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Neues zur Heinsbergstudie

Thema: Neues zur Heinsbergstudie

https://www.swr.de/swraktuell/corona-virus-fehlerhafte-heinsberg-studie-100.html Dunkelziffer da nicht bei 1,8 Millionen, sondern in einer Spannweite von 1 - 5 Millionen. Ich hoffe, das die Ergebnisse der anderen Studien auch bald vorliegen.

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 09:35



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DAS ist eine externe Bewertung, die für die Studie (und die beteiligten Wissenschaftler) tatsächlich verhängnisvoll sein könnte - weiß man denn, wer dafür verantwortlich war, das Konfidenzintervall so eng zu fassen?

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 09:47



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Wer da jetzt genau falsch gerechnet hat, konnte ich nicht daraus erlesen. Bei der Spannbreite ist ja auch nach oben hin ordentlich Luft, das heißt, das die Dunkelziffer doch noch höher liegen könnte. Aber so ein Fehler ist nicht förderlich zur Vertrauensbildung. Ja, ich finde das furchtbar spannend. Weiß auch nicht so genau, was das soll . Ich bin auf weitere Ergebnisse gespannt. Auch von anderen

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 09:58



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Stimmt, das kann man aus dem Artikel auch nicht herauslesen, man hat aber für die Berechnung des Konfidenzintervalls scheinbar die Leute unter den Tisch fallen lassen, bei denen die Todesursache mangels Testung nicht genau bestimmt werden konnte, die aber in diesem Zeitraum gestorben sind. Und das ist schon ein ziemlich fettes Versäumnis, das nicht hätte passieren dürfen. Ich bin auch gespannt, wie sich das weiterentwickelt (geprüft werden muss das jetzt auf jeden Fall, wer da Mist gebaut hat).

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 10:12



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ichIch fürchte, dass dieses ganze Publikations/Marketingkonzept bei dieser Studie/der Uni Bonn da einem seh, sehr guten, aber sehr/zu publikumsbedachten Wissenschaftler (ich kenne den Streeck von Vorträgen über HIV ganz gut "life", wenn auch nicht persönlich) leider ganz schön schadet. Weil er der sichtbare Kopf dabei ist.

von Leewja am 07.05.2020, 10:28



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Der öffentliche und politische Druck ist in diesem Fall einfach gigantisch. Ich hoffe auch nicht für Streeck, dass er darüber stolpert, aber so was ist natürlich schon auch unglücklich und kann Karrieren kosten - gerade wegen der Öffentlichkeitswirksamkeit.

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 10:37



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Es ist schade dass so ein Aufwand betrieben wird für eine "Studie" die so unseriös ist. Ich habe auch gelesen dass die Zahlen falsch sind weil man nicht zwischen Leuten die sich im eigenen Haushalt infiziert haben und anderen unterschieden hat. Man gibt also sehr viel Geld aus, verheizt einen durchaus seriösen Wissenschaftler und am Ende lautet das Ergebnis "wir wissen auch nix". Schade ist das vor allem deshalb, weil die breite Masse wieder exakt das interpretieren wird was sie will. Da wird es dann als "wissenschaftlich bestätigt" gelten dass "eh kaum einer stirbt" oder es wird aus der Kritik nun geschlossen dass man alle Wissenschaftler mitsamt ihrer Empfehlungen nicht ernst nehmen sollte.

von lilly1211 am 07.05.2020, 10:49



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"Man gibt also sehr viel Geld aus, verheizt einen durchaus seriösen Wissenschaftler und am Ende lautet das Ergebnis 'wir wissen auch nix'." Es passiert gar nicht so selten, dass Studien durchgeführt werden, bei denen faktisch "nix Neues" herauskommt - also nichts, aus dem man weitergehende Erkenntnisse ziehen könnte. Nur meistens steht das dann nicht so in der Öffentlichkeit. Das heißt aber dann nicht, dass die Studie grundsätzlich sinnlos wäre, das Geld zum Fenster rausgeschmissen würde oder die Wissenschaftler, die daran mitarbeiten, verheizt würden, sondern das liegt in der Natur der Sache. Studien, bei denen das Ergebnis vorher feststeht, wären manipuliert. Eine ganze Menge Studien landen aber faktisch in der Schublade, weil sich kein faktischer Nutzen daraus ableiten lässt. Aber das gibt es in anderen Branchen ja auch: Dass Gelder für die Entwicklung von etwas bereitgestellt wurden, das letztlich nicht funktioniert oder sich auf dem Markt als Flop erweist. Warum sollte das in der Wissenschaft anders sein?

