Maca
Hallo, Seit Jahrzehnten ist die Pflege am Limit, das Personal im ambulanten und stationären Bereich wurde verheizt und ist ausgebrannt. Durch die aktuelle Lage ist die Personalsituation desolat.......... Warum nur, glaubt man immer noch, mit theretisch super klingenden Hygienekonzepten und beschwörenden Worten, die Lage in den Griff zu bekommen? WIE zum Teufel soll denn ein Hygienekonzept gewissenhaft umgesetzt werden können, WENN es sowieso schon VIEL zu WENIG Personal gibt, und dieses auch schon vor Corona die eigenen Ressourcen aufgebraucht hat. Kompletter Wechsel der Schutzausrüstung ( bei bestehenden Infektionen) von Patient zu Patient kostet Zeit, zweimal wöchentliches Testen kostet Zeit, zweimal tägliche Temperaturkontrolle und gründliche AZ- Erhebung bei jedem Bewohner ( und ein daraus resultierendes Einleiten von Maßnahmen) kostet Zeit, Testen und Kontrolle der Besucher kostet Zeit und vieles, vieles mehr Das (absolut notwendige) durchgängige Tragen von ffp2- Masken bei körperlicher Betätigung (Mobilisation von Adipösen u.a.) ist anstrengend und für ältere Pflegekräfte nur mit Erhohlungsphasen zumutbar, kostet aber ZEIT ...... und die fehlt, weil es kein ausreichendes Personal gibt..... schon seit Jahren, jeder wusste es und wer ist schuld? Die Ignoranz? Das betrifft uns dann wohl alle.
Ignoranz? Wie meinst du das? Wolltest oder hast Du eine Ausbildung in der Richtung? Nein...? Ich auch nicht ,da war ich schon vor 20 Jahren , nach einem Praktikum auf der Geriatrie 100% sicher, dass ich das nicht kann und will. Da hätten die Umstände und Akzeptanz noch so rosig sein können. So einfach ist das halt nicht ![]()
Für kein Geld der Welt, wäre das ein Beruf für mich gewesen. So hoch kann kein Verdienst sein. Ich wäre eine komplette Fehlbesetzung geworden. LG
Meine Mutter hat ab Ende der 80er Jahre bis Mitte der 90er eine Umschulung erst zur Altenpflegehelferin, dann zur examinierten Altenpflegerin und schließlich zur PDL absolviert, sie war bis Anfang der Nullerjahre in der Altenpflege. Schon damals klaffte eine Riesenlücke zwischen politischen Versprechen, Außendarstellung der Einrichtungen und tatsächlicher Lebenssituation der Bewohner und Arbeitssituation des Personals. Sie hat da jahrelang gekämpft, gestritten, mit Kolleginnen mobilgemacht. Anfang der Nullerjahre ist sie dann in den Vorruhestand gegangen, weil sie die Nase gestrichen voll hatte. In dieser Branche ist die aktuelle Pandemie er Supergau. Aber der grundlegende Fehler steckt eben in dem Ansatz, dass die Pflege von älteren Angehörigen, die nicht mehr selbstverständlich und kostenlos von den Familien zu Hause erledigt werden kann, möglichst effizient und gewinnbringend stattzufinden hat. Der Faktor Mensch kommt in diesen Berechnungen kaum vor, weder in Form der Bewohner noch in Form des Personals. So wie überall im Gesundheitwesen. "Ignoranz" ist sicher nicht der Grund, das ist ja seit Jahren bekannt, und es besteht dafür auch ein Problembewusstsein, sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung. Die Prioritätensetzung ist und bleibt trotzdem falsch.
"Aber der grundlegende Fehler steckt eben in dem Ansatz, dass die Pflege von älteren Angehörigen, die nicht mehr selbstverständlich und kostenlos von den Familien zu Hause erledigt werden kann, möglichst effizient und gewinnbringend stattzufinden hat. Der Faktor Mensch kommt in diesen Berechnungen kaum vor, weder in Form der Bewohner noch in Form des Personals. So wie überall im Gesundheitwesen." So schaut's aus. Wenn Corona abflacht, wird es heißen "kein Geld da" - genau wie davor auch. Ob ich es - abgesehen von der eigenen Patientenverfügung - ignoriere oder nicht - pupsegal.
