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Meine Mutter hat Covid-19 und ich bin über 6000 km weit weg...

Thema: Meine Mutter hat Covid-19 und ich bin über 6000 km weit weg...

Oh je… ich weiß grad nicht so recht wohin mit mir... Der Betreuer meiner Mutter hat mich vorhin informiert, dass meine Mutter heute in kritischem Zustand mit Covid-19-Diagnose ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der Fakt dass meine Mutter so generell sterben könnte: damit bin ich im Reinen. Sie ist 87 Jahre und hatte ein volles Leben. Hat letztes Jahr auch immer wieder davon gesprochen dass es dann auch bald mal vorbei ist (zusätzlich hat sie fortgeschrittene Demenz, war aber physisch noch voll intakt). Nun lebe ich ja über 6200 km weit weg und bin das einzige Kind. Verfügungen gibt es keine, hat sie immer abgelehnt. Der Betreuer und ich sind uns aber einig dass wir sie nicht beatmen wollen, auch die Ärzte sehen das Beatmen wohl eher kritisch. Mit viel gutem Zureden habe eine tolle Schwester im Krhs. dazu gebracht dass ich zu meiner Mutter am Telefon sprechen konnte, aber sie kann nicht (mehr) antworten :-( Mein Kopf weiß, dass es total egal ist ob ich 10 oder 6200 km weit weg bin, weil ich ja sowieso nicht zu ihr kann. Aber mein kleines Kinder-Herz will natürlich hinfliegen (auch wenn das totaler Quatsch ist). Danke für's zulesen… D

von desireekk am 21.04.2020, 22:51



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Das ist grausam! Darf man denn wirklich Sterbende auch nicht mit voller Schutzbekleidung besuchen? Wenn doch, würde ich schnell dort hin reisen, selbst wenn es recht wahrscheinlich ist, dass sie nichts mehr davon mitbekommt. Um selbst Abschied nehmen zu können und in der Hoffnung, doch noch Trost spenden zu können. Es ist so unmenschlich, als engste Angehörige nicht einmal seine sterbenden Angehörigen besuchen zu dürfen. Es tut mir so leid für Dich! Sollte es wirklich so sein, wünsche ich Dir ganz viel Kraft und Menschen, die Dich stützen! Alles Liebe! Alexandra

von Alexandra12 am 21.04.2020, 23:14



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Man kann doch zur Zeit nicht einfach so von USA nach D fliegen und dann problenlos in D einreisen, oder hab ich das komplett falsch verstanden?

von Birte0504 am 21.04.2020, 23:21



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Dir ist schon klar das wir ein Einreisestopp mit 2 wöchiger Quarantäne haben?

von Felica am 22.04.2020, 00:24



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Das tut mir sehr leid, so etwas ist furchtbar. Falls du doch die Möglichkeit hast, würde ich dir raten zu fliegen. Ich habe bewusst, aus rückblickend relativ egoistischen Gründen, die Entscheidung getroffen, nicht bei meiner Mutter in ihren letzten Stunden zu sein. Diese Entscheidung bereue ich heute sehr. Wie immer du dich entscheidest, alles Gute! Silvia

von Silvia3 am 21.04.2020, 23:15



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Das tut mir unglaublich Leid für Dich. Mir fallen leider keine tröstenden Worte ein.....

von KKM am 21.04.2020, 23:17



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Wäre es denn umsetzbar zu fliegen? Ich hatte es so verstanden, dass es für Sterbende eine Ausnahme gibt. Wenn du gerne dabei sein möchtest und es geht, würde ich es tun. Aber wahrscheinlich kommst du dann gar nicht mehr zurück oder? Wurde nicht ein Einreiseverbot aus Europa und die USA verhängt? Wenn du nicht kannst, kann sie ja vielleicht eine andere liebe Person in ihren letzten Stunden begleiten. Alles Gute!

von AliceBrownful am 21.04.2020, 23:22



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Das ist fürchterlich! Ich kann total verstehen dass du hinreisen willst. Ob es möglich ist weiß ich nicht. Bevor du ein Leben lang bereust es nicht getan zu haben kläre das doch. Zur Sterbebegleitung dachte ich ist es erlaubt.

