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Kinderwunsch

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Der weibliche Zyklus

Der weibliche Körper gehorcht einem festen biologischen Rhythmus. Sein großes Ziel ist es, eine Schwangerschaft zu ermöglichen und den Körper allmonatlich für eine mögliche Befruchtung zu wappnen. Und dass von der Pubertät an bis zu den Wechseljahren. Spätestens dann, wenn Paare einen Kinderwunsch hegen und schon länger versuchen, schwanger zu werden, ist es wichtig, dass sie sich mit den typischen Abläufen dieses Rhythmus vertraut machen.

Die drei Phasen des Menstruationszyklus

Der monatliche Zyklus, dessen Länge von Frau zu Frau variieren kann, lässt sich ganz grob in vier Phasen untergliedern: die Follikelphase (Tag 1-10), den Eisprung (Tag 11-14) die Gelbkörperphase (Tag 15-28) und die Menstruation. Er umfasst damit alle Vorgänge, vom Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, der Freisetzung der reifen Eizelle aus den Eierstöcken, ihrer Wanderung durch den Eileiter bis hin zur Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut.

Jeder dieser Prozesse läuft unter der Schirmherrschaft zahlreicher Hormone des Zwischenhirns, der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und der Eierstöcke ab. Bei einem Kinderwunsch wichtig zu wissen: Ihr fein reguliertes Zusammenspiel bringt es mit sich, dass ihre Konzentration im Verlauf des Monats immer wieder Schwankungen unterlegen ist. Diese Wellenbewegung ist es letztendlich auch, die den reibungslosen Ablauf des Zyklus und damit die Empfängnis ermöglicht.

Der Zyklus beginnt mit der Menstruationsblutung

Der Monatszyklus startet mit dem ersten Tag der Menstruation. Mit der eigentlichen Blutung, die durchschnittlich vier Tage andauert, wird die überflüssig gewordene Schleimhaut der Gebärmutter ausgestoßen. Noch während dieses „Abrüstprozesses“ bereitet sich der Körper auf eine neue, mögliche Schwangerschaft vor. Die Follikelphase hat bereits begonnen, und die Karten für die Erfüllung des Kinderwunsches sind neu gemischt.

In der Follikelphase wachsen ein oder mehrere Follikel heran. Sie beherbergen Eizellen verschiedener Entwicklungsstadien. Hormone des Gehirns stellen sicher, dass die Eizellen kontinuierlich heranreifen. Besonders wichtig ist dabei das Follikelstimulierende Hormon FSH, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird. Die endgültigen Reifungsschritte und der Eisprung gehen jedoch auf das Konto des Luteinisierenden Hormons LH.

Eines der Follikel im Inneren des Eierstocks wird mit der Zeit so groß, dass es die anderen regelrecht verdrängt. Die weniger entwickelten Follikel sind jedoch keinesfalls überflüssig. Sie bilden die so wichtigen Östrogene, ohne die zahlreiche Funktionen im Körper nicht mehr reibungslos ablaufen oder gar ganz zum Erliegen kommen würden.

Gelbkörperhormone stimulieren den Aufbau der Gebärmutter

Der hohe Östrogenspiegel ist auch für die weiteren Vorgänge in den Eierstöcken wesentlich, denn er stimuliert die Freisetzung des luteinisierenden Hormons LH. Zusammen mit anderen Hormonen veranlasst LH den dominanten Follikel über eine regelrechte Wirkungskaskade dazu, die größte Eizelle aus seinem Inneren herauszupressen. Dieser wichtige Vorgang, der als Eisprung bezeichnet wird, leitet die Gelbkörperphase ein.

Nachdem das Ei „geschlüpft“ ist, wandelt sich der Follikel in den sogenannten Gelbkörper um. Dieser bleibt nicht lange untätig, sondern produziert nun seinerseits Östrogene und das Hormon Progesteron. Damit erfüllt es eine ganz wesentliche Aufgabe. Denn erst Progesteron sorgt dafür, dass sich die Gebärmutter auf die mögliche Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet und ihre fruchtbare, gut durchblutete Schleimhaut aufbaut.

Findet keine Befruchtung statt, beginnt ein neuer Zyklus

Wenn die Frau tatsächlich schwanger wird und sich eine befruchtete Eizelle in ihre Gebärmutter einnistet, bildet sich der Gelbkörper nicht zurück. Bis die Plazenta selbst in der Lage ist, Hormone in ausreichender Menge herzustellen, übernimmt er weiterhin die Progesteron-Produktion.

Findet hingegen keine Befruchtung und Einnistung statt, verkümmert der Gelbkörper. Damit geht nun auch die Produktion von Progesteron zurück, was nicht folgenlos bleibt. Die Gebärmutterschleimhaut muss nun nicht mehr für eine Einnistung gerüstet sein und baut sich daher nach durchschnittlich 28 Tagen ab. Die Menstruationsblutung setzt ein und markiert den ersten Tag des neuen Zyklus.

Frauen mit Kinderwunsch sollten einen Arzt aufsuchen

Viele Frauen haben bereits Bekanntschaft mit Zyklusstörungen gemacht. Denn bereits einfache Infektionskrankheiten, ungewohnte psychische oder körperliche Belastungen oder auch Zeitumstellungen auf Reisen können die biologische Uhr und damit letztendlich auch den biologischen Rhythmus gehörig durcheinanderbringen.

Manchmal halten sich solche Störungen jedoch auch hartnäckig. Bei den betroffenen Frauen schwankt die Länge des Zyklus über mehrere Monate oder Jahre hinweg. Häufig treten Blutungen auf, die länger anhalten oder auch stärker oder schwächer sind, als es bei einem normalen Menstruationszyklus der Fall wäre.

Nicht immer müssen solche Abweichungen von der Norm sofort ein Grund zur Sorge sein. Besteht jedoch ein Kinderwunsch, kann es nötig sein, den Ursachen der Störung Herr zu werden. Denn ein normaler Zyklus erhöht die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Andersherum kann eine Zyklusstörung die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch sein.

Zyklusstörungen können unterschiedliche Ursachen haben

Halten die Zyklusstörungen über einen längeren Zeitraum an, kommen unterschiedliche Ursachen infrage. So können etwa Erkrankungen wie Zysten oder Myome Einfluss auf den biologischen Rhythmus nehmen. Nicht selten lässt ein hormonelles Ungleichgewicht den Zyklus aus dem Ruder laufen. Manchmal sind es etwa die Eierstöcke, die zu wenig Hormone produzieren, während in anderen Fällen ein Überschuss männlicher Hormone oder eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt.

Viele Frauen wissen nicht, dass auch Arzneimittel oder Umweltgifte wie organische Lösungsmittel, Tabakrauch und der Giftstoff Dioxin den Zyklus beeinflussen können. Mögliche psychische Ursachen sind andauernde, ungelöste Konflikte in der Beziehung oder ein unerfüllter Kinderwunsch. Aber auch ungewohnte körperliche Anstrengung, sehr intensiver Sport oder ein rapider Gewichtsverlust kommen als Störfaktoren infrage.

Sicherheit bringt letztendlich nur die Untersuchung durch einen Frauenarzt. Er kann den tatsächlichen Ursachen auf die Schliche kommen und gegebenenfalls eine Behandlung mit Hormonpräparaten einleiten, um einem möglichen Kinderwunsch auf die Sprünge zu helfen.

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