Elternforum Baby und Job

Zukunftsangst + schlechtes Gewissen

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Hallo zusammen, mein Mann und ich "üben" fleißig für ein Baby. Wir können es gar nicht erwarten, so sehr wünschen wir uns ein Kind. Allerdings habe ich seitdem 1. irgendwie Zukunftsangst und 2. ein schlechtes Gewissen Warum? Hmmm... Gute Frage :-) zu 1) Ich bin seit 1 1/2 Jahren unbefristet in meinem Job (nach der Ausbildung). Wenn ich jetzt 3 Jahre pausiere (und das möchte ich) - habe ich dann wieder gute Chancen auf einen guten Job? zu 2) Habe vor wenigen Wochen ein größeres Aufgabengebiet bekommen. In unserer Abteilung herrscht Personalmangel. Ich habe irgendwie Angst, dass meine Kollegen und mein Chef es mir übel nehmen werden, wenn ich schwanger werde... :-(


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Hallo, Du musst keine drei Jahre zu Hause bleiben. Ich war bei Nr. 1 ein Jahr zu Hause, bei Nr. 2 nur den Mutterschutz nach der Geburt (habe bis 2 Tage vor der Geburt = 10 Tage vor dem errechneten ET gearbeitet). Wenn Deine Firma Dich braucht, sind sie vielleicht auch flexibel was teilzeitarbeit oder arbeiten von zu Hause aus angeht. Man kann Kind und Job vereinbaren. Es gehört Flexibilität von seiten der Mutter und des Arbeitgebers dazu. Und wenn der Vater zusätzlich auch flexibel ist und bereit ist, sich auch zu kümmern, wäre das natürlich noch besser. LG Linda


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Ich MÖCHTE drei Jahre zu Hause bleiben (siehe Ausgangsposting) :-)


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... wird oftmals völlig überschätzt. Es gibt Mütter, die tatsächlich darin aufgehen. Die, denen es nicht so geht, sind erstmal frustriert. Ein Baby bereitet einem viele schöne Momente. Aber auch viele ziemlich ätzende. Du gibst Dir alle Mühe der Welt - es schreit und schreit und schreit. Du lauerst seit Wochen darauf, dass es endlich Mama sagt - es sagt Auto. Es lernt gerade krabbeln und kommt noch nicht vorwärts - und nölt dabei rum, dass es nicht zum Aushalten ist. Etc. ... Da ist es schön, wenn man auch noch eine andere Aufgabe hat. Mir zumindest geht es so, dass ich meine Kinder viel mehr genießen kann seit ich wieder arbeite. Das dumme ist halt, dass Du Dich für die ersten 2 Jahre festlegen musst kaum dass das Kind auf der Welt ist. LG Linda


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Also ich hatte fast 3 JAhre meines Mutterdaseins komplett genossen. Noch nie war ich so gluecklich in meinem Leben, als jede Phase der entwicklung meines Kindes beobachten zu koennen. jeden Tag wurde ich mit einem wunder beschert. Ich vermisse diese Zeit sehr. Jetzt gehe ich Vollzeit arbeiten, geniesse auch, etwas Abstand vom Haushalt zu nehmen, jedoch ist mein Job etwas sehr stressig und anstrengend. ansonsten wuerde ich beim zweiten kind genauso machen, kommt aber nicht mehr in Frage. Fuer mich war das genau richtig. NAch 3 Jahren fuehlte ich mich reif, wieder arbeiten zu gehen, vorallem, weil auch meine tochter schon schien, mich nicht mehr so zu brauchen, was leider spaeter sich als was anderes herausgestellt hatte. Aber das ist eine andere Geschichte.


