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An die Lehrerinnen - schlechtes Gewissen

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Hallo, seit meine kleine Tochter auf der Welt ist, arbeite ich mit halber Stundenzahl an meiner Grundschule und habe eine erste Klasse. Ich stelle fest, dass ich nicht mehr so viel leisten kann wie vor der Zeit mit Kind. Das heißt meine Unterrichtsstunden werden nicht nur wie im Ref aufgebaut, sondern auch ökonomisch geplant. Stundenlange Basteleien, die ein Arbeitsblatt schöner machen würde o.ä. Stunden wie im Ref gibt es bei mir nicht mehr. Meine Kolleginnen, die voll arbeiten, machen aber solche Stunden. Ich habe deshalb oft ein schlechte Gewissen. Mit Elternsprechtagen, Konferenzen und Klassenführung bin ich aber so ausgelastet, dass nicht mehr so viel Zeit übrig bleibt. Kennt ihr das auch? Wie geht ihr damit um? LG Alema


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Hi, mir geht es bei diesem Wiedereinstieg ähnlich! Meine zweite Tochter ist 2 Jahre alt und ich habe seit August mit 14 Stunden/SekI wieder angefangen! Irgendwie ist es alles anders als nach meiner ersten Tochter. Aber ich muss sagen, dass ich diesmal meinen Vorbereitungsrhythmus nicht einhalten konnte. Ich setze mich immer in den herbsteferien an den Schreibtisch und an den Kopierer und fertige meine Unterrichtsreihen mit Vorlagen an. (Natürlich nicht 100%) Aber so reduzierte ich meine Vorbereitungszeit für jede Stunde! Dieses Mal habe ich keine eigene Stelle und einen recht guten Stundenplan und trotzdem läuft es nicht .... BÄH-ich bin ziemlich unzufrieden. Ab Februar habe ich dann eine 2/3 Stelle. Dann werde ich einfach auch automatisch an der Schule präsenter sein. Jetzt komme ich mir manchmal wie ein Fremdkörper vor. (Ich hatte auch 2 Jahre Pause) Meinen Unterricht sehe ich auch kritisch. Irgendwie fehlt mir auch dei Motivation.... Aber was da hilft?? Ich weiß es nicht! Viele Grüße Cordi


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Erstens: Es gibt genug Lehrer, die obwohl sie kein kleines Kind zu Hause haben genau so - oder sogar fast ohne Vorbereitung arbeiten. Zweitens: Ich habe einen Zweitklässler und ich glaube nicht, dass ihm auffällt, wenn ein Blatt nicht besonders schön gestaltet ist. Im Management gibt es die schöne Pareto-Regel mit 20% vom Aufwand erreichst du 80% des Ergebnisses. Ich denke mit den 80% fährst du in der Regel schon gut :) Drittens: Die Elterngespräche, Klassenführung usw. sind wichtiger als komplett durchgestylte Arbeitsblätter. Mir als Mutter ist wichtiger: - eine Lehrerin, bei der ich das Gefühl habe, dass sie sich Gedanken über die Fortschritte der Kinder macht - z.B. halt ein schnell gemachtes Arbeitsblatt, was ein Problem angeht, dass die Kinder mit dem Stoff derzeit haben, statt eines seit Jahren vorbereiteten ins I-Tüpfelchen ausgearbeitete Arbeitsblatt - eine Lehrerin, die die Kinder motiviert und auch mal lobt - das ist viel wichtiger um die Kinder weiter zu begeistern Also mach dich nicht zusehr verückt! Gruß Julia


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Hi, ich glaube nicht, dass deine Schüler den Unterschied zwischen einem guten under einem supertoll gestylten Arbeitsblatt zu würdigen wissen. Viel wichtiger ist doch deine Präsenz und das Gefühl, dass sie sich auf dich verlassen können. Im übrigen machen auch Kollegen ohne Kinder nicht unbedingt den besten und mortiviertesten / motivierendsten Unterricht. Schraub die Ansprüche an Dich selbst nicht zu hoch, m.E ist ist alles im Lot, solange Du vorbereitet bist und keine "Schwellenpädagogik" betreibst. LG von Philipps-Mama mit voller Stelle am Gymnasium, ohne tolle Arbeitsblätter, aber mit Apfelsinen zum Aufzeichnen des Koordinatensystems.


