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Draussen-Unterricht - eine Alternative

Thema: Draussen-Unterricht - eine Alternative

Wir überlegen doch die ganze Zeit, wie die Schulen es schaffen könnten, möglichst viele Schüler gleichzeitig aber dennoch einigermaßen sicher in Coronazeiten zu unterrichten. Unten ein Artikel aus dem Fokus dazu. Was denkt ihr? Bei uns ist schon lange von einem "Waldklasenzimmer" die Rede. Aber die Umsetzung gelang bisher nicht. Dann haben wir im Hof einen halbrunden Platz mit kleiner Fläche vorne dran, gedacht für Aufführungen. Warum nicht auch hier regelmäßig unterrichten? Unsere 3.Klässler mussten die Gedichte neulich draußen im Hof vortragen, das war für alle eine nette Erfahrung. Ich bin sicher, die Lehrer haben noch mehr Möglichkeiten für Outdoor-Schooling. Und wieder wären 2 - 3 x 15 Kinder mehr "versorgt" . Zumindest bei trockenem Wetter. Wobei es ja auch Überdachungen gibt oder Aulas, wo man hin flüchten könnte. (Ja, ich weiss , es bräuchte noch mehr Lehrkräfte...) https://m.focus.de/familie/bildungsreport/natur-ruhe-und-viel-abstand-lernen-im-wald-warum-der-freiluft-unterricht-auch-nach-krise-sinn-macht_id_12106621.html

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 14:23



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Hm.... ich denke an die Schulen im Umfeld, die Schluhöfe die ich im Kopf habe, sind sehr oft den ganzen Vormittag in der prallen Sonne, Schatten gibt es nicht oder kaum. Und bei 27 Grad im Schatten ........keine so gute Idee. Ich könnte mir nur vorstellen, den regulären Stoff saußen zu lassen und echt so Dinge wie "Waldklassenzimmer" zu machen- aber das scheitert bei uns dann wieder daran, dass der Nationalpark, der das Möglichkeiten hätte, im Juni nur Verantstaltungen mit 10 und im Juli mit maximal 20 Personen zulässt....... Und die Möglichkeiten , die es sonst gibt wären auch schnell belegt. Da müssten private große Gärten mit viel Schatten herhalten...... Aber die Idee an sich wäre schon gut, den Unterricht nach draußen zu verlegen. LG Muts

von Muts am 25.06.2020, 15:01



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Ok, Schatten ist bei uns eher kein Problem und zumindest die GS hat es auch nicht weit zum Wald.

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 15:18



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Bei uns hier in der ländlichen Gegend gibt es in jedem Ort Gemeinschaftshallen und Pfarrheime mit großen Räumen. Wäre sogar eine Indoor Alternative.

von Niki1980 am 25.06.2020, 15:33



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Sind die denn schon wieder geöffnet und dürfen genutzt werden? Unser Gemeindehaus darf jetzt wieder genutzt werden, aber mit maximal 20 Personen....... LG Muts

von Muts am 26.06.2020, 14:30



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Hm, also mal stundenweise ist das sicher schön und möglich, aber dauerhaft für mehrere Klassen sicher kaum realisierbar. Der Schulhof der Grundschule, an der ich unterrichte liegt an einer Haupstraße mitten im belebten Ort. Da wäre es laut und wir hätten sicher zahlreiche "Zuschauer". Eine wetterfeste Überdachung gibt es bei uns auch nicht. Bei schönem Wetter bin ich mit meiner Klasse durchaus gerne mal draußen, aber als dauerlösung für mehrer Klassen ginge das bei uns zumindest auf dem Schulgelände nicht. Liebe Grüße, Gold-Locke

von Gold-Locke am 25.06.2020, 15:56



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Ich finde es recht typisch für die seit Jahren gärende Bildungsmisere, dass Eltern versuchen, Alternativen zu finden und vorzuschlagen und ausgerechnet die Pädagogen nahezu alles negieren. Warum eigentlich? Weil's im Studium nicht gelehrt wurde? Ich freue mich schon auf die zukünftige Schulzeit meines Kindes. Hat gottlob noch 2 Jahre Zeit...