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Schön, wenn Du zu den Frauen gehörst, die das genossen haben. Ich sag ja gar nicht, dass es die nicht gibt. Das Dumme ist halt, dass man das vorher nicht einschätzen kann und wenn alle einem dann immer vorschwärmen, wie toll es doch ist/war, ist man erstmal geschockt, wenn man selbst es scheiße findet. Daher bin ich für mehr Ehrlichkeit in dem Bereich. Natürlich sollen die Mütter, die es gut fanden, sagen, was sie so toll fanden. Aber eben auch die, die es doof fanden, sollten das nicht verheimlichen. Mein Sohn ist wirklich ein nettes Kind. Aber er verlangt schon sehr viel von einem. Das fand ich gerade am Anfang sehr anstrengend, da ja von ihm auch noch recht wenig Rückmeldung kam. Heute (er ist 21 Monate) sind die Tage mit im zu Hause zwar anstrengend aber auch überwiegend sehr schön. Meine Tochter (5 Monate) ist dagegen ein ganz pflegeleichtes Baby. Es ist gut möglich, dass ich mit ihr das Zuhausesein genossen hätte. LG Linda


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Hallo, zu 1) kommt auch drauf an, was du willst, welche Erwartungen / Karrierewünsche du hast etc. und wie die Betreuung entsprechend den Arbeitszeiten organisiert werden kann? Willst du wieder Vollzeit arbeiten oder Teilzeit? Generell hast du ja nach der Elternzeit wieder Anspruch auf eine gleichwertige Stelle wie vor der SS. Wenn du eine besondere Position hast, wird sicherlich Ersatz für dich gebraucht. Soll ja auch Chefs geben, die diesen Ersatz nur befristet einstellen bis die eigentliche Arbeinnehmerin wiederkommt. Müßte man eben mit Chef bereden. Aber es gibt eben auch viele, die arbeiten vorrangig nur, um Geld zu verdienen und wünschen sich "familienfreundliche" Arbeitszeiten bzw. Teilzeit und sind damit schon total zufrieden. zu 2) Irgendwas wird immer nicht passen im Job. Meinst du, deine Kollegen würden auf dich Rücksicht nehmen, wenn sie Kinderwunscht hätten? Dein Chef wird so oder so enttäuscht / sauer - wie auch immer reagieren. Ob jetzt oder in 1, 2, 3, ... Jahren. Nur du wirst leider auch immer älter und nicht jünger. Wenn man den Kiwu immer mehr verschiebt, ist es irgendwann vielleicht zu spät. Es ist numal Fakt, dass je älter man wird das Schwanger-werden schwerer werden kann. Und 3. ... ;-) ... deine Ängste und Bedenken sind total normal und gehören dazu


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Hallo, also erstmal vorweg, wenn es nach den Arbeitgebern ginge, dann wäre die Menschheit schon ausgestorben. Es ist doch klar, dass kein Chef/ keine Chefin begeistert ist, wenn gute Mitarbeiter wegfallen. Schon gar nicht, wenn sie so lange wegfallen (Du schreibst ja, dass Du 3 Jahre zuhause bleiben möchtest). Mein Chef war auch nicht von meinen Schwangerschaften begeistert, obwohl ich direkt nach dem Mutterschutz wieder gekommen bin und selbst im Mutterschutz erreichbar war. Ich habe da auch Verständnis für, er muss es ja auch nicht super finden (er ist ja nicht der Vater ;-)). Du kannst natürlich nicht damit rechnen, dass Du nach drei Jahren wieder kommst und alles ist beim Alten. Anspruch hast Du auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz. Es ist ja auch fraglich, ob Du nach drei Jahren Vollzeit wiederkommen möchtest oder Teilzeit? Insgesamt denke ich mir immer, jeder ist ersetzbar, auch ich. Wenn ich mich jetzt entschlossen hätte, beim nächsten Kind (bin gerade schwanger) für 1,2,3 Jahre zuhause zu bleiben, dann wäre das Geschrei erst groß gewesen, aber was meinst Du, wie schnell Ersatz da ist und man "vergessen" ist. Da brauchst Du also wirklich kein schlechtes Gewissen zu haben. Aber diese Ängste sind normal. Mir hat es gut getan, während der Schwangerschaften ganz offen mit meinem Chef und meinen Kollegen darüber zu sprechen, wie ich mir meine weitere berufliche Zukunft so vorstelle. LG Stephanie


