ramalamadingdong
Die Helios hat ja Transparenz gewährleistet und ich schaue von Zeit zu Zeit. Weiter unten habe ich gelesen, dass Patienten 4Std auf den RTW warten oder 1 Stunde durch die Gegend gefahren werden. Warum ist das so? In den Helios ist noch viel Platz, wenn ich mir die Diagramme und Zahlen ansehe. Ich verstehe das nicht, muß aber auch dazu sagen, dass ich mich mit Krankenhäusern nicht auskenne. Helios gibt es doch aber bundesweit. Werden Kranke nicht überall hin verteilt? Oder werden erst bestimmte Krankenhäuser gefüllt, wenn ein Notruf eingeht? Wenn ich auf die Zahlen von Helios schaue, habe ich nicht das Gefühl eine todbringende Pandemie im Land zu haben. 337 Intensivpatienten mit Covid bundesweit in Helioskliniken? Wo ist der Fehler?
Der Fehler ist, dass es oft zwar Betten gibt, aber kein Personal. Sind alle Beatmungsplätze belegt, wird die Klinik abgemeldet. Wir hatten neulich erst das Problem, dass die Ärzte 5 Stunden nach einem Intensivbett in der Umgebung suchen müssen und ich arbeite in einer Großstadt mit einigen Kliniken. Die Krankenwagen fahren die nächste Klinik an bzw. die, die sie von der Leitstelle genannt bekommen. Solange sie einen Pat. an Board haben, den sie evtl. nicht loswerden, können sie auch keinen neuen Einsatz fahren. Und Patienten werden nicht einfach so bundesweit verteilt, da Bedarf es Absprachen,...
Es ist schön, dass Klinikkonzerne wie Helios Daten veröffentlichen, jedoch nicht unbedingt zielführend, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Eines schon mal vorneweg: Eine bessere Gesamtübersicht über das Geschehen bekommst du bei der DIVI. (https://www.divi.de/register/tagesreport) Es empfiehlt sich neben der Gesamtübersicht auch die CSV mit den Kreisdaten anzusehen. Zu Rettungsmittelzeiten: Je nach Bundesland gilt üblicherweise eine Hilfsfrist von 8-15 Minuten. Diese meist verbunden mit einer Erreichungsvorgabe von 90-95%. Durchaus kann es also Wartezeiten geben, die über den 15 Minuten liegen. Die gemachte Angabe von vier Stunden um beim Patienten anzukommen ist aber absolut unrealistisch. Eine Stunde um bei einem aufnehmenden Krankenhaus anzukommen, kann dagegen durchaus auch mal im Rahmen des möglichen sein. Auslastung der Krankenhäuser: Die Bundesländer fahren intern ein eigenes Programm wie die Krankenhäuser mit Covid-Patienten bleget werden. In Hessen und einigen anderen Bundesländern wurden die Krankenhäuser in der verschiedene Versorgungskategorien eingeteilt.Dabei koordnieren die Krankenhäuser der obersten Kategorie im gewissen Rahmen die Patientenverteilung der Krankenhäuser niedrigerer Kategorien in ihrem Bereich. Diese Verteilung ist abhängig von der Schwere der Fälle, der Anzahl der Fälle im direkten Einzugbereich jeder einzelnen Klinik und den verfügbaren Ressourcen in den einzelnen Krankenhäusern. Bei entsprechendem Bedarf werden Patienten auch mal untereinander verlegt. Dabei erfolgt üblicherweise ein Verlegung von Häusern der Versorgungsstufe 3 (viele Häuser mit jeweils wenigen ICU-Betten) hin zu Häusern der Versorgungsstufe 1 (sehr weniger Häuser mit jeweils vielen ICU-Betten). Irgendwo dazwischen sind dann noch die Krankenhäuser der Versorgungsstufe 2 angesoiedelt. Ein Konzept für die Verlegung über Landesgrenzen hinweg ist das sogenannte Kleeblattkonzept. Jeweils mehrere Bundesländr sind dort zu Gruppen zusammengefasst. Sollten Kapazitäten in einem Bundesland einer Gruppe nicht ausreichen, soll ein Patientenausgleich innerhalb der Gruppe erfolgen, erst danach Gruppenübergreifend. Zu Bettenkapazitäten: In Deutschen Krankenhäusern sind schon an guten Tagen 70% der ICU-Betten ausgelastet. Dies liegt vor allem daran, dass hierzulande IMC-Betten seltenst bis nie getrennt ausgewiesen wurden, diese an der Gesamtzahl einen sehr großen Anteil haben und zudem meist >90% ausgelastet sind. Covid Patienten haben bei Helios derzeit einen Anteil von 22% am Geamtgeschehen der Helios-Kliniken. Dies ist KEINE geringe Anzahl. Es entspricht 7% des bundesweiten Corona-Geschehens auf ICU. Die Gesamtzahl der belegten Betten in der ICU entsprechen ca. 6,5% des bundesweiten Geschenens.
