Mitglied inaktiv
Hallo, ich überlege ernsthaft meinen (sicheren) Job in der freien Wirtschaft aufzugeben und über Seiteneinstieg am Gymnasium zu unterrichten (Physik und Mathe). Habe Physik mit Nebenfach Mathe studiert und arbeite seit 10 Jahren im IT-Bereich. Erfahrung im Unterrichten habe ich eigentlich nicht, nur einige Anwenderschulungen von Erwachsenen und natürlich die Auszubildenen bei uns (Ausbilderschein habe ich gemacht). Wie realistisch ist die Sache ? Meine Motivation ist vielschichtig: - die Schulen sind m.M. im Umbruch und das finde ich spannend - wenn ich mir die Azubis anschaue, muss man die früher "erwischen" - möchte meine eigene Begeisterung weitergeben - last but not least: flexiblere Arbeitszeiten und kürzerer Arbeitsweg (z.Zt. sitze ich pro Tag 3 Stunden im Auto) Das mit den Arbeitszeiten bekomme ich natürlich auch über einen anderen Job vor Ort hin, aber der Gedanke an den Schuldienst lässt mich seit dem Studium nicht los. Habe damals 4 Wochen hospiziert und konnte mir es damals nur nicht vorstellen dauerhaft mit Kindern zu arbeiten. Jetzt habe ich 2 Kinder und viele Neffen und kann es mir gut vorstellen. Gibt es Möglichkeiten sich mal die "Schule von heute" näher anzuschauen? Vielleicht sind meine Vorstellungen ja völlig falsch. Ich beschäftige mich seit längerem mit dem Thema Bildung und Schulwesen, aber das eher akademisch. Danke für alle Tipps, Desiree
Ich bin zwar keine Lehrerin, habe aber viele Freunde, die welche sind. Einen Vertretungsvertrag an der Schule kriegst Du mit Mathe und Physik problemlos. Ich weiß allerdings nicht, ob auch am Gymnasium. An der Hauptschule immer. Frag doch mal beim Schulamt nach. Du würdest ja wahrscheinlich lieber erstmal nur ein paar Stunden machen und Deinen alten Job behalten? LG Linda (die sich im 2. Schulpraktikum dagegen entschieden hat, da einfach zu viele Schüler unmotiviert für Mathe sind)
Hm also: natürlich besteht ja die Möglichkeit, mal ein Praktikum in einer Schule zu machen. Allerding gibt es da immer datenschutztechnisch Probleme, du musst ja zur Verschwiegenheit etc aufgeklärt werden. Aber: wie genau das laufen KÖNNTE würde ihc vorher mit einem Lehrer an der Shcule wo du gern hinmöchtest fürd Praktikum absprechen. Zur Not weiß es das zuständig Schulamt. Wenn du dich dafür entscheidest musst du ja zuerst noch die nötigen Studiendinge hinter dich bringen, 1. Stattsexamen machen und dann für 1,5 JAhre in den Vorbereitungsdienst. Und DAS ist in den meisten Fällen heftig. Wenn dud anch immer noch motiviert bist, dann bist du die richtigie*g* Mathe und Physik sind sicher her gesuchte Fächer als Deutsch etc, ABER: bei den sinkenden Schülerzahlen werden ja sicher auf dem Gym keine Stellen frei sein in absehbarer Zeit. Auch hier könnten die Personalrat an Schulen etc bessere Auskünfte geben. Also: UNBEDINGT noch ein Praktikum machen und die Reaität sehen. Es IST ein toller beruf, aber z.B. flexible Arbeitszeiten sehe ich da kaum. Gran am Gym sind Pläne wie: 1 Stunde Unterricht 2, Frei 3 frei 4 Unterricht 5 Frei 6 Unterircht 7 frei 8. frei 9 Unterricht und 10 unterricht in Zeiten von Ganztagesschule etc ja durchaus denkbar und auch üblich. Flexibel finde cih es nciht...eher abwechslungsreich*g* LG Henni (Hauptschule)
