Frau Maus
Das Bethanien Krankenhaus in Moers versucht eine Intubation solange wie möglich hinauszuzögern, indem unter ständiger Beobachtung Maskenbeatmung durchgeführt wird, bis tatsächlich intubiert werden muss. So wird verfrühte Intubation vermieden. Prinzipiell ein guter Ansatz, wie ich finde. Doch wie sieht es in der Praxis aus?
Eine Frage in diesem Ausmaß, die an Nicht- Ärzte ( zumindest die Mehrheit hier, die keine sind)geht ist schon etwas schwierig... Da werden Theorien geboren ,wo so manch Mediziner das Gesicht verzieht und sich schütteln wird.
Schätze, dass es in der Praxis am verfügbaren Personal scheitert. Ein von der Maschine beatmeter Patient braucht etwas weniger Aufmerksamkeit (könnte ich mir vorstellen). Zudem entspricht die Behandlung nicht den Leitlinien /Standards und nach meiner Erfahrung mit Ärzten und Kliniken, wird es nicht gern anders gemacht als eine Leitlinue es vorgibt. Im Falle einer Klage bist Du sonst viel angreifbarer und musst ggf hohe Schadensersatzforderungen begleichen. Das Risiko geht eine Klinikleitung ungern ein.
Wie sollen das Menschen, die ganz überwiegend keinerlei medizinisches Fachwissen ausserhalb von Dr. Google haben, denn beantworten können? Oder anders ausgedrückt: das ist eine Fachfrage an Internistinnen und/oder Intensivmedizinerinnen. was bezweckst Du mit Deiner Frage?
Ich frage, weil ich den Ansatz interessant finde, auch für die, denen das Moerser Modell bisher gar nichts sagt. Auch wenn die Mehrheit hier nicht aus Friseurinnen besteht, bekommst du hier im Forum ziemlich sicher eine kompetente Antwort zum Thema Haare färben. Genau so besteht eine reelle Chance, dass jemand dabei ist, der was sinnvolles zum Moerser Modell beitragen kann. Oder sich einfach freut, was davon mitbekommen zu haben.
Haare färben ist weniger komplex als beatmen. Dazu wurde bei den meisten von uns schon unter vollem Bewusstsein eine Haarfärbung durchgeführt, eine Beatmung eher nicht.
Jetzt war ich gerade verwirrt...aber Du meinst mich gar nicht, oder? ich hätte jetzt ebenso geantwortet, wie Du. Haare färben, Haare schneiden, dass hat fast jede schon mal selbst gemacht oder zumindest machen lassen. Und auch da habe ich die Erfahrung gemacht: Man kann viele selber machen. Aber Friseurin ist nicht umsonst ein Ausbildungsberuf. Ich habe aber tatsächlich noch nie jemanden beatmet. Nicht einmal jede (angehende) Ärztin hat das zwingend getan oder ist darin geübt.
Ich wollte ausdrücken, dass es hier definitiv Friseurinnen gibt, die kompetent antworten. Also warum sollte es nicht zufällig auch eine Fachkraft geben, die zu meiner Frage kompetent antworten kann? Frau ist ja nicht nur Mutti...
Sei mir nicht böse, aber ich wüsste nicht das man neuerdings in der Drogerie so einfach ein Beatmungsgerät kaufen kann damit man damit im privaten üben kann. Bei Haarfärbemittel kein Problem.
Ja Berlin, ich hab nicht dich gemeint sondern Frau Maus. Ehrlich gesagt finde ich ziemlich verwirrend dass man nicht (bzw ich nicht) genau nachvollziehen kann worauf nun geantwortet wird.
"Prinzipiell ein guter Ansatz, wie ich finde. Doch wie sieht es in der Praxis aus?"
Wer soll Dir da hier beantworten?
Frage Ärzte, die sich auskennen mit dem Thema.
Gruß Ursel, DK
Ich hab den Terminus noch nie gehört aber versucht man das nicht immer? Es wird ja keiner aus Spass intubiert. Aber wenn man irgendwann keine effiziente Oyxgenierung erreicht, wird halt intubiert? Oder wie läuft das bei euch? Auch als Fachpersonal finde ich die Frage befremdlich.
