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Gesundheitsämter

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cube

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https://www.spiegel.de/politik/deutschland/coronavirus-die-mittlere-leistungsfaehigkeit-eines-gesundheitsamtes-kolumne-a-34bf7113-0116-4c0c-80f7-b8e08201ec4f Ja, auch auf die Gefahr hin, dass mir wieder negatives Denken etc unterstellt wird ;-) Neu ist es nicht, aber vielleicht erstmals so konkret ausgesprochen. Mich macht das verdammt sauer. Denn letztendlich heißt das doch: LD in dem Ausmaß und Länge wäre durchaus vermeidbar. Wenn nämlich Herr x rechtzeitig erfahren würde, dass er K1 ist und bitte nicht in´s Büro geht oder seine pflegebedürftige Mutter im Heim besucht usw. Natürlich ist eine niedrige Inzidenz/Eindämmung einer Ausbreitung damit nicht plötzlich unwichtig. Aber wie gesagt: LD so wirklich notwendig? Die hohen Inzidenzwerte wirklich nicht zu verhindern außer mit LD/Einschränkungen? Die schweren Erkrankungen mit Intensivpflege müssten auch nicht so hoch sein, würde man vernünftig nachverfolgen und entsprechend Kontakte verhindern können. Es scheint ja möglich, dass man beschließt, ein komplettes Land lahmzulegen - aber offenbar ist es unmöglich zu beschließen, das gefälligst alle Ämter aufgerüstet werden. Passend dazu der Kassenärztliche Verband Nordrhein gerade im Radio: man hätte 20% der Anrufer einen Impftermin vermitteln können. Man hätte die Serverkapazitäten etc deutlich weiter ausbauen können und damit mehr Termine vergeben hätte man wie gewünscht eine externe Firma beauftragt mit der Technik. Durfte man aber nicht. Ich finde das wirklich unfassbar und es lässt mich umso mehr an der ganzen "Strategie", bei der ja angeblich alles nur von den Menschen abhängt, die sich gefälligst mehr bemühen sollten, zweifeln.


Grauzone

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Wo sollen die Mitarbeiter für das Gesundheitsamt herkommen? Es gibt teilweise in der Bevölkerung einen riesen Aufschrei , wenn die Bundeswehr aushilft. Die Gesundheitsämter sind hoffnungslos überlastet: da kann doch keine neue Digitalisierungsprozesse vollzogen werden oder wer will denn die Mitarbeiter auf eine Fortbildung schicken????Wir machen das Gesundheitsamt für 2 Tage zu, weil die Mitarbeiter auf Fortbildung sind. Die Reaktion in der Bevölkerung will ich sehen. Nur dass du mal weißt, was im Gesundheitsamt passiert. Es wird an einer Schule mit 150 Kinder 5 positiv Getestete gemeldet. Es müssen etliche Gespräche mit stl. Schulamt und Schulleitung geführt werden. Es müssen die 150 Leute in Quarantäne gesetzt werden. Da ruft im Durschnitt jeder Betroffene dreimal an und schreibt 5 emails. Du musst die Widersprüche gegen die Anordnung beantworten. Und wer macht die Nachverfolgung. Wir sind ein kleiner Flächenkreis mit 270.000 Einwohner und täglich ca 110 neue Fälle. Dies sind derzeit fast 4.000 Anrufe täglich zur Kontaktverfolgung. Und dann Rückrufe, Beschwerden usw. Wenn ich nur 15 Fälle am Tage habe, ist dies auf jeden Fall einfacher zu bewerkstelligen. Klar kann man dies alles digitalisieren und ändern: danach weiß aber kein Mitarbeiter mehr, was er machen soll. Aufrüsten mitten in der Maximalbelastung? dass ich nicht lache...


cube

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Man hätte schon letztes Jahr im Frühjahr aufrüsten können - wollte man da aber nicht, hielt man nicht für notwendig. Trotz erstem LD nicht notwendig? Und innerhalb der letzten 11 Monate hat man daran auch nicht wirklich etwas geändert. Aber jetzt ist es eh zu spät und deswegen braucht man darüber auch nicht reden? Das sag mal all denen, die ihren Job verlieren, ihr Firma schlißen mussten, den ganzen Eltern in HO mit HS... Und nicht zuletzt denjenigen, die einen Menschen an Corona verloren haben, den man auch dadurch hätte retten können.