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ich kann dein schlechtes gewissen verstehen, aber hier müssen wir frauen egoisten sein, denn immerhin geht es um den fortbestand der menschheit ;-). ich habe auch an einer schule angefangen und mich sehr reingehängt, obwohl ich schon wusste, dass ich mit dem ersten kind da weg bin (versetzung). das war auch nicht ganz fair, aber ich sag mir: die sollen über die zeit froh sein, die sie mich haben *selbstaufdieschulterklopf*. und dass du drei jahre daheim bleiben willst: das sei dir unbenommen, ich kann es mir nicht vorstellen. wer weiß, vielleicht denkst du auch nach ein paar monaten mit kind und als nur-hausfrau anders. du musst dem chef ja nicht gleich die 3 jahre auf die nase binden. sag doch erstmal, dass du elternzeit nehmen willst und noch nicht genau weißt, wie lange. viel hängt auch davon ab, ob du wieder in genau die position zurück willst. falls nicht, hast du eh kein problem. war das irgendwie verständlich?


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...läuft das eigentlich mit der Beantragung der Elternzeit? Muss ich sofort drei Jahre beantragen oder kann ich auch erst einmal 1 oder 2 Jahre beantragen und dann beschließen zu verlängern?


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Ich denke beides ist berechtigt (nicht als Vorwurf gemeint). Das Risiko, sofort wieder eine gute Position zu bekommen besteht. Das besteht natürlich umso mehr, als du "Deinen Arbeitgeber im Stich lässt". Besser würde es ankommen, wenn du ihm signalisiert, dass du dich so viel wie möglich in die Firma einbringen willst (z.B.) durch Teilzeit oder eine kurze Elternzeit (oder beides). Aber es ist deine Entscheidung und wenn du selbst zu dieser Entscheidung stehst kann es dir eigentlich schnuppe sein, wie dein Chef reagiert.


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ich schreibe dir jetzt mal aus der Sicht als Alleinerziehende. Ich war damals (ja auch unser Kind war ein absolutes Wunsch Kind und bedurfte einer ICSI THerapie) nach fünf Monaten wieder im Beruf. Mein Mann hat sich das damals sehr schnell überlegt, sich zu trennen und ich stand da und war froh, daß ich nur ein Elternjahr beantragt hatte. (Ich möchte dir nicht einreden, dass es euch auch so gehen wird, kann, sondern es ist lediglich eine Annahme..) Fakt ist, du hast keinen Anspruch auf die selbe Anstellung und auch keinen Anspruch auf Teilzeit (wenn du einen festen Vollzeit Vertrag hast) Fakt ist auch die Zeit in der du zu Hause bist, geht dir fürs Rentenalter verloren (daran denken die wenigsten)... Ich kann dir nur raten, ein Jahr zu pausieren und dann wieder einzusteigen. 3 Jahre sind eine lange Zeit auf dem heutigen Arbeitsmarkt.


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Hi, willkommen in der Hausfrauen-Falle. Du bist also etwa Anfang 20 (Ausbildung + 1,5 Jahre Berufserfahrung) und willst Dich vermehren. Fein, wenn das klappt, dann ist es löblich - in meiner persönlichen Statistik haben das, so wie Du es Dir vorstellst - aber wenn überhaupt - 15% der Frauen geschafft. Der Grund ist ein Klassiker: Frau verspürt Kinderwunsch - bekommt Baby - bleibt ein paar Jahre zu Hause - hängt noch eines dran - bleibt wieder daheim - ist inzwischen Ende 20 und OHNE nennenswerte Berufserfahrung - sucht Job - kriegt keinen, der ihr angemessen erscheint (*gähn*) - schiebt aus Frust ein drittes hinterher und bleibt wieder daheim - ist Mitte / Ende 30 - sucht wieder einen angemessenen Job - findet den aber nachvollziehbarerweise nicht, weil sie de facto nichts kann, was für einen AG verwertbar wäre - ist erzfrustriert. Ich habe unzählige Wiedereingliederungskurse über`s Arbeitsamt mit solchen Frauen hinter mir. Der reinste Horror! Ich bin froh, daß ich mir diese Klientel vom Hals geschafft habe. Natürlich ist es Dein Leben und Dein AG spielt darin nur eine untergeordnete Rolle. An seiner Stelle würde ich jemandem, der kurz nach der Ausbildung ein paar Jahre pausiert auch keine besondere Verantwortung mehr übertragen, sondern im Versand oder in der Telefonzentrale beschäftigen. Derjenige hat seine Prioritäten klar gesetzt und wird in Zukunft mehr Forderungen stellen als flexibel mit seinen Arbeitszeiten umzugehen oder sich gar weiterzubilden. Der Witz ist halt, selbst wenn Du jetzt davon überzeugt wärest, nach zwei Monaten wieder arbeiten zu wollen, so änderst Du Deine Meinung vielleicht wenn das Baby dann da ist. Und dann? Verprellst Du den AG auch. Du verfügst auch über keine besonderen, im Sinne von ungewöhnlich qualifizierten Kenntnissen, soll heißen: Studium. In dem Falle wäre die Situation u.U. etwas einfacher, zumal die wenigsten dann jahrelang glückliche Hausfrau spielen. Deine jetzigen Fähigkeiten sind nach drei Jahren nicht mehr zeitgemäß, vergiß das nicht. Überleg`s Dir gut. Ich kann Dir nur den Rat geben, die Kinder- und Erziehungsplanung grundsätzlich anders anzugehen oder sie zumindest zu einem späteren Zeitpunkt zu planen. LG Fiammetta