Wenn Corona abflacht wird in den Altenheimen und Krankenhäuser kräftig Personal gekürzt, weil wenn es während der Pandemie gereicht hat, ist es für normale Zeiten zu viel.
“Die Prioritätensetzung ist und bleibt trotzdem falsch.“ Ja und sie in Zeiten von Corona weiter aufrechterhalten zu wollen aber nach außen hin etwas anderes zu vermitteln ist so ätzend. Die Gruppe der vulnerablen Menschen kann in einem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Pflegesystem nicht geschützt werden. Das wird uns aktuell so eindeutig und tragisch demonstriert und dennoch ist ein Umdenken unwahrscheinlich. Wenn die Erhaltung von Menschenleben der Gesellschaft wahrhaftig über alles ginge, müsste das Prinzip der Privatisierungen im Pflegesektor auf den Prüfstand.
IngeA, Du könntest recht haben. Ich hoffe nicht, dass das so kommt, aber ich befürchte das Schlimmste. LG
Gilt doch genauso für Krankenhäuser.
IngeA, genau das meinte ich, du hast es nur besser ausgedrückt ![]()
Da könntest du recht haben. Oder heime werden wegen leerstand geschlossen.
Manchmal hätte vielleicht auch einfach nur ausgereicht als Pflegekraft konsequent MNS zu tragen und nicht beim Rauchen dicht an dicht mit den Kollegen zusammen zu stehen.
Manchmal wäre es ausreichend gewesen, wenn Besucher mit Erkältungssymptomen auf einen Besuch ihrer Angehörigen verzichtet und sich an die Besuchs- und Hygieneregeln gehalten hätten. h
Das auch!
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/25692-corona-entlarvt-den-wahnsinn So schaut es aus.
Hallo, ich kann da nicht zustimmen - trotz aller Arbeitsdichte, Ausgebrannt sein, etc. - die Hygiene leidet nicht darunter. Nicht da, wo ich arbeite und bisher gearbeitet habe. Hier werden die Konzepte sehr gewissenhaft umgesetzt !! Schade, dass das in Teilen der Bevölkerung anders wahr genommen wird - vielleicht solltet ihr mal vorbei kommen.. Tut mir weh, sowas zu lesen :-( Lg, Lore
Das hängt immer vom Pflegeheim ab, z. T. auch von den einzelnen Mitarbeitern bei lockerer Führung. Ich kenne Heime, da ist das wirklich hervorragend, und die Heime die im Frühjahr als erstes von Corona betroffen waren, waren genau die Heime bei denen "wir" das schon ganz zu Beginn der Pandemie das vorausgesagt hatten. Aber das ist ja überall so, nicht nur bei Pflegeheimen. Es gibt überall gute und schlechte und mittlere. LG Inge
Schließe mich dir nahtlos an. LG h
“Hier werden die Konzepte sehr gewissenhaft umgesetzt !!“ Habt ihr überall Kameras? Kannst du 100%ig versichern, dass ALLE Pflegekräfte die ffp2-Maske durchgehend und korrekt tragen? Auch die über 60 jährigen, von moderater COPD geplagten, rauchenden (nachvollziehbare Stresskompensation) Kollegen? Schade, dass du die Intention meines Beitrags so missverstehen willst und glaubst in die Selbstverteidigung gehen zu müssen, obwohl niemand das Recht hätte die Pflege anzugreifen. Nicht unter den bestehenden Arbeitsbedingungen. Wenn eine Einrichtung und die dort arbeitenden Mitarbeiter es dennoch schaffen, vorbildlich zu agieren ist das absolut bewundernswert, wird aber vermutlich nur funktionieren, wenn die Pflegenden sich noch mehr aufopfern als sie es sowieso schon die ganze Zeit tun.