Grauzone

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Womit willst du die Gesundheitsämter aufrüsten? Personal? Der Markt ist leer gefegt. Es ist noch schlimmer, als wenn eine Klinik im Bereich der Anästhesie Mitarbeiter sucht oder wenn Kitas Erzieherinen sucht. Hardware? Wo soll die herkommen? Da müssen Ausschreibungen erfolgen. Software? Wer soll die Mitarbeiter mitten in der Pandemie einarbeiten? Dies gäbe nur ein mittleres Chaos. Und die Gesundheitsämter (zumindest in Hessen) wurden aufgerüstet, aber es wurde keine neue Software eingeführt. Aber dies alles reicht nicht aus, um diese Menge an Anrufen zu tätigen.


Leewja

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ja, hätte man. Aber natürlich gäbe es wesentlich bessere Methoden der Nachverfolgung und Informationsweitergabe, ABER, wenn man vorschlagen würde, die zu nutzen, würde irgend jemand datenschutzbesessenes ebenso wütend und sauer DAGEGEN protestieren, wie Du jetzt gegen die veraltete und zähe Langsamkeit, und deshalb können wir eben die vorhandenen Bewegungs/Begegnungsdaten zum Beispiel NICHT nutzen, obwohl es natürlich pupseinfach und ressourcensparend und entlastend und schnell wäre. Ich stimme dir zu, dass man in Zukunft vorsorgend solche Dinge definitiv anpassen und entwickeln muss, nur wird es JETZT akut eben leider nicht funktionieren, auch wenn wir das doof finden. Abner ja, für zukünftige Pandemien/Katastrophenfälle sollten wir auf jeden Fall besser vorbereitet sein. Dafür müssen Gesetze überdacht werden, Regelungen flexibler sein, die Aufklärung der Bevölkerung über solche Maßnahmen müsste prophylaktisch regelmäßig erfolgen. es gibt wirklich viel, was wir verbessern können.


cube

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Man hätte genug Zeit gehabt. Aber wie gesagt: es scheint einfacher zu bewerkstelligen, ein ganzes Land in den LD zu schicken auf unbestimmte Zeit als einfach mal zu bestimmen, dass JETZT ohne großes Tamtam mal die Ämter aufgerüstet werden.


Grauzone

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WANN hatte man Zeit? Im Jahre 2019? Bestimmt. Wofür Zeit? Dann erzähle mal, wo man geeignete und qualifizierte Mitarbeiter für das Gesundheitsamt bekommt. Dies würde mich interessieren. Und von welchen anderen Maßnahmen im Gesundheitsamt sprichst du? Software? Hardware? KI? Welche Hersteller?


Loretta1

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Ich finde den Link leider nicht mehr - aber die Betreiber der Seite wollten für den Notfall vorsorgen: ein Portal mit freiwilligen Helfern aus diversen Bereichen. Nicht nur Medizin - auch aus der Verwaltung. Eben genau für die Gesundheitsämter. Neulich gab es einen Artikel darüber - und da hieß es, dass leider bisher KEINE ANFRAGEN für Personal für die GÄ dort angekommen wäre. Also wird demnach kein Personal benötigt ?!? Dass man kein Personal findet, ist eine Ausrede, das glaube ich einfach nicht... selbst ich würde mich hinsetzen und da mit machen... Ich geh mal den Link suchen.. Lg, Lore


cube

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Antwort auf Beitrag von Loretta1

kein Bedarf. Aha.


Grauzone

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Kein Antwort von Dir, cube? Außer pauschalen Behauptungen wird hier nichts Sunstantielles vorgetragen. Nochmals zum Personal (auch wenn von dir nichts kommt): Um eine neue Stelle im Gesundheitsamt zu schaffen: Es muss ein Beschluss des Kreisausschuss erfolgen. Der Stellenplan muss geändert wurden. Die jeweiligen Unterausschüsse des Kreistags müssen angehört werden. Dann muss der Kreistag darüber abstimmen. Danach muss der Kreisausschuss genehmigen. Dann muss die Aufsichtsbehörde dies genehmigen. Dann muss die Ausschreibung der Stelle mit den entsprechenden Fristen erfolgen. Die Vorstellungsrunden müssen erfolgen. In den meisten Fällen kann der Mitarbeiter erst 2 bis 3 Monate später anfangen. Dies ist ein langwieriger Prozess, zumal auch die Finanzierung geklärt sein muss.


