wie eine treue Nachbarin gestorben ist, weil sie aus Angst vor Corona nicht ins Krankenhaus wollte. Auch bei uns in der Arztpraxis sind schon mehrere Patienten gestorben, weil sie wegen ihrer Coronaangst keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen wollten. Wo soll das noch hinführen? Gibt es nicht den goldenen Mittelweg, ich habe auch keine Lösung parat, aber auch diese Menschen erscheinen in der Todesstatistik und dann heißt es wieder xy Menschen sind in diesem Monat mehr gestorben als vor einem Jahr, aber nicht alle mit oder an Corona, sondern auch eine nicht geringe Anzahl wegen Corona.
Ich habe vor wenigen Tagen eine Antwort hier gelesen, dass man auch ein Jahr mal aussetzen könnte mit Vorsorgeuntersuchungen, da wird schon nichts passieren
.
Leider ist dem ja oft nicht so, wenn sich schnell etwas entwickelt.
Ich nehme alle Arzttermine, die ich für wichtig erachtet, wahr.
Ich hatte gerade Corona und werde in zwei Wochen zum Kardiologen gehen und auch zur Physiotherapie, wenn ich Termine habe.
Gerade bei Vorsorgeuntersuchungen, deren Intervall wegen einer Risikoabwägung (z.B. Risiko zu spät entdeckter Krebs vs. Risiko durch die Untersuchung) eher groß, aber meist doch recht willkürlich festgelegt ist, sind das m.E. alles graduelle Entscheidungen. Zum Beispiel zur Darmkrebsvorsorge ist im Moment für Patienten ohne familiär einschlägigen Hintergrund eine Basisuntersuchung mit 50 bzw. 55 Jahren vorgesehen. Ist diese befundlos, ist eine zweimalige Wiederholung nach 10 Jahren vorgesehen. Immer wieder wird diskutiert, ob nicht 7/8 Jahre (oder auch 12 Jahre) besser wären, ob man über 70-Jährige ohne Risikofaktoren noch einer Koloskopie unterziehen sollte, weil das Risiko für Komplikationen bei dem Eingriff in höherem Alter größer ist, etc. Wenn man als 65- oder 75-Jähriger jetzt eine solche Koloskopie wegen Corona um ein halbes Jahr oder Jahr verschiebt, kann das im Sinne der Risikoabwägung durchaus eine sinnvolle Entscheidung sein. Anders natürlich, wenn man trotz eindeutiger Warnsymptome, nicht zur Darmspiegelung geht.
Ländern nicht jährlich gemacht, die haben aber teilweise bessere Erkennungsraten als Deutschland. In Schweden (glaube ich) wird die Frau schriftlich alle 3 (oder 5 Jahre?) eingeladen und das scheint besser zu klappen.
Auch bei familiärem Darmkrebs ist das Koloskopie-Intervall in Deutschland am engsten, nämlich jährlich. Anderswo in Europa ist es alle drei Jahre. Und selbst die FSME-Impfung frischen die Schweizer alle 10 Jahre auf, die Deutschen alle 5 Jahre. In Deutschland ist man nach meinem Eindruck in manchen Dingen scheinbar sehr vorsichtig, vernachlässigt dabei eher die Risiken mancher Untersuchungen bzw. man vernachlässigt andere Aspekte komplett. Zum Beispiel gibt es wohl in den Niederlanden ein sehr erfolgreicher Konzept zur Frühgeburtsprophylaxe mittels pH-Selbsttest. Das interessiert hier fast niemand, obwohl man mit geringen Kosten eine große Zahl an Frühgeburten verhindern könnte. Aber das Thema ist einfach noch nicht in einem Programm festgeschrieben.
