Wurzelzwerge
....und der Wissenschaftler wird m.E. zu selten bis gar nicht von der Politik gehört. Dieser Artikel (auch wenn ich das Format von Merkur.de ganz furchtbar finde) zeigt sehr gut, dass das momentan angewandte Gießkannenprinzip aus wissenschaftlicher Sicht nur bedingt wirken kann, da man z.B. Altenheime und Schulen/ Kitas nicht um jeden Preis gleich behandeln sollte. Und auch die Tatsache, dass mit einer Inzidenz von ca 120-150 die KH das gut managen können, finde ich interessant. Und hier war offenbar nicht irgendein Hinterhof-Virologe, sondern ein renommierter Wissenschaftler im Gespräch. Warum bekommt so jemand kein Gehör? https://www.merkur.de/politik/angela-merkel-klaus-stoehr-virologe-coronavirus-deutschland-regeln-strategie-kritik-interview-90175458.amp.html
Weil Drosten, Whieler, Merkel und Södi Recht haben und all die anderen eh nix Wissen ![]()
Ich sehe die andere Seite nicht. Er ist für Maßnahmen, wünscht sich aber Politiker, die das Volk erreichen und mitnehmen. Er möchte, dass die Schul- und Kitaöffnungen nicht an die Inzifenz 50 geknüpft wird. Er sagt die Kliniken wären bei Inzifenz 150 bis 180 nicht überlastet. Bei vielen Krankenhäusern ist das vielleicht so. Ich habe diesen Winter andere Erfahrungen gemacht. Meine Mutter mit schweren Herzrythmusstörungen wurde eine Stunde mit dem RTW quer durch das Land gekarrt, weil das hiesige Klinikum wegen Covid Aufnahmestopp hatte - Inzidenz irgendwo zw. 100 und 150. AnFang der Woche ist mein Schwiegervater zusammengebrochen - Inzidenz am Wohnort 80 - und hst 4 Stunden auf einen RTW gewartet. Soviel dazu...
Ich verstehe es auch einfach nicht mehr. Seit Beginn der Pandemie weiß man, dass vor allem die Menschen 70+ schwere Verläufe haben, sterben. Aber was zielt in den letzten Monaten darauf ab, sie besser zu schützen? Was schützt Lehrer und Erzieherinnen? Restaurantschließungen? Man macht Kitas und Schulen zu, Eltern müssen weiter arbeiten. Wohin mit den Kindern? Zu Oma und Opa.... Toll durchdacht. Die Zahlen gehen nicht so stark zurück, wie sie sollten. Schuld ist die Bevölkerung. Ach ja. Seltsam, wenn man sich die Dienstagsdaten des RKI ansieht, infizieren sich die allermeisten in Altersheimen und Krankenhäusern. Die Infektionszahlen aus Kitas und Schulen sind durchweg eher gering dagegen. Klar, wird auch nicht gut getestet. Aber wozu gibt's denn Daten (auch wenn ungenaue), wenn man nicht aus ihnen lernen will?
Wenn man nicht in die Schule geht (wie im Moment viele), ist es auch schwer, sich dort zu infizieren. Außerdem ist die Dunkelziffer in Kitas und Schulen wegen der Symptomarmut/Symptomfreiheit der Kinder ein Vielfaches höher als die in den Altersheimen. Man kann also die Zahlen nicht einfach so gegenüberstellen. Es gibt meines Wissens keinen Studie (auch international) zu Schulschließungen, in der nicht der R-Wert mit zwei oder drei Wochen Verzögerung auf Schulschließungen mit einem Abfallen und auf Schulöffnungen mit einem Ansteigen reagiert hätte.
Und in jeder dieser Studien wird betont, dass daraus nicht unbedingt zu schließen ist, dass das an Schule an sich liegt...
Aber eben auch, dass unter bestimmten Voraussetzungen (hohe Inzidenz, diffuses Infektionsgeschehen in der Bevölkerung) die Schulen keine Wallfahrtsorte bilden und deswegen verschärft auf Prävention gesetzt werden sollte. Was nicht bei voll besetzten Klassen und keinem oder unzureichenden MNS gewährleistet werden kann. Oder?
Die Frage ist aber, was Prävention ist/sein soll, auch vor dem Hintergrund der Bedeutung von Schule, wenn man in Erwägung zieht, dass es vielleicht nicht an Schule an sich, sondern am Drumrum hängt. Mundschutz ok. Das gab's aber ja überall zumindest in den weiterführenden Schulen, z.T. aber auch in den Grundschulen. Ob jetzt volle Besetzung hätte aufrecht erhalten werden können, keine Ahnung... Man hat aber ja gar nicht erst versucht, mal das "Drumrum" etwas zu analysieren und zu schauen, wo man da hätte ansetzen können (ÖPNV, erstärkt Homeoffice bei den Eltern - letzteres kommt jetzt ja, aber so formuliert, dass man sich als AG leicht drücken kann... und da gibt's sicher noch manches). Wahrscheinlich hätte das meiste halt gekostet... Da ist es einfacher, Schulen mal dicht zu machen...