kuestenkind68

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Es braucht doch nicht unbedingt neuen Mitarbeiter, sondern nur bessere Organisation, viel mehr Digitalisierung und eine andere Arbeitseinstellung im gesamten öffentlichen Dienst. Jetzt in der Krise ist es natürlich nicht wirklich möglich, das große Reformen anzustoßen, aber ich hoffe für uns alle, auf eine große Digitalisierungsoffensive verbunden mit massivem Bürokratieabbau in allen Ämtern nach der Corona-Krise. Aber vermutich wird das wieder vergessen und man wurschtelt weiter so langsam vor sich hin. .


kuestenkind68

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Antwort auf Beitrag von Loretta1

Das ist auch mein Eindruck, dass man gar kein Personal sucht. Hier jammert das GA auch permanent, arbeitet nach wie vor am WE nicht (wir melden seit einem Jahr keine Zahlen am WE und es interessiert aber auch die Verantwortlichen nicht die Bohne). Stellenausschreibungen fürs GA gab es hier auch nicht, auch nicht befristet für die Zeit der Pandemie... Ich denke, wenn Bundeswehrsoldaten zur Nachverfolgung eingesetzt werden können, wird jeder mit kaufmännischer Ausbildung das auch tun können. Da gibt es bestimmt genug Arbeitslose aktuell auf dem Markt, zB aus der Veranstaltungsbranche (die sind idR auch sehr Kommunikationsstark) die gerne ein sicheres Einkommen im ÖD über die Krisenzeit hätten...


miaandme

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Ich muss Grauzone zustimmen. Wer ein bißchen Ahnung von solchen Digitalisierungsprojekten hat, weiß, dass man ohne Mitarbeiter, die damit arbeiten sollen, keine solchen Projekte machen kann. Und es ist nicht damit getan, nur die Gesundheitsämter aufzurüsten. Es macht ja keinen Sinn, dass das Gesundheitsamt digital ist, aber die sendenden und empfangenden Stellen nicht kompatibel sind. Aber genau alle diese Beteiligten sind extrem beschäftigt und können keine Mitarbeiter dafür abstellen, weil dann das tägliche Kerngeschäft nicht mehr laufen kann. Es geht um Gesundheitsdaten, da muss alles doppelt und dreifach sicher sein. Da kann man 5 eben nicht gerade sein lassen.


miaandme

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Aber, das muss man sagen: Dass die Gesundheitsämter im Jahre 2020 überhaupt so hinterm Mond waren, die Frage sollten sich die Verantwortlichen schon gefallen lassen. Die konnten halt viele Jahre ihren alten Schuh durchziehen "hammer noch nie gemacht, brauch mer net und um 16 uhr gehe ich pünktlich nach Haus"


Briefkopf

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Antwort auf Beitrag von kuestenkind68

Was willst du bei den Gesundheitsämtern konkret digitaler machen? Kennst du die einzelnen Schnittstellen zum RKI, den Laboren bzw den Hausärzten? Was ist konkret an der Organisation im Gesundheitsamt falsch?


Mitglied inaktiv

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Da geb ich Dir Recht. Ämter aller Art sind (generell) wahnsinnig zäh und langsam, technisch oft absolut mies eingerichtet usw. Klar hätte man hier massenweise kompetente Leute reinsetzen müssen. Du kannst Dich ja bewerben, gerade die Impfzentren suchen Leute, die Ahnung von PC und Abläufen haben zur Unterstützung. Auch die Gesundheitsämter und Ordnungsämter haben hier tatsächlich Stellen bewilligt bekommen (nicht viele...) aber keine passenden Leute dafür gefunden. Die sind sicher froh, wenn Du hier zumindest halbtags oder am WE unterstützt. Mich schockt diese mangelnde Leistung der Ämter allerdings nicht . In großen Unternehmen läuft es ähnlich. Jeder Handschlag benötigt zig Formulare, Prozesse und Hierarchien müssen genau eingehalten werden, Dank Software kommt man auch gar nicht mehr drum herum. Kein "Könntest Du mal kurz..., gibt ein Feierabendbier" (wie vor 15/20 Jahren noch üblich) auch bei 100% sinnvollen Dingen . Wir sind manchmal erstaunt, wie es funktioniert, dass am Ende doch noch Lieferungen zu Kunden stattfinden. Ähnlich eben in den großen Ämtern... oder auch in Schulen...


cube

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Hab ich versucht. Erstaunlicherweise braucht man aber keine Hilfskräfte bzw. sucht nur Fachpersonal (oder darf nur Fachpersonal suchen?). Aber darum geht es doch gar nicht. Es geht um ein grundsätzliches Versagen der Politik, an dem auch nicht wirklich etwas geändert wurde in den letzten Monaten. Ganz ehrlich: jeder 2. Post hier wird ruckzuck so verdreht, dass man doch bitte selber und überhaupt - und das eigentlich Thema wird ignoriert.


