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Südkorea??!!!

Südkorea??!!!

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Hallo! Es brodelte ja schon inoffiziell und ich dachte erst, meine Kollegen nehmen mich auf den Arm,als ich vor kurzem aus der Elternzeit kam, aber nun ist es raus, mit 50% Wahrscheinlichkeit geht das Projekt, dass ich nun seit 3 Wochen als Projektleiterin übernehme, nach Südkorea. Abgesehen davon, dass ich die Firma dort ungeeignet finde und die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Amerikanern uns und Südkoreanern gegen Null gehen, weiss ich überhaupt nicht wie ICH das machen soll. Unsere Kinder sind 6 Monate bzw. 2,5 Jahre alt und wenn ich das Projekt weiter managen soll, heißt das, dass ich oft vor Ort sein muss, eventuell relativ spontan. Wie soll ich das mit meiner Familie vereinbaren? Ich bin das erste Mal Projektleiterin, vorher immer nur Mitarbeiterin und die Projekte wurden alle innerhalb von Europa abgewickelt, max. noch teilweise an der Ostküste Amerikas. Und nun gleich so ein Hammer. Dabei war ich so froh, dass ich gleich nach der Elternzeit eine Projektleitung bekommen habe. Habt ihr irgendwelche Vorschläge, wie das gehen soll? UNsere Kinder können von 7:30 bis 17 Uhr in die Krippe, Verwandte wohnen 260km weit weg und nur meine Schwiegereltern sind schon in Rente, der Rest arbeitet selbst. Mein Mann ist als Lehrer teilflexibel, aber die Zeit zwischen 7:30 und 17 Uhr reicht ihm eigentlich nicht für seinen Job, normalerweise fängt er nochmal an zu arbeiten, wenn ich zu Hause bin. Unser Sohn ist ja auch noch recht klein, verkraftet er es, wenn ich auf einmal eine Woche weg bin? Schafft es mein Mann ihn mit der Flasche (und eben nicht mit der Brust (hihi)) durch die Nacht zu bringen? Naja, müssen Flaschenkinder ja auch schaffen und alleinerziehende aber für mich klingt es gerade schrecklich. Für ein AuPair ist unsere Wohnung viel zu klein, wir bräuchten es ja auch nur dann, wenn ich nicht da bin. Und ob die Großeltern bereit wären sich dann bei uns einzuquatieren um meinen Mann zu entlasten und ob das überhaupt eine Entlastung wäre weiss ich auch alles nicht... Aber ich will die Projektleitung ja auch nicht hinschmeißen, wenn es wirklich Südkorea wird und sagen, bitte fragt mich in 2 Jahren nochmal, dann mach ich das??? Oh, das war wohl ein unstrukturiertes Jammerposting. Paula, Deine Tochter war doch auch recht klein, als Du Deine Halbwochenpendelei(?) wieder aufgenommen hast, hat sie da schon durchgeschlafen? Wie war das für sie? Und wie hat es Dein Mann organisiert, wenn er eigentlich mehr arbeiten musste, als die Kinder betreut wurden? Vielleicht geht der Kelch ja doch an mir vorrüber. Viele Grüße, Sabine