Ich habe auch nicht auf lehramt studiert! Hab dann das Referendariat gemacht(also 2 jahre in meinem Fall in Baden-Wü)! Ich darf nur an beruflichen Schulen unterrichten!Nicht also auf dem "normalen"Gym da mir die pädagogische Ausbildung für "kkleinen" fehlt.Das ref und die ersten 2-3 jahre dannach war recht anstrengend:Die unterrichtsvorbereitung sehr zeitintensiv!Hätte es mir mit Kind nicht vortsellen können!!!! Überlegs dir gut!Möchte es dir nicht ausreden,erkundige dich allerdings wie hoch die Chancen sind, dass du nach dem Ref übernommen wirst und wo!An meiner Schule wurde diesen Sommer nur ein Ref übernommen und einer hat eine Stelle 120!km weit weg bekommen. Manchmal kannman zwar auch ohne Ref unterrichten doch bekommt man da (bei uns)nur ein Jahresvertrag und wird nicht nach dem"Beamtentarif"bezahlt.Solche Stellen dienen zur Unterrichtsversorgung bei akuten Engpässen und sind (finde ich) weniger empfehlenswert!Man bekommt die Stunden,die sonst keiner will. Grüßle Nale
Hallo, mir ist nicht ganz klar, wie du dir das vorstellst? Möchtest du "so'n bisschen nebenbei" (wobei nebenbei wie Henni schon schrieb ein dehnbarer Begriff ist im Schuldienst) unterrichten? Das hieße ja dann wohl BAT-Vertrag. Sicherlich könnte dir die Schule deiner Wahl erstmal einen BAT-Vertrag geben, aber ob diese Anstellung dann von Dauer ist, entscheidet das Schulamt. Und hier (Hessen) ist es so üblich, dass das jedes Jahr neu entschieden wird und man dann in den Sommerferien als BAT-Lehrer arbeitslos (im Sinne von ALG1) ist. Das ist ja wohl nicht das, was du dir vorstellst, oder? Als fest angestellter Lehrer hättest du zwar diese Sorgen nicht, würdest aber immer etwas schlechter bezahlt, als die verbeamteten Kollegen. Sprich: Gleicher Job - schlechtere Konditionen. Wobei ich bezweifle, dass du ohne Staatsexamen an einem Gymnasium eine unbefristete BAT-Stelle bekommen könntest. Und um verbeamtet zu werden führt kein Weg an den Staatsexamen 1+2 vorbei. In den beruflichen Schulen kannst du zwar als Seiteneinsteiger ins Referendariat gehen (also mit einem anderen akademischen Abschluss als dem 1. Staatsexamen, wenn genügend Berufserfahrung nachweisbar ist), aber dass das an Gymnasien möglich sein soll wäre mir neu. Und ob du dir ein Referendariat antun möchtest? Du hast doch Kinder oder? Boah, das würde ich mir zweimal überlegen. Praktikum,.. hm keine Ahnung, ob eine Schule das "einfach so" mitmacht. Es ist schwierig genug die ganzen Lehramtsstudenten unterzubringen, ob dann jemand von außen mal eben 4 Wochen zuschauen darf, wage ich zu bezweifeln... Mein Tipp: SCHULAMT anrufen! Frag da mal genau nach, wie sich die Dinge verhalten und was du für Aussichten hättest. Viel Erfolg! Annette PS: Und zu den Arbeitszeiten verweise ich mal grinsend auf Hennis Ausführungen, das war ausreichend deutlich *g*.
Danke für die Antworten. Bei uns hier gibt es 2 Möglichkeiten ohne auf Lehramt studiert zu haben: 1. Quereinstieg: 2 Jahre Ref. und dann normal weiter, man wird den normalen Referendaren gleichgestellt 2. Seiteneinstieg: ohne Ref, aber mit Auflage sich innerhalb von 2 Jahren berufsbegleitend zu qualifizieren, dafür geringere Stundenzahl Verbeamtung ist bei beiden Wegen möglich. Die Variante 1 wäre jederzeit möglich, Variante 2 sieht etwas schlechter aus mit den Stellen. Nach Auskunft Ministerium bei Hauptschule sofort, Gymnasium muss man sehen wieviele Referendare sich bewerben... Der rein verwaltungtechnische Weg ist mir klar, aber habt ihr an euren Schulen z.B. Seiteneinsteiger? Wie wichtig ist das Referendariat für die Praxis? Würde ich ja normalerweise machen, kann ich mir finanziell jedoch nicht leisten, wir brauchen mein Einkommen. Ein paar Stunden neben meinen Job halte ich für unrealistisch, also wenn ganz oder gar nicht. Ich habe das Angebot vom Rektor einer Hauptschule, da mal eine Woche zu schnuppern. Kann man sagen, wenn einen das nicht schockt, geht es auch am Gymnasium? Zu den Arbeitszeiten: Im Moment arbeite ich TZ, da ich bei VZ immer morgens um 7 los bin und selten vor 20 Uhr nach Hause kam. DAS kann ich mir mit meinen Kinder nicht mehr vorstellen. Zusätzlich ist es mit dem Urlaub in den Schulferienzeiten bei uns in der Firma schwierig, da dann viele Urlaub nehmen wollen. LG, Desiree
