Monroe
Müssen Medien nicht immer unparteiisch bleiben und rein sachlich berichten?
Ich lese und höre vermehrt Dinge wie "absurd", wenn es bspw um Demonstranten geht. In den Medien wird auch berichtet wie wichtig diese ganzen Maßnahmen sind. Und zwar nicht verpackt in Sätzen wie "xx erinnert nochmal an die Wichtigkeit der Maßnahmen".
Darf das so??? ![]()
Neutrale Berichterstattung ist der Begriff den ich meine, glaube ich.
Du beziehst dich wahrscheinlich auf den sog Presse-Kodex? Das ist kein bindendes Gesetz, aber ein generelles gemeinsames Verständnis von grundlegenden ethischen und journalistischen Werten, wie z.B. der Nicht-Diskriminierung oder der Sorgfalt in der Recherche etc. Bei Verstößen kannst du auch Beschwerde beim Pressserat einlegen, der dann ggf Konsequenzen zieht in Form von öffentlichen Rügen. Es gibt hier auch den Abschnitt, dass niemand aufgrund von religiösen und weltanschaulichen Ansichten geschmäht werden soll, das wäre vielleicht in dem Fall, den du zitierst/nennst mit einem Ausdruck wie "absurd" so an der Grenze und persönlich interpretierbar. Dennoch positionieren sich natürlich Verlage und Journalisten schon immer im gesellschaftlichen und politischen Spektrum und bewerten damit auch die Ereignisse - solange hier sorgfältig recherchiert und nicht aufgrund von unrelevanten Aspekten diskriminiert wird, ist das auch völlig legitim. Ich finde es persönlich richtig und wichtig, dass den vereinfachten Stammtischparolen der Rechten und Coronaleugnern im Journalismus Paroli geboten wird, da diese unseriösen Aussagen, die weder auf seriöser Recherche noch aufgrund von Fachwissen getätigt werden, rein durch ihre "Lautstärke" und Wiederholung in Bevölkerungsgruppen, die selbst nicht über die Ressourcen oder Bildung verfügen, sich ein eigenes Bild zu machen, für bare Münze gehalten werden und in der Konzequenz uns alle aufgrund von persönlichen Einzelmeinungen, die selbst politisch und wirtschaftlich motiviert sind, gefährden. Hier ist also absolut der Journalismus gefordert, diese Aussagen dort einzuordnen, wo sie nach aktuellem Stand der Wissenschaft und gesellschaftlichen und demokratischen Grundlagen einzuordnen sind. Wenn diese nun mal absurd sind und jeglicher o.g. Grundlage entbehren, dann sollte das auch so gesagt werden dürfen. Ich finde es eher schwierig, dass diese verhältnismäßig kleine Zahl an Leuten momentan so eine große Bühne bekommen - natürlich muss darüber berichtet werden, aber es ist für unser Gehirn schwierig, Aussagen, die immer wieder wiederholt werden, auch in negierter Form, nicht irgendwann zu glauben :/
Danke.
Naja, es gibt ja nicht DIE Medien. Hast du denn Beispiele, die du konkret meinst?
Jüngst heute Morgen fiel es mir bei einer Sendung auf. Nicht Frühstücksfernsehen... Aber so ähnlich. Glaube auf RTL(?), dass eine Demonstranten und ihr Tun als Absurd bezeichnet wurde.
Du meinst wahrscheinlich diese Demonstrantin, die sich mit Sophie Scholl verglichen hat: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Querdenken-Demo-Vergleich-mit-Sophie-Scholl-empoert-viele,coronademo280.html
Unabhängig sollte die Presse sein, aber eine Meinung darf sie vertreten. LG sun
Heißt, eine Meinung darf jedes Medium sehr wohl vertreten - sie darf aber nicht zum Organ einer Partei werden oder Fakten absichtlich falsch auslegen, verschweigen etc. Gewichten darf der Journalist die Fakten aber schon. Es liegt dann eben auch am Leser, wie umfassend er sich in verschiedenen Medien informiert und sich dann daraus seine Meinung bildet. Und es gibt einen Unterschied zwischen Berichterstattung, Kommentar und/oder Meinung. ZB wird im Radio des Öfteren ein Beitrag als „Meinung“ deklariert/angekündigt um ganz klar zu machen: dies ist die Meinung das Journalisten (auf Basis der Fakten wie er sie interpretiert). Und klar: der Sender findet diese Meinung dann wohl auch zumindest vertretbar. Ob du selbst sie auch so empfindest musst bzw. Darfst du in Deutschland selbst entscheiden. Worauf zielt deine Frage ab? Hast du das Gefühl, die Medien wären nicht unabhängig? Und wenn ja, warum?
