pflaumenbaum
Ich war wirklich froh, dass wir in Niedersachsen i-serv haben und bisher lief es ja ganz gut. Aber wie bei Euch anderen unten läuft da zurzeit gar nichts mehr. Ab morgen sollte Online-Unterricht beginnen, aber da glaube ich nicht dran. Meine eigentliche Frage: Warum schafft es die Kultusministerkonferenz nicht, einheitliche Regeln für die Plattformnutzung zu schaffen. Warum dürfen wir an der Uni Zoom nutzen, aber die Schulen dürfen das teilweise - in manchen Bundesländern - nicht? Das ist doch Quark. Ich habe von Schulen gehört (aus NRW), die haben im Oktober noch diskutiert, ob sie lieber MS Teams oder Moodle nutzen wollen. Aber Zoom nicht, weil das angeblich nicht erlaubt ist. Als wenn Microsoft keine Daten abgreifen würde? Da komm ich echt nicht mit. Dann benutzen hier manche Jitsi. Als wäre das sicherer. Echt ... unfassbar....
Erklär mir doch bitte, warum Jitsi (auf einer eigenen Plattform sicher betrieben) nicht datenschutzkonform sein soll?
darüber habe ich kein Detailwissen. Aber ist Jitsi wirklich sicherer als Zoom? Ich habe jetzt schon mehrfach gehört, dass bei Jitsi-Sitzungen Fremde hinzugestoßen sind. Darüber hinaus ist Jitsi aber sehr unstabil, insofern nicht geeignet für größere Gruppen. Aber darum geht es mir nicht, sondern vielmehr um diese Inkonsistenzen: Die einen dürfen Zoom nutzen, die anderen nicht...
Wer seine Videokonferenz nicht über ein Passwort absichert, macht es Fremden leicht. Bei Jitsi muss man kein Passwort eingeben - dann ist es aber nicht datenschutzkonform. Hinsichtlich Stabilität liegt es nicht unbedingt an Jitsi, sondern an Internetverbindung und Servern. Und ja: Was die Beschaffung von IT angeht, hat man in vielen Schulämtern, KMs etc. viel verpennt. Seit Jahren, vor allem aber seit 2020. Personal dafür gibt's auch keins. Keinne Stellen und selbst wenn: Mit TVöD EG 10 bekommst du kaum einen ordentlichen Admin für 5 Schulen gleichzeitig.
Sicher kann man der Meinung sein, dass wir in Deutschland den Datenschutz übertreiben und uns selber Beine stellen. Tatsache ist aber, dass die Datenschutzbeauftragten der Länder sehr scharf auf die Plattformen schauen. In Thüringen hat der dortige Datenschutzbeauftragte sogar überlegt, Lehrkräfte, die nicht zugelassene Plattformen nutzten, zu verklagen. Da kann man schon verstehen, wenn hier viele sehr vorsichtig werden. Prinzipiell dürfen keine Daten über Server, die außerhalb der EU liegen, laufen. Da ist es egal, ob es irgendwelche für Nachrichtendienste relevanten Daten sind, oder nicht. Schützenswerte Daten sind prinzipiell auch Namen oder ähnliches. MS Teams oder auch Jitsi laufen teilweise auf Landes- oder Schulservern, dann sind sie datenschutztechnisch unproblematisch. Gleiches gilt für Moodle. Da aber hier in Baden-Württemberg dem Ministerium klar war, dass die Serverkapazitäten nicht ausreichen, wurden die Lehrer aufgefordert, nur im äußersten Notfall Videokonferenzen abzuhalten. Das ist die derzeitige Realität. Das muss man nicht verstehen. Aber wenn ein Privatunternehmen sich nicht um den Datenschutz schert ist das eben eine andere Sache, als wenn der Staat dies nicht tut. Vielleicht sollten die Deutschen ihre schizophrene Haltung zu Datenschutz überdenken, solange dies aber nicht der Fall ist, wird Homeschooling eben so laufen, wie es gerade läuft. Oder auch nicht läuft.
>>Vielleicht sollten die Deutschen ihre schizophrene Haltung zu Datenschutz überdenken,(...)< < Die ist und bleibt das Kernproblem!
Ok, danke, dann liegt es vor allem an den Serverkapazitäten? Die Unis haben es ja auch geschafft, aber klar, die haben eben auch eigene Server und viel mehr Ressourcen. Dann stellt sich schon die Frage, ob man dieses Problem über den Sommer nicht hätte angehen können.
1. Beschaffungswesen des Staates 2. Lieferfristen 3. Dauer zur Implementierung Zack... das Jahr ist deutlich überschritten.
Auch einfach weil wir eine andere Art von Daten schützen müssen als jetzt eine Mathehausaufgabe.
Also Zoom darf in der Wirtschaft auch nur sehr begrenzt verwendet werden. Ich darf es nur in Ausnahmefällen extern nutzen, keine Daten teilen, über bestimmte Dinge nicht sprechen. Mein Mann darf es gar nicht verwenden. Teams lässt sich über Lizenzkauf ziemlich sicher nutzen, auch als Unternehmen. Warum die KMK das nicht schafft? Weil sie völlig unfähig in diesem Bereich agiert haben.
Gerade bei der Tagesschau gelesen, dass nicht nur ISERV zusammen gebrochen ist, sondern Moodle auch. Vor den Ferien hat ISERV hier super funktioniert. Ich warte ab, die Kinder werden berichten. Sicher ist ISERV nicht, wurde an unserer Schule schon gehackt und es kamen diverse Phishing Mails an. Das nervt mich viel mehr.
Soweit ich gehört habe, dürfte man in NRW eigentlich kein MS Teams mehr nutzen. Aber, es ist das einzigste Angebot das stabil läuft. Viele Schulen haben sich darüber hinweggesetzt. Unsere auch. Und ehrlich: wir nutzen das Programm seit März, es läuft störungsfrei, Schüler und Lehrer haben sich daran gewöhnt, sind darauf geschult, warum zum Teufel sollten wir jetzt damit aufhören und auf das NRW eigene Logineo umsteigen, das praktischerweise, wie zu erwarten, heute sofort abgestürzt ist. Ich halte nich viel von Behörden erstellten System. Die Erfahrung zeigt, dass die nicht funktionieren. Und irgendwie sind die auch nicht sinnvoll geplant. Wenn ich eine Lernplatform für ein ganzes Bundesland plane, dann muss die auch so gestaltet sein, dass im Zweifelsfall sich ALLE Schüler und ALLE Lehrer gleichzeitig um 7.45 Uhr einloggen können. Aber vermutlich hat man da gleich mal an der Servergröße gespart. Wie immer, mag man ja für Schulen bloß kein Geld ausgeben...
Die letzten 10 Beiträge
- RSV kurz vor Geburt
- Jetzt hat es auch meine Tochter erwischt
- Corona Impfung - Angst vor Schäden
- Wir sind ja die ganze Zeit verschont geblieben
- Hab das Gefühl es dauert jedes mal länger...
- Oh nein! Nun auch hier!
- Was tun bei Durchfall bei Corona und Kopfschmerzen
- Schaun ma mal, was noch kommt....
- Die heikelsten Themen der Pandemie sind geschwärzt
- RKI unter der Lupe - endlich!