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Noch etwas: Wenn ich in diesen Kursen verwundert nachfragte, weshalb diese Frauen denn Anfang 20 bereits Kinder bekommen hatten, dann kamen immer dieselben Antworten: a, weil angeblich die Verhütung nicht geklappt hatte (...) b, sie den Partner an sich binden wollten (diese Aussage kam eher in den Pausen...) c, sie den Job satt hatten d, sie begriffen hatten, daß ihre Ausbildung nicht für eine eine glänzende Karriere ausreichen wird Ganz undiplomatisch gesagt: in all diesen Fällen sollte man sich überlegen, ob nicht z.B. ein Job- oder Berufswechsel sinnvoller wäre und man sich nicht grundsätzlich besser selbst in den Hintern treten sollte statt in ewiger Lethargie zu verharren, die hinterher gerne als "Schicksal" bezeichnet wird. Besser wurde die Lebenssituation dieser Frauen jedenfalls nicht - materiell zwar oft schon, vom lebenslangen Frustrationslevel her jedoch nicht. LG Fiammetta


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...gibt es verschiedene Ansätze, Sichten, Meinungen... :-) Deine Antwort hat mir ordentlich zu denken gegeben und da hast absolut recht. Zwar nicht damit, dass ich früh (bin 24, habe Abitur und Ausbildung und studiere nebenberuflich) Mutter werden möchte, weil ich meinen Mann an mich binden, aus meinem Beruf aussteigen oder unbedingt Hausfrau werden will, aber damit, dass ich definitiv meine Einstellung zur Elternzeit und der Kinderbetreuung ändern sollte. Danke!


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1) kann nicht jede studieren 2) wohin mit der Statistik Deutschland wäre Geburtenfaul. Deine Interpretationssicht gilt für jene wie dich, die behütet in Mamis Schoss aufgewachsen sind und bis 30 gesponsert wurden durch Mom und Dad, es gibt aber durchaus Menschen, die durch ihr *nichtqualifiziertes DASEIN* trotzdem einen ehrbaren Beruf gelernt haben, um ihr überleben zu sichern. Du stempelst hier nicht studierte als Unterqualifiziert und doof ab, arbeitsfaul und lethargisch? In wie fern sich aber der Arbeitsmarkt aber geändert hat, liest man aus deinem Posting nicht heraus. Jede Frau (als solche wie du oben schreibst) die 3 Jahre zu Hause bleibt ist für mich und die spätere Frauenarmut verantwortungslos. Der Hausfrauenkreislauf, ja da stimme ich dir zu. Und ehrlich gesagt, kann ich mir nicht vorstellen, dass es dir zustand die Hintergründe zu erfragen, warum jemand schwanger wurde oder?


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Frist 7 Wochen vor Beginn Wenn du nur 1 jahr beantragst, hast du keinen Anspruch mehr auf das 2 und 3 jahr. Wenn du 2 jahre beantragst, kannst du das 3 jahr bis zum 8. geburtstag des kindes nehmen. Du kannst während der Elternzeit bis zu 30 Stunden die Woche arbeiten.


