Elternforum Coronavirus

China (sorry, zum zweiten)

China (sorry, zum zweiten)

Korya

Beitrag melden

Da wir das Thema gerade hatten, ebenso wie die Frage nach den Unterschieden: eben kam die Meldung rein, dass ein lokaler Cluster im einem Krankenhaus in Qingdao ausgebrochen ist, 12 Neuinfektionen wurden hier entdeckt. Reaktion: China hat sofort damit begonnen, alle 9 Millionen Einwohner der Stadt zu testen. Bis Anfang übernächster Woche werden sie damit zum großen Teil fertig sein. (Und vermutlich etwas flotter als anderswo die Ergebnisse haben, denn schon zu Beginn der Pandemie wurde in den Ausbau von Laborkapazitäten investiert, was sich jetzt natürlich auszahlt. Auch wegen solcher Meldungen halte ich niedrige Zahlen für durchaus im glaubhaften Rahmen, obwohl das Land so riesig ist. Rasches Eingreifen und konsequentes Testen mit rasanten Ergebnissen hilft, in den großen Städten die Ausbrüche konsequent unter Kontrolle zu bringen. Es zeigt aber gleichzeitig, dass das Virus überall und auch in China weiter unerkannt schwelt...


kevome*

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Findest Du das erstrebenswert? Ich würde mich bedanken, wenn ich unter solchen Umständen zum Test müsste


lisa182

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kevome*

Wenn dafür Kindergärten und Schulen geöffnet bleiben können, ebenso wie Veranstaltungen stattfinden und die Wirtschaft weiterläuft... dann eher ja Lg Lisi


kevome*

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von lisa182

Für mich gibt es nur einen Grund mich testen zulasse: nämlich wenn ich Symptome habe. Ansonsten gehe ich bei Bedarf gerne in Quarantäne. Homeoffice mache ich sowieso und Vorräte habe ich auch immer genug. Ich bin sehr froh in einem Land zu leben, dass mir die Wahlfreiheit lässt.


Korya

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kevome*

Ich finde an dem Vorgehen etliches erstrebenswert. - die Geschwindigkeit - das konsequente Testen - der Fokus auf schnelle Testergebnisse, die eine zeitnahe Rückverfolgung ermöglichen Meiner Meinung nach ist das hilfreich, wenn man das Aufflammen von Clustern schnell und lokal begrenzt eindämmen möchte. Und bisher bleiben dadurch die allermeisten Firmen, Schulen, Geschäfte offen, das Leben wird nur kurz durch einen Test unterbrochen.


Korya

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von kevome*

Ja, ich lebe auch tausendmal lieber in einer Demokratie. Aber eine Demokratie muss lernfähig bleiben und darf durchaus schauen, was bei anderen funktioniert. Um in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben, muss gewährleistet sein, dass man sich nicht in internen Endlosdebatten zerreisst, oder jedes Dorf sein eigenes Ding macht. Ich finde den deutschen Föderalismus zum Beispiel in der Bildungspolitik und auch in der Reaktion auf die Pandemie nicht immer förderlich. Vielleicht wäre eine Art beschleunigter Kanal für verbindliche Entscheidungen in Krisen hilfreich? Damit Gelder im Notfall schneller fließen (nicht nur an Schulen, auch z.B. an den Einzelhandel etc), Rahmenvorgaben schneller gesetzt werden können. Es ist wichtig, das punktuell Maßnahmen entschieden werden können, wenn dort die Zahlen hochschießen - aber wenn das in einem Flickenteppich an soch widersprechender Regeln endet, dass die Bevölkerung nicht mehr weiß oder versteht, wie man mit dem Zug von A nach B kommt, ist das nur hinderlich oder aus wirtschaftlicher Sicht eventuell sogar schädlich.


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Lernen könnte man aber auch von Neuseeland, Südkorea, Japan, Taiwan.


DecafLofat

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

14 Tage, neun Millionen Tests? Respekt. Und bei uns heulen die Labore wegen überlasteter Mitarbeiter rum...


Petra28

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von DecafLofat

sind für gewöhnlich Unternehmen, wo auf hohem Niveau im hohen Tempo gearbeitet wird, die drehen da keine Däumchen. Aber jedes Labor hat nun mal begrenzte Kapazitäten, was die Räumlichkeiten, die Maschinen und Mitarbeiter angeht. Es mag sein, dass China Räumlichkeiten beschlagnahmt und dann Herrscharen von Mitarbeitern zum Pipettieren zwangsverpflichtet, rund um die Uhr - das ist bei uns schlichtweg nicht möglich.