Ich finde nicht, dass das nach Selbstverteidigung klingt. LG h
Nein, ist keine Selbstverteidigung. Aber fühlt sich nicht gut an, wenn es "nach außen" so rüber kommt, als könnte das Personal die Hygienevorschriften nicht umsetzen. Hier tragen alle seit Frühjahr FFP2, es gibt keine gemeinsamen Pausen, natürlich auch kein gemeinsames Rauchen. Besucher werden kontrolliert eingelassen. Natürlich gibt es immer ein "Leck" - das kann vielfältig sein. Aber ich muss sagen, dass ich eigentlich echt froh bin, dass es hier so gut läuft und alle an einem Strang ziehen. Dass die Pflege am Limit arbeitet, das hat nichts mit Corona zu tun, das ist so - und das wird auch ein Grund sein, weshalb ich für meinen Teil diesen Beruf nicht ewig ausüben werde. Daran, dass sich etwas ändern wird, glaube auch ich nicht. Dann hätte sich die letzten Monate etwas geändert. Hat man ja schon gemerkt an dem einen Detail: Aufhebung der Personaluntergrenze wegen Pandemie - trotz dass die Pandemiefälle erst einmal ausblieben, hat man mit möglichst wenig Personal gearbeitet, das wurde tatsächlich ausgenutzt. Auf einmal mussten es nicht mehr drei Fachkräfte pro Schicht sein, nein, da reichte auch eine... Das haben glaube ich viele nicht mitbekommen, das war ein richtige Schlag ins Gesicht für die Pflege. Und daraus folgt vermutlich: es klappte ja, warum soll es nicht auch zukünftig so in der Besetzung klappen. Zu den Heimen/Häusern: es gibt sicher auch andere, ja, die kenne ich vermutlich auch, aber es rechtfertigt nicht die derzeitige Situation, dass man schlampig arbeitet oder die Hygienevorschriften missachtet. Die gibt es immer - zu Pandemiezeiten eben etwas anders/angepasster - aber das sind Vorschriften - daran hat man sich zu halten. Wir sind ja alle gerade in unserem Beruf darauf aus, Corona möglichst fern von den Einrichtungen zu halten. Jeder Corona-Freie-Tag ist ein Gewinn ! Lg, Lore
Bei euch mag das ja sein. Die Tage gelesen weil hier einige Heime inzwischen Ausbrüche haben: Das Personal wird nun mit Fddp2 Masken ausgestattet und ist angehalten diese auch zu tragen.
Gegenfrage, wer ist den bereit die eigenen Angehörige selbst zu pflegen? Daheim, mindestens solange es noch irgendwie möglich ist. Macht doch kaum wer. Da wird dann halt Oma oder Opa sobald es geht in Richtung Altenheim befördert und von dort aus dann ins Pflegeheim.
Es werden deutlich mehr Menschen zu Hause gepflegt als im Altenheim.
Redest du von Pflegeheime oder Altenheimen? Sind nämlich verschiedene Einrichtungen. Das mehr Leute daheim von Angehörige gepflegt werden anstatt in Pflegeheime oder voll über Pflegedienste bezweifel ich.
Bei uns ist das das Gleiche. Hier geht man vielleicht ins betreute Wohnen, wenn man noch keine Pflege braucht, aber selten in ein Heim. Diejenigen, die im Heim sind, haben zu ca. 80% einen hohen Pflegeaufwand. Deutlich mehr werden von ambulanten Pflegediensten, den Angehörigen oder ausländischen Pflegekräften betreut.
Pflege nennst du das? Entschuldige, ich habe 6 Jahre in der mobilen Pflege gearbeitet. Selten lebten die Patienten im Familienverbund. VIELE von ihnen waren den ganzen Tag allein daheim und die 5 Minuten, in denen wir kamen, war ihr ganzer Lichtblick. Schlimmer als irgendeine Krankheit ist Einsamkeit. Gruß h
Noch eine Gegenfrage: Wer kann es sich heutzutage leisten, seine Angehörigen mit Vollzeitpflege dauerhaft daheim zu pflegen, sollten diese nicht zufällig ein üppiges Bankkonto mitbringen? Ich hätte finanziell gar nicht die Möglichkeit dazu, da ich arbeiten gehen muss, um die Miete und die Lebenshaltungskosten von mir und meinem Kind zu bezahlen. Wenn ich das nicht tun würde, würde ich Hartz4 bekommen. Ist DAS eine gute Alternative?
