Coronavirus

Forum Coronavirus

Meine persönlichen Überlegungen zur Dunkelziffer von Infizierten...

Thema: Meine persönlichen Überlegungen zur Dunkelziffer von Infizierten...

Ich lese ja emsig in den isländischen Medien dazu mit - und habe dann heute mal (letztlich willkürlich, klar) die Zahlen verglichen. In Island (mit rd. 360.000 Einwohnern) sind bisher 4 Menschen an Corona verstorben, 44 Menschen liegen derzeit deswegen im Krankenhaus. (Als geheilt gelten übrigens 309 Personen.) Positiv auf Corona getestet wurden bisher (Stand gestern Nachmittag) insgesamt 1.364 Personen. In meinem Landkreis hier in Deutschland (mit ähnlicher Bevölkerungsanzahl) wurden bisher 165 Menschen positiv auf Corona getestet. Davon liegen derzeit 35 Menschen im Krankenhaus. 3 Menschen sind bisher daran verstorben. In Island wird mittlerweile mit Hochdruck "durchgetestet", ein Institut für Gen-Analyse macht u.a. auch Reihentestungen bei Menschen ohne Symptome - und dabei stellen sie fest, dass (relativ) viele schon Corona-positiv sind, aber keine Symptome zeigen und gezeigt haben, darunter auch Kleinkinder und ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Die "Durchseuchungsrate" ist dort also höher als bisher erwartet. Was mir auffällt - die Bevölkerungszahlen in meinem Landkreis sind ähnlich wie die in Island, etwas weniger halt, die Zahlen der Menschen im Krankenhaus und die Zahlen der Tote sind im Prinzip auch sehr ähnlich. Aber die Zahl der bestätigten Personen ist mit 165 zu 1.364 extrem unterschiedlich. Ja, ich weiß, verglichen mit anderen Ländern testet Deutschland relativ viel. Aber irgendwie gibt es mir schon zu denken - und ich hoffe (kompletter Laie und ohne Ahnung) ganz naiv doch mal auf die sog. "Herdenimmunität"...

von Leena am 04.04.2020, 12:46



Antwort auf Beitrag von Leena

Hi Leena, da die Zahlen kaum zu vergleichen sind, sehe ich mir auch kaum noch die internationalen Statistiken und Dashboards an. Ich kenne ein paar Leute, die Anfang des Jahres mysteriöse Grippesymptome mit Lungenbeteiligung (Bronchitis oder atypische Lungenentzündung), Fieber und Geruchs-/Geschmacksverlust hatten, aber laut Test keine Influenza hatten und nicht auf Sars-Cov-2 getestet wurden. Da war das Virus ja dem Vernehmen nach noch nicht in Deutschland, dennoch passen die Symptome zu dem, was das RKI als typisch für Covid-19 beschreibt. Möglicherweise ist die Durchseuchung hier jetzt auch höher als bereits angenommen - Island ist ja zum Beispiel im Vergleich zum Rhein-Main-Gebiet wahnsinnig weitab vom Schuss. Wissen tun wir es bei der aktuellen Gangart aber erst hinterher, den isländischen Sonderweg mit Reihentestungen wird es hier wegen der Bevölkerungsdichte gar nicht geben können. Hoffen kann man es trotzdem. Ich bin aktuell vor allem froh, in einem Land mit überdurchschnittlich gut funktionierendem Gesundheits- und Wirtschaftssystem zu leben. Auch wenn sich abzeichnet, dass dieses Jahr in allen Bereichen eine Riesenlücke reißen wird.

Mitglied inaktiv - 04.04.2020, 13:29



Antwort auf diesen Beitrag

Habe auch von mehreren atypischen Lungenentzündungen gehört im letzten Vierteljahr. Die Jahre davor war sowas nie Thema.

von SassiStern am 04.04.2020, 13:34



Antwort auf diesen Beitrag

Mein Mann lag im Januar auch mit einer schweren Lungenentzündung im Krankenhaus. Eine genaue Ursache wurde da nicht gefunden. Er hatte auch die typischen Corona-Symptome. Vielleicht hatte er es schon, auch wenn es die Krankheit hier offiziell zu dem Zeitpunkt noch nicht gab? Man wird es wohl nie erfahren.

von fünferbande am 04.04.2020, 14:08



Antwort auf Beitrag von fünferbande

Vermutlich wird man sich in einigen Wochen darauf testen lassen können.

von SassiStern am 04.04.2020, 14:49



Antwort auf diesen Beitrag

.. der sich melden würden. Ich hatte Anfang des Jahes trockenen Husten, Bronchitis, Fieber und stand kurz vor der Lungenentzündung. Wenn ich mit dem Hund draussen war gezwungendermaßen habe ich gekeucht wie Emma bei Jim Knopf. Am schlimmsten war aber, dass ich gute vier Wochen einen fiesen Geschmack im Mund hatte. entweder es schmeckte alles nach nichts - oder es schmeckte alles nach Pril. Das war mega eklig. Und ich bin NIE krank sonst. Deswegen glaube ich fest dran- ich hatte den Mist schon

von lotte03_ am 04.04.2020, 20:29



Antwort auf Beitrag von Leena

Viele meiner Bekannten denken auch dass sie Corona schon gehabt haben. Teilweise hatten sie zwischen Weihnachten und Ende Februar langwierige Erkältungskrankheiten mit starkem Husten, Fieber und anderen Symptomen. Fast jeder sagte dass die Krankheit sich irgendwie anders angefühlt hat als die grippalen Infekte oder Grippen die man bisher kannte. Übrigens sind alle von denen auch wieder ohne KKH Aufenthalt gesund geworden.

