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Geschrieben von Schwoba-Papa am 09.02.2006, 8:49 Uhr

@Jovi66 meine Vorschläge

Also erstmal enttäuscht mich diese "Wir-armen-Verbraucher-können-doch-nichts-dagegen-machen"-Einstellung. Aber unsere subjektive Machtlosigkeit endet halt in Resignation, ist ja in der Politik nicht anderst :-)

Tatsache ist folgendes :

Eine de facto im Ausland, sogar im tiefsten Dritte Welt Land, produzierte Freizeit-Hose von Adidas oder NIKE kostet so um 45 Euro. Das kostet jedoch eine in Deutschland produzierte von Bsp. Trigema auch !

Somit wird (bei Markenware) die Ersparnis durch Dritte-Welt-Produktion nicht an den Verbraucher weitergegeben, sondern dient einzig und allein der Gewinnmaximierung.
Bei Produkten von KIK, Adler, TCM etc. verhält es sich anderst. Da weiß der einigermaßen kompetente Verbraucher das es sich hier um Billigware oder um billig produzierte Ware handelt.

Bei Markenware erwarte ich einfach das die Ware einigermaßen fair, spricht unter menschenwürdigen und arbeitssicherheitstechnischen Aspekten hergestellt wird, da der Auftraggeber die Mehrkosten ja vom Verbraucher bezahlt bekäme.

Würdest Du es in Ordnung finden wenn bei deinem Hausbau 5 minderjährige Kinder in der Baugrube sitzen würden ?
Oder die Arbeiter bei Kälte vor der Baustelle übernachten würden ?

Ja, wir haben entsprechende Gesetze , die dies verhindern, wäre es aber nicht so wärst Du doch die erste die dem Bauunternehmer massiv in die Cochones treten würde oder ?

Also unterscheiden wir erstmal zwischen Billigware und zwischen Ware die billig produziert wird und trotzdem teuer vertickt wird. Da setze ich an !

Adidas/Joop/Nike/Boss kann es sich leisten dort Standards durchzusetzen. Ich hab mal einen Menschen kennengelernt der für die Textilindustrie vor Ort Standortbestimmungen durchführt. Jedoch bestätigte er den nicht zu unterschätzenden Faktor Korruption und Vetternwirtschaft in den Produktionsländern.

Mein Vorschlag wäre :

1. Kritisch zu sein
2. überteuerte Markenware zu meiden
3. sich zu informieren
4. das Signal geben da es sich bei Kleidung ebenso wie beim Essen um ein wichtiges Gut handelt und der Verbraucher einen entsprechenden Anspruch auf Qualität hat.

Grüßle

 
5 Antworten:

Re: konkreter

Antwort von Rio am 09.02.2006, 9:14 Uhr

Hi Schwoba,

kann mich deinen Ausführungen anschliessen.
Aber etwas konkreter hätte ich es schon gerne:

Welches sind die Läden/Labels, bei denen deine Familie ihre Klamotten kauft? Wie wäre es mit ein paar konkreten Tips?

Soweit ich weiß, ist Trigema das einzige Label, welches wirklich noch in D produziert (ausschließlich?).

Was ist mit Marken wie z.B. Hess-Natur?

An Rohstoffen alles rein Bio, lt. deren HP. Aber wie sieht es mit den Herstellungsbedingungen aus? Wo werden die Kleidungsstücke gefertigt? Das ist auf der HP nicht in Erfahrung zu bringen.! Lediglich allgemeine Sätze, dass man soziale Standards entwickelt habe. Ähnliche Formulierungen wie von Tschibo in der Antwort an maleja.
Einziger Unterschied zu Tschibo: "Als einziges Unternehmen in Deutschland werden wir von einer unabhängigen Kontrollinstanz, der Fair Wear Foundation, geprüft " - während Tschibo soweit ich weiß nur von Zusammenarbeit mit genannter Foundation gesprochen hat.

Also, nochmal: wo kann man guten Gewissens Kleidung kaufen? Wir können ja nicht alle nur noch in Trigema-Klamotten rumlaufen :-)

Viele Grüsse,
Rio

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ja das ist wirklich schwierig

Antwort von Schwoba-Papa am 09.02.2006, 9:48 Uhr

wir kaufen hauptsächlich im mittleren Preisegment ! Also weder billig noch teuer und kaufen im Fachgeschäft.

Einen transparenten Produktionsnachweis wird man leider nicht bekommen, was recht schade ist. Jedoch sollte man als Verbraucher kritisch sein und somit den Herstellern vermitteln "Wir beäugen es kritisch und wollen gewisse Standards".

So ähnlich wie bei Lebensmitteln.

Grüßle

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FAir Wear Foundation

Antwort von tinai am 09.02.2006, 10:28 Uhr

Wenn die prüfen, ist das zumindest eine sehr hohe Sicherheit, die übrigens Geld kostet (da kenne ich mich ein bisschen aus).