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2726/umfrage/pflegebeduerftige-nach-art-der-versorgung-und-pflegestufe/ Vill stationär in einem Heim werden nur 20% aller Pflegebedürftigen versorgt (Grafik 3): https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Pflege/_inhalt.html Hier sieht man, dass ca. die Hälfte aller Pflegebedürftigen alleine von Angehörigen zuhause gepflegt werden; hinzu kommen ja auch noch diejenigen Pflegebedürftigen, die zuhause von Angehörigen in Zusammenarbeit mit einem Pflegedienst gepflegt werden: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?levelindex=1&levelid=1608575332271&downloadname=&operation=ergebnistabelleDiagramm&option=diagramm#abreadcrumb
Offensicntlich kann man es als Angehörige von alten Menschen nur falsch machen, wie man es macht ... Entscheidet man sich, sie ins Pflegeheim zu geben, "schiebt" man sie lieblos dorthin ab. Entscheidet man sich für Zuhauselassen - oft entsprechend dem Willen des Betroffenen - lässt man sie da "versauern". Was denn nun?
Das ist genau das Problem, wir hatten das zwei Mal, bei meiner Oma (bekam mit Ende 50 Parkinson) und bei meinem Vater (bekam mit Ende 60 eine vaskuläre Demenz). Bei meiner Oma hatte meine Mutter noch Teenagerkinder, mein Vater lebte mit seiner zweiten Frau zusammen, die eine Physiotherapiepraxis im Haus geführt und davon den Lebensunterhalt bestritten hat. Man kann Angehörigen mit so einer Diagnose auch zu Hause mit Unterstützung nur wirklich gerecht werden, wenn sich die Pflege entweder mehrere Familienangehörige teilen oder die finanziellen Mittel vorhanden sind, um gar nicht mehr zu arbeiten. Die Entscheidung für eine Betreuung im Heim macht man sich ja auch nicht leicht, das ist ein Prozess, der ab einem bestimmten Punkt unvermeidlich wird.
Hallo Man kann nicht sagen, wo die Pflege besser ist, denn da kommt es auf viele Faktoren an. Familienverhältnisse, häusliches Umfeld, bauliche Strukturen, sozialen Verhältnisse, Krankheitsbild, Zeit, Pflegeaufwand, vorhandenes Personal, uw. Am Idealsten ist es, wenn man sich um seine Lieben kümmern kann und genug Zeit hat. Das geht im Heim genauso, wie im häuslichen Umfeld. Ist man als Angehöriger mit der (teils sehr anspruchsvollen) Pflege überfordert, kann eine Tagespflege oder aber ein Heim meiner Meinung nach ein guter Weg sein. Im Pflegeheim vereinsamen die Leute nicht. Da haben sie untereinander wenigstens noch Ansprechpartner und ein kleines (freiwilliges) Tagesprogramm. Und es ist (zumeist) Personal da, das die Pflege übernehmen kann. Aber auch da gilt: Augen auf bei der Heimwahl. Kümmern kann man sich überall um seine Angehörigen. Im Heim UND daheim. Pflegen allerdings - das kann NICHT jeder. Gruß h
Ich schrieb, wer pflegt seine Angehörigen solange es geht alleine daheim? Also ich kenne wenig. Ich kenne aber viele pflegebedürftige welche daheim wohnen und wo der pflegedienst kommt. Statt Heim halt ambulante Pflege. Die infektionsgefahr dürfte nicht geringer sein.
