Können Babys schwimmen?

Mama schwimmt mit Baby

© fotolia, Tropical studio

Müssen Babys das Schwimmen erst lernen oder ist es angeboren? Und wenn es angeboren ist - warum verlernen sie es dann nach ein paar Monaten wieder?

 

  • Früher nahm man an, dass Babys nicht schwimmen können. Wie vorsichtig und behutsam man auch immer versuchte, sie dazu zu veranlassen: spätestens wenn das Köpfchen unter Wasser zu geraten drohte, gab es lautstarken Protest, begleitet von wilden Ruderbewegungen, die an Schwimmbewegungen nicht erinnerten. Nein, Babys schienen Wasser nicht zu mögen
  • Anfang der fünfziger Jahre kam man auf die Idee kam, ein Baby nicht wie bisher üblich mit dem Po voran ins Wasser gleiten zu lassen, sondern einen anderen Weg zu probieren. Man ließ Babys, die erst eineinhalb Monate alt waren, ganz langsam mit Gesicht und Bauch voran ins Wasser gleiten. Siehe da: Es gab keinen Protest, kein Prusten und kein Um sich schlagen. Die Babys hielten einfach die Luft an, tauchten mit geöffneten Augen unter und begannen mit reflexartigen Schwimmbewegungen. Ließ man sie dann ganz behutsam los, waren sie in der Lage, sich von allein vorwärts zu bewegen. Ganz offensichtlich hatten sie eine Menge Spaß daran, sich so leicht und frei bewegen zu können. Vielleicht erinnerte das warme Wasser an die nahezu schwerelose Zeit im Fruchtwasser, auch wenn es in der Gebärmutter mit dem "frei Bewegen" nicht so weit her war.
  • Hält man ein Baby in der Bauchlage hoch in die Luft, beginnt es zwar auch mit "Schwimmbewegungen", doch werden diese Bewegungen viel ruhiger, kontrollierter und "weicher", sobald das Baby sie im Wasser ausführt. Man nimmt heute an, dass es zum größten Teil die Erinnerung an das Fruchtwasser ist, die Babys die Ruhe gibt, die sie im Wasser zeigen.
  • Leider ist diese angeborene Fähigkeit, die Luft anzuhalten und loszupaddeln, man spricht von einer frühen Reflexreaktion, nicht von Dauer (auch ist sie nicht bei allen Babys gleichermaßen stark ausgebildet). Wenn sich das Gehirn in den folgenden Monaten weiterentwickelt und "höhere" Zentren das Denken übernehmen, wird das angeborene Vertrauen durch Misstrauen ersetzt. Bei einem vier bis sechs Monate alten Baby wird eine erste Gewöhnung an das Wasser in der Regel schon wesentlich schwieriger sein, ganz unabhängig von der Position, mit der man es mit dem Wasser zusammenbringt. Mit etwa zehn, elf Monaten haben sich dann natürliches Vertrauen und Reflexreaktionen so weit zurückgebildet, dass die Babys nur noch mit Angst reagieren und nur noch sehr selten zum Schwimmen zu bewegen sind. Man spricht von der "angstbesetzten Übergangszeit", die nun anhält bis das Kind mit drei, vier Jahren bewusst und freiwillig schwimmen lernen kann - und damit das alte Urvertrauen zu diesem Element zurückgewinnt. Lernen Kinder mit drei, vier Jahren erstmals das Schwimmen, müssen Eltern aber besonders wachsam sein, da das Vertrauen nun oft schneller wächst als die Fähigkeit, gut zu schwimmen.
  • Ideal für kleine Babys sind die Babyschwimmkurse, an denen sie meist ab etwa drei Monaten teilnehmen können. Angeboten werden solche Kurse von gewerblichen Schwimmschulen, aber auch von öffentlichen Schwimmbädern oft in Zusammenarbeit mit Familienbildungsstätten. Dabei sollte das Wasser immer zwischen 34° und 35° warm, die Luft etwa 26° bis 28° warm sein. Babyschwimmen will keine Anleitung sein, richtig schwimmen zu lernen. Vielmehr soll es den Kleinen ermöglichen, sich mit viel Spaß an der Sache schon sehr früh frei bewegen zu können, was auf die Entwicklung der Motorik einen positiven Einfluss hat. Anfangs sind es nur fünf bis zehn Minuten (in Abhängigkeit vom Alter des Babys), die man zusammen im Wasser verbringt. Diese Zeit wird dann von mal zu mal ein wenig gesteigert bis auf maximal etwa 40 bis 45 Minuten. Ein oder zwei dem Baby schon von zu Hause bekannte Spielzeuge steigern den Spaß noch.
  • Wichtig: Auch wenn man früh, also im Alter von etwa zehn bis zwölf Wochen mit dem Babyschwimmen beginnt, sollte man nicht die Erwartung in das eigene Baby setzen, dass es den anfänglichen Spaß daran über die nächsten Monate und Jahre beibehält.
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  • Während man mit einigen Kindern das Babyschwimmen über den ersten Geburtstag hinaus auch im zweiten Lebensjahr fortsetzen kann, überlegen es sich andere Babys infolge ihrer ganz normalen, persönlichen Entwicklung schon mit vier oder fünf Monaten wieder völlig anders. Darauf sollte man immer eingehen und nie versuchen, weitere Schwimmbadbesuche durchzusetzen, weil die anderen Babys ja auch weiter schwimmen.

Zuletzt überarbeitet: Mai 2019

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