Hallo! Ich bin Gymnasiallehrerin in Bayern, allerdings Geisteswissenschaftlerin. Wir haben akuten Mangel in Mathe und Physik, derzeit beispielsweise pensionierte Lehrer, die sechs Stunden in der Woche (Vergütung nach BAT, wie Angestellte)geben. Quereinsteiger in M/Ph hatten wir auch schon, die mussten aber Referendariat und 2. Examen draufsatteln. Grundsätzlich würde ich wegen des höheren Verdienstes das Gymnasium empfehlen. Dafür ist in Bayern ausschließlich das Kultusministerium zuständig. Grüße, Sabet
Ok, du kannst dir nicht vorstellen von morgens 7 bis abends um 20 Uhr zu arbeiten? Naja, vllt findest du ja eine Schule ohne Konferenzen, ohne Elternsprechtage, ohne Projektwoche, ohne Klassenfahrten, Wandertage undundund. Lehrer lachen über das Wort "unbezahlte Überstunden" nur müde. Ach so, und wenn UNTERRICHTSbeginn um 7:45 Uhr ist, dann bist du natürlich um spätestens (!) 7:30 da und dann bist du bereits zu spät für den Kopierer... OK, du hast Fächer, in denen man die Klausuren vermutlich recht schnell durchkorrigieren kann, aber ich kenne KEINEN Gymnasial-Lehrer, der kurz vor den Zeugnissen, also dann wenn viel Korrekturarbeit ansteht "nur" von 7 bis 20 Uhr arbeitet. Die Abiturzeit ist da noch nicht mit drin. Bitte bedenke, dass zu deiner Schularbeit die Vor- und Nachbereitung noch dazu kommt und das ist am Anfang nicht zu vernachlässigen. Und wie soll das mit der Vergütung aussehen, wenn du dich "nebenbei" weiterqualifizierst? Und was heißt "nebenbei"? Und ja, ich kenne Quereinsteiger (allerdings nur BAT-Leute). Sie bekommen ALLE einen Praxisschock, sind mit den Schülern/Eltern/Lehrwerken/Korrekturen oft überfordert und sehr viele geben nach einem Jahr dankend auf, weil sie merken, dass es keineswegs leicht verdientes Geld mit vielen Ferien ist. Ganz abgesehen davon habe ich bisher festgestellt, dass im Referendariat knallhart ausgesiebt worden ist. Nach dem Motto: Wenn du das nicht schaffst, dann versuch es erst gar nicht im Schuldienst. Quasi so als Messlatte für das Berufsleben. Und nochmal: Eine VOLLE Lehrerstelle ist vom Zeitaufwand mit jeder anderen Vollzeitstelle vergleichbar! Mach dir da bitte nichts vor! Ich kenne nur sehr wenige Gymnasialkollegen, die überhaupt Vollzeit arbeiten, weil der Druck sehr groß ist. Und da stellt sich ja dann die Frage, ob es sich mit einem Teilzeitverdienst überhaupt lohnt. Eine Woche schnuppern klingt schön und gut, aber was möchtest du da erfahren? Das ist bestimmt nicht mit den langen Praktika während des Studiums zu vergleichen, wo man das erste Mal alleine vor einer Klasse steht und sieht wie einsam das sein kann. Du siehst vielleicht den Unterricht, aber das ist der kleinste Teil deiner zukünftigen Arbeit, ehrlich gesagt. Weißt du für mich hört sich das so an: "Mein Job ist so stressig und ich habe so wenig Ferien, ich suche mir mal was Besseres!" Genau das habe ich vor 1 Jahr im engsten Freundeskreis gehört. Nämliche Person bereut mittlerweile bitter, dass sie ihren Job aufgegeben hat und heult Rotz und Wasser, dass sie ja NIEMALS gedacht hätte, wie stressig, zeitaufwändig und nervig der Lehrerberuf ist. Ich wünsche dir alles Gute für deine Entscheidung! LG Annette
Hallo Anette, danke für deine ehrlichen Worte. Ich stelle es mir nicht einfach vor und kenne auch ein paar Lehrer und weiß, dass es nicht um 14 Uhr endet. Eine Lehrerin im Haus meinte mal, dass eine VZ-Stelle ca. einer 52 Std.-Woche entspricht, mit den Fereinzeiten gleicht sich das aus. Ausserdem liebe ich meinen derzeitigen Job. Er ist mir nicht zu stressig, aber die äußeren Umstände (Fahrzeiten und Fahrkosten) passen mir nicht mehr. Früher hatte ich mal ein Zimmer vor Ort, aber das möchte ich mit meinen Kindern nicht mehr. Einen großen Vorteil beim Schuldienst sehe ich bei den Arbeitszeiten nur in der Möglichkeit, einige Arbeiten in die Abendstunden zu verlegen. Wie das mit der begleitenden Qualifizierung läuft, weiß ich nicht, steht so nur auf den INternetseiten des Ministeriums. Wenn ich es mir einfach vorstellen würde, hätte ich es schon gemacht. So hadere ich noch mit mir und die Kündigung eines eigentlich guten Jobs fällt mir schwer ;-) LG, Desiree