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ich kann verstehen, was du meinst. ich habe mit einem kind nach einam jahr wieder vollzeit angefangen, und da ging es noch total gut. jetzt, mit zweien und wieder vollzeit, ist meine zeit begrenzter. ich schaue zu, dass ich für jede meiner klassen (habe als gymnasiallehrerin ja viele) mindestens einmal im jahr was besonderes mache (eine exkursion oder ein besonders schönes projekt...), mit meiner klassleiterklasse zweimal. ansonsten arbeite ich ökonomisch und mehr mit dem buch als vorher. ich bin nicht immer zufrieden, weiß aber auch, was ich leiste. alles gute!


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Deine Kolleginnen, die voll arbeiten, haben sicher auch schon ein paar Jahre mehr Beruf auf dem Buckel und ziehen vieles einfach aus der Schublade, oder? Dass man niemals mehr Stunden plant wie im Referendariat ist doch eigentlich klar. Ich sehe ein, dass man im Bereich Grundschule schon noch ein bisschen mehr basteln und vorbereiten muss als in der Sek. I (da bin ich tätig, da fällt zumindest das Basteln flach), aber es gibt immer noch so was wie eine "work-life-balance", und die sollte unbedingt im Gleichgewicht bleiben. Immerhin hast du ein kleines Kind und nicht, wie vielleicht andere Lehrerinnen, ein Kind im Schulalter, das nachmittags schon seine eigenen Wege geht. Mach was du schaffst, der Rest findet sich. Und vergleich Dich nicht dauernd mit anderen Kollegen. Mach Dein Ding, so wie Du es schaffst - dann ist es okay. Andrea


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Liebe Alema, du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben!!! Das Arbeitsblatt ist nur das Mittel zum Zweck und es gibt auch andere Mittel um ein Ziel zu erreichen! (Spontanität hat mir da immer geholfen, als ich übernacht mit 12 Std Klassenführung in einer 1. Klasse übernehmen musste) Wichtig ist, dass du hinter dem stehst, was du machst! Das Arbeitsblatt verschwindet irgendwann in der Versenkung. Heute mache ich kaum ein Arbeitsblatt mehr selbst, weil ich sehr eng mit dem Buch bzw. Arbeitsheft arbeite. Das erspart wirklich viel Zeit. Und man verzettelt sich nicht so! (Nebenher noch andere Arbeitshefte für zusätzliche Kopien und Teamwork mit Kollegen helfen zusätzlich!) ABer ich verstehe dich. Ich bin zur Zeit am rotieren, weil meine Kleine ständig Hausis vergisst, obwohl sie in der Mittagsbetreuung ist. Würde sie bestimmt aber auch, wenn ich nicht berufstätig wäre. Zudem kommt der Übertrittsstress für meine 4. Klasse und Schullandheimaufenthalt nächste Woche. Halte den Bastelaufwand so gering wie möchlich! Lass die Kinder öfter mal selbst spontan auf weißen Blättern üben (Wiederhole lieber unterschiedliche Methoden mit den Kindern ständig wieder. Das sorgt für Gelassenheit und Sicherheit bei den Kindern, weil sie wissen, was erwartet wird. Und letzten Endes ist oberstes Ziel, dass sie DICH als Lehrerein mögen, damit sie noch lange gerne in die Schule gehen! Und das hängt nicht von gemalten AB's ab! :-) Liebe Grüße aus Franken Cella P.S. Die Bereitschaft nach 20 Uhr für die Schule zu arbeiten sinkt bei mir auch mit jedem Jahr, weil ich einfach zu müde bin!


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... sagt eine vollkommen fertige Alema, die gerade vom Elternsprechtagnachmittag nach Hause kommt und von 8Uhr bis 18 Uhr in der Schule war, obwohl sie nur eine halbe Stelle hat und darüber hinaus ihre kleine Tochter vermisst, die gestern laufen gelernt hat und nun friedlich schlummert. LG Alema