Flensburgerin
Hallo, hatte Gespräch in der Kita. Die Erzieherin meint, mein Sohn hat ADHS, ich soll das prüfen lassen und eventuelle kann man das direkt behandeln und einstellen. Er ist 4,5J, sehr aktiv, wenig aufmerksam, rennt gern, bewegt sich, wirft und tobt, hat oft Wutanfälle, spielt wenig allein, braucht immer wieder neue Anregungen, Ideen, lässt dann alles liegen, macht etwas anderes, weil er vergessen hat was er gerade noch gemacht hat .... Ja, er ist antrengend, aber er ist ja mein Sohn, ich liebe ihn wie er ist. Ob er nun gleich ADHS hat, das weiß ich nicht. Der Kinderarzt hat auch nie etwas in die Richtung gesagt. Könnt ihr mir helfen, was ich da jetzt unternehmen soll? Bin überfragt und etwas traurig. Es stehen so schlimme Sachen im Netz über ADHS und wie schwer es ist für die Kinder später. LG
Hi, wenn du das jetzt nicht abklären lässt, dann fällt es dir später auf die Füße und damit tust du deinem Kind absolut keinen Gefallen. Wenn die AD(H)S gut eingestellt ist, dann wird es für die Kinder auch nicht schwer. Mach telefonisch einen Termin bei einem guten Kinder- und Jugendlichenpsychiater (der ganze Diagnoseprozess kann lange dauern!) und geht in die Diagnose. Je eher du jetzt handelst, umso leichter wird es ggf. später für dein Kind sein. Und wenn dabei nichts rauskommen sollte, dann ist das auch eine wichtige Information. Mein Großer ist 11 und war schon immer irgendwie auffällig (in der Kindergartenzeit hat er sehr viel die anderen Kinder beim Spielen beobachtet, hat nur mit ausgewählten Kindern gespielt, mitgemacht hat er auch nicht immer - z. B. Morgenkreis oder Malen mit Fingerfarben - und hat sich bei der Schuleingangsuntersuchung verweigert, indem er unter den Tisch gekrochen ist). Ich habe damals nicht gehandelt, weil er war ja mein 1. Kind und ich dachte das ränkt sich wieder ein, wenn die Schule ihn fordert. Kurz und knapp: es war ein riesen Fehler nichts unternommen zu haben, denn irgendwann eskalierte es komplett. Er geht mittlerweile auf eine Förderschule und hat dort die 4. Klasse mit den erhöhten Anforderungen der 5. Klasse gemacht - ist jetzt in der 6. Klasse. Er kann dort Hauptschul- oder Realschulabschluss machen. Mir ist erstmal nur wichtig, dass er überhaupt einen Abschluss macht, was danach kommt wird sich ergeben. Nächstes Jahr gehe ich mit ihm wegen Verdacht auf Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und/oder ADS in die Diagnostik. Mit meiner Tochter (4,5) werde ich nicht so lange warten. Sie ist auch auffällig, macht jetzt Frühförderung und bei der Vorschuluntersuchung letzte Woche wurde auch der Verdacht auf ASS geäußert, so dass wir frühzeitig in die Diagnostik gehen werden. Ich hoffe mit meinen Erfahrungen kann ich dir etwas helfen den richtigen Weg zu finden - gehen musst du ihn allerdings alleine. Aber sei dir gewiss, dass du dennoch nie alleine mit deinen Erfahrungen bist. Gehe in den Austausch mit anderen Familien - vielleicht kann ja auch der Kindergarten vermitteln. Das hilft ungemein, sich darüber auszutauschen. Alles Gute dir. Anja
P.S. Ich kann dir folgende Podcasts sehr empfehlen, da ich sie selber regelmäßig höre: - Ein Kopf voll Gold - Kapierfehler Kenne ich zwar nicht, aber geht auch um das Thema: - Überleben ADHS - Reizüberflutet - Dein ADHS-Podcast - ADHS Family Podcast - ADHwaS
Ich finde es ist noch zu früh, das Kind ist doch erst 4. Aber ansonsten schadet es Test ja auch nicht. Selbst wenn er ADHS haben sollte, könnt ihr ja immer noch entscheiden, was ihr unternehmet, ob Therapien oder Medikamente in Frage kommen. Ihr müsst das ja auch nicht abgeben, wenn du Angst hat, dass ihm das negative ausgelegt werden könnte. LG