Ich finde auch, dass u.U. ein sorgfältig ausgesuchtes, ordentliches Pflegeheim besser ist als auf Teufel komm raus ein Verbleib zuhause. Von daher verstehe ich auch nicht, warum es oft so vorwurfsbelegt ist, einen Angehörigen ins Heim zu geben. Meine Mutter hat meine Oma (zunehmend dement, rein körperlich noch lange einigermaßen auf der Höhe) lange zuhause betreut, irgendwann ging es aber nicht mehr (z.B. hins. Körperpflege; Oma ließ sich von meiner Mutter nichts machen Oder hins. "Beaufsichtigung", da hätte man gegen Ende der Zeit zuhause fast wie vei ejnem Kleinkind acht geben müssen ...). Ich finde, man kann meinen Eltern da keinen Vorwurf machen! Pflege kann in der Tat aus verschiedenen Gründen nicht jeder (bis zum Ende) leisten. Ich kann es mir auch nur schwer vorstellen, meine Eltern oder gar Schwiegereltern körperlich zu pflegen, ehrlich gesagt, obwohl wir ein sehr gutes Verhältnis haben. Meinen Mann zu pflegen ist schon eher vorstellbar, aber wenn der ein Pflegefall werden würde, müsste ich ja meine Arbeit aufstocken. Ohne Hilfe (Pflegedienst) ginge es also nicht ... Am ehesten wäre es noch bei meinen Kindern denkbar ... Wie Du sagst: um seine Angehörigen kümmern kann (sollte) man sich so oder so. Ist die betreffende Person im Heim gut versorgt, kann das sehr entlastend sein und das Kümmern slgar entspannter machen ... In diesen Statistiken, nach denen die große Mehrzahl der Pflegebedürftigen zuhause betreut wird, sind ja auch Menschen mit Pflegegrad 1 oder 2 mitgezählt. Die kommen ja schon oft noch einigermaßen alleine zurecht, zumindest wenn morgens und abends der Pflegedienst kommt. Und die können ja auch oft noch gut Kontakt pflegen und sogar noch selbst raus. Ab Pflegegrad 3 wird es dann schwieriger, je nachdem ...
Du schriebst: "... wer ist den bereit die eigenen Angehörige selbst zu pflegen? Daheim, mindestens solange es noch irgendwie möglich ist." Klar, rein theoretisch, ist es möglich, einen Angehörigen auch mit Pflegrad 5 zuhause bis zum Tod gut zu pflegen. Nur, wer hat dazu denn die Möglichkeiten und die Zeit und die Fähigkeiten, das qualifiziert zu tun? Viele stoßen da eben an ihre Grenzen (z.B. der betagte Ehepartner m/w, wenn keine Kinder da sind oder es zwar welche gibt, die aber am anderen Ende der Republik leben oder gar im Ausland) und in manchen Fällen, bei denen es durchgezogen wird, wäre es ganz objektiv betrachtet besser gewesen, man hätte sich fürs Heim entschieden ... Aber "solange es möglich ist", subjektiv jedenfalls, sind ja offensichtlich nach den Statistiken sehr viele, die große Mehrzahl sogar, bereit, ihre Angehörigen zu pflegen und tun das auch. Natürlich sind in den Statistiken auch die Pflegegrade 1 und 2 erfasst, bei denen es noch einigermaßen "leicht" ist, aber nicht nur und dass die Angehörigen ab Pflegegrad 3 so langsam an ihre Grenzen stoßen, ist nachvollziehbar. Dann haben sie aberihre Angehörigen zuhause gepflegt, so lange es ihnen möglich war ...
Hier in meinem Umfeld pflegen die meisten ihre Angehörigen, so lange es geht, daheim. Oft mit Hilfe von Pflegediensten. Pflegeheime sind meistens die letzte Option. Es gibt da schon noch eine sehr hohe moralische Hemmschwelle, die Alten einfach "abzugeben". Viele pflegen Angehörige bis zur Selbstaufgabe. Mag sein, dass das auch regional unterschiedlich ist.
Eigentlich geht es aber in diesem thread um Altenheime. Nicht um Pflegeheime. Wenn die Oma mit 70 soweit fit ist das sie keine Pflege benötigt, aber eben Hilfe beim Einkaufen oder Haushalt benötigt. Der es ein besseres Gefühl gibt das da jemand ist. Genau diese rüstigen Rentner findet man eben oft in den Altenheimen. Obwohl die durchaus auch in den Familien wohnen könnten. Ohne das da wer pflegen muss. Die dort ihren Beitrag leisten können. Wenn dann irgendwann die ersten gravierenden Erscheinungen auftreten, wie Demenz oder Pflege nach Schlaganfälle usw mögen viele Familien irgendwann am ihre Grenzen kommen, dann kann man schauen was geht unterstützende mit ambulanter Pflege, irgendwann auch evtl Pflegeheim. Aber nach und nach, dem Bedarf entsprechend. Nicht Schritt 4 bevor man den ersten gegangen ist.