Mitglied inaktiv

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übrigens denke ich, wird das alles noch schlimmer werden. Heute in der Zeitung gelesen, dass sie bei der ansteckenderen englischen Mutante noch mehr Leute direkt in Quarantäne schicken (keine quarantänefreie K2 bei Tragen einer Alltagsmaske mehr) und wenn nach 14 Tagen noch Viren nachgewiesen werden, die Quarantäne direkt noch um 1 Woche verlängert wird . Bei den wirklich auffallend aggressiven Ansteckungen in den Heimen in der Nähe trotz Einhaltung aller Hygienevorschriften schätze ich, ist die Mutante schon angekommen....


Finale

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Das kann ich zu hundert Prozent von meinem Arbeitgeber sagen, wir ersticken in Formularen und für alles gibt es eine genaue Vorgehensweise, die penibel eingehalten werden muss.


Mitglied inaktiv

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Versagen der Politik ... klar, da gibt es auch aktuell genug Ansätze. Aber für die schlechte Leistung der Gesundheits- und Ordnungsämter können sie ganz aktuell doch auch nichts. Klar hätte man digital aufrüsten müssen schon lange. Wo noch Faxgeräte benutzt werden... lachhaft! Aber das Rollout für eine Digitalisierung in allen Kreisen, Bundesländern usw ist eben ein Projekt, das in den aktuellen Strukturen nicht so schnell geht. Ärgerlich. Sehr ärgerlich. Aber nachvollziehbar. Was sind denn "Fachkräfte"? Soviel ich weiss waren die Einstiegsanforderungen nicht hoch. Zumindest beim Ordnungsamt ging es nur darum, dass man due MS Office Programme beherrscht ...


Zwerg1511

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Ich glaube, es bezweifelt niemand, dass viele Dinge besser oder anders hätten verlaufen können. Natürlich hätte man Personal u. technische Kapazitäten aufstocken können, es hätten Konzepte für die Schulen entwickelt werden können usw. usw. Das ist ärgerlich, aber wir müssen nunmal mit der Ist-Situation leben. Man sollte den Verantwortlichen zugute halten, dass dies auch eine neue Situation für Sie ist. Und mehr qualifiziertes Personal oder eine neue technische Infrastruktur lassen sich halt auch nicht innerhalb ein paar Tage aus dem Boden stampfen. Schau Dir die anderen europäischen Länder an, dort läuft es doch genauso, wenn nicht noch schlechter. Ja, diese Pandemie zeigt viele Schwachstellen auf und aus diesen müssen wir lernen. Aber im Moment müssen wir mit dem Ist-Zustand leben und uns einfach eingestehen, dass unsere Prioritäten in den letzten Jahren woanders lagen. Ich persönlich glaube nicht daran, dass es einem gut tut, ständig Dinge zu suchen, die die Situation verändert hätten. Wichtig ist für mich nur, dass man jetzt die Weichen stellt, wie man zukünftig agieren will.


cube

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Antwort auf Beitrag von Zwerg1511

Ach, dann ist ja gut. Mensch, das bisschen LD - jetzt ist das Kind halt in den Brunnen gefallen, aber Schwamm drüber. Seit 11 Monaten nichts daran geändert ... ist halt so, ne. Ein paar Milliarden für die LH wegen des LD´s - aber die Gesundheitsämter ausstatten? Nee, lieber später - die Bürger stört das eh nicht schon nicht mehr. Hauptsache, wir machen uns weiter gegenseitig dafür verantwortlich, weil x die Maske nicht richtig getragen hat, doch die Oma UND den Opa besucht hat, Eltern tatsächlich ihre Kinder in die Betreuung schicken usw.


