Aniek
Hallo ihr Lieben, das letzte Mal schrieb ich Oktober 2020. Ich versuche mich kurz zu halten. Wenn es lang wird, entschuldige ich mich und bedanke mich schon mal für die Aufmerksamkeit. Mein Kind ist nun 6 Jahre alt und wurde dieses Jahr eingeschult. Seit 2,5 Jahren sind wir im SPZ. Er hat ADHS, A typischen Autismus und eine noch nicht nähere bezeichnete weitere Wahrnehmungsstörung. Seit einem Jahr hat er eine 1:1 -Begleitung. Es war ein langer harter Kampf mit Ämtern. Ich werde da mal nicht ins Detail gehen. Das würde den Rahmen sprengen. Heute erfahre ich, dass seine Begleitung gekündigt hat. Sie hat schon vor 1,5 Wochen gekündigt. Sie hatte im August Bewerbungen geschrieben. Dann war sie 2 Tage krank. In diesen Zeitraum bekam sie eine Zusage und hat direkt gekündigt. Die Klassenlehrerin und die Horterzieherin wussten es letzte Woche schon. Nur wir als Eltern bekamen jetzt erst die Info. Ihr letzter Tag ist diesen Freitag. Der Träger hat keinen Ersatz. Für uns ist eine Welt zusammen gebrochen. Wir stehen vor dem Leeren. Meine Sorge und Angst überwältigen mich. Es ist für unsere Familie der Super Gau. Sie wollte einfach woanders arbeiten. Sie sitzt vor mir und sagt, dass mein Kind ein wundervoller Mensch sei. Aber dennoch lässt sie ihn im Stich. So fühlt es sich an. Ständig muss ich so hart kämpfen. Mein Kind war zur ersten Schulwoche ohne Begleitung. Das ist den Ämtern zu verschulden. In dieser Woche ist er aus der Schule weggelaufen. In dieser Woche wurde er auf Klo von 4. Klässlern verprügelt. Mein Kopf dröhnt und ich muss weiter kämpfen, aber ich bin so ausgelaugt und fühle mich von den Ämtern, Pädagogen, Trägern, .... allein gelassen. Ich hoffe ich bin hier nicht alleine damit. Ich hoffe auf Verständnis und Mütter und Väter die genauso schwierige Wege gehen müssen, wie wir, damit das Gefühl des Alleinseins etwas aufhört.