Angst ist ein wichtiger menschlicher Reflex, aber Angst ist auch ein ganz schlechter Retgeber in Zeiten wie diesen....Kommentar ende
Hej! Natürlich werden Ängste, wie ich finde, in den Medien sehr geschürt und nicht zu sehr entwerte. Letztendlich ist aber auch dem Einzelnen selbst überlassen, wie sehr er/sie sich von diesen Ängsten oder der Angst vor anderen Krankheiten steuern läßt und wie weit er seine eigene Verantwortung für sich und seine Umwelt auch wahrnimmt. es ist bedauerlich und gefährlich, wenn auch hier die Ärzte warnen, daß Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen werden oder ausgesetzt werden, weil man Coronaängste hat oder weil man Kapazitäten für Corona freihalten will. Das ist schlimm - aber wo der Patient selbst entscheiden darf und soll, muß man ihm eben auch die Verantwortung abgeben. Ich finde nicht, daß andere da für den Patienten entscheiden können und sollen .- das sind erwachsene Menschen, die man doch gelernt haben zudenken. Wir verpflichten keinen, sich impfen zu lassen; es ist auch nie jemand gezwungen, zu einer Vorsorge zu gehen,- mit oder ohne Corona; dieses Prinzip sollte man eben nicht ändern, finde ich. Corona ist eine neue, ernsthafte Erkrankung, aber ich gehe davon aus, daß man auch bei ängstlichen nachfragen Vorsorge treffen und beruhigen kann. Ich kam ganz am Anfang, kurz vor dem 1. Lockdown hier im März in die Arztpraxis und hatte full house erwartet, gerade well da noch sehr viel Unsicherheit über Corona herrschte und es ja nirgends Teststellen gab oder sowas da war (hier) der Hausarzt die erste Anlaufstelle bei jedem Kratzen und Husten. Aber da war gähnende Leere. Genauso war es, als wir zu zweit neulich bestellt waren .- da war NIEMAND snist. das kann man sich organisatorisch auch zusichern lassen - das bleibt doch jedem selbst überlassen. Ach ja, zur Vorsorge war ich auch,. das ist nämlich eine der wenigen Vorsorgeuntersuchungen die mir hier alle 2 Jahre zustehen, die lasse ich ganz sicher nicht sausen -auch da: außer de, Personal war da niemand, mit dem ich hätte in Berührung oder sonstwie kommen können. Also, Eigenverantwortung, wie immer- Corona ist da nur ein Verschärfer, auch gegen diese Coronaangst kann man als mündiger Patient vorgehen und etwas tun. Gruß Ursel, DK
Meine Mutter hatte ja Verdacht auf Darmkrebs jetzt im September. Zum Arzt gegangen ist sie eigentlich auch nur, weil wir Kinder sie gedrängt haben. Vorher hieß es immer, hat noch Zeit, warte Corona ab Als mein Bruder Urlaub hatte, ging sie zum Chirurg, dann weiter MRT und abends auf Op Tisch. Sie würde heute nicht mehr leben, wäre sie diesen Donnerstag nicht gegangen. Der Abszess wäre geplatzt. Nun hoffen wir auf baldigen Termin zur Rückverlegung des Darms. Ist jetzt kein dringend notwendiger Eingriff - Termin anvesiert zu März
Da gebe ich dir absolut recht. Gerade die Ältere Generation, die sich überwiegend nur bei ARD und ZDF informiert, bekommt dort eigentlich permanent Angst gemacht. Ich schaue es mir inzwischen nicht mehr an, da ich es absolut unausgewogen und verängstigend finde. Von daher finde ich das auch sehr bedauerlich. Man könnte z.B. auch mal in den Nachrichten erwähnen, dass das durchschnittliche Sterbealter der Coronatoten 84 Jahre war, also älter als das übliche Durchschnittliche Sterbealter. Ausserdem dass es z.B. in Berlin dieses neue Krankenhaus mit den 500 Betten gibt, das extra gebaut wurde und das bis heute noch nicht einmal benutzt werden musste etc.... einfach nicht nur mit dem Knüppel draufhauen, sondern den Leuten wenigstens noch soviel Kraft und Mut lassen, dass sie sich wenigstens noch wegen anderer Krankheiten zum Arzt trauen.
gibt es für dieses Krankenhaus auch Personal?
Wenn für das Personal weiterhin nur geklatscht werden soll, wird das wahrscheinlich überall bald zum Problem.