Die Geschichte mit der Wartezeit von 4 Stunden stammt von mir. Mein Schwiegervater, 80 Jahre hatte massive Kreislaufprobleme, konnte nicht mehr aufstehen, war aber ansprechbar.Meine Schwiegermutter wurde telefonisch unterstützt und der Gesundheitszustand ihres Mannes abgefragt. Offensichtlich war dieser nicht so besorgniserregend wie der anderer Notfälle und wurde hinten angestellt. Meine Schwiegereltern haben hier in Deutschland geschlagene 4 Stunden auf einen RTW gewartet. Meine Schwiegermutter, fast 80, wurde aufgefordert ihren Mann doch vielleicht selbst mit dem Auto zu bringen. Ich kann keine wissenschaftliche Abhandlung über die Auslastung der Helios-Kliniken schreiben, weiß aber was ich diese Woche erlebt habe und lass mich nicht der Lüge bezichtigen.... Von Helios kann ich nichts schreiben, nur von einem städtischen Klinikum, das nach eigenen Aussagen total überlastet ist. Wir haben die Sache selbstverständlich nicht auf sich beruhen lassen...
RTW oder KTW, also Rettungswagen oder Krankentransportwagen? 112 oder 19 222? Auf eine KTW kann man schon mal 4 Stunden warten, das sind keine Transporte mit Priorität sondern für Menschen die nicht mobil sind, während der Fahrt auch Betreuung brauchen oder aus dem 3. Stock runtergetragen werden müssen. RTW kommt mit Blaulicht an, und wenn das 4 Std. gedauert hat, liegt das nicht an Corona sondern dann hat jemand in der Leitstelle was verbummelt (oder der Fall hat sich für ihn am Telefon nicht so dramatisch angehört, dann schickt er statt dessen einen KTW, sagt das den Betroffenen dann aber auch). Wenn kein RTW Nah genug ist, wird auch schon mal ein KTW vorausgeschickt oder auch manchmal die Feuerwehr. Die Frage ist daher, was waren die Probleme des Schwiegervaters: Unabhängig davon welche der beiden Nummern angerufen wurde: bei plötzlichen Kreislaufpoblemen schickt die Leitstelle den RTW, wenn der Patient diese Kreislaufprobleme aber schon seit ein paar Tagen hat, schickt er den KTW mit entsprechender Wartezeit. LG Inge
Meine Schwiegermutter hat die 112 gewählt. Mein Schwiegervater ist nicht pflegebedürftig. Meine Schwiegereltern wohnen noch im eigenen Haus, versorgen sich selbstständig, fahren Auto und sind geistig total fit. Wenn mein Schwiegervater normalerweise gesundheitliche Probleme hatte, war er durchaus in der Lage selbst zum Arzt zugehen. Er hat seit Jahren aber Herzprobleme und wie sich jetzt herausgestellt hat, einen schweren bakteriellen Harnwegsinfekt, der starke Kreislaufprobleme ausgelöst hat. In der Rettungsleitstelle informierte man sie, dass alle RTWs und Hubschrauber im Einsatz seien und es eben noch dringlichere Fälle gäbe, was ja durchaus sein kann. Nach vier Stunden kam ein RTW samt Notarzt und kein Krankentransport. Inzwischen ist mein Schwiegervater gut versorgt. Ob das jetzt an Corona lag oder nicht sei dahingestellt. Mich ärgert es aber, wenn ich lese, dass Leute der Meinung sind die Kliniken seien zwar belastet aber nicht überlastet. Meine Schwägerin ist Anästhesistin am Klinikum hier, die Nachbarin Krankenschwester, ebenso wie zwei Schülermütter. Alle erzählen sie seien absolut am Limit. Natürlich läuft der Betrieb, aber nur weil viele Ärzte; Pflegekräfte und Schwestern fast unmenschliches leisten. Meine Schwägerin sagt, sie begeht Selbstmord, wenn die britische Variante hier ankommt. Spaß natürlich, aber sie ist wirklich am Ende. Mag sein, dass große Kliniken in Ballungsräumen vielleicht weniger Probleme haebn. Hier ist auf Anschlag, laut Aussagen derer, die dort arbeiten. Und dann zu lesen Inzidenzen zwischen 150 und 180 würden locker dauerhaft gehen, halte ich für einen Schlag ins Gesicht derer, die damit klarkommen müssen.
Vier Stunden entsprechen einem Radius (unter Berüclsichtigung von Fahrtstrecke unter SoSi) von knapp 200 Kilometern. Eine Fläche von rund 125.000 Quadratkilometern...
Wenn man davon ausgeht das der Wagen 4 Std gefahren ist für die Anfahrt. Wer mal genauer nachdenkt könnte auf die Idee kommen das der Wagen erst noch ein paar andere Notfälle angefahren ist. Der Großvater mit den kreislaufproblemem war dann halt nr3 oder 4 auf der liste.
Der RTW ist nicht 4 Stunden angefahren, sondern musste offensichtlich vorher noch dringender Patienten versorgen.