Hallo Desiree, ich habe nicht alles gelesen, was die anderen geschrieben haben sondern es eher überflogen weil ich bis eben noch an Klausuren (Gymnasium, Englisch) gesessen habe. Hier in NDS sind die Gymnasien seit Sommer eigenverantwortlich Schule und haben viel mehr Möglichkeiten, Quereinsteiger einzustellen. An unserer schule haben wir seit einem Jahr einen dipl-Physiker, der allerdings seit Mai im Referendariat ist, und ich kenne eine promovierte Mathematikerin, die auch gerade ohne Ref. an einem Gymnasium eingestellt worden ist. Es geht also, aber am besten ist immer: schulamt anrufen Ich würde allerdings das Arbeiten am Abend nicht unterschätzen. Ich gehe morgens in die Schule, nachmittags betreue ich den Kleinen, und wenn mein Mann unseren Sohn ins Bett bringt, fängt die nächste Schicht am Schreibtisch an. Ich wünsche mir of, einen Job, den ich einfach auch mal am Arbeitsplatz lassen kann und nicht immer mit nach Hause nehme. Müde Grüße und eine gute Nacht, Philipps-Mama
Hi, wenn Du vom Staat bzw. vom jeweiligen Bundesland `mal so richtig nach Strich und Faden veräppelt werden willst, dann geh` diesen Weg. Fakt ist in Bayern: Als Quereinsteiger bezahlt Dir der Staat nur 10 (!) Monate Dein Gehalt. Bekämst Du es länger, dann müßte Dir der Staat u.U. irgendwann Arneitslosengeld zahlen - und es geht doch auch billiger... Außerdem wartest Du bis etwa Ende Januar / Anfang Februar bis Du das erste Mal Dein sauer verdientes Geld überwiesen bekommst - Kosten hast Du bis dahin aber trotzdem und das Ministerium schickt Dir mit Sicherheit keinen Freßkorb zur Überbrückung. In einigen Bundesländern verdienen Akademiker mit gleichem Studium, aber ohne Referendariat auch nach Jahren bis zu 500.- Euro im Monat weniger. Selbst nach einigen Jahren wird einem die abgeleistete Unterrichtszeit nicht gegengerechnet - das kommt auch wieder billiger. Auf Spiegel Online gibt es einige interessante Artikel dazu. Ich habe ein geistenwissenschaftliches, ein pädagogischen und ein reines Sprachstudium, hinzu kommen einige Jahre als Fachlehrerin am Gymnasium und als Dozentin in der Erwachsenenbildung. Der Freistaat Bayern erkennt mir, obwohl ich eine weitaus fundiertere Ausbildung in allen Bereichen habe als jeder Gymnasiallehrer diese nicht als gleichwertig an. Eine Argumentation seitens des Ministeriums gibt es nicht, nur Verweise auf Paragraphen. Da kann man sich nur noch an den Kopf langen. Du hast jedes Mal kurz vor Schulbeginn immense Existenzängste, ob Du auch in Zukunft weiterunterrichten darfst, da die finanzielle Genehmigung dieser Seiteneinsteiger immer nur im letzten Moment kommt. Dir wird also eine sagenhafte Flexibilität, ein dickes finanzielles Polster, psychische Stabilität, Fachkompetenz und die Tatsache abverlangt, daß Du nicht einfach unter dem Schuljahr dann munter verkünden kannst, daß Du ab nächstem 1. einen neuen Job in der freien Wirtschaft hast. Du wirst also festgenagelt, hast selbst jedoch kaum Rechte. Ich habe inzwischen einen gewaltigen Brass auf dieses sinnentbehrende System, das auf Kosten der Kinder, der allgemeinen Bildung und der motivierten Seiteneinsteiger geht. So kriegt man jedenfalls keine guten Lehrkräfte. LG Fiammetta