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Hi, jetzt `mal ganz ruhig, Verehrteste. 1. Ich habe mir sämtliche Ausbildungen selbst finanziert und darauf bin ich durchaus stolz. Wie kommst Du eigentlich auf so eine sinnentbehrende Unterstellung? 2. Nicht jeder kann studieren? Das hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Tatsache ist aber, daß Kenntnisse rasch veralten und damit für AGs unbrauchbar werden. Mit einer fundierteren Ausbildung, die ein Studium eben nun einmal ist, kann man sich z.B. leichter selbstständig machen. Beispiel: Eine Ärztin kann auch noch nach einer längeren Babypause eine Praxis eröffnen. Bürokauffrauen z.B. gibt es hingegen wie Sand am Meer und die Chance auf a, überhaupt eine Stelle und b, eine halbwegs erfolgreiche Selbstständigkeit ist halt nun einmal eher übersichtlich. 3. Doch, ja, ich maße es mir an in entsprechender Runde nachzufragen, wie der Berufsweg war und z.B. anzumerken "Da sind sie aber recht schnell aus dem Berufsleben ausgestiegen" - was glaubst Du, was so eine harmlose Bemerkung an Erzählpotential auslöst. Die Frage nach dem eigentlichen Schwangerschaftsgrund brauchte ich dann also kaum mehr direkt zu stellen, weil sich die Damen dann entweder selbst gegenseitig tüchtig angemacht haben oder versucht haben, mich ob meiner späten Mutterschaft, meines Studiums (oh Gott, wie böse, böse von mir...) und meiner Berufstätigkeit zu zerfleischen. Nicht nur einmal wurde mir die Frage gestellt, warum ich überhaupt Kinder bekommen hätte - DAS ist anmaßend. Meine Aufgabe war es nämlich u.a., den Damen ihre Ausgangsposition und die Erwartungen der AGs begreiflich zu machen - sie wußten alles besser und AGs sind alle miese Ausbeuter. Eigentlich Geldverschwendung. 4. "Du stempelst hier nicht studierte als Unterqualifiziert und doof ab, arbeitsfaul und lethargisch?" Tja, Buchstaben zusammensetzen heißt nicht zwingend auch Texte zu verstehen. Ich habe nirgends geschrieben, daß Nicht-Studierte unterqualifiziert seien - sie werden es aber nach ein paar Jahren der Nicht-Berufstätigkeit und zwar zwangsläufig durch die raschen Veränderungen in der Berufswelt. Wo Du den Schmarr`n mit dem "arbeitsfaul" her hast, weiß ich nicht - hast a bisserle viel Fantasie offenbar. Lethargisch hatte ich in dem Zusammenhang mit der Flucht aus der Arbeitswelt mit Hilfe einer Schwangerschaft geschrieben. Meine Herren... 4. Ich weiß nicht, ob Deutschland tatsächlich so geburtenfaul ist oder ob hier nur gegengerechnet wird, wie viele Junge irgendwann wie viele Alte berenten müssen und daß dieses System aus diversen Gründen nicht funktionieren kann. Ich weiß aber, daß die Akademikerinnen in meinem Umfeld den Weg der zwei Extreme gehen: entweder keine Kinder, weil der Mann dazu fehlt oder ein Minimum an zwei Nachkommen (eher drei bis vier) bei gleichzeitiger Berufstätigkeit. 5. Nein, inwiefern sich der Arbeitsmarkt geändert hat, das habe ich nicht beschrieben. Ich gebe Dir aber gerne ein Beispiel: Ich hatte Frauen in den Kursen, die noch mit der elektrischen Schreibmaschine gearbeitet hatten, aber nicht wußten, wo man einen PC einschaltet. Die meisten kannten nur frühe Textverarbeitungsprogramme und verfaßten Briefe, die gibt`s eigentlich nicht. Beliebter Schlußsatz "Ich hoffe hiermit, Ihnen gedient zu haben". Noch mehr Beispiele? LG Fiammetta