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 16:58



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Was heißt denn da negieren ? Stellst du es dir schön vor, wenn dein Kind an einer stark befahrenen Hauptstraße ohne Sonnen- und Regendach bei Wind und Wetter unterrichtet wird ? Bei schönem Wetter war ich häufig mit meiner Klasse draußen, z.B. im nahe gelegenen Naturschutzgebiet und habe dort Unterricht gemacht. Aber das ist ja keine Lösung für 365 Tage im Jahr. Es ist doch außerdem nicht Aufgabe der Lehrer, für Container, Pavillions, andere Räumlichkeiten zu sorgen. Das ist Aufgabe der Stadt. Wenn du wüsstest, was wir uns schon so alles gewünscht und beantragt haben und wie wenig davon in die Tat umgesetzt wurde ... Wenn die Bedingungen stimmen, unterrichte ich wo immer es machbar wäre. Ich finde es recht typisch, das unrealistische "Alternativen" von Eltern kommen, die sich mit den Bedingungen, Vorgaben an Schulen etc. offenbar überhaupt nicht auskennen. Liebe Grüße, Gold-Locke

von Gold-Locke am 26.06.2020, 18:34



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So isses.

von As am 26.06.2020, 20:56



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Unsere Schule hat ein "grünes Klassenzimmer", das wurde auch schon öfter im Sommer genutzt. Mit Abstand halten ist da aber nicht viel, in der kleinen Gruppe geht das, ansonsten ist die Fläche aber zu gering.

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 16:04



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Absolut dagegen! In Sommer viel zu heiß, die Geräuschkulisse ist auch viel höher, der Lehrer kann sein ganzes Material nicht draußen aufbauen und sobald das Wetter schlechter wird.... tolle Vorstellung!

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 16:23



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Oft fehlt es auch an Räumlichkeiten usw. grade bei den älteren Klassen bzw. Oberstufe könnte man digitalen Unterricht einführen, mit Hilfe der Stadt und regionalen Unternehmen. Würde ich mir so denken: Eine 9. Klasse hat 30 Schüler. Auf Grund Hygienevorschriften können immer nur 30 Schüler auf ein Mal unterrichtet werden. Also Wechselmodell. Gruppe A eine Woche Präsenz. Gruppe B in der Woche HomeSchooling und dann umgekehrt. Was ist aber, wenn Unternehmen (wie zB. Mein AG) 5(!!!) riesengroße Konferenzräume hat, ausgestattet mit allem Möglichen Pipapo (Beamer, internet, TelKo usw.) und diese Räumlichkeiten für Unterricht zur Verfügung stellen kann. So könnte der Unterricht der Präsenz-Klasse live übertragen werden. Gruppe A sitzt im Klassenzimmer, Gruppe B in einem anderen Raum und kann den Unterricht trotz dessen live Verfolgen und Lehrer und Schüler können auch in Echtzeit miteinander interagieren. Das kann man dann auch wechseln, aber so kann mehr Stoff geschafft werden, als wenn der Lehrer alles doppelt vorträllern muss. Wenn ich daran denke, wie viele Räumlichkeiten für sowas zur Verfügung stünden, ist das in meinen Augen umsetzbar. Stadthallen (kann man meist in mehrere Räume trennen), Konferenzzimmer, Kongresszentren, Hotels mit Schulungsräumen. Klar, es ist eine Kostenfrage, aber es gibt für alles momentan Fördermittel - und da wäre ea gut angebracht!

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 16:33



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Das stimmt. Die ganzen Konferenzräume in speziell dafür eingerichteten Hotels usw mit Top Ausstattung. Grad schade drum. Aber ob ein Hotel dafür Schüler reinlässt? In unser Unternehmen kommt gerade keiner rein, wenn es nicht absolut notwendig und von der oberen Hierarchie unterschrieben ist. Stadthallen hingegen, Aulas, Sporthallen, ja. es gäbe auch indoor ein paar Möglichkeiten. Bei uns aber definitiv auch outdoor vorstellbar. Vielleicht liegt es daran, dass eins meiner Kids im Waldkindergarten war, dass ich mir das durchaus vorstellen kann... und ein Waldklassenzimmer schon seit Jahren in der Planung ist.