Hallo! Ich habe die Beiträge nur kurz überflogen. Ich weiß nicht, ob du dir das wirklich vorstelle kannst, was du dir da antun möchtest, wo du doch eine Arbeit hast, die dir Spaß macht. Versteh mich nicht falsch, ich bin Lehrerin an einer Hauptschule, ich LIEBE meine Arbeit!!! Aber ich kenne jede Menge Seiteneinsteiger... und niemand ist wirklich glücklich dabei geworden... Und von denen hat KEINER eine gute Stelle sausen lassen um "bessere" (vermeintlich) Arbeitszeiten und Flexibilität zu bekommen. Die hatten alle keinen Job in ihrem Beruf!!! Übrigens: Auch bei der Vielzahl der Ferientage darf man eins nicht aus den Augen lassen: Urlaub ist NUR noch dann (teuer und übervoll!!!!) möglich und man hat auch "Anwesenheitszeiten" in den Ferien... Aber das Wichtigste ist: Du wirst bei einem Seiteneinstieg, egal welche Möglichkeiten -Ref oder Zusatzqualifikationen- NIEMALS das erziehungswissenschaftliche Studium aufarbeiten können. Und alle meine Bekannten, die den Seiteneinstieg gewagt haben, die jammern, dass ihnen genau das fehlt. Wissensvermittlung ist nur ein Bruchteil der Aufgaben eines Lehrers!!!! Manchmal komme ich mir vor, wie ein "Sozialarbeiter", der ab und an auch mal mit quälenden Arbeitsaufträgen den Schülern etwas beibringen möchte... ÜBERLEG DIR DAS WIRKLICH GUT (So nebenbei: Dein Stand in Kollegien als Seiteneinsteiger ist auch nicht unbedingt der Beste!!! Bei uns ist grad ein Seiteneinsteiger kläglich im Referendariat gescheitert... und kein Kollege fand es schlimm...) LG Babs
Hallo, ich habe einen "Seiteneinstieg" in NRW hinter mich gebracht. Ich bin Ingenieurin für Maschinenbau und habe mein Diplom als 1. Staatsexamen für die Fächer Maschinentechnik und Informatik (wäre auch Mathe oder Physik möglich gewesen)anerkennen lassen. Dann folgten 2 Jahre Referendariat (ca. 1000 € netto) mit 1-jährigem Kind an einem Berufskolleg, Abschluss 2. Staatsexamen und danach sofort Einstellung als Beamtin auf Probe, nach 10 Monaten 2. Kind, nach 6 Monaten wieder in die Schule gegangen, Verbeamtung auf Lebenszeit hinter mich gebracht und nun bin ich endlich im Status einer Studienrärin, habe uneingeschränkte Lehrbefähigung für meine Fächer (SekII), genau wie alle, die direkt Maschinentechnik auf Lehramt studiert haben. Es ist anstrengend gewesen, aber man gewöhnt sich dran. Im Seminar waren einige Physiker und Mathematiker, die teilweise Referendariat gemacht haben, teilweise Seiteneinstieg (d.h. Referendariat und nebenbei 16 Stunden unterrichten, das ist noch härter), da sind die Regelungen aber von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ich habe es nicht bereut, die Berufsschule ist vielseitig, wir haben auch Erwachsenenbildung und Berufliches Gymnasium (da unterrichte ich jetzt Physik, weil keine Lehrer da sind...). Arbeitszeiten sind variabel, das ist der Vorteil, man kann schließlich auch jederzeit teilzeit arbeiten (mit Kind). Meld Dich ruhig nochmal, wenn Du Fragen hast. Viele Grüße Dani
weiß nicht, ob du das noch liest: wir haben an unserem gymnasium mehrere seiteneinsteiger. manche sind zufriedener, viele sind unzufrieden. sie hadern damit: - wie sie den stoff einteilen sollen - wie sich die schüler aufführen - wie sie die vor- und nachbereitung des unterrichts schaffen sollen - wie sie z.t. von kollegen angeschaut werden - und, v.a. mit den schulaufgaben, stegreifaufgaben, dem ausfragen und der dazu gehörenden bürokratie die hauptmotivation für den lehrberuf sollte sein, gerne mit kindern und jugendlichen zu tun zu haben. wenn man dann noch einen leichten hang zum sadismus und gleichzeitig zum masochismus hat, dann ist man in diesem job richtig ;-). he, wir brauchen echt mathe- und physiklehrer!!! alles gute für die entscheidung!
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