von lilly1211 am 21.04.2020, 23:24



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Das ist furchtbar, es tut mir sehr leid für euch. Hat sie das Virus in einem Pflegeheim bekommen? Für mich wäre es die Hölle, mich nicht verabschieden zu können. Meinem Mann ging es so, seine Mutter starb bei einem plötzlichen Unfall als er 20 war. Aber vielleicht gibt es ja auch eine positive Überraschung und sie steht das durch. Ich drücke euch sehr die Daumen!

von Birte0504 am 21.04.2020, 23:26



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Hallo desireekk, Es tut mir sehr leid, in was für einer schmerzhaften Situation du gerade steckst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen aus weiter Entfernung “gehen zu lassen“. Vielleicht findest du Trost und Halt, indem du ganz viele Erinnerungen, Gegenstände oder Symbole die euch verbinden für dich zusammensuchst . Sowas wie alte Briefe, Bücher, die ihr beide gelesen habt, Dinge, die du von ihr übernommen hast u.v.a. Kauf einen Riesenstrauß ihrer Lieblingsblumen, setzt dich in die Sonne und fühle euren gemeinsam erlebten Augenblicken nach, vielleicht trinkst du dabei ihr Lieblingsgetränk. Düfte intensivieren Erinnerungen sehr stark und können Ruhe spenden. “Aber mein kleines Kinder-Herz will natürlich hinfliegen (auch wenn das totaler Quatsch ist).„ Diese spontane Äußerung zeugt von der tiefen Liebe zu deiner Mutter und eure Beziehung scheint unbelastet zu sein, das ist ein großes Geschenk und sich dessen (auch wenn es banal klingt) bewußt zu werden, kann das Lolassen erleichtern. Quäle dich nicht allzu sehr mit der Entscheidung eventuell noch hinzufliegen, es nicht zu tun, bedeutet nicht, deine Mutter weniger zu lieben. Sie hat deine Stimme gehört, sie spürt ganz gewiß, dass du in Gedanken bei ihr bist und deine Sicherheit wäre vermutlich alles, was sie sich jetzt noch wünschen würde. Das tun Mütter immer. ganz viel Kraft wünsche ich dir von unbekannter Seite

von Maca am 21.04.2020, 23:58



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entschuldige, falscher Ansprechpartner

von Maca am 21.04.2020, 23:59



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HejDesiree! Das ist wirklich schlimm. Ich verstehe Deine Gefühle sehr gut. Ich wünsche Deiner Mutter und Dir liebe Menschen in diesen Stunden - und daß alles so kommt, daß Ihr Euch irgendwie mit den Gegebenheiten versöhnen könnt. Viel Kraft - Ursel, DK

von DK-Ursel am 21.04.2020, 23:50



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Das tut mir wirklich sehr leid für Dich. Alles Gute für die kommenden Tage.

von emilie.d. am 21.04.2020, 23:55



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oh......ich weine.....mit dir :-((( Hinfliegen ist ja wohl im Moment leider nicht möglich, aber kannst du nicht, vielleicht mit der lieben Krankenhausschwester ausmachen, das du täglich anrufen kannst und mit deiner Mama redest....auch wenn sie nicht mehr antworten kann...sie hört deine Stimme...! liebe, traurige Grüße, Andrea

von Finfant am 22.04.2020, 00:12



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Ich drücke jetzt einfach mal die Daumen. Immerhin gibt es auch Ü100 die das überlebt haben. Und mit dem.Betreuer hast du ja einen verlängerten Arm hier.

von Felica am 22.04.2020, 00:25



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Liebe Desiree, so eine traurige Nachricht. Es tut mir wahnsinnig leid, dass du nicht bei deiner Mama sein kannst. Ich verstehe sehr gut, wie du dich fühlst. Wie schade, dass du sie nicht zumindest noch mal am Telefon hören konntest. Das hat sich bestimmt sehr schlimm und hilflos angefühlt. Als einziges Kind fühlt man sich noch mal anders verantwortlich. Nichts ausrichten zu können, egal wo man gerade ist, ist sicher lähmend. Gerade wenn man so eine "Macherin" ist wie du, die Herausforderungen annimmt und mit ihnen umgeht. Ich bewundere dich für deine Ruhe und den kühlen Kopf, den du trotz allem zu bewahren schaffst. So weit weg zu sein und nicht die Hand halten oder irgendetwas tun zu können, stelle ich mir verdammt traurig und schwierig vor. Ich hoffe, deine Jungs können mit der Situation halbwegs umgehen? Ganz viel Kraft für dich und für euch in der kommenden Zeit. Ich wünsche euch einen guten Ausgang. Alles, alles Liebe, terkey