von SassiStern am 04.04.2020, 13:32



Antwort auf Beitrag von SassiStern

Naja, in der Zeit war bei uns der halbe Kindergarten krank, aber es gab etliche bestätigte Influenzafälle, von dem her bin ich eher überzeugt, dass es die Influenza war. Und wir hätten mehr Todesfälle haben müssen wie sonst....

von Muts am 04.04.2020, 22:40



Antwort auf Beitrag von Leena

Hallo ich habe letztens etwas gesehen, da wurde aus der Totenzahl hochgerechnet, wieviele Infizierte es vor 2 Wochen dann tatsächlich gewesen sein müssten. Kam raus, dass die Dunkelziffer ca. 10-11x so hoch ist wie die bestätigten Fälle. viele Grüße

von RR am 04.04.2020, 13:47



Antwort auf Beitrag von Leena

.... ich denke, dass es mehr hatten als die Zahlen aussagen, aber Weniger als man denkt oder die Argumentation es denken lässt. Man wird es erst genau wissen, wenn man die Blutproben testet. So wie bei der Schwangerschaft ein Aidstest mit gemacht wird, so eben bei den normalen Vorsorgeuntersuchungen vom Blut dieser Wert mit gemessen wird. Vorher ist alles spekulativ.

von Caot am 04.04.2020, 13:54



Antwort auf Beitrag von Leena

Im Raum steht bis zu 20 fach, mein letzter Stand. Mehr testen geht aktuell nicht, es fehlt die Kapazität. Ich setze nicht so sehr auf Herdenimmunität. Kein Mensch weiß, wie sehr das Virus mutieren wird und der Effekt würde viel zu spät erst einsetzen. Davor wäre das Gesundheitssystem schon kollabiert. Meine Hoffnungen liegen im Tracking über Handys und über hoffentlich massive Ausweitung der Testung. Dann könnte man soziale Einschränkungen etwas lockern und nur noch die in Quarantäne stecken, die nachgewiesenermaßen Kontakt hatten und potentiell erkrankt sind. Ich hoffe, dass wir irgendwann wieder über genügend Mundschutz verfügen und als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme alle im öffentlichen Leben den tragen müssen. Es ist mal Grad April, die ersten Impfstoffe sind schon im Test im Menschen, die Studien zu möglichen Virostatika laufen ebenfalls schon. Ich hab Hoffnung.

von emilie.d. am 04.04.2020, 14:22



Antwort auf Beitrag von Leena

Die Dunkelziffer ist sicher enorm hoch, wie sonst kommen in so vielen Seniorenheimen so viele Coronafälle vor, in NL hat man die Sterbezahlen der letzten Jahre im März verglichen mit diesem Jahr und festgestellt, dass die auch nach Abzug der Corona Positiv getesteten Verstorbenen , dass die Zahl deutlich höher liegt als in den Vorjahren und man vermutet da viele unentdeckte Coronafälle. Mir graut vor dem Tag, wenn ich wieder im Kindergarten arbeiten muss, wo sicher sehr schnell das Virus -symptomfrei- von einem Kind zum nächsten wandert und es uns Erzieher dann ansteckt. Dann erst wird es für meine Eltern- beide Risikopatienten- gefährlich........ ( Wir wohnen in einem Haus) LG Muts

von Muts am 04.04.2020, 14:53



Antwort auf Beitrag von Leena

... Vielerorts scheitert es derzeit an der Auswertung dieser Tests. Labore sind überfordert (andere würden gerne mithelfen, dürfen aber nicht), Reagenzien fehlen, etc. etc.

von hgmeier am 04.04.2020, 15:14



Antwort auf Beitrag von Leena

Ich finde ehrlich gesagt nicht, dass bei uns besonders viel getestet wird, sondern dass eher aus Mangel an Möglichkeiten sehr wenig getestet wird. Beispiel: Meine Mutter liegt gerade Corona-positiv im KH. Mein Vater hat seit 2-3 Wochen trockenen Husten. Da er aber kein Fieber dazu hat wird er nicht getestet!!! Da ist in Hessen. Wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit dass er positiv ist?! Er hat zweimal beim Gesundheitsamt angerufen. Er ist in Quarantäne zuhause. Keine Ahnung wie das laufen soll falls meine Mutter wieder entlassen wird und noch Coronapositiv ist. Dann müsste er ja wieder neu in Quarantäne. Und meine Mutter bis sie negativ ist. Hier in Bayern vor 2 Wochen bei Bekannten fette Erkältung und Fieber nach Aufenthalt im Risikogebiet. Eine Freundin ist beim Gesundheitsamt im Nachbarkreis. Sie meinte unbedingt testen. Das Gesundheitsamt vor Ort sagt nach Telefonat ist bestimmt nur eine Erkältung. Kein Test. Meiner Meinung nach können sie sich ein Nachverfolgen mittlerweile echt schenken.

von Bajuli am 04.04.2020, 16:15



Antwort auf Beitrag von Bajuli

So ist es auch hier, Bajuli. Ich kenne nur eine einzige Frau, die einen Test bekommen hat. Alle anderen mit klassischen CoVid19-Symptomen nicht! Das Virus kursiert in der Bevölkerung und mindestens 70 % werden es bekommen, wenn sie es nicht schon hatten. Ich hoffe ja auch sehr, dass wir es schon hatten. Vor Wochen hatten wir alle mal einen seltsamen Infekt mit Halskratzen und Reizhusten, einer hatte hohes Fieber und Atemgeräusche. 2 Wochen später kam raus, dass eine Erzieherin im Kindergarten positiv getestet worden war.... Ich warte auf den Antikörper nachweis.

von SybilleN am 04.04.2020, 20:55