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Petra28

Weil es in Deutschland arbeitsrechtliche Vorgaben gibt und sich in China keiner drum schert, wenn sich jemand im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode arbeitet. Ich verstehe auch nicht, wie man das gut finden kann.


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Damit glaubst du aber kritiklos, was vielleicht nur Propaganda ist. So wie die Behauptung, dass ausländische Wanderarbeiter die Krankheit wieder eingeschleppt haben oder norwegischer Tiefkühl-Lachs.


Korya

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Lauch1

Wieso kritiklos? Aber ja, diese Meldung glaube ich in der Tat. Und den Diskurs, dass Ausländer massiv an der Verbreitung - erst bei den Schlachthäuserfällen, oder jetzt nach den Sommerferien - beteiligt waren, gab es doch auch in Deutschland, und in vielen anderen Ländern genauso. Und teilweise ist ja auch etwas dran - gäbe es keine Bewegung, wäre die Verbreitung langsamer. In Hongkong gingen die Zahlen hoch, als die Grenzen wieder für begrenzten Tourismus geöffnet wurden, in Spanien schnellten an den Urlaubsorten bestimmt auch nicht nur wegen der dort lebenden Bevölkerung plötzlich hoch etc. Das mit dem Lachs war albern, das haben sie ja selbst gemerkt und sind schon am nächsten Tag zurück gerudert.


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Ja aber in China kommen angeblich alle Fälle NUR von außen, so wie es in den 90ern nie einen AIDS Fall in China gab. Das ist unglaubwürdig, China ist nun einmal das Ursprungsland der Erkrankung.


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Und diese seltsame Veranstaltung ist Wuhan wird auch nicht gerade förderlich für ein Abebben der Krankheit gewesen sein. https://kurier.at/politik/ausland/coronavirus-peking-rechtfertigt-pool-party-in-wuhan/401006435

Bild zu

Korya

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Lauch1

Was ist jetzt an der Poolparty falsch? Ist das nicht genau das, wonach hier einige jammern, die "ihr Leben" zurück haben wollen? Ohne dass es auch nur eine Sekunde Lockdown gab? In Wuhan waren die Einwohner wirklich eingeschlossen. Monatelang. Teils in ihren eigenen Behausungen. Nachdem der Lockdown gelockert wurde und die Stadt nach wiederholten Massentests 3 Monate lang immer noch keinen neuen Fall mehr aufwies, hat die Stadt am Tag der offiziellen Rückkehr ins alte Leben für Bürger Wuhans eine Party geschmissen, ja. Es war ein symbolischer und psychologisch wichtiger Wendepunkt für die Menschen dort. Das dürfen sie jetzt auch nicht? Warum?


Lauch1

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Weil man nun einmal weiß, wie die Krankheit übertragen wird. Selbst wenn man die alle getestet hätte und nur wenige waren falsch negativ geht die ganze Infektionskette wieder von vorne los.


Silvia3

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Korya

Der Unterschied ist, dass China keine Demokratie ist. Die Regierung kann beliebige Maßnahmen durchsetzen, ohne befürchten zu müssen, dass sie sich unbeliebt macht (bzw, wenn sie macht, ist es ihr auch egal). Da kann man locker 9 Mio. Menschen zum Test antrreten lassen, wenn man einen Cluster mit 12 Infizierten entdeckt hat. Das ist in Deutschland undenkbar. Da würde es riesige Demonstrationen geben, die Aluhüte würden Amok laufen und unzählige Leute würden klagen. Und ich bin sicher, dass die Gerichte dies als unverhältnismäßigen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit werten würden. Ich will jetzt damit nicht sagen, dass ich Chinas System besser finde, aber in diesem Fall haben Demokratie und insbesondere Föderalismus doch ihre Nachteile. Silvia


Zwergenalarm

Beitrag melden

Antwort auf Beitrag von Silvia3

Und trotzdem lebe ich ganz gewaltig lieber in einer „benachteiligten“ Demokratie.