Als ich vor einigen Jahren noch im Rettungsdienst gearbeitet habe, wurden dann Fahrzeuge aus dem Nachbarkreis angefordert wenn es bei uns mal eng wurde. Zudem gab es noch die Option die für MANV-Lagen (Massanfall von Verletzten) vorgesehenen Transportkomponenten zu alarmieren, die ggf. aus dem nächsten oder gar übernächsten (oder noch weiter entfernten Kreis) kamen. Ergänzend dann auch noch die Einheiten des katastrophenschutzes, welche auch über RTW und KTW verfürgen. Ich glaube ja eigentlich nicht daran, dass man in den letzten 5 Jahren das deutsche Rettungswesen so vor die Wand gefahren hat.
Als ich vor einigen Jahren noch im Rettungsdienst gearbeitet habe, wurden dann Fahrzeuge aus dem Nachbarkreis angefordert wenn es bei uns mal eng wurde. Zudem gab es noch die Option die für MANV-Lagen (Massanfall von Verletzten) vorgesehenen Transportkomponenten zu alarmieren, die ggf. aus dem nächsten oder gar übernächsten (oder noch weiter entfernten Kreis) kamen. Ergänzend dann auch noch die Einheiten des katastrophenschutzes, welche auch über RTW und KTW verfürgen. Ich glaube ja eigentlich nicht daran, dass man in den letzten 5 Jahren das deutsche Rettungswesen so vor die Wand gefahren hat.
Na deutschlandweit gibt es die schon, die nächste zu mir ist trotzdem 150 km weg. Das finde ich nun nicht sooo nah.
Ach komm, strammen marschieren und du bist ratzfatz da ![]()
München hat zwei Helios Kliniken. Ist aber eh wurscht, weil die Patienten nicht nach Klinik-Namen zugeteilt werden.
Wir haben hier 4 Kliniken. Aber, nur 2 davon machen eine Akutversorgung. Wo in die 3te kommen noch Patienten nach Selbstmordversuch, Schlaganfälle ua. Die 4te Klinik ist vor allen auf geplante Eingriffe im orthopädischen, Nieren und Endokrinologie spezialisiert. Soll bedeuten, wenn du stürzt oder einen Unfall hast, dann kommt je nachdem was die leitzentrale sagt, nur eines der beiden Akutkrankenhäuser. Blöde wenn eines von den beiden zu ist weil gerade Ausbruch. Genau das war hier vor einigen Wochen der Fall. Dazu hatten wir hier auch recht hohe Zahlen und viele Patienten im kh mit Corona. Bei den Umständen wundern dann lange Wartezeiten gar nicht mehr. Wenn dein Kind einen Unfall hätte oder anderen Notfall, dann musst du damit in eine der beiden Nachbarstadt. Da hier keine Kinderklinik ist. Wären auch mal so 30-50km, je nachdem welche.
Je nach Dringlichkeit kommt der RTW - innerhalb Minuten normalerweise - oder es wird ein Krankentransport geschickt, der sieht aus wie der RTW, aber der fährt die "weniger schlimmen Fälle" und ja, da muss man in der Regel länger warten, bis der eintrifft. Das sagen sie einem aber normalerweise am Telefon - und ich bin mit diesen Aussagen bisher immer zurecht gekommen und es klappte immer so, wie angekündigt ! Ich denke das sollte man auseinanderhalten - die dringenden Transporte, nach Unfällen, nach Herzinfarkt, etc. oder die "nicht so dringenden" wie "muss zum Nähen in die Klinik" oder "hat Rückenschmerzen" etc. .. Lg, Lore
Freie Betten sind das Eine, Personal ist das Andere. Und wenn kein Personal da ist, bringen auch 100 leere Betten nichts.
Generell gebe ich dir Recht, aber falls du noch jüngere Kinder Hast, die kannst du auch vor Ort behandeln lassen beim Unfall,...Meinen kleinen habe ich extra ins städtische gebracht statt Beth. nach dem Unfall, dort wurde er 2x operiert. Meine Große hat da den Blinddarm rausbekommen. In der Regel dürfen die Krankenhäuser nur keine Kinder mit internistischen Erkrankungen aufnehmen, da fehlt dieZulassung. Das Haus, wo ich arbeite, hat auch keine Kinderstation, aber oft Kinder da auf der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Als die Häuser hier im Nov-Dez so voll waren, standen die Krankenwagen Schlange ums Haus.
Bethel wäre meine letzte Wahl. Dafür habe ich dort zu lange hinter die Kulissen schauen dürfen
. Wir fahren immer nach Lippstadt, ist auch etwas näher. Städtische meide ich auch. Bei uns in der Familie ist es so, wer ins städtische kommt, kommt selten auf beiden Beinen wieder raus. Deshalb ist hier EliHop die Wahl. Und die sagen klar wenn man wegen Kinder anruft und die nicht zufälligerweise gerade jemanden haben der Dienst schiebt und sich mit Kindern auskennt - manchmal springt ja dort der Woike ein der da seine Praxis hat, das man nach Bethel oder Lippstadt soll. Lippstadt ist in dem Sinne auch toll das sie dort die Wartezeiten für Kinder wirklich extrem gering halten wenn irgendwie möglich.
Ich würde ja gerne sagen, fahrt nach Paderborn, aber da ist die Lage ähnlich. Gerade mit Kindern. Dann noch Mangel an Fachärzten in den Häusern...
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