Es gibt eine Übersichtsstudie aus dem Juli, die sich mit dem Thema beschäftigt. Heißt "Invasive und nichtinvasive Beatmung bei COVID-19-Patienten" von Wolfram Windisch, Steffen Weber-Carstens, Stefan Kluge, Rolf Rossaint, Tobias Welte, Chrisitian Karagiannidis
Die Patienten hängen ja am Monitor, Sauerstoffsättigung und CO2-Konzentration werden Dauerhaft gemessen, ebenso die anderen Vitalparameter. Es wird regelmäßig eine Blutgasanalyse gemacht... Leichtsinnig ist das also nicht. Allerdings wird soweit ich weiß in vielen Kliniken versucht möglist spät zu intubieren. Intubation und kontrollierte Beatmung kann immer einen Rattenschwanz an Komplikationen mit sich ziehen, die man bei der Nichtinvasiven Beatmung nicht hat. Meine Eltern (und auch ich, aber da ist es jetzt eh erst mal hinfällig) hab die Invasive Beatmung im Falle von Covid ausgeschlossen. LG Inge
Huch - ich hätte vielleicht dein Posting mal vorher lesen sollen, dann hätte ich mir meins gespart. ![]()
Ich habe ja selbst noch nie auf einer Intensiv mit Beatmung gestanden, habe aber gerade eine Doku über das Krankenhaus Bichat in Paris übersetzt, die im April gedreht wurde, als die erste Welle von beatmungspflichtigen Patienten auf die Intensivstationen gespült wurde. Da gab es die Stufenregelung Beatmungsbeutel - Maske mit Sauerstoff - Intubation - ECMO (das ist diese Technik, wo ein externer Kreislauf angeschlossen wird, der Gasaustausch also nicht mehr in der Lunge, sondern außerhalb des Körpers stattfindet) mit Bauchlagerung. Dort hat man zum Beispiel festgestellt, dass ein zu spätes Anschließen an die ECMO dem Patienten keine Vorteile mehr bringt, sondern nur noch weitere Probleme, u. a. durch die mechanische Belastung beim Drehen in Bauchlage. Die hatten allerdings teilweise Patienten, bei denen schon bei stationärer Aufnahme eine Beatmung mit Beutel während der Untersuchungen nicht mehr möglich war, weil die Sauerstoffsättigung viel zu schnell abgefallen ist. Die Patienten hingen alle an einem Monitor, sodass CO2, Sauerstoffsättigung im Blut und Puls permanent überwacht wurden. Ich weiß jetzt nicht, ob das "Moerser Modell" beinhaltet, dass man länger zuwartet, bis die nächste Stufe greift, aber in dem Pariser Krankenhaus gab es auch festgelegte Behandlungspläne, und die Fälle wurden bei der Visite mit dem Oberarzt detailliert besprochen, weil es immer mehrere Aspekte zu berücksichtigen gab. Die beschriebenen Patienten hatten alle noch begleitende Probleme, ob durch die Behandlung oder die Erkrankung selbst. Einer hatte einen sehr hartnäckigen Harnwegsinfekt durch den liegenden Katheter, bei einem sind die Gerinnungswerte in den Keller gestürzt und einem dritten musste wegen einer Mangeldurchblutung der Dickdarm entfernt werden. Trotz der vielen Komplikationen hat sich der Patient mit dem entfernten Dickdarm aber z. B. wieder gut von der Beatmung erholt, er konnte zum Schluss wieder zumindest mit Hilfe aufstehen, wieder gut sprechen und auch selbst essen.
... das Fachleute so entschieden haben und es für so ein Vorgehen fachliche/wissenschaftliche Argumente und Kriterien gibt. Ich gehe auch davon aus, dass trotzdem nicht ZU spät intubiert wird
LG
Absolut logisch, super erklärt, absolut nachvollziehbar. Toller Arzt, würde mich nur dahin legen. Jede Beatmung in eine entzündete Lunge ist eine absolute Belastung. Ich hab in der Kardio gearbeitet mit Lungenkranken, du musst da so verflixt aufpassen. Für mich der beste behandelnde Arzt der Coronakrise.
Die letzten 10 Beiträge
- RSV kurz vor Geburt
- Jetzt hat es auch meine Tochter erwischt
- Corona Impfung - Angst vor Schäden
- Wir sind ja die ganze Zeit verschont geblieben
- Hab das Gefühl es dauert jedes mal länger...
- Oh nein! Nun auch hier!
- Was tun bei Durchfall bei Corona und Kopfschmerzen
- Schaun ma mal, was noch kommt....
- Die heikelsten Themen der Pandemie sind geschwärzt
- RKI unter der Lupe - endlich!