Hier sind die Altenheime voll. Jede Menge ältere Menschen welche soweit fit sind, aber halt alt. Die eben etwas Hilfe benötigen. Keine Pflege. Die Warteliste der Pflegeheime sind sowieso lang. Viele pflegen eher notgedrungen daheim weil kein Platz frei.
Was nutzt das Zuhause lassen wenn das bedeutet das da ein Mensch den Tag über alleine in seiner Wohnung dahin vegetiert? Wohlgemerkt eben in seiner. Da hat Söhnchen oder Töchterchen zwar ein Haus mit Platz, aber statt das eine Zimmer Oma oder Opa anzubieten wird daraus lieber ein Gästezimmer oder Kleiderzimmer. Wenn dann klar ist, alleine wohnen ist nicvt mehr, Pflege aber auch noch nicht, dann macht man eben das Altenwohnheim schmackhaft.
Interessant wäre es, wie viele der Pflegebedürftigen in der Statistik "alte" Pflegebedürftige sind und wie viele z.B. Kinder mit Behinderung, die ja oft auch eine Pflegestufe haben. Falls letztere in die Statistik eingehen, dürften die einen großen Teil der zu Hause gepflegten Pflegebedürftigen ausmachen.
Denke ich auch. Viele haben halt eine höhere Bereitschaft das eigene Kind zu pflegen. Die Schwiegermutter dagegen nicht unbedingt.
Ich würde jetzt mal behaupten, ohne es mit irgendwelchen Zahlen belegen zu können, dass es diese Wohnform " Altenheim" für noch rüstige Rentner hier im Osten eher sehr selten gibt. Vermutlich schon aus finanziellen Gründen für die meisten keine Option. Betreutes Wohnen ist häufiger, aber die dort Lebenden sind ja eher noch selbständig und waren hier im Bezug auf extreme Covid - und Todesfälle eher noch nicht so betroffen. Hier ist immer die Rede von Pflegeheime, wenn etwas im Zusammenhang mit C. durch die Presse geht.
Ich glaube, dass in diesem Thread eigentlich Pflegeheime gemeint sind. Denn es geht ja um Hygienemängel in der PFLEGE wegen Überlastung der Pflege. In diesen Einrichtungen, die Du als "Altenheime" bezeichnest, hat das ja gar nicht so die Relevanz. Da brauchen ja die Bewohner, wie Du selbst schreibst, oft noch kaum Pflege. Außerdem entscheiden sich da doch die älteren Herrschaften selber dafür, dort hinzuziehen .
Hä, lsut Deinen anderen Ausführungen sind die Bewohner dieser Einrichtjngen, die Du "Altenheim" nennst, doch noch weitgehend fit und sind "rüstige Rentner" ... Wieso sollten die dann, wenn sie zuhause verbleiben, in ihrer Wohnung "dahinvegetieren"? Ich persönlich finde es nicht verwerflich, unter bestimmten Umständen ein "Altenwohnheim" "schmackhaft" zu machen. Wenn es ein einigermaßen ordentliches ist, ist die Wohnsituation auch deutlich angenehmer als im ehemaligen Kinderzimmer oder Gästezimmer im Haus der Kinder. Oft sind das ja kleinere Appartments oder es ist eine Wohngruppe ("Alten-WG") oder so ...
Findet man alles in den Statistiken des Statistischen Bundesamtes, die ich verlinkt habe (ich glaube aber, der Link geht nicht; man findet es unter Gesundheit, Pflege, Pflegebedürftige, Pflegebedürftige nach Alter und Art der Versorgung ... wenn Du Dir die Mühe mache willst ...). Dann wirst Du feststellen, dass es 2019 gut 2 Mio. Pflegebedürftige gab, die zuhause ausschließlich von Angehörigen gepflegt wurden und dass deutlich mehr als die Hälfte 70 Jahre und älter ist. Zwischen 0 und 20 Jahren alt ist nur ein knappes Zehntel.