Mitglied inaktiv - 25.06.2020, 21:41



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Frag mal deinen Arbeitgeber, ob er seine Räume nicht unentgeltlich für Schulklassen zur Verfügung stellen möchte.

von As am 25.06.2020, 22:05



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Da ich einen sehr familienfreundlichen Arbeitgeber habe, würde er das sogar machen Wenn das allerdings nicht gewollt wird oder umsetzbar ist, weil die Schulen extrem mieserabel ausgestattet sind, dann gehts leider nicht ;)

Mitglied inaktiv - 26.06.2020, 06:15



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Kein vernünftiger Arbeitgeber wird aktuell Fremde aufs Firmengelände lassen und damit Infektionen und Betriebsschließungen riskieren.

von kevome* am 26.06.2020, 08:29



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Wenn die Aula frei ist, wird hier in der Aula unterrichtet. Auch wenn die akustischen Bedingungen grottig sind. Draußen unterrichten ist machbar, aber nicht planbar. Wenn es regnet, muss ein Raum da sein. Da kann man auch gleich den Raum einplanen. Ich weiß, in DK geht das. Da nähen die Lehrer in ihrer vielen freien Zeit Tarps zum Spannen. Oder man besorgt halt schnell paar Pavillions vom üppigen Gehalt. Man muss nur wollen.

von As am 25.06.2020, 21:59



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Ja, man muss es wollen und auch die Flexibilität an den Tag legen, die von allen anderen Arbeitnehmern gerade auch verlangt wird. Sicher sind die örtlichen Gegebenheiten nicht überall dieselben. Hier jedoch steht die Schulsporthalle direkt am Gebäude der Schule seit Monaten frei. Da würde aber keinerlei Unterricht abgehalten. Ebenso habe wir aufgrund einer nicht mehr existierenden Hauptschule unzählige ungenutzte Klassenzimmer und Fachzimmer ( komplette Küche, Werkraum, Physik...). Da war ja bis vor ein paar Jahren auch noch Unterricht. Aber nein, das kann so schnell nicht wieder benutzt werden. Draußen habe wir ebenso eine Art kleines Theater, da war noch nicht eine Klasse. Im Schatten übrigens. Schulgarten, riesengroß! Fehlanzeige, nur zum Erdbeeren ernten geht man da hin. Doch, wenn man will, dann lassen sich schon in vielen Schulen definitiv mehr Möglichkeiten finden... Bestimmt nicht überall, das sag ich gar nicht.

von Momvon3 am 25.06.2020, 22:09



Antwort auf Beitrag von Momvon3

Bei uns war die benachbarte Sporthalle monatelang gesperrt und durfte auch nicht von der Schule genutzt werden. Hatten wir angefragt. Seit einer Woche ist sie nun wieder für uns nutzbar, Toiletten sind aber weiterhin abgesperrt. Das Problem neben der Beschaffung von zusätzlichen Räumen ist aber vor allem die Beschaffung von zusätzlichen Lehrern. Wenn man Klassen weiterhin teilen möchte / muss und sie täglich kommen sollen, werden nahezu doppelt so viele Lehrer benötigt. Die sind aber nicht vorhanden.

von Gold-Locke am 26.06.2020, 18:40



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ich sehe da noch ganz andere Probleme: das Kind mit Heuschnupfen wird dann vermutlich die ganze Zeit krank sein, weil es nicht den ganzen Schultag draussen verbringen kann (oder es wird nach Hause geschickt, weil sein Niesen ja Corona sein könnte). Nicht jedes Kind verträgt Sonne und Hitze. Meine Kinder sind blass und rothaarig. Nach einer Stunde in der Sonne haben die Sonnenbrand. Wer garantiert mir, dass die Lehrer dann darauf achten, dass die Sonnencreme benutzt wird? Selbst wenn man die morgens zuhause eincremt, die müssten mittags nochmal nachcremen... Trotzdem finde ich die Idee gar nicht so verkehrt. Ich könnte mir zB vorstellen, den Sportunterricht bis zu den Herbstferien generell auf den Sportplatz zu verlegen. Da ist Platz und die Kinder sind an der frischen Luft. Das ist doch viel schöner als in der Turnhalle. Und die Turnhalle könnte man dann ja auch als Unterrichtsraum nutzen...