Hess versendet mit dem Katalog auch eine ausführliche Dokumentation zur Produktion und zwar nicht mit wachsweichen Formulierungen sondern konkreter, aber Hess will nicht jeder tragen und das ist wirklich Kleidung im höheren Preissegment.

Aber nehmt nur mal die Sachen von Alnatura, die sind nicht teuer und die sind nachweislich aus dem Sekem-Projekt, über das sich jeder informieren kann und das mehrfach akkreditiert ist.

Es geht m.E. nicht daraum, im Ausland produzierte Waren zu meiden - wollten wir alle ausländischen Waren aus den Regalen nehmen, wären sie bald leer und zwar nicht nur bei Textilien (vorwiegend Frauenarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen - 7-Tage-Woche, körperliche Bestrafung, Verbot von Pinkelpausen, bei Schwangerschaft Rausschmiss und vieles mehr), sondern auch bei Spielzeug (viel Kinderarbeit und Herstellung von chinesischen Gefangenen - Zwangsarbeitern) und Elektronik (Entsorgung auch in China unter gesundheitsschädlichsten Bedingungen bei totaler Zerstörung der Umwelt)usw.

Nun läuft man natürlich mit hängenden Mundwinkeln rum, wenn man immer nur über das Schlechte nachdenkt. Aber man kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen mit dem ARgument "ich ändere doch eh nichts dran". Doch, man kann etwas ändern, sonst hätte es die Emanzipation nie gegeben.

Auch ist ja grundsätzlich nichts schlechtes dabei, Waren aus dem Ausland zu kaufen, Deutschland lebt ja auch vom Export. Aber man kann sich schon bewusst machen, was man kauft und wo es herkommt. Ich kaufe meinem Sohn auch die Felix-Bücher aus dem Coppenrath-Verlag, weil er sie sehr liebt, aber wo sind sie hergestellt: Bingo in China und sicher nicht in 40-Stunden-Woche und Lohnfortzahlung. Aber jeder der eins und eins zusammenzählt weiß, dass so ein Buch nicht für 14,95 incl Händlerspanne in D produziert werden kann.


Das Preisargument ist in 90% aller Fälle scheinheilig. Es geht uns so gut wie nie, auch wenn alle was anderes sagen. Tchibo, Aldi und Co. zählen doch zu ihrer Kundschaft längst nicht mehr die wirklich Bedürftigen!

Ich bin sicher, es gibt eine Gesellschaftsschicht, die wirklich jeden Cent umdrehen muss (und das nich tnur behauptet), die kaufen dann aber auch nicht zwei Skianzüge und 3 Paar Handschuhe und 5 Hosen, weil alles so schön billig ist.

Gruß Tina

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Re: FAir Wear Foundation

Antwort von Rio am 09.02.2006, 10:33 Uhr

Hallo,

"Hess versendet mit dem Katalog auch eine ausführliche Dokumentation zur Produktion und zwar nicht mit wachsweichen Formulierungen sondern konkreter..."

Das ist gut! Sollten sie vielleicht auch auf ihrer HP darstellen, damit man sich von Beginn an einen Einblick verschaffen kann. Ist ja auch werbewirksam.

"aber Hess will nicht jeder tragen und das ist wirklich Kleidung im höheren Preissegment"

Da hast du die beiden Haken an der Sache schön zusammengefasst: über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.
Aber bei den Preisen schlackerts mir auch die Ohren.

Danke für die Info.

Viele Grüsse,
Rio

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Re: @schwoba @all

Antwort von JoVi66 am 09.02.2006, 14:33 Uhr

...."Jedoch bestätigte er den nicht zu unterschätzenden Faktor Korruption und Vetternwirtschaft in den Produktionsländern".....

Das wardas letzte Zitat aus deinem posting. Im Grunde stimme ich dir ja zu, doch wie auch schon die anderen bemerkten, es gibt eine große Schicht, die auf das Preisschild zuerst schaut und dann bei KIK kauft. Ich hab schon mal geschrieben: Wenn ich eine (schöne) Kindercordhose für 7 € angeboten bekomme, dann weiß ich definitiv wo sie hergestellt wurde, aber4 mittlerweile ist es auch bei den teueren Produkten so: Es ist ja Augenwischerei zuu glauben,wenn eine Sporthose renomierter Firmen 50€ kostet, weiß ich nicht ob das die hohe Gewinnspanne des Herstellers ist, oder ob tatsächlich die Arbeitsbedingungen von den Firmen dahingehend kontrolliert werden, dass die Arbeiter gerecht behandelt werden und deshalb mir den Aufschlag drauf haun.
Ich denke dieses Problem wird noch länger fortbestehen, da die Lobby für Arbeiter in der 3. Welt einfach zu wenig tut ( noch). Und schon bin ich wieder beim ersten Satz des postings.
Gruß Johanna

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