Muts
Hier im Ort haben wir ein "Health Resort", das bis Januar von reichen Chinesen zur Reha und als Beauty Farm genutzt haben. Seit Ende Januar geht da ja nichts mehr. Eine Familie aus China wollte über Weihnachten 2019 und im Januar 2020 hier bleiben, Eltern, zwei Kinder. Als Corona dann in ihrer Heimat so schlimm wurde, haben sie beschlossen, erst heim zu reisen, wenn Corona dort vorbei ist. Nun, dann kam Corona hierher. Im Sommer haben wir die Familie oft spazieren laufen sehen, leider spricht keiner Deutsch oder Englisch und von uns natürlich keine Chinesisch. Gestern habe ich gehört, dass die Familie immer noch hier ist. Die Kinder bekommen Fernunterricht ( ab 2 Uhr morgens), der Vater ist wohl im Home Office tätig. Sie hätten die Chance gehabt, im Sommer zurück zu fliegen, aber die Flüge waren nicht erschwinglich. Irgendwie krass , oder?
Naja, dadurch dass Japan Ende Februar sehr plötzlich die Grenzen dicht machte, kenne ich einige, die es ähnlich getroffen hat. Der beste Freund meines Sohnes (9 Jahre) ist für 2 Wochen nach Südafrika geflogen, um die Großmutter dort zu besuchen, und konnte auf einmal nicht mehr zurück zu seinen Eltern, die hier geblieben waren. Er hat sich anfangs noch immer brav um 2 Uhr morgens zum Unterricht dazu geschaltet, allerdings hat er das schnell aufgegeben, weil er zu müde war. Die Schule hat dann den Unterricht aufgenommen und als Video verschickt. Erst Mitte September, nach 6 Monaten, lockerte Japan das Einreiseverbot und erlaubte wenigstens im Ausland gestrandete Bürger wieder ins Land. Hergeflogen hat ihn seine Oma, die aber Japan nicht betreten durfte - sie hat ihn also nur an die Passkontrolle begleitet und ist dann mit dem nächsten Flieger wieder zurück nach Afrika. Oder unsere Nachbarin, die Tochter geht mit meiner in den Kindergarten. Sie war für einen Kurzbesuch bei Verwandten in Italien, als Japan die Grenzen dicht machte. Sie war damals im 2. oder 3. Monat schwanger. Bis Japan im September die Grenzen wieder öffnete, war es zu spät zu fliegen, und sie hat ihr Baby alleine im Ausland bekommen - auch super. Leute hier haben ihren Job, ihre Wohnung verloren, weil sie zum falschen Zeitpunkt außerhalb Japans waren. Etliche waren nur kurz auf Geschäftsreise in einem der Nachbarländer und kamen nicht wieder rein. Ok, in deinem Fall machen sie es freiwillig - aber kein Einzelfall, und wenn man nicht das nötige Kleingeld hat, um so lange über die Runden zu kommen, ist es existenzvernichtend.
Das ist sehr bitter......und ich habe es bisher eigentlich nur am Rande wahrgenommen. Gab es in den genannten Ländern denn eigentlich keine Rückholflüge für die Gestrandeten, wie sie bei uns durchgeführt wurden? Oder umgekehrt, gibt es eigentlich auch noch gestrandete Europäer? Also solche, die nicht freiwillig auf eine Rückholaktion zur gegebenen Zeit verzichtet haben, und dann einfach den Zeitpunkt verpasst haben? Bzw......musste der Rückholflug (bei uns) eigentlich zu überteuerten Preisen aus eigener Tasche bezahlt werden? Ich weiß es ehrlich nicht.
Man durfte nicht ins Land. Die Grenzen waren komplett dicht. Sie haben einen gar nicht erst boarden lassen. Ein Bekannter meiner Kollegin ist in Russland gestrandet, der hätte noch raus gedurft, hatte aber einen regulären Flug gebucht gehabt und deshalb auf den letzten Rückholflug verzichtet- dann wurde sein regulärer Flug gestrichen und er saß fest. Es ging nichts mehr. Er versuchte zweimal über die (bereits geschlossene) Grenze nach Europa zu kommen, wurde jedesmal aufgegriffen und zurück ins Hotel geschickt. Dann hat er den Zug nach Vladivostock genommen, in der Hoffnung, dort mit irgendeinem Boot nach Japan übersetzen zu können, musste aber nach 3 Tagen aufgeben, weil der Zug ständig irgendwo außerplanmäßig in der Pampa hielt und dort stundenlang einfach stand, ohne Info, wann es weitergeht... nach drei Tagen war er immer noch irgendwo in der Nähe von Moskau. Irgendwann öffnete sich plötzlich eine Flugverbindung über drei oder vier arabische oder afrikanische Länder, ich hab's vergessen - auf jeden Fall hat er ein Ticket ergattern können und ist endlich irgendwie nach Hause gekommen. Wirkliche Odysseen, und jeder hier, mit dem du sprichst, kennt solche Stories oder hat sie selbst erlebt. Asien hat halt völlig dicht gemacht, im Gegensatz zu Europa, und es gibt bis jetzt keinen Austausch. Die Kehrseite der Medaille, dafür sind unsere Zahlen relativ niedrig, auch wenn sie hier alle Panik schieben, bei inzwischen 600 Neuinfektionen täglich (Tokyo).
Das ist krass, hatte von solchen Schicksalen noch nichts gehört. Hab wieder einmal für mich beschlossen, nicht zu laut zu klagen, nur weil ich mit meinem Hintern zu Hause in der warmen Wohnung mit vollem Kühlschrank verbringen muss. Ich fühle mit denen mit, die es nicht so gut wegstecken können -aus verschiedensten Gründen.
Rückholflüge gab es vielleicht, aber die Familie ist bewusst geblieben- erst mal....
Wir haben eine chinesische Familie in unserem Kindergarten. Diese waren von Dezember 2019 bis Mai 2020 in China und durften nicht ausreisen. Sie lebten dort in einem Hotelzimmer - mit 3 Kindern im Kindergartenalter bzw. jünger.
Das kann jetzt ja wieder passieren: Wer in England/GB sitzt oder eben von dort aus in Europa iost, kann sich darauf einstellen, daß daß er nicht mehr hin oder her kommt. Das neue Virus wird ja für einiges sorgen! Gruß Ursel, DK
Die letzten 10 Beiträge
- RSV kurz vor Geburt
- Jetzt hat es auch meine Tochter erwischt
- Corona Impfung - Angst vor Schäden
- Wir sind ja die ganze Zeit verschont geblieben
- Hab das Gefühl es dauert jedes mal länger...
- Oh nein! Nun auch hier!
- Was tun bei Durchfall bei Corona und Kopfschmerzen
- Schaun ma mal, was noch kommt....
- Die heikelsten Themen der Pandemie sind geschwärzt
- RKI unter der Lupe - endlich!