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Warum sind "Nicht-Studierte" nach ein paar Jahren der Nicht-Berufstätigkeit weniger qualifiziert als Studierte? In Berufsfeldern, die ein Studium verlangen, gibt es keine Veränderungen? ("...sie werden es aber nach ein paar Jahren der Nicht-Berufstätigkeit und zwar zwangsläufig durch die raschen Veränderungen in der Berufswelt. )


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Im Studium lernt man nicht so viel, was sich direkt auf den späteren Beruf bezieht, sondern mehr allgemeine Dinge (nicht nur Fachwissen, sondern z.B. selbständiges strukturiertes Arbeiten). Das sind Dinge, die nicht veralten und die Arbeitgeber zu schätzen wissen. Ich bin z.B. Mathematikerin und arbeite in internen Projekten im Kundenservice einer Lebensversicherung. An Mathematik brauch ich da nicht mehr als jeder Abiturient können sollte. Trotzdem wollte mein Chef für die Stelle unbedingt einen Mathematiker, weil die strukturiert denken, selbständig arbeiten, etc. Je nach Studiengang ist es aber auch wichtig, zusätzlich Berufserfahrung vorweisen zu können, da man damit bewiesen hat, dass man auch für die Arbeitswelt zu gebrauchen ist.


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Hi, genau so, wie Linda es beschreibt, ist es. Im Studium lernt man neben analytischen Fähigkeiten wie man strukturiert und selbstständig arbeitet wie man Informationen interpretiert, bewertet und korrekt wiedergibt wie man seine Ergebnisse sowohl schriftlich als auch mündlich präsentiert (mitunter mehrsprachig) wie man Fachvokabular verwendet auch wo man welche Information auftreibt. (Ich habe bestimmt etwas vergessen) Ich habe Kursteilnehmer, die seit ewigen Jahren arbeiten und nicht den blaßesten Schimmer davon haben, wo sie ihre Lehrbücher herbekommen oder wie man Wörter korrekt nachschlägt. Obwohl sie v.a. aus dem kaufmännischen Bereich kommen, können sie nicht einmal den Duden korrekt verwenden, ja nicht einmal das Telefonbuch. Dies nur als Elementarbeispiel. Ein anderes: nimm einen Zeitungsartikel und laß den einfach neutral ohne dazugedichtete oder erweiterte Einzelheiten zusammenfassen. Im Normalfall werden die tatsächlich wichtigen Punkte zum guten Teil übersprungen und eigene, d.h. persönliche Bewertung eingefügt. Das hat aber nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, sondern damit, daß in der normalen Ausbildung auf solche Dinge kein Wert gelegt wird, aus zeitlichen Gründen in unserem Ausbildungssystem aber auch kein Wert gelegt werden kann. Und ja, DAS muß man lernen, im Studium eben in Verbindung mit den fachrelevanten Fakten. LG Fiammetta


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ein klein wenig habe ich schon das gefühl, du möchest eine eierlegende wollmilchsau. all deine wünsche sind nachvollziehbar, nur wirst du in dieser frage deine schwerpunkte setzen müssen. job vs kind, was nicht heißt das eine oder das andere aber wieviel von deinen 100% (manchmal auch 150%) gehen ans kind und wieviel an den beruf. meine erfahrung zeigt, dass sich diese schwerpunkt oft erst nach der geburt des kindes ergeben, da man im vorfeld - soviel man sich auch informiert hat - einfach noch keine genaue vorstellung bekommt, was das elternsein alles so mit sich bringt, wie der partner "funktioniert" etc. allen meinen freundinnen (sind aber auch alles arbeitstiere) ist nach spätestens 2 monaten die decke auf den kopf gefallen. falls du dich aber bestimmt auf diese drei jahre auszeit einstellen möchtest, würde ich mit deinem partner ganz klar besprechen, dass du dich in eine bestimmte abhängigkeit begibst, die auch nicht unbedingt nach drei jahren endet (weil du z.b. keinen geeigneten job hast/findest) und auch nicht, wenn es zu einer trennung kommt. außerdem würde ich mit ihm besprechen, dass sich auch die dynamik eurer beziehung ändert wird, da sich dein input einfach für drei jahre etwas/viel einschränken wird. für mich war das unerträglich. alles gute, fred-et-ricke