von Terkey235 am 22.04.2020, 00:45



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Oh Mann, das ist grausam. Ich fühle mit dir, es ist eine schreckliche Situation. Auch wenn du fliegen würdest, kämst du vermutlich nicht wieder zurück? Von der Quarantäne in Deutschland mal ganz abgesehen... und dann wärst du ja auch erstmal nur näher, aber nicht bei ihr. Dieses Alleine-Sterbenlassen-Müssen ist mit das schlimmste bei diesem Virus. Ich wünsche dir viel Kraft, und deiner Mutter alles Gute. Vielleicht geschieht ja das Wunder. LG

von Korya am 22.04.2020, 00:57



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Hallo zusammen, vielen Dank für jedes geschriebene Wort! Ich mache hier jetzt mal eine Gesamtantwort und hoffe ich kann alles beantworten. Theoretisch könnte ich fliegen, Nach Deutschland komme ich immer als Deutsche. Und um sicher u sein würde ich auch nur direkt nach MUC fliegen, da ich mich in Bayern bewegen müsste. Ich komme auch zurück, ich habe ja eine Daueraufenthaltsberechtigung für die USA und diese Personen dürfen einreisen. Soweit dazu. Aber: ich (und alle mit mir Reisenden= die Enkel und mein Mann) müsste eigentlich für 2 Wochen in D in Quarantäne (und dann wieder 2 Wochen wenn ich zurückkomme)… und da fängt es schon an: Bedeutet das, dass ich 2 Wochen vor der Beerdigung einreisen muss? Wo soll ich denn bitte die 2 Wochen Quarantäne verbringen? Ich kann mich schlecht bei Freunden einquartieren (oder gar erst darum bitten), zumal wir ja dann 3-4 Personen wären...Haben denn Hotels/Pensionen überhaupt auf? Bekäme ich denn überhaupt einen Mietwagen?... müsste ich mal schauen. Ja, meine Mutter war in der beschützten Abteilung eines Pflegeheims, und sie haben dort 6 Covid-19-Fälle derzeit in der Abteilung. Da mache ich auch keine Vorwürfe, keiner der Leute hat es freiwillig eingeschleppt. Sowas lässt sich halt einfach nicht vermeiden. Die Beziehung zu meiner Mutter war nicht wirklich unbelastet, aber ich habe meinen Frieden mit dieser verkorksten Beziehung schon vor langer Zeit gemacht. ICH für ich bin klar damit, sie war es nicht wirklich. Aber ich glaube, sie war es mit niemandem. Sie war ihr Leben lang alleinerziehend, was zur damaligen Zeit noch SEHR ungewöhnlich war. Ich stand extrem in/unter ihrer Sonne. Aber das soll hier jetzt reichen. Nochmal zurück zum Fliegen: für einen halbwegs erschwinglichen und sinnvollen Flug müsste ich nach New York City fahren (3-4 Stunden)… quasi rein in die no-go-area... Nunja, jetzt stehe ich erst Mal heute Nacht auf und versuche die Ärzte zu erreichen und sie zu überzeugen mir am Telefon Auskunft zu geben… Danke nochmal! D

von desireekk am 22.04.2020, 03:46



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Mein Schwiegersohn hatte eine sehr ähnliche Situation am Wochenende mit seiner Großmutter. Da konnten sie sie nicht einmal mehr anrufen. Ich fürchte, es macht im Moment keinen Unterschied, ob Du 6.000 km entfernt bist oder nur 600 Meter. Ganz liebe Grüße!