von kuestenkind68 am 26.06.2020, 00:27



Antwort auf Beitrag von kuestenkind68

Wie gesagt, in der prallen Hitze sitzen ist damit nicht gemeint. Da muss natürlich eine Lösung her, aber da gibt es ja Möglichkeiten. Mein Großer hat übrigens heftige Hausstaubmilbenallergie und Tierhaarallergie. Für ihn war es in der Grundschule schlimm mit der Allergie im geschlossenen Raum, da hinten zwei riesige uralte verstaubte Sofas waren (Lese-Ecke) und man sah ihm auch an, wenn er neben einem Klassenkameraden mit Hunden und vielen Katzen zuhause saß. Für ihn wäre draussen entspannter gewesen... Es gibt nicht nur Heuschnupfen ;-)

Mitglied inaktiv - 26.06.2020, 07:46



Antwort auf Beitrag von kuestenkind68

Ja, das mit dem Sportunterricht auf dem Sportplatz finde ich auch eine gute Idee, die sicher an vielen Schulen umsetzbar wäre. Liebe Grüße, Gold-Locke

von Gold-Locke am 26.06.2020, 18:41



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Liebe alle, per Zufall bin ich auf diese Forum gestoßen: ich bin keine Mama, und auch keine Lehrerin, dafür Papa einer kleinen Tochter und zudem der Forscher Christoph Mall, von dem in dem Fokus Artikel berichtet wird. Wir arbeiten an der TU München zum Thema Draußenunterricht, und welche Auswirkungen der regelmäßige Unterricht außerhalb des Schulgebäudes auf die SchülerInnen und die Lehrkräfte haben kann: vor allem in Bezug zur Lernmotivation, zur Gesundheit, und zu sozialen, kognitiven und akademischen Aspekten. Und gerade in der aktuellen COVID-19 Pandemie könnte der Draußenunterricht einen gewissen Beitrag dazu leisten, dass der Präsenzunterrricht möglichst lange stattfinden kann. Ich fand es sehr spannend, welche Gedanken und gute Ideen ihr euch zur praktischen Umsetzung gemacht habt. Nun stammen eure Kommentare alle aus den Sommermonaten, und mitterweile ist es frostig und sicher nicht mehr so einfach, mit den Kindern nach draußen zu gehen und curricularen Unterricht zu gestalten. Auf der anderen Seite wird es durch das notwenige Lüften in den Klassenräumen auch recht schnell kalt und die Heizungen können tlw. kaum dagegen anarbeiten. Draußen haben die Kinder - je nach Lernort - zumindest eine größere Bewegungsfreiheit, um sich wieder aufzuwärmen. Kurzum, ich finde es spannend, dass sich vielfach auch außerhalb meiner Uniwelt Gedanken dazu gemacht werden. Falls ihr weitere Infos sucht: Wir haben eine prägnante Praxishandreichung zum Draußenunterricht erstellt. Das Konzept wird erklärt, die wissenschaftliche Erkenntnisse berichtet und es geht um konkrete Tipps für die Umsetzung (unten auf unserer Website): https://www.sg.tum.de/sportdidaktik/forschung/draussenunterricht/ In Kooperation mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entstehen Unterrichtsmaterialien und Artikulationsschemata, über 50 sind bereits online frei verfügbar: http://www.sdw-bayern.de/unterricht-im-wald/ Am 25.11 hatte wir eine Onlinefortbildung zu dem Thema, Schwerpunkte Lernen, Praxis, BNE, Forschung und Organisation, die Beiträge sind hier zu finden: https://www.youtube.com/channel/UCgy0SOQC_fm3t1LtSXXxzrw Und zusammen mit Silviva aus der Schweiz ist eine Onlineplattform für den Informationsaustausch entstanden: https://www.draussenunterrichten.ch/ Und noch ein Artikel im Tagesspiegel, mit Verweisen auf unsere Arbeit: https://www.tagesspiegel.de/wissen/unterricht-in-corona-zeiten-schueler-koennten-draussen-lernen-auch-im-winter/26222982.html Beste Grüße Christoph Mall

von chrismall am 01.12.2020, 10:21