Der Dt.Presserat überwacht sozusagen den selbst auferlegten Kodex und rügt eben auch entsprechend. Also ein Gesetz, wonach die Meinung eines Mediums oder Journalisten bestraft werden könnte als nicht "unabhängig" gibt es so gesehen nicht. Und es ist außerdem sehr schwer, gar keine Meinung in etwas hinzulegen. Durch Satzbau, Betonung, Wortwahl gebe ich immer eine Art Meinung oder Haltung zu etwas ab. Nimm einfach mal einen Unfall. Medium a: Frau von LKW überfahren und schwer verletzt Medium b: Mutter von LKW überfahren Beides sind Fakten - und dennoch eine ganz unterschiedliche Wirkung und Meinungs/Stimmungsmache.
Volle Zustimmung, cube, danke ![]()
Zum Glück dürfen auch Medien eine Meinung haben. Ich will den aufschrei mal hören, wenn sie sich der NPD und der AfD gegenüber völlig neutral positionieren, die Zeitung könnte einpacken. Ich bin froh, dass hier einige Berichterstatter Flagge zeigen. Grade, wenn ich solche Göran höre, die ihr elend mit der Sophie Scholl vergleichen.... wie soll man da neutral bleiben???
Indem man Profi bleibt? Ein Polizist kann einem Vergewaltiger ja auch nicht in den Sack schießen, auch wenn er es verdient hätte. Auch ich schütteln über Vergleiche mit Anne Frank und Sophie Scholl den Kopf!! Aber man kann neutral oder reißerisch darüber berichten. Ich habe den Eindruck dass tatsächlich immer weniger Medien neutral berichten. Da tragen auch die Verallgemeinerungen wie Corona Leugner, Covidioten und so weiter bei. Als ob JEDER der kritisch ist, gleich ein Idiot und Leugner sein MUSS. Das hetzt die Leute nur noch mehr gegeneinander auf.
Ich weiß auch nicht, WARUM Menschen die sich Gedanken machen
als Corona-leugner oder Covidioten bezeichnet werden!
Corona gibt es nun mal,
aber was hier teilweise abgeht....
Vieles passt nicht zusammen.
Selbst Herr Spahn hat im Frühjahr gesagt, dass Masken nichts bringen und Deutschland gut vorbereitet wäre.
Er wurde nicht so genannt....und wehe wenn.
Und ich habe es damals schon nicht verstanden, dass munter Karneval gefeiert werden durfte. ![]()
Na ja, manche Dinge sind nun mal objektiv falsch / absurd, das IST dann eine sachliche Berichterstattung. Wenn jemand im dicksten Regen steht und erklärt, er sieht über sich den blauen Himmel - dann kann es zwar irgendeinen Grund für diese Wahrnehmung geben, aber der Himmel wird davon trotzdem nicht blau.
Nun, auf Berichterstartung auf RTL, Sat1, BigFm etc gebe ich nichts. Die ist simpel, aufmerksamkeitsheischend, wertend und so fundiert wie irgendwelche Onlinemagazine oder die kostenlosen Zeitschriften aus der Apotheke. Was mich mehr ärgert, ist das "Gutmensch-Erziehen", das es in den Öffentlich-Rechtlichen oft gibt. Gerne bei ARD, ZDF, SWR-Nachrichten und -beiträgen.
Was absurd ist dürfen auch Medien als absurd bezeichnen. Eine andere Frage ist, ob immer jeder absurde Schxxx, den irgendwer äußert, breitgetreten werden muss ...
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