von Leena am 22.04.2020, 06:11



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Oh je, das ist schlimm... Aber ja. Wir hatten einen Todesfall wo die Familie knapp 500 m neben der Klinik wohnt, durfte keiner mehr rein, telefonieren ging in diesem Zustand nicht mehr. Ich würde keinesfalls in der derzeitigen Situation nach New York und München rein. Viele Stunden im Flieger... Quarantäne usw. . Was hätte Deine Mutter gesagt? Hätte sie gewollt, daas Du das alles auf Dich nimmst oder hätte sie Dir den Vogel gezeigt? Oder anders herum... hättest Du das von Deiner Mutter erwartet, dass sie jetzt hier und heute zu Dir in die USA fliegt? Denke die Antwort ist klar, wenn auch schmerzhaft

Mitglied inaktiv - 22.04.2020, 06:34



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Liebe Desiree, ich habe keinen Rat für dich, aber Vertrauen in dich, dass du den richtigen Weg für dich findest. Und umarme dich einfach mal virtuell, so eine große Schxxxe.

Mitglied inaktiv - 22.04.2020, 08:39



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LASS DICH DRÜCKEN Du erlebst gerade glaube ich die Horrervorstellung aller Kinder und das aus ganz weiter Entfernung. Aber diese Hilflosigkeit würdest Du auch hier haben - und vermutlich auch nicht zu Besuch können. 87 ist ein schönes Alter, das Leben erfüllt, dennoch würde man die Eltern gerne noch sehr lange haben, Ob nun Covid oder was auch immer, vielleicht macht es die Demenz besser mit allem seinen Frieden zu finden ? Hinfliegen wäre auch meine erste reaktion, aber das würde keinem etwas bringen ausser Gefahren auch für Deine Gesundheit - das würde sie sicher nicht wollen. Ihr habt "gesprochen" wenn auch nur einseitig, sicher hat sie Deine Nähe gespürt Ich wünsche Dir viel Kraft ! LG dagmar

von Ellert am 22.04.2020, 06:34



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Oh Désirée, das ist sehr traurig! Klar möchte dein Kinderherz zu ihr fliegen. Aber das Mutterherz deiner Mutter würde sicher nicht wollen, dass du dich und deine Familie in Gefahr bringst. Sie hat deine Stimme ganz sicher gehört, das ist gut. Ich denke an dich!

von kanja am 22.04.2020, 08:29



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Das tut mir so leid :-( Meiner Mutter ging es mit ihrem Vater ähnlich. Sie in D, er in USA. Damals waren die Flugtickets für meine Eltern noch fast unerschwinglich. Wir hatten schon für August gebucht, und im April ging es bei meinem Opa mit Darmkrebs rapide bergab. Meine Eltern haben sich von allen möglichen Leuten Geld geborgt, und bis sie die Buchung für den Flug meiner Mutter dann angehen konnten, (das war 1985 ja alles noch etwas komplizierter), war ihr Vater schon verstorben. Mit 52 Jahren. Sie war 27 und hing daheim mit uns fest. Auf den Flug hat sie dann verzichtet, und wir sind im August hingeflogen. Sie hatte auch ein etwas gespanntes Verhältnis zu ihrem Vater. Die beiden waren die sturköpfigen Brains in der Familie. Das zog sich durch ihr gemeinsames Leben, mit ordentlichen Explosionen. Es war dabei auch nicht hilfreich, dass sie mit 19 Jahren schwanger aus D zurückkehrte und den Kraut mit russischem Auto dann auch noch heiratete, statt ihr vielversprechendes Studium weiterzuführen. Aber er hatte sich damit abgefunden und freute sich über und auf uns Enkelkinder. Meine Mutter hat es auch geschafft, in seinen letzten Tagen mit ihm zu telefonieren. Er war intubiert, konnte also nicht antworten, aber er hat ihre Worte gehört. Momentan hofft meine Mutter, dass ihre Mutter sich das Virus nicht einfängt. Sie ist 94 und wohnt glücklicherweise noch in ihrem Haus in New Jersey. Einkaufen geht der Schwiegersohn, sie und meine Tante bleiben daheim. Ich wünsche euch, dass deine Mutter wieder auf die Beine kommt! Und dass dieser Corona-Wahnsinn rechtzeitig vorbei ist, dass ihr euch doch nochmal treffen und alles, was jetzt in dir losgerüttelt wird, besprechen könnt. Liebe Grüße.