„Pandemietreiber“ sind alle Orte an denen viele Menschen ohne Abstand und sonstigem Schutz zusammentreffen - das können Schulen sein, Büros, Versammlungen, Partys...
Natürlich kommt es auch in Schulen zu Ansteckungen, weil da eben Kontakt gegeben ist.
Der Appell ist aber, UNNÖTIGE Kontakte zu vermeiden. Und da ist die Frage: Ist Schule unnötig, unnötiger als in Büros zusammen rumzuhocken, in der Kaffe Küche des Betriebs, alle AN fahren mit ÖPNV etc.? Oder könnte man vielleicht nicht anderweitig auch Kontakte "einsparen"? Durch Ausbau ÖPNV, mehr Schulbusse, mehr Homeoffice etc.
Das Virus merkt nur nicht, ob Kontakte „nötig“ oder „unnötig“ sind.
Das "Drumrum" - ich meine, dass es in der Theorie funktionieren würde. Ich denke schon, dass man das Risiko weiter senken kann - z.B. mit den von dir erwähnten Maßnahmen (brrr, ich mag das Wort immer noch nicht). Ich kann dir hierzu jedoch keine mathematische Rechnung vorlegen;-) Es bleibt aber ein Restrisiko in der Praxis bestehen, z.B. durch private Kontakte, durch Ansteckungswege, die theoretisch nicht denkbar erscheinen oder die wir schlicht nicht wahrnehmen (Einkaufen, gemeinsamer Fahrstuhl im Mehrfamilienhaus etc.). Wir sind eben nur Menschen und unsere Gesellschaft, mit allen Facetten die wir ansonsten so schätzen, macht es uns schwierig und dem Virus leicht. Es scheitert manchmal auch schon an den simplen AHA - Regeln, an gutem Schutz. Die nette Nachbarin von nebenan wird schon nichts haben. Man kann aber auch nicht immer beschuldigen, denn ich bezweifle, dass wir, zumindest die meisten von uns, willentlich und wissend andere anstecken. Im Bezug auf die Schulen gab es, zumindest seitens der Wissenschaft, die klare Empfehlung, ab einem bestimmten Inzidenzwert (50) die Sicherheit in den Schulen zu erhöhen, d.h. Wechselunterricht oder kleinere Gruppen, Abstand und MNS auch an den Grundschulen. Neben dem Üblichen wie regelmäßiges Lüften. Jetzt ist es eben wie es ist. "Man" hat (so wie es aussieht berechtigte) Angst vor der Ausbreitung und Auswirkung neuer Mutanten wie B.1.1.7. Es ist unfair, es ist anstrengend, bedrohlich, aber nicht aussichtslos. Es klingt ein bisschen wie das "Wort zum Sonntag", aber ein wenig Vertrauen tut manchmal gut.
Selbst wenn das Drumherum mindestens zu 50% der Schulansteckungen beitragen würde: - Wie will man denn in einer Großstadt, in der der ÖPNV voll ist und die Straßen voll sind, die Anfahrt zur Schule, wenn alle hingehen, entzerren? - Wie kann man mit dem Problem umgehen, dass inzwischen ein Großteil der Schüler in der Nachmittagsbetreuung (und zwar teilweise die Kinder einer Klasse in fünf oder mehr verschiedenen Häusern) ist und dann irgendwo ja ohne Maske in Gruppen essen muss? In Betrieben mit Einzelbüros kann man den Arbeitnehmern verbieten, sich in der Kaffeeküche zu versammeln und jeder isst an seinem Arbeitsplatz. Selbst wenn es Großraumbüros sind: Jeder Arbeitnehmer hat mehr Platz als ein durchschnittlicher Schüler, der sich das Pult mit seinem Sitznachbarn teilt. - Wie kann man es regeln, dass die Schüler und Schülerinnen nicht doch (ohne Maske) auf dem Schulwege die Köpfe zusammenstecken? Ich halte das alles nicht für machbar und glaube, dass es kaum Branchen (außer den im Moment geschlossenen) gibt, wo man so viele sich vernetzende Kontakte, teils auf engstem Raum hat wie in der Schule.
Man kann aber eben auch nicht beweisen, dass es nur am Drumherum liegt. Nachdem beides Kontakte produziert - der Schulbetrieb und das Drumherum - kann man wohl davon ausgehen, dass beides einen gewissen Anteil hat. Es gibt neben den ÖPNV-Kontakten und den privaten Kontakten vor und nach der Schule eben auch Kontakte, die IM Schulbetrieb zustande kommen. Und letztere dürften auch nicht ganz wenige sein. Deshalb halte ich es für verkehrt, anzunehmen, bloß weil man irgendwelche sogenannten Hygienemaßnahmen ergriffen hat, würden in den Schulen keine Ansteckungen mehr passieren.