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liebe sabine glückwunsch!! ich freue mich, dass du beruflich das bekommen hast, was du wolltest. super. zunächst würde ich sagen: ruhig blut, gemach, schauen. dir wird ja nicht vorgeschlagen, monatelang in südkorea zu sein. was heißt denn "oft" und für wie lange? ich denke, man muss für sich entscheiden, ob man zu solch einem experiment bereit ist. aus meiner erfahrung - und du hast mich ja gefragt (nett!! ist irre, dass du dich erinnerst) - geht das ziemlich gut. meine beiden kinder waren jeweils 6 monate alt, als ich wieder mit dem halbwöchentlichen (und z.t. noch länger) pendeln angefangen habe. von durchschlafen war noch nicht mal die rede!! u.a. auch deshalb habe ich es ja genossen,zwei nächte nicht daheim zu sein. :-) jedenfalls waren beide jeweils abgestillt (aber grad so eben) und bekamen flasche + den ein oder anderen brei. was soll ich sagen? mein mann hat es eben so gemacht wie millionen von müttern auch: kinder versorgen, zum kiga bzw. zur tamu bringen, abholen, den haushalt schmeißen, arbeiten. so ungefähr auch in der reihenfolge, jedenfalls solange die kinder noch so klein sind. mein mann hat oft mehr gearbeitet als die kinder betreut wurden. aber: wir sind beide in der wissenschaft und haben dadurch das riesige privileg, zuhause arbeiten zu können (und zu müssen!!), d.h. auch nachts, sonntags, feiertags usw. wann immer zeit dafür frei schaufelbar ist. und wir haben eben auch das privileg, dass uns niemand im engeren sinne zeitlich kontrolliert. das ist bei euch natürlich anders. käme für euch nicht eine kinderfrau in frage? eine, die ins haus kommt und (bingo!) zeitlich auch flexibel ist? eine, die auch mal bügelt oder was kocht? das wäre doch eine gute lösung. vor allem, wenn du nicht da wärst. wie deine kinder das "verkraften", das kann man nur sehen und das könnt nur ihr einschätzen. unsere kleine ist jetzt knapp 1 jahr alt und macht sich bislang super. sie geht gern zur tamu, fremdelt derzeit ein wenig (und es ist absolut sonnenklar, dass sie genau weiß, wer papa und mama sind), ist sonnig + wonnig. mal sehen, wie es weiter geht. unser großer hat sich damit arrangiert und sicher keinen größeren schaden. aber lustig findet er meine reisereien auch nicht. er tut sich schon schwer mit meinen abwesenheiten, er ist ein ziemliches mama-kind (auch heute noch, mit 6 jahren). aber, wie gesagt, es ist kein trauma und auch ich habe als mutter sicher nicht "versagt". wir finden immer wieder gemeinsam strategien, damit umzugehen. mal sind es mitbringsel (jede woche was neues!!), mal lange telefonate, mal extra-kuscheleinheiten im großen elternbett, mal müssen wir beide einfach damit leben, dass das ganze arrangement suboptimal ist. das müsstet auch ihr halt rausfinden...kinder sind da sehr, sehr verschieden. die kinder meiner schwester wachsen ähnlich auf, auch sie pendelt halbe wochen weg. und die zucken da nicht mal mit der wimper. auch so kann es gehen. grundsätzlich: papas können alles, was mamas auch können (außer stillen, aber das können/wollen auch so manche mamas nicht). wenn ihr gemeinsam an der verwirklichung dieser chance arbeitet, kann es super laufen. mach dich nicht fertig deswegen. schau doch auch erst mal, was das alles konkret heißt. lg paula


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Liebe Sabine, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem Vertrauen, das Dir Deine Firma entgegenbringt. Zu Deinen Schwierigkeiten kann ich einiges aus eigener Erfahrung berichten: ich bin fast ein ganzes Jahr jede Woche zwischen zwei Großstädten gependelt, und mein damals 1,5 jähriger Sohn blieb mit Kinderkrippe, Kinderfrau und Papa in der Woche zurück. Da er seine Kinderfrau hatte, seit er vier Monate alt war, war noch viel Vertrautes um ihn herum. Ich habe dann oft auch montags oder freitags von zuhause gearbeitet, so dass die Trennung nur 3,5 Tage dauerte, aber das eben doch über einen längeren Zeitraum. Ich glaube, es hat ihm nicht geschadet, er ist schon immer "Fremdbetreuung" gewohnt gewesen, aber diese eben sehr kontinuierlich. Drei Wochen am Stück sind natürlich in gewisser Hinsicht mehr, aber auch weniger. Wenn Dein Mann es schafft, diese Zeit zu überbrücken, denke ich nicht, dass jemand dabei zu Schaden kommt. Und mal ehrlich: von wievielen Frauen wird erwartet, dass sie ihren ständig abwesenden Mann ausgleichen? Es ist doch auch möglich, sich noch einmal an den Schreibtisch zu setzen, wenn die Kinder schon im Bett sind, zumal wenn es nur um drei Wochen geht, die ja auch ein bisschen vor- oder nachgearbeitet werden können. Und mal ein paar Tage Abwesenheit zur Projektnachbetreuung schaden sicher nicht. Was ich eher schwierig finden würde, ist, wenn Dein Sohn noch gestillt wird und Du auch vorhast, das noch eine ganze Zeit weiterzuführen. Ich stelle mir da eine dreiwöchige Unterbrechung eher schwierig vor. Wenn Du aber sowieso jetzt abstillen möchtest, ist das natürlich etwas anderes. Als meine Tochter in den vergangenen Monaten noch sehr klein war, habe ich auch versucht, auswärtige Übernachtungen zu vermeiden, vor allem, weil sie nachts oft aufgewacht ist und gestillt werden wollte. Irgendwie mochte ich niemandem zumuten, diese Rolle auch noch zu übernehmen, und meine Tochter tat mir ebenfalls leid. Also, ich meine (ohne Deine Umstände im einzelnen zu kennen), dass es gehen müsste. Allerdings finde ich es auch nicht ehrenrührig, ehrlich zu sagen, dass längere Reisen im Moment schwierig sind, Du Dich aber in (drei) Monaten über ein solches Projekt freuen würdest. Ich denke, dafür hätten die meisten Leute Verständnis. Hast Du sonst die Möglichkeit, eine kontinuierliche oder wenigstens "immer mal wieder"-Betreuung zur Unterstützung zu organisieren? Vielleicht eine ältere Dame aus der Nachbarschaft, die immer mal ein paar Stunden aushilft? Solche Leute sind gar nicht so schwer zu finden (Kleinanzeige)und Gold wert, wenn man wirklich mal häufiger weg ist. Liebe Grüße, carla72