Schnegge89

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Ich glaube, dir ist nicht ganz klar, welche Dimensionen eine - tatsächlich notwendige - Digitalisierung der Gesundheitsämter bzw allgemein der Verwaltung in Deutschland hat. Hier geht es nicht ausschließlich um die Kosten für die Anschaffung der Endgeräte. Es braucht vor allem Menschen, die sich in der Materie auskennen, sinnvolle Geräte anschaffen, diese installieren und die Mitarbeiter schulen. Mitarbeiter der IT Firmen müssen im Anschluss freie Ressourcen haben, um entstehende Probleme beheben zu können. Analoge Daten müssten in mühevoller Kleinarbeit digitalisiert werden, ehe sie nutzbar sind. Selbst wenn das alles ohne die üblichen Ausschreibungen, Anträge usw. gegangen wäre - es gibt deswegen nicht erheblich mehr Menschen, die sich darum kümmern könnten. Das ist eine Sache von Jahren und Jahrzehnten. Demzufolge ja, die Digitalisierung von Ämtern, Schulen usw. wurde seit vielen Jahren verschlafen, aber es wäre sehr naiv, zu denken, dass alles hätte in den letzten Monaten problemlos nachgeholt werden können. Zumal die Gesundheitsämter durchgehend zu tun hatten.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Schnegge89

... und die IT- Firmen... Jedes größere Unternehmen hat sich (effizienter und schneller) Hilfe von extern geholt. Die IT-Berater sind ausgebucht seit Frühjahr 2020.


cube

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Antwort auf Beitrag von Schnegge89

Im Zweifel einfach ein "so einfach geht das aber nicht". Schon mal was von "einfach mal anfangen" gehört?


Zwerg1511

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Wenn ich Deine Beiträge lese und nicht erst jetzt, sondern auch schon im 1. Lockdown, dann habe ich immer das Gefühl, Du suchst einen Schuldigen, um Deinen (verständlichen) Frust zu verarbeiten. Wenn das und das gemacht worden wäre, dann hätte es kein Lockdown gegeben, dann wäre es anders gelaufen usw. Ich glaube das nicht. Ja manche Dinge wären professioneller gelaufen, aber ich glaube an der Gesamtsituation würde es trotzdem nicht viel ändern.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Zwerg1511

Manches läuft sehr lahm in den Ämtern. Oder auch völlig unsinnig. Es ist abhängig von den Vorgaben und den Leuten vor Ort. Oft wissen die Sachbearbeiter*innen, wie es besser laufen könnte, doch das Management fragt da nicht nach, bzw. sieht es nicht oder anders. In den Verwaltungen sitzen oben immer noch zu viele alte, weiße Männer mit wenig Fantasie. Ich denke, viele Probleme kommen auch daher. Man benötigt natürlich auch die Erfahrungen der Ergrauten, aber auch die Kreativität der Jungen. Und das lassen die Ergrauten immer noch zu wenig zu. Sie sind zu unflexibel und haben Probleme, sich den neuen Bedingungen anzupassen. Die Ergrauten sitzen zu angeklebt in ihren Schlüsselpositionen. Und mehr Weiblichkeit in den Schlüsselpositionen würde uns im Allgemeinen gut tun.


Leewja

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dass einer sagt "ach, egal, Vorschriften, Gesetze, Verordnungen, Regelungen sind mir komplett wumpe, ich mach jetzt das, was das einzig sinnvolle und vernünftige ist und packe es einfach mal an". Ds darfst du scheiße finden und für eine blöde Ausrede halten, es ist aber trotzdem Tatsache, dass es eben Strukturen dafür braucht. (Es kann ja auch total sinnvoll und vernünftig sein, dein Haus umzubauen, um es umweltfreundlicher zu machen, dennoch kannst Du nicht einfach Ärmel hochkrempeln und anfangen.) Die muss man auch schaffen, völlig richtig, und ja, es ist viel verpasst worden (wobei ich auch vermute, wenn vor 5 Jahren extrem viel Geld in die Digitalisierung der Gesundheitsämter gesteckt worden WÄRE und gar über "Datenaustausch" gesprochen worden WÄRE, ein großer teil der deutschen Bevölkerung auf die Barrikaden gegangen wäre wegen "Verschwendung" und "Veruntreuung von Steuergeldern" und "Datenschutz" und so weiter. Aber ja, man muss es verbessern. Dabei wird man aber eben leider bestimmten Regeln folgen MÜSSEN und es muss ja auch koordiniert fürs ganze Land erfolge, es kann nicht der Chef des Gesundheitsamtes in Hintertupfingen sagen "ich mach das jetzt einfach", wie sollte er auch.


cube

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Antwort auf Beitrag von Zwerg1511