Danke für den Hinweis. Mit so einer hohen Quote der zu Hause betreuten Pflegebedürftigen über hätte ich nicht gerechnet.
Niemand sollte sich anmaßen, die Lebensumstände anderer zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Wenn jemand noch selbständig alleine ohne Pflege leben kann, wird er nicht vor sich hinvegetieren müssen, außer er kapselt sich selbst ab. Den Platz, Oma oder Opa bei sich aufzunehmen, hat auch nicht jeder, geschweige denn ist es altengerecht. Ein großer Hinderungsgrund dürfte aber sein, dass die alten Leute ihr Zuhause und ihr Umfeld nicht aufgeben wollen und lieber allein in gewohnter Umgebung bleiben. Auch bleiben in Zeiten hoher beruflicher Mobilität viele Nachkommen nicht in der Gegend ihrer Kindheit. Ich sehe bei den Eltern und Schwiegereltern von Freundinnen, welch große Probleme das Altern und die Versorgung mit sich bringt. Freiwillig in eine Seniorenwohnanlage oder gar in ein Altenheim will da erstmal niemand. Wenn dann der Schritt erst einmal gemacht ist, ist es doch ganz gut, wieder versorgt zu sein und Gesellschaft zu haben.
Gerne!
Hätte ich auch nicht gedacht, dass eine so große Mehrheit zuhause betreut/gepflegt wird.
Wie gesagt, muss man wahrscheinlich dabei schon bedenken, dass da alle Pflegegrade mit einbezogen sind. Bei Pflegegrad 1 und vielfach auch noch bei Pflegegrad 2 geht es ja zuhause auch noch gut. Haarig wird es dann ab Pflegegrad 3 ... Ich könnte wetten, da lässt es dann - verständlicherweise - nach mit dem zuhause Betreuen. Da hat das Statistische Bundesamt sicher auch irgendwo eine Grafik oder Tabelle, wenn man danach sucht ![]()
> Da hat Söhnchen oder Töchterchen zwar ein Haus mit Platz, aber statt das eine Zimmer Oma oder Opa anzubieten wird daraus lieber ein Gästezimmer oder Kleiderzimmer.
Da kannst Du drauf wetten
- ich will weder mit Eltern noch Schwiegereltern zusammen wohnen. An dem Tag, wo sie hier einziehen, zieh ich aus. Wir haben keine schlechte Beziehung; aber zusammen wohnen - nein. War nie ein Thema und Gebrechlichkeit/Demenz/Krankheit ist für mich kein guter alleiniger Grund für eine häusliche Gemeinschaft.
Wenn man schon vorher unter einem Dach gewohnt und eine enge Beziehung hatte, ist das eine ganz andere Situation und da macht man viel möglich.
Ich würde die Betreuung/Pflege daheim auch nicht idealisieren - es gab Untersuchungen zur Misshandlung von Senioren, da lag die häusliche Betreuung an der Spitze. Viele unterschätzen es halt doch, und der Gedanke an das sonst dahinschwindende Erbe ist eine nicht zu vernachlässige Motivation bei der plötzlichen Bereitschaft, Oma/Opa bei sich aufzunehmen.
Es soll auch Leute geben, die gar keine nahen Angehörigen haben. Oder wo die Angehörigen selbst schon alt sind. Oder Leute, die unbedingt nicht ins Pflegeheim gehen wollen. Hier wird größtenteils zu Hause gepflegt, wenn es möglich ist. Tagespflege gibt es auch immer mehr. Aber es gibt selbstverständlich auch Pflegeheime. Ich sage mir immer, lieber ein Pflegeheim als so überforderte Angehörige, die das Kissen aus "Versehen" auf dem Gesicht von Oma liegen lassen.
Hier sind alle Einrichtungen "Alten- und Pflegeheim".
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