Die für meine Begriffe noch recht neutral berichten und auch oft hingewiesen haben dass man keineswegs nicht zum Arzt gehen sollte wenn man was hat. Hier trifft die Angst vor Corona auch auf dieses " ist sicher nicht so schlimm dass ich den Ärzten nun noch mehr Arbeit mache" die eh schon überlastet sind etc Gerade das hat ja die ältere Generation gewaltig, nur nicht zur Last fallen dann geht durch die Presse dass die Betten freigehalten werden und nicht Notwendiges aufgeschoben wird, nur sollte die Entscheidung notwendig oder nicht ja nicht beim Patienten liegen, das kann nur ein Arzt entscheiden Auch hier hilft nur Aufklärung
Ja, es gibt Personal auf Abruf - hier ist ein Artikel darüber...den hatte ich vorhin gerade gelesen... https://www.zeit.de/arbeit/2021-01/corona-krise-klinik-berlin-intensivbetten-notfall-covid-19
Ja, ich meine in der Zeit war ein Artikel darüber: Doktoranden aus dem Medizinbereich, Ärzte im Ruhestand.... Nicht ganz die ideale Mischung, ein Notnagel eben.
Das ist wirklich schlimm. Eine schlimme Zeit. Der psychische Aspekt wird nicht beleuchtet. Mir fehlt auch vernünftige Erklärungen für die Maßnahmen. Überall lese ich nur Panikmache, Totenzahlen täglich neu aktualisiert, Neuinfektionen und so geht es seit bald einem Jahr. Wenn man den Zahlen glauben will, bringen die Maßnahmen rein gar nichts. Und kaum jemand würde eine Pandemie bemerken, wenn es nicht in den Medien berichtet werden würde und überall Maßnahmen gäbe. Ja, hier berichteten einige von Leuten, die es hatten. Trotzdem, eine Pandemie sieht anders aus. Seit Monaten halten wir alle uns streng an Maßnahmen und Hygienekonzepte und trotzdem gehen die Zahlen hoch. Nee, kann ich mir nicht so vorstellen. Zumal viele positiv getestete keine SMptome haben. Shitstorm in 3....2.....1....
@Monroe, da stimme ich zu 100 Prozent mit dir überein!
Die psychischen Folgen sollten nicht ignoriert werden. Und die wären halt ohne die Maßnahmen auch schlimmer. Die meisten Menschen würden Angst bekommen, wenn sie plötzlich täglich den Abtransport von Särgen miterleben. Bzw. klar ist, dass auch für andere Dinge im KH keine Behandlung erfolgen kann, weil KH einerseits voll, andererseits zu viel Personal krank / verstorben. Dass einige Menschen derzeit nicht zum Arzt gehen, liegt ja auch nicht an der Angst vor Maßnahmen, sondern an der Angst vor corona. Ja, die Maßnahmen drücken die Zahlen nicht so weit runter wie erhofft. Aber ohne Maßnahmen wäre die Situation noch ganz anders. Allerdings hast du damit Recht, dass die Maßnahmen oft nicht gut erklärt werden. Bessere Kommunikation würde wahrscheinlich auch zu einer besseren Akzeptanz und Einhaltung der Maßnahmen führen.
Das erzähle ich meiner Schwägerin, die Anästhesistin im örtlichen Klinikum ist und der Krankenschwesternachbarin. Wenn sie keine Nachrichten hören und lesen würden, würden sie die Pandemie nicht merken. Das ist doch für die beiden ein guter Tipp. Beide sind nämlich fix und alle, wissen nicht mehr wo oben und unten ist, sagen, Sie haben so etwas noch nie erlebt. Beide sind seit Jahrzehnten im Dienst und haben etliche Influenzawellen mitgemacht. Aber hey, selbst Schuld wenn die Nachrichten schauen, oder?
Eben - einfach Augen zu und schon ist das Monster Corona weg... Ja, die psychischen Folgen sind nicht zu unterschätzen - keine Frage!