Dem würde ich schon zustimmen, aber nicht, wenn die Inzidenz in höheren Altersgruppen weiter so hoch ist. Und eine Nachverfolgung wird dann auch nicht möglich sein.
Falls dem so wäre, was sind denn die Maßnahmen, die eine Inzidenz bei 120 fixieren? Man hat doch gesehen, wie schnell die Zahlen außer Kontrolle geraten....
der GesÄ. Ab 50 + können die die Infektionen nicht mehr nachverfolgen und damit wird es nicht mehr kontrollierbar. Der Wert hat nichts damit zu tun, dass Corona ab 5ß+ aus sich selbst heraus gefährlicher wird - der hängt leider daran, dass man versäumt hat, im Frühjahr 2020 die Ämter sofort alle mit der zu dem Zeitpunkt ja bereits vorhandenen Software auszustatten. Statt dessen Fax und handschriftlich .... wer hat denn bitte in den letzten Jahren mal was gefaxt??? Und dann noch handschriftlich?? Nun ja, ausbaden muss das jetzt halt die Bevölkerung... Deswegen kann man auch keine anderen Meinungen anderer Virologen, Wissenschaftler etc zulassen. Zum k..en
Also ich muss bei der Arbeit regelmäßig faxen. Aber ich arbeite auch in der Jugendhilfe und muss deshalb Dinge an Ämter faxen und uns füttert ja auch die öffentliche Hand, da sieht’s mit zeitgemäßer Technik echt mau aus. Prinzipiell sehe ich es aber auch so, dass man ein Teil des Geldes besser in die Ämter und die Pflege investieren hätte sollen, damit unsere Möglichkeiten die Situation zu kontrollieren nicht so begrenzt wären.
Aber wo steckt denn hier, außer der üblichen Kritik, eine klare und konkrete Strategie? Realisierbare Vorschläge? Schutz der ca. 30 Millionen Menschen in Deutschland, die zu der sog. vulnerablen Gruppe zählen durch Eigenverantwortung? Was versteht man genau unter Eigenverantwortung? Großflächige und regelmäßige Anwendung von Schnelltests, ffp2-Masken? Ist das wirklich praktikabel und ausreichend? Ja, wir haben Impfstoffe, aber es dauert eben, bis viele dieser Menschen geimpft sind (die Bereitschaft muss auch vorhanden sein) und setzt weiterhin Disziplin und Solidarität in der Bevölkerung voraus. Eine Inzidenz von "120 - 150" trotz neu auftretender Mutationen halten? Wie soll der Plan konkret umgesetzt werden? Was ist mit Szenarien wie in Großbritannien? Utopisch für DE? Die Kliniken können gut mit der Situation umgehen? Wie lange (z.B. Verschiebung elektiver Eingriffe)? Sind die wirtschaftlichen Folgen so wirklich besser zu prognostizieren? In einigen Punkten sehe ich Übereinstimmungen, wie z.B. der Hinweis auf die Dunkelziffer, die strikte Einhaltung der Hygiene-Grundregeln, den Hinweis, dass das Virus höchstwahrscheinlich bleibt, wie das saisonal auftretende Influenzavirus. „Wir müssen das kleinere Übel wählen und bestimmte negative Auswirkungen akzeptieren“ Dieser Satz von Stöhr stößt mir etwas sauer auf.
Ich hab das jetzt gelesen und frage mich aber nach wie vor, was denn nun seine revolutionäre Idee beim Umgang mit dem Virus und den Menschen ist. Er versteht nicht, wie Schulschließungen Inzidenzen in Alten heimen beeinflussen können? Echt jetzt? ICH verstehe nicht, wie ausgerechnet sämtliche Altenheime betroffen sein können. Da müssen doch Massen von Infizierten unterwegs sein, wenn das Virus in gefühlt jedes Altenheim geschleppt wird, trotz angeblicher Hygienekonzepte? Dass Inzidenzwerte von 120 bis 180 beherrschbar sind, mag ja sein, aber wie will man die so " niedrig" halten bei R-Werten über 1? Ohne Kontaktbeschränkungen? Wo würde er denn ansetzen? Einzig bezüglich der Kommunikationsexperten kann ich ihm folgen. Da gehört wirklich eine durchdachtere Strategie hin. Wenn Drosten vor 100000 pro Tag warnt, wird es als Panikmache verstanden, obwohl er recht haben kann. Vielleicht will er nicht Panik machen, sondern auf eine sehr sehr lange Durststrecke vorbereiten, anstatt zu sagen, dass nach Ostern/ wenn die ersten 50% geimpft sind / im Sommer, wenn es wärmer wird ( wahlweise) alles wieder gut wird. Das wollen die Menschen jetzt zwar hören, aber hinterher würden sie sich doch auch wieder betrogen fühlen. Man braucht also Leute, die die realistischen Botschaften fürs Volk hübsch aufbereiten und verpacken. Das wird wohl sein.
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