von Häsle am 22.04.2020, 09:03



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Ich weiß nicht, ob es dir hilft, aber: deine Mutter ist nicht alleine. Die Krankenschwestern machen einen wunderbaren, grausamen, zehrenden, nährenden Job. Mir ist erst vor kurzem aufgefallen, dass vier gute Freundinnen von mir alle Krankenschwestern sind. Zwei sind an der "Front". Mit einer habe ich vor drei Tagen telefoniert, sie ist Schwester durch und durch, mit vollem Herzen. Deine Mutter ist nicht alleine. Und um Modalitäten was ist wenn.... cross that bridge once you reach it. Ich denk an dich. Ich meditiere zur Zeit häufiger als sonst, ich nehme deine Mutter und dich heute in meinem Herzen mit auf.

von DecafLofat am 22.04.2020, 09:59



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Oh, was für eine beschxxx Situation! Wobei es im Moment ja fast echt keinen Unterschied macht, ob Du 6 oder 6000 km weg bist... Aber trotzdem ist es gefühlt wahrscheinlich so noch viel schlimmer... Vielleicht kannst Du ja tatsächlich immer mal wieder telefonieren, so dass Deine Mutter wenigstens Deine Stimme hören kann, auch wenn sie nicht mehr antwortet... Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! Liebe Grüße, Sille

von Sille74 am 22.04.2020, 10:02



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Wenn du magst, fühl dich gedrückt. Ich ahne wie es dir geht. Es ist eine sch… Situation. Und leider ist es vollkommen egal ob du 6200km oder 620m vom Krankenhaus entfernt wohnst und lebst. Du darfst nicht hinein, du darfst deine Mutter nicht besuchen. Mein Schwiegereltern liegen beide mit Covid-19 im Krankenhaus (in Bayern). Schwiegermutter hat es leichter erwischt, sie bekommt etwas Sauerstoff und wird überwacht. Schwiegervater hat es heftig erwischt, er wird beatmet und liegt im künstlichen Koma, es sah sehr schlecht aus. Die Ärzte gaben kaum Hoffnung. Wir sollten uns innerlich darauf vorbereiten, dass er es nicht überlebt. Keiner durfte zu ihm. Nicht mal seine Ehefrau, die anfangs noch daheim war. Und kurz darauf ins selbe Krankenhaus kam. Es gab keine Ausnahmeregelung, obwohl Schwiegervater "im sterben lag". Seit gestern geht es ihm wohl etwas besser und er wird langsam aus dem künstlichen Koma geholt. Jetzt sieht es wohl so aus, als könnte er es schaffen. Wir haben regelmäßig eine Kurzauskunft am Telefon erhalten, da Besuch und persönliches Gespräch sonst gar nicht möglich gewesen wäre. Wenn du die Möglichkeit hast, dann telefoniere, vielleicht ist die Schwester im Krankenhaus bereit deiner Mutter regelmäßig deine Stimme hören zu lassen. Vielleicht hilft es dir, wenn du einen Brief schreibst, da all deine Gedanken und Gefühle sammelst. Aufschreibst welche Erlebnisse mit deiner Mutter besonders schön waren, welche dir in Erinnerung bleiben. Du musst ihn niemanden schicken. Es ist deine Entscheidung ob du ihn aufhebst oder nicht. Mir hilft es, wenn ich meine Gedanken und Gefühle auf Papier bringe (welches ich anschließend immer vernichte). Aus meiner Sicht wichtig ist, dass du mit der Situation gut klarkommst, jetzt aber auch in der Zukunft. Alles gute

von Luna Sophie am 22.04.2020, 10:36



Antwort auf Beitrag von desireekk

Ich kann nix sagen, was nicht schon gesagt ist. ICH DRÜCKE DICH!

von Mucksilia am 22.04.2020, 10:53



Antwort auf Beitrag von desireekk

Es tut mir sehr leid. Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft.

von albaconi am 22.04.2020, 11:07



Antwort auf Beitrag von desireekk

und könnte im Falle des Falles nicht heim- Grenzen zu, keine Flugzeuge, gelegentlich Repatriierungsflüge nach irgendwohin in Europa oder man darf auf eine cargo Maschine der Lufthansa.. bin gerade mal unendlich dankbar für Vor Ort Geschwister im Allgemeinen, und meinen Bruder im besonderen vielleicht kannst Du Dich doch später einmal persönlich verabschieden......

von Benedikte am 22.04.2020, 13:33