Mit der Angst zu arbeiten ist leider eine (gewohnte) Strategie der Politik mit vielen Kehrseiten, da gebe ich dir Recht. Das fällt ihnen immer wieder auf den Kopf, auch hier in Österreich (jeder wird bald einen Unternehmer kennen, der nicht mehr die ÖVP wählt) Auch die psychische Gesundheit ist wichtig und es gilt eine Balance zu finden. Dass die Krankenhäuser trotz Maßnahmen und anteilsmäßig geringer Anzahl an schweren Verläufen von bevölkerungsanteilsmäßig wenig Erkrankten überlastet sind, spricht leider FÜR das Vorhandensein einer Pandemie. Nicht dagegen. Wie es ohne oder mit geringen Maßnahmen selbst in einem Land mit Spitzengesundheitssystem wie in Österreich aussehen kann? Sieht man an der Übersterblichkeit im November und Dezember in Österreich. Für mich ist es auch interessant die Medien zu beobachten. Diese werden in Österreich massiv durch Werbeinserate der Regierung „gefördert“. Impfung kommt raus, es wird auf orf.at über Langzeitfolgen der Erkrankung berichtet. Ich bin für die Impfung und auch dafür die Bevölkerung über Langzeitfolgen von Covid zu informieren. Aber interessant ist es. Ministerin Aschbacher wird mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert? Keine Erwähnung im Boulevard. Erst nach dem Rücktritt wird nachgetreten. Da bin ich jetzt echt sensibilisiert und natürlich hat die Regierung Einfluss auf die Berichterstattung. Aber eine große Verschwörung dahinter ist ein Denkfehler. Zum Schluss: BITTE nehmt alle notwendigen Vorsorgeuntersuchungen und Therapien in Anspruch und ermutigt andere das auch zu tun.
ganz deiner meinung
Ja sorry - aber natürlich geht man normal weiter wegen dem was man eh hat etc. zum Arzt. Und „wegen“ Corona würden die Leute sterben, wenn die Intensivstation so voll wäre, dass das Unfallopfer nicht mehr notoperiert werden könnte - dem ist aber aufgrund der Maßnahmen Gottseidank nicht so.
@Kirshinka: es gibt leider doch einige Regionen in D, wo die Notärzte massive Probleme haben Patienten "loszuwerden", weil es sich in den Notaufnahmen staut. Das betrifft dann alle Krankheitsbilder.
In einigen Krankenhäusern werden nicht nur Termine verschoben, sondern auch das Personal. Es ist sehr schwer Kontakt bzgl. meinem Epikind zu bekommen- Arztbriefe wurden seit über einem halben Jahr nicht mehr geschrieben... Ausfälle beim Kind- egal. Laborwerte zur Medikamkamentenspiegelbestimmung: vom Labor versaut- da sind wir im Blindflug. Das Labor macht auch Covid-PCR und ist überfordert. Mir geht es aktuell auch bescheiden, weil ich einfach nur noch überfordert bin- aber was solls- mein Hausarzt hat ein nettes Mittelchen verschrieben... Das nehme ich jetzt auch im Blindflug, ohne irgendwelche Gründe für die Depression ändern zu können...
Liebes Winterkind, das klingt ganz schlimm und leider real. Aber bitte auf jeden Fall dran bleiben! Wenn du es gerade nicht selbst kannst, wer könnte dich dabei unterstützen? Einen Termin beim Psychiater ausmachen und beim Psychologen/Psychotherapeuten. Durchtelefonieren und die Dringlichkeit betonen. Das muss alles stattfinden, egal ob Lockdown oder nicht. Erneut die Laborwerte bestimmen lassen. Ihr seid auch wer und eure Gesundheit ist wichtig. Viel Kraft und Alles Liebe! Lisi
Ich dachte bei der Überschrift ans Gegenteil. So wie in New York aktuell keine Leute mit Herzinfarkt mitgenommen werden dürfen (nur vor Ort wiederbelebt, wenn das nicht gelingt, Pech gehabt), weil die Kliniken komplett voll sind. Oder London, wo Rettungsdienste bis zu 9 Stunden mit ihren Patienten vor den Kliniken warten müssen. Aber auch das Gegenteil ist tragisch. Der gesunde Mittelweg wäre es, Corona ernst zu nehmen und soziale Kontakte zu reduzieren, medizinische Untersuchungen aber weiterhin in Anspruch zu nehmen (sofern möglich). Denn je mehr sich an die Regelungen halten, desto weniger wahrscheinlich kommt man in oben genannte Situation.
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