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 11:16



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Wo bitte habe ich denn gesagt dass das in der Wissenschaft anders sein sollte? Willst du mich absichtlich mißverstehen? Da wurden einfach Fehler gemacht, DESHALB kommt nun nichts brauchbares heraus. Und DAS ist schade dass diese UNNÖTIGEN Fehler gemacht wurden. Weil es sonst vielleicht nützlich und brauchbar gewesen wäre.

von lilly1211 am 07.05.2020, 11:19



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Das muss doch auch so sein, das es Forschungen auch ohne neue Erkenntnisse gibt. Sonst müsste man ja nicht forschen, sondern nur Fakten zusammen tragen. Da kommt dann nichts Neues heraus. Und anderes muss bestätigt werden, feingeschliffen, angepasst. Sonst kommen wir nicht weiter. Wenn 100 Institute nach einem Impfstoff forschen, gehe ich davon aus, das das meiste Murks ist. Es reichen aber auch zwei, drei richtig gute Ergebnisse.

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 11:22



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Darum geht es doch nicht. Wenn ich eine Studie FALSCH anlege (kein Unterschied zwischen Personen im Haushalt und denen außerhalb) und dann noch ein falsches Konfidenzintervall wähle DANN ist es von vornherein klar dass es zu keinen seriösen Ergebnissen kommen kann und DAS ist schade. Dass bei korrekt durchgeführter Arbeit auch mal nichts rauskommt war hier doch nie in Frage gestellt.

von lilly1211 am 07.05.2020, 11:26



Antwort auf Beitrag von lilly1211

Ich habe dich nicht missverstanden - glaube ich jedenfalls. Ja, es wurden handwerkliche Fehler gemacht, aber nicht in dem Sinne, dass das jetzt kompletter Murks wäre. Sondern man hat (zumindest nach dem, was in dem Artikel dargestellt wurde) eine wichtige Unbekannte nicht einberechnet. Das heißt nicht, dass die komplette Studie Schrott wäre, aber sie ist eben deshalb nicht so aussagekräftig. Ob da der Statistiker Mist gebaut hat, ob das unter dem Zeitdruck abschließend nicht genau genug überprüft wurde oder was auch immer, muss man jetzt erst mal prüfen. Es war - aber das weiß man jetzt auch erst im Nachhinein - definitiv ein Fehler, mit vorläufigen Ergebnissen und mit einem nicht genau nachgeprüften Ergebnis so schnell eine so breite Öffentlichkeit zu suchen. Oder die Studie schon im Vorfeld medial und politisch so hochzujubeln.

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 11:40



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Ohne jetzt die Chronologie nochmals nachzulesen.....aber hat Streeck nicht immer dazu gesagt, dass Heinsberg eine Clusterstudie ist, die so nicht von vorneherein mit ganz Deutschland vergleichbar ist (eben WEGEN der regional unverhältnismäßig hohen Anzahl an Infizierten)? Dass es eben weitere Clusterstudien geben muss anhand derer dann eine qualifiziertere Hochrechnung für´s ganze Land möglich ist? Bin kein Statistiker, aber bei einer so engmaschigen Untersuchung einer abgegrenzten Gruppe (Gangelt) ist ein enges Konfidenzintervall doch nicht falsch, weil ich ja viele Realwerte habe, aber halt auch nur für die Gruppe gültig (oder am richtigsten). Erst wenn ich es auf einen größeren (nicht untersuchten) Teil der Gruppe umlege, dann müsste auch das Intervall breiter werden. Und hat das Streeck selbst getan, oder haben erst die genannten SWR Wissenschaftler mit dem Heinsberg Konfidenzintervall für ganz Deutschland gerechnet? DAS wäre dann nämlich sehr ungenau. Genau so wenig wie ich von einem kaum infizierten Bergbauerndorf auf das ganze Land schließen kann, kann ich das umgekehrt doch auch nicht von einem hochinfizierten Karnevalsgebiet tun, bloß weil die sich in der Region halt besonders gern treffen. Was ich ableiten kann ist die Mortalität, wenn ich´s denn erwische. Wenn es nicht unterschiedlich aggressive Stämme gibt, müsste die doch statistisch umlegbar sein. Was ich nach wie vor die "schönste" Neuigkeit an der Studie finde ist, dass die Wahrscheinlichkeit des eigenen Todesfalls selbst bei hohem Infektionsrisiko überschaubar bleibt und dass die Schmierinfektion vernachlässigbar ist (ich hasse Handschuhe).

von Zwergenalarm am 07.05.2020, 12:29



Antwort auf Beitrag von Zwergenalarm

Das Konfidenzintervall bezog sich auf die Dunkelziffer der Erkrankungen in Gangelt, soweit ich den Artikel verstanden habe. Da ist man wohl von falschen Voraussetzungen für die Berechnung ausgegangen. Laut Aussage des Artikels ist die Studie auch für die Situation in Gangelt nicht aussagekräftig genug, weil die Dunkelziffer viel breiter gefasst werden muss, als es die Studie tut. Und, wie Lilly richtig angemerkt hat, nicht unterschieden wurde, ob sich Familienangehörige untereinander angesteckt haben oder auf anderem Weg. Mit der Übertragbarkeit auf ganz Deutschland hat das erst mal nichts zu tun. Die Studie sollte aber als Clusterstudie genauere Erkenntnisse über die Dunkelziffer und die Letalität erbringen. Und das wiederum geben die Ergebnisse nicht her, so der Artikel.

Mitglied inaktiv - 07.05.2020, 14:53