Das sehe ich anders. Ich kann nur noch nicht ganz verstehen, wie so viele Menschen einfach mit den Schultern zucken und sagen "naja, jetzt ist es halt so" und statt dessen anderen, die das stört, negatives Denken unterstellen oder sich gerne darüber auslassen, wie schlimm es heute wieder im Supermarkt war etc. Negatives Denken? Den Finger auf wunde Punkte legen und fragen, wie das sein kann? Jede Firma würde mit dieser Art von Führung/Einstellung Pleite gehen. "Upps, wir haben vergessen, xy zu bestellen - können die Order leider jetzt nicht bedienen". - "Naja, ist jetzt halt so. Red nicht weiter darüber dass man jetzt aber mal in die Puschen kommen muss/wo man schnell etwas ändern muss, das macht nur ja schlechte Stimmung".


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Leewja

Es fehlen in einigen Bereichen auch das Personal. Erst einmal war es lange Zeit Usus, im Öffentlichen Dienst Stellen abzubauen. Auch jetzt gibt es noch immer Stimmen, die sagen, wir brauchen nicht so viele Stellen. Sparen war immer angesagt, Arbeitsplatzverdichtung, auch gerne mal bis zum Burnout. Zusammenstreichen der Haushaltsmittel. Und gerne aus dem "Volk" noch mehr Druck, die bösen Beamten ( eine Minderheit im ÖD) Jeder Streik für bessere Bedingungen wurde doch auch hier im rub gerne runtergezogen. Die Akquise geeignetes Personal zu gewinnen wird immer schwerer. Wir suchen jetzt schon über Headhunter Leute, die in der freien Wirtschaft am Monatsende das Doppelte heimbringen. In Bereichen, wo sie absolut lebensnotwendig sind. Das Gehalt können wir niemals zahlen. Aber wir brauchen diese Leute. Jetzt ist die Krise da, jetzt wird gejammert. Und wenn es zu Ende ist, wird gefordert, wir müssen noch mehr sparen. Alles immer sehr kurzfristig. Wie es gerade passt.


kevome*

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es passiert doch etwas aber man kann es nicht übers Knie brechen. Ich habe den Eindruck, dass Du noch nie eine größere Systemeinführung oder Softwareänderungen in einem größeren Unternehmen erlebt hast. So etwas geht leicht in die Jahre. Bei der Verwaltung, mit noch größerem Umfang als die meisten Unternehmen, ist es dann noch aufwändiger. Ein Freund berät seit 2019 die bayrischen Verwaltungen bzgl. Digitalisierung. Da wurden die Budgets 2020 massiv hoch gefahren. Trotzdem dauert das einfach.


cube

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Antwort auf Beitrag von kevome*

Doch, habe ich. Ist dann aber vielleicht der Unterschied zwischen freier Wirtschaft und Behörden. Deutschland verliert sich da ja gerne in 1 Mio Vorschriften und kleinklein. Seltsam nur, dass einige weitreichende Entscheidungen aktuell sehr schnell getroffen werden können - und bei anderen wartet man einfach immer weiter ab und beruft sich auf "so schnell geht das nicht". Wie es halt gerade passt scheint mir.


kevome*

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ich rede auch von freier Wirtschaft. Und da dauert es gerne mal 1-3 Jahre, wenn entsprechend viele Personen, Datenbanken und Datensätze dran hängen. Das hat so gar nicht mit Ineffizienz zu tun Und ich halte die öffentlichen Behörden in diesem Zusammenhang auch für ziemlich komplex Man hat es viele Jahre verschlafen, das stimmt. Aber im Sommer hätte man da wenig retten können. Und vor allem passiert doch was. Nur eben zu langsam


Mitglied inaktiv

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Entscheidungen kann man schon "schnell" treffen. An der Umsetzung happerts. Siehe Digitalisierungspakt der Schulen . Auch bei den Gesundheitsämtern wäre mehr angedacht gewesen. Auf die Schnelle (Fokus Ticker von heute zitiert "BILD" aber nungut, bei solchen Sachen ist die Quelle tragbar;-): Merkel kritisierte in der internen Schalte laut "Bild" auch die Gesundheitsämter: "Die wurden im November verpflichtet, eine einheitliche Software einzuführen", so die Kanzlerin. Doch nur ein Drittel der Ämter sei bisher an das System angebunden. "Es gibt viele Ausreden." Gut, erst im November. Vermutlich brauchte man so lang für die Auswahl der richtigem Software... bei uns dauert die Auswahl großer Software-Umstellungen auch gern 2, 3 Jahre, die Implementierung dann nochmal locker ein Jahr. Für ein größeres Unternehmen und ein paar Entitys . Nicht für knapp 400 Ämter gleichzeitig.


Grauzone

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Du behauptest, im Gesundheitsamt seien über die letzten Jahre Mitarbeiter abgebaut worden. Quelle? Schau dir nur mal Hessen an. Wie viele Mitarbeiter gab es 2012 und wie viele gibt es jetzt? Da wurden keine Stellen abgebaut, sondern massiv aufgebaut. Aber Hauptsache "mal etwas ins Blaue hinein" behaupten. Aber ich lasse mich gerne davon überzeugen, dass dies in den anderen Bundesländern anders ist.


Mitglied inaktiv

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Antwort auf Beitrag von Grauzone

Ähm, wo habe ich das Gesundheitsamt erwähnt? Ich habe vom Öffentlichen Dienst geschrieben und da behaupte ich nichts ins Blaue


Mitglied inaktiv

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Ähm, wo habe ich das Gesundheitsamt erwähnt? Ich habe vom Öffentlichen Dienst geschrieben und da behaupte ich nichts ins Blaue


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Ähm, wo habe ich das Gesundheitsamt erwähnt? Ich habe vom Öffentlichen Dienst geschrieben und da behaupte ich nichts ins Blaue


Mitglied inaktiv

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Dreimal muss nicht sein, aber gut


memory

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Vielleicht hat man sich zuviel auf die Corona App verlassen..... Die Viele NICHT haben......


Mitglied inaktiv

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Weil sie auf Facebook gelesen haben, dass das vom Datenschutz her... so... naja... man weiss ja nicht ... außerdem hat sie ja eh keiner installiert...bringt also nix


ImvPP

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Klar läuft da vieles absolut schlecht. Deutschland war nicht auf eine Pandemie vorbereitet und hat sich nach der ersten Welle ausgeruht. Die Quittung haben wir jetzt.


Mitglied inaktiv

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Es wurde doch an einem „Pandemieplan“ für den Fall der Fälle vor 3-4 Jahren (??) bin mir nicht genau sicher, gearbeitet. An diesem Plan hangelt man sich jetzt lang. Warum wurde da nicht drüber nachgedacht? Wie man es macht? Warum wurde nicht überhaupt schon alles in den deutschen Ämtern vereinheitlicht? Da ist doch Deutschland mit ihren zig Vorgaben sonst immer ganz vorn dabei. Aber wehe man arbeitet in der privaten Wirtschaft nicht nach Iso-Vorgaben. Dann biste deine Zertifizierung und sämtliche Aufträge los. Wenn ich alleine die Einrichtungen aus der Steinzeit sehe Vielleicht sollte man da langsamal ansetzen um effizienteres Arbeiten möglich zu machen. Materialien und Ressourcen anderer Art


ImvPP

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Den Plan gibt es. Viel mehr aber anscheinend nicht? Und ansonsten hier mal volle Zustimmung.


Berlin!

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Muß ich mir Sorgen machend deswegen? Ernsthaft: Du hast so recht. Und ich bekomme echt Blutdruck, wenn ich darüber nachdenke. Weil eine Personalaufstockung nicht erfolgt ist, dürfen meine Kinder nicht zur Schule. Sehr vereinfacht und platt gesagt, trifft es aber irgendwie. Wo das Personal herkommen soll? Es gibt im Moment jede Menge Menschen, die arbeitslos sind oder zum Nichtstun verdammt. es haben sich sogar Freiwillige gemeldet. Studentinnen, Rentnerinnen.......es ist ja nicht so, dass man für diese Arbeit zwingend ein abgeschlossenes Studium und einen Doktortitel braucht. Mit dem Einsatz der BW habe ich auch Bauchschmerzen. Aber gut, wenn ich abwäge, dann ist das immer noch besser als dieser konzeptlose Kack.


Grauzone

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Antwort auf Beitrag von Berlin!

Man merkt, du hast noch nie in einem Gesundheitsamt gearbeitet. Du hast keine Ahnung, wie die Verwaltsaufgaben ablaufen und welche Fachkenntnisse benötigt werden.


Berlin!

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Antwort auf Beitrag von Grauzone

Was willst Du mir denn sagen? Es geht ganz konkret um die Nachverfolgung von Infektionsketten. Dazu muß man keine Ausbildung als Verwaltungsfachangstellte haben. Dazu muß man ein Telefon bedienen können und ein Fax. Oder meinst Du, die BWlerinnen, die das aushilfsweise machen, haben vorher alle noch schnell eine einschlägige Ausbildung abgeschlossen?


Sonnenkäferchen

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Antwort auf Beitrag von cube

Hast du schon jemals in einem Gesundheitsamt gearbeitet? Ich mache das seit 16 Jahren und natürlich sind wir technisch vernünftig ausgestattet. Aktuell sitze ich in der Coronaabteilung mit eigener Software dafür, 2 Bildschirmen etc. Faxe kommen hier fast gar nicht mehr an. Labordaten werden digital übermittelt, lediglich zwei Arztpraxen schicken ihre Verdachtsfälle per Fax und das liegt garantiert nicht an uns. Aber die Indexe, die ihre Kontaktlisten nicht zügig bearbeiten, nicht dazu in der Lage sind, zu verstehen, dass nur bestimmte Formate hier ankommen, die Kontakte nicht vollständig angeben, die tragen massiv zur Weiterverarbeitung bei. Ich fordere morgens auf, frage dreimal nach und abends kommt dann endlich was... Und das sind keine Einzelfälle. Aber Hauptsache, man kann über Ämter meckern. Wir wurden personell aufgestockt, aber es ist halt nicht jeder dazu in der Lage, diese komplexen Vorgänge bei uns zu begreifen. Es ist nämlich nicht einfach mit mal anrufen getan. Vom RKI bekommt man Scouts, mit denen kann man wenigstens was anfangen in der Regel. Andere Mitarbeiter schmeißen nach kurzer Zeit hin, weil es einfach zu viel ist und sie das nicht überblicken. Versuch doch mal, ein Ausbruchsgeschehen in einem Heim zu koordinieren. Ich wette, dass bekommst du trotz deiner angeblichen Fähigkeiten nicht hin. Ich könnte kotzen, wenn alle Welt meint, dass sie es besser könnte. Große Klappe, aber nichts dahinter in der Regel.


Felica

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Cube, im Sommer lagen in den Restaurants Listen aus wo sich jeder Kunde eintragen musste wenn er vor Ort was essen wollte. Muss ich dich jetzt daran erinnern wie viele hier schrieben, nie im Leben würden sie dort echte Daten eintragen? Wie ich meinen ersten Coronatest hatte, haben mich die Arzthelferinnen nicht mal nach der Telefon-Nummer gefragt unter der man mich erreichen könnte. ich ging, warum auch immer, davon aus das mein Hausarzt den ich seit mehreren Jahren habe, meine Telefon-Nummer hat. Ich bin auch der festen Überzeugung diese dort angegeben zu haben. Trotzdem waren die und das Labor nicht in der Lage mich telefonisch zu kontaktieren. ich hätte also, im Falle das der Test positiv gewesen wäre, evtl irgendwann mal auf dem Postweg davon erfahren. Oder wenn zwei Personen an der Türe geklingelt hätten. Und jetzt mal mal jeder darüber nachdenken wie viele gar keinen Hausarzt haben, wo Kontaktdaten uralt sind oder sowas wie Telefonbucheinträge nicht mehr bestehen. Der weitere Punkt, wenn man dich heute fragt mit wem hattest du in den letzten Tagen Kontakt der über 15min bestand, dann wette ich das dir auch nicht alle Personen einfallen werden. Und ich wette darüber hinaus das du nicht von allen die kompletten Daten hast damit du diese dem GA direkt übermitteln kannst. Wobei, dank LD dürfte das inzwischen deutlich leichter Fallen. Aber wie war das wohl noch in der zeit vor dem LD? Die Komponente das man Kontakte verschweigt weil man Angst vor Strafe hat oder andere meint nicht in die Scheiße reiten zu wollen mal nicht berücksichtigt.


Feuerschweifin

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Effiziente Nachverfolgung der Kontakte vs. Datenschutz. Was gab es hier schon einen Aufschrei bei den Zetteln in Lokalen mit Aussagen wie "Ich sehe es nicht ein, meine Daten da anzugeben, geht die gar nichts an." Ja, auch bei Einzelzetteln für jeden Tisch. Aber sich dann beschweren, dass die Infektionsketten sich nicht schnell nachverfolgen lassen und dass der LD ja gar nicht nötig wäre